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Frauen auf Chefposten: "Zum Heulen gehe ich aufs Klo"

Nichts gegen kompetente Frauen,*aber im Vorstand? Die Ex-Managerin Barbara Schneider hat solche Sprüche oft gehört.*Im Interview spricht die Buchautorin über männliche Machtspiele, Zickenkrieg in der Führungsetage - und verrät, warum sie trotzdem gegen eine Quote ist.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...750312,00.html
  1. #40

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    Zitat von feuercaro1 Beitrag anzeigen
    Ich möchte darum bitten, dass wir alle mal unsere Vorurteile etwas gegen den Strich bürsten.

    Ich habe selbst erlebt, wie ein fähiger, qualifizierter, motivierter (!) Kollege in die Frauenfalle getappt ist.
    Wie das geht?
    Nun, Unternehmen der Freien Wirtschaft.
    Kollege mit Studienrätin verheiratet.
    Aus Überzeugung drei Kinder gezeugt.
    Um Teilzeit gekämpft, weil er seinen Teil der Erziehungsarbeit leisten wollte.
    30-Stunden-Vertrag bekommen (Drei Tage im Job, zwei frei).

    Er war gut, er war fleißig - es hat ihm alles nichts genützt. Kollegen, egal in welcher Position, lästerten nach Kräften: "Ah, heute ist Freitag, da ist Fräulein X ja nicht im Hause..."

    Sämtliche Frauen haben ihn verteidigt. Es hat nichts genützt. Nach ca. 5 Jahren hatte er innerlich gekündigt und sich nach 10 endlich selbstständig gemacht (sehr erfolgreich).
    Die Erziehungszeit war zwar vorbei, er war schon seit 12 Monaten wieder in Vollzeit tätig - aber er würde in der Firma immer und ewig "Fräulein X" bleiben.

    Merke:
    Wenn man sich fragt, ob etwas gerecht ist, dann stelle man sich es einfach mit vertauschten Rollen vor.
    Wenn's quietscht, ist es fies :-).
    Wobei "Fräulein X" ja genau genommen eine Beleidigung für die Lästerer ist, denn wer sowas als Beleidigung ansieht, ist eine ziemlich hohle Nuss.

    Da das Ganze aber wohl weitere Auswirkungen hatte als nur diese Bezeichnung, ist das natürlich nicht mehr so leicht abzutun.
  2. #41

    **************

    Zitat von vhe Beitrag anzeigen
    Sehen Sie? Genau so muss man es anstellen. Nur halt vielleicht 5 Jahre eher. Aber ich gebe mich hiermit der Illusion hin, dass er die 5 Jahre genutzt hat, um sich auf eine Selbstaendigkeit vorzubereiten.

    Sie betrachten das anscheinend als eine Niederlage. Kann ich nicht verstehen. Fuer mich ist der Kerl ein Held, der den "guten" Kampf gekaempft und gegen alle Widrigkeiten gewonnen hat.
    Naja, eigentlich muss man solchen Leuten (also den Mobbern), eine "aufs Maul" geben und zwar von Seiten der Chefetage aus. In meinen Teams wird immer eines klargestellt: Völlig egal wie gut jemand ist, wer anfängt, irgendwelche persönlichen Kriege zu führen, fliegt raus.

    Gibt leider Menschen, die haben irgend eine Störung und fangen sowas sogar in gänzlich unkommzerziellen Projekten an. Es sind persönliche Defizite, wofür man solche Menscen sogar bedauern oder ihnen helfen muss, aber es geht nich, dass so etwas um sich greift und das gesamte Team runterzieht.

    Wenn ein Chef sowas nicht auf die ein oder andere Weise unterbinden kann, versagt er schlichtweg.
  3. #42

    Niederlage?

    Zitat von vhe Beitrag anzeigen
    Sehen Sie? Genau so muss man es anstellen. Nur halt vielleicht 5 Jahre eher. Aber ich gebe mich hiermit der Illusion hin, dass er die 5 Jahre genutzt hat, um sich auf eine Selbstaendigkeit vorzubereiten.

    Sie betrachten das anscheinend als eine Niederlage. Kann ich nicht verstehen. Fuer mich ist der Kerl ein Held, der den "guten" Kampf gekaempft und gegen alle Widrigkeiten gewonnen hat.
    Ich betrachte diese Geschichte als Niederlage, ja.
    Nicht als SEINE, gottlob.
    Aber als Niederlage der Firma, die ignorant genug war, sein Potential zu verschleudern und als Niederlage seiner Kolleginnen (mich eingeschlossen), die gegen diese Wand aus Gemeinheit nicht ankamen.

    Ich selbst habe 25 Jahre gebraucht, bevor mein Entschluss, mich selbstständig zu machen, feststand. So lange habe ich gebraucht, zu lernen und mir die Qualifikationen anzueignen, die ich brauche. Und nein, es wird kein Wollladen und auch kein Nagelstudio :-).
  4. #43

    Yapp

    Zitat von Cassandra105 Beitrag anzeigen
    Wobei "Fräulein X" ja genau genommen eine Beleidigung für die Lästerer ist, denn wer sowas als Beleidigung ansieht, ist eine ziemlich hohle Nuss.

    Da das Ganze aber wohl weitere Auswirkungen hatte als nur diese Bezeichnung, ist das natürlich nicht mehr so leicht abzutun.
    Ganz genau so ist es.
    Natürlich hat sich JEDER, der sich durch derlei Bemerkungen und Ähnlichem hervortat, bei vielen anderen ein für alle Mal disqualifiziert.
    So etwas vergisst man nicht.

    Man kann aber wunderbar erkennen, was für einen Stellenwert Frauen bei solchen Leuten haben, wenn die Bezeichnung "Fräulein" abwertend gebraucht wird.
  5. #44

    Oh ja

    Zitat von Cassandra105 Beitrag anzeigen
    Naja, eigentlich muss man solchen Leuten (also den Mobbern), eine "aufs Maul" geben und zwar von Seiten der Chefetage aus. In meinen Teams wird immer eines klargestellt: Völlig egal wie gut jemand ist, wer anfängt, irgendwelche persönlichen Kriege zu führen, fliegt raus.

    Gibt leider Menschen, die haben irgend eine Störung und fangen sowas sogar in gänzlich unkommzerziellen Projekten an. Es sind persönliche Defizite, wofür man solche Menscen sogar bedauern oder ihnen helfen muss, aber es geht nich, dass so etwas um sich greift und das gesamte Team runterzieht.

    Wenn ein Chef sowas nicht auf die ein oder andere Weise unterbinden kann, versagt er schlichtweg.
    Richtig.
    Wenn es der Chef allerdings vormacht, dann sollte man die Abteilung wechseln, notfalls die Firma.
  6. #45

    .

    Zitat von Indigo76 Beitrag anzeigen
    Man merkt, dass die Frau sich mit dem Thema beschäftigt hat und nicht einfach dumme Sprüche nachplappert. Auf den ersten Blick sollte man meinen, dass alle Frauen für die Quote sind, verschafft sie ihnen doch Jobs. Aber viele hören genau an dieser Stelle auf, über das Thema nachzudenken. Das Happy End ist da und alles was danachkommt irrelevant. Das ist seltsam, denn die Frauenbewegung gibt es ja nicht erst seit gestern. Immer wenn die Frauenbewegung etwas auf den ersten Blick für Frauen Vorteilhaftes erreicht haben, lieferten sie damit gleichzeitig den konservativen Männerstrukturen weitere Munition. Was könnte den Männern des Besseres passieren, als eine gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote? Damit ist ein idealer Sündenbock geschaffen.

    - Ein Mann bekommt einen Job nicht - klar, es liegt an der Quote. Wenn der Personalchef frei entscheiden dürfte, dann hätte natürlich der Mann den Job bekommen.

    - Die Bilanz einer Firma geht runter - natürlich liegt das an den Frauen, denn die wurden der Firma ja aufgedrückt (bleibt die Bilanz stabil oder bessert sich sogar, wird dieses Argument natürlich nicht umgekehrt)

    - Ein Mann lässt es an Eigeninitiative fehlen - warum sollte er sich anstrengen, er wird doch sowieso erst nach Erfüllung der Quote bei Beförderungen berücksichtigt.

    Natürlich sind diese Argument durch die Bank unsinnig. Aber das ändert nichts daran, dass sie benutzt werden, wenn die Quote kommt. Und vergessen wir auch nicht die Frauen, die es bereits heute in die Chefetagen geschafft haben - ohne Quote. Ihre Leistung, die der der Männer in nichts nachsteht, sondern wahrscheinlich eher überragt, wird augenblicklich auf die Leistung einer "Quotenfrau" reduziert.

    Diese Idee ist ein Eigentor, ein Schuss ins eigene Knie. Und wir Männer wissen das - sonst würden wir es doch nicht zulassen, oder?
    Aber das ist doch das typische Argumentationsmuster des Feminismus, wenn auch mit umgekehrten Vorzeichen:

    -Bekommt eine Frau den Job nicht, liegt es an den geheimen Männerbünden, die in weltweiter Verstrickung Frauen an der Karriere hindern und nicht hochkommen lassen.

    -Die Wirtschaftskrise wäre unter Leitung von Frauen nicht entstanden, weil Frauen alles besser können, hochmoralische Wesen sind und nie aus Eigennutz handeln.

    -Frauen müssen immer doppelt so gut sein wie Männer, damit sie es wenigstens in mittlere Management schaffen.

    Die Quotendiskussion hingegen betrifft momentan eine kleine Oberschicht von max. 200 Frauen. Wohingegen die bestehende Quote im Öffentlichen Dienst absurde Blüten zeitigt. So zum Beispiel, dass bei jeder erwarteten Beförderung noch die Frauenbeauftragte eingeschaltet werden kann, um eine sachgerecht getroffene Entscheidung zu torpedieren oder auszuhebeln oder aber Frauenbelegschaften bis nahe an die 100 % entstehen. Eine solche Quote lässt natürlich immer den Verdacht entstehen, dass man es dort mit Frühstücksdirektorinnen zu tun hat, die ihrem Geschlecht mehr verdanken als der Leistung.
  7. #46

    ...

    Zitat von feuercaro1 Beitrag anzeigen
    Ich betrachte diese Geschichte als Niederlage, ja.
    Nicht als SEINE, gottlob.
    Aber als Niederlage der Firma, die ignorant genug war, sein Potential zu verschleudern und als Niederlage seiner Kolleginnen (mich eingeschlossen), die gegen diese Wand aus Gemeinheit nicht ankamen.
    Hier stimm ich Cassandra105 zu, wenn solche Aktionen zum Problem werden, geht das zum Chef, wenn der Chef Teil des Problems ist, sollte man sich ernsthaft überlegen, ob man da im richtigen Laden/Abteilung ist. Man kann zwar noch zum Betriebsrat gehen oder klagen, aber das wird praktisch immer ein Pyrrhus-Sieg.

    Was "Hilfe" für Männer angeht - nun ja, das ist leider ein ziemliches Minenfeld.

    Zitat von feuercaro1 Beitrag anzeigen
    Ich selbst habe 25 Jahre gebraucht, bevor mein Entschluss, mich selbstständig zu machen, feststand. So lange habe ich gebraucht, zu lernen und mir die Qualifikationen anzueignen, die ich brauche. Und nein, es wird kein Wollladen und auch kein Nagelstudio :-).
    Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg!
  8. #47

    .

    Zitat von testthewest Beitrag anzeigen
    ...
    Die richtige Lösung wäre: Konsequent Kitas einführen! Das sollte das größte Hemmnis beseitigen, und eine Mutter ist im allgemeinen auch weit selbstsicherer, selbstständiger und durchsetzungsfähiger als eine kinderlose Möchtegern-Karrierefrau.
    Es wäre auch für die Gesellschaft vorteilhafter.

    Also: Quote, nein danke. Endlich genug Kitas, ja bitte!
    Ich habe noch selten gehört, dass es Frauen mit guter Ausbildung an der Möglichkeit mangelt, ihre Kinder betreuen zu lassen. Im Gegenteil - Kindergärten vergeben selbst bei langen Wartelisten einen Platz, wenn die Eltern den Höchstsatz zahlen können. Andere Eltern haben von der Graswurzelbewegung der ersten Kinderläden bis zu den EiKitas die Betreuung der Kinder selbst organisiert und finanziert. Und wenn Vorstand oder Aufsichtsrat ruft, sind die Kinder wohl zu 95% aus dem Haus. In den nächsten Jahren wird es dennoch einen Überhang an Kitaplätzen geben, weil die demographische Entwicklung zu immer weniger Kindern sich besonders deutlich bei höherqualifizierten Angestellten äußert. Wer da keine Kinder hat, ist in der Regel nicht kinderlos, weil er keine Zeit, keine Kita oder Betreuung für die Kinder zu finden meint, sondern weil dies Ausdruck der Lebensgestaltung ist.
  9. #48

    .

    Zitat von JanaB Beitrag anzeigen
    ...
    Zitat:
    Vielmehr müssen Anreize innerhalb der Firmen geschaffen werden, zum Beispiel indem die Quote in den betrieblichen Zielvereinbarungen verankert wird. Erst wenn sich der Frauenanteil auf Gehalt und Boni der verantwortlichen Führungskräfte auswirkt, wird sich was ändern.

    Zitat Ende

    Das ist schlicht und ergreifend mies, aber so etwas soll es schon an Hochschulen geben in Bezug auf Gelder für männliche/weibliche Promotionsstudenten und bestimmte Professuren.
    Falls Sie gerade studieren, dann recherchieren Sie noch mal gründlicher. Gelder, Fördermaßnahmen und Betreuung für weibliche Doktoranden kann man eigentlich nicht übersehen. Und Professuren werden auch immer häufiger mit Frauen besetzt, so sich welche dafür finden. Unterrepräsentiert sind weibliche Professoren doch vornehmlich in den MINT-Fächern; wobei dies einerseits an der Zahl der Abschlüsse und nicht minder an der Zahl der Bewerberinnen liegt. In vielen Bereichen wird sich das in den nächsten zwanzig Jahren trotz Quote nicht ändern lassen. Wo nichts ist, kann nichts werden.
  10. #49

    ...

    Zitat von vhe Beitrag anzeigen
    Sehen Sie? SIE haben schon verloren. Weil "es nicht immer ganz einfach ist". Weil man "Startkapital braucht".
    Sie verdrehen hier alle Informationen. Wenn sie das Beispiel und die Dimension des Startkapitals weglassen, hat das mit meiner tatsächlichen Aussage nichts mehr zu tun. Es gibt nun einmal Berufe/ Qualifikationsprofile, bei denen es praktisch unmöglich ist, sich selbständig zu machen, wenn man seine Qualifikationen weiterhin sinnvoll einsetzen will. Sie finden auch keinen männlichen Ingenieur, der sich dann eben im Zweifelsfall (durch harte Arbeit und Mühe und Kampfgeist, versteht sich) seinen eigenen Boeing-Konkurrenten aufmacht... Natürlich sollte man auch außergewöhnliche Ideen in Erwägung ziehen, wenn man es langfristig zu was bringen will. Aber ein gewisser Sinn für's realistisch Machbare unterscheidet den Visionär vom Spinner...

    Sie haben also die ganze Zeit tagsueber gearbeitet und nachts BWL und Management studiert? Sie haben Geld zusammengespart, um sich einen Headhunter zu kaufen, der Sie bei Boeing oder Airbus unterbringt und diesmal im Management? Lernen Sie grad chinesisch, um spaeter dort Flugzeugkarriere zu machen und danach Boeing oder Airbus Auftraege wegzuschnappen?
    Haben Sie's? Oder haben Sie sich nur wie ich und viele andere auch durch ein paar schwierige Fächer und Prüfungen im Studium "gequält"?


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