Französische Gourmet-Schnäppchen: Genuss im Bus

Fre¿de¿ric VasseurIn der großen Gourmet-Nation Frankreich verkommen die Sitten. Fastfood-Ketten sind auf dem Vormarsch, die astronomischen Preise der Spitzenrestaurants können sich Normalbürger nicht leisten. Eine Schnäppchen-Aktion soll jetzt Genießer mit kleinem Budget anlocken.

http://www.spiegel.de/reise/europa/0...856533,00.html
  1. #1

    preise

    es muss endlich m,al eine lanze gebrochen werden für die gastro-preise! "astronomisch" sollen die sein??? - eher wohl unterirdisch!!!
    im artikel ist eigentlich alles angesprochen:
    spitzen-gastro produziert keine speisen (zwecks ernährung und zum sattwerden), sondern kunstwerke. Und wo auf der welt bekommt man schon einen Monet, Klimt, oder vanGogh für 100 Euro?
    Dann: kochen ist arbeits- und zeitintensiv. Im nebensatz nur fällt die info, dass eine ganze küchenbrigade, mithin also rund 10 mann, nötig sind, um 40 plätze zu bekochen ... und dann ist der kellner und die putzfrau noch nicht mit dabei.

    und gut kochen kann man nur mit guten ausgangsprodukten: klar bekomme ich das fischmehlgefütterte turbohähnchen schon für 3,50 € ... so schmeckt es aber dann auch.
    - Das alles kostet ... incl. miete, edle gläser und geschirr usw.usf. ... das gibt's nunmal nicht umsonst.

    und zuletzt: jaja: für den urlaub, das neue iPhone, für zigaretten oder den puff ist geld da ... nur für's "gut essen" angeblich nicht. Niemandem soll vorgeschrieben werden, wofür er sein geld ausgibt, bewahre!
    Aber mit schnäppchenpreis und bus-restaurant, fürchte ich, wird ein prioritätenwechsel nicht stattfinden.
    Nein, die preise sind nicht astronomisch.
    strenggenommen ist spitzengastronomie nicht nur preis-wert sondern spottbillig.
  2. #2

    recht so

    Meinetwegen können solche Restaurant die ein bisschen Essen für horrende Preise verkaufen alle dicht machen. Das braucht kein Mensch.
    Irgendwo ist mal eine Grenze erreicht.

    Oder sie leben halt von den wenigen Reichen die sich das leisten können. Dann aber bitte nicht jammern dass die Gäste ausbleiben.
  3. #3

    Gute Aktion

    Wenn die Speisekarte denn einhält was sie verspricht. In Paris ist es in manchen gastronomischen Betrieben scheinbar Usus den Kunden eine aufgehübschte Tageskarte zu präsentieren. Bei Nachfrage ist das gewünsche gericht zufällig immer wieder 'ausverkauft', auch wenn man relativ früh am Tag/Abend im Lokal speist. Gut Essen ist in frankreich scheinbar ein Roulette-Spiel....
  4. #4

    Genuss im Alltag

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In der großen Gourmet-Nation Frankreich verkommen die Sitten. Fastfood-Ketten sind auf dem Vormarsch, die astronomischen Preise der Spitzenrestaurants können sich Normalbürger nicht leisten. Eine Schnäppchen-Aktion soll jetzt Genießer mit kleinem Budget anlocken.

    Gourmet-Festival in Paris: Sterneküche zum halben Preis - SPIEGEL ONLINE
    Die ausgesprochenen Spitzenrestaurants (welche Küche man darunter auch immer versteht) in denen der Normalbürger mehrere hundert € für ein Essen à la carte und die Getränke bezahlen muss leiden weniger.
    Da wo gespart wird das sind die Restaurants und Brasserien in denen, in Deutschland würde man wohl sagen, eher gut-bürgerlich gekocht wird. Die haben nämlich in den vergangenen Jahren Konkurrenz bekommen in Form von Restaurantketten, ich spreche nicht von Fastfood und Caféterien in den Einkaufszentren. Wobei in Frankreich sehr oft vor allem die Getränke sehr teuer sind oder auch der anschliessende Café. Darum immer mehr die kostenlose 'Carafe d'eau' um die Rechnung zu begrenzen.
    Was die Bistros anbetrifft, da ist das Sterben voll im Gange. In den richtigen Bistros (nicht da wo Touristen reingehen) gab es vorher auch nurin der Regel einfache Gerichte, oft nicht einmal übertrieben teuer, aber man bestellte da sowieso eher ein Sandwich.
    A propos Sandwich, ein reichlich belegtes Sandwich in einer Bäckerei kostete vor 25 Jahren 10 Francs, also etwa 1,50 €, heute kostet ein gleichwertiges Sandwich das Dreifache, dafür ist es aber oft auch kleiner.
    Im übrigen gibt es in Frankreich, und wie in Deutschland Restaurants mit internationalen Spezialitäten, da ist z Zt 'japanisch' angesagt. Bin mal gespannt auf die nächste 'Tendence', denn die ersten Japaner machen bereits zu.

    Und wenn man einen Preisvergleich Berlin/Paris macht, ich war vor einiger Zeit in Berlin und da mehr als angenehm von der 'Addition' überrascht.
  5. #5

    ... lautete einst der Titel eines "Kochseminar der bürgerlichen französischen Küche" untertitelten Büchleins von Wolfram Siebeck. Deshalb gehen wir in Frankreich so gut wie nie in ein Restaurant, denn wir suchen uns immer ein ländliches "Chambre d'hôte", wie Bed and Breakfast auf Französisch heißt, mit "Repas", also Abendessen. Da sitzen wir mit den Gastgebern und anderen Gästen am Tisch und tafeln nach Herzenslust frisch zubereitete regionale Spezialitäten – und das alles inclusive Getränke und bester Unterhaltung für 14 bis 20 EUR pro Person.
  6. #6

    Wirklicher Luxus

    Mal gut essen gehen ist in Frankreich kein Problem. Zumindest nicht da, wo die restlichen 84% hausen, das heißt in der "Provinz". Das braucht zwar etwas Ortskenntnis - vieles ist wirklich nicht der Rede wert - und auch Lust und Zeit solche Orte zu entdecken, aber macht eben auch Spaß. Was die Drei-Sterne-Tempel betrifft, sind die zwar jenseits meiner Möglichkeiten, aber das waren sie schon immer. Da hat sich konkret nicht viel geändert. Das, was sich wirklich geändert hat, ist das kleine Bistrot (plat du jour) zwischen Mittag und zwei. Das ist finanziell einfach nicht mehr machbar. Da sind einerseits die Festkosten in Frankreich so explodiert, das einfach das Geld nicht mehr reicht; und andererseits hat sich auch der Arbeitsrhtythmus so verändert, dass die meisten gar keine Zeit mehr haben.
    Bleiben noch die Kleinigkeiten, die einfach das Leben lebenswert machen: der Café am Tresen in der Früh, und die anderen paar Cafés so den Tag über; einen Blanc so zwischendurch und der Ricard nach der Arbeit; allein schon, weil man sich da traf und ein paar Momente zusammen verbrachte. Das ist heute purer Luxus.
  7. #7

    Die Lebenshaltungskosten

    Zitat von seine-et-marnais Beitrag anzeigen
    Die ausgesprochenen Spitzenrestaurants (welche Küche man darunter auch immer versteht) in denen der Normalbürger mehrere hundert € für ein Essen à la carte und die Getränke bezahlen muss leiden weniger.
    Da wo gespart wird das sind die Restaurants und Brasserien in denen, in Deutschland würde man wohl sagen, eher gut-bürgerlich gekocht wird. Die haben nämlich in den vergangenen Jahren Konkurrenz bekommen in Form von Restaurantketten, ich spreche nicht von Fastfood und Caféterien in den Einkaufszentren. Wobei in Frankreich sehr oft vor allem die Getränke sehr teuer sind oder auch der anschliessende Café. Darum immer mehr die kostenlose 'Carafe d'eau' um die Rechnung zu begrenzen.
    Was die Bistros anbetrifft, da ist das Sterben voll im Gange. In den richtigen Bistros (nicht da wo Touristen reingehen) gab es vorher auch nurin der Regel einfache Gerichte, oft nicht einmal übertrieben teuer, aber man bestellte da sowieso eher ein Sandwich.
    A propos Sandwich, ein reichlich belegtes Sandwich in einer Bäckerei kostete vor 25 Jahren 10 Francs, also etwa 1,50 €, heute kostet ein gleichwertiges Sandwich das Dreifache, dafür ist es aber oft auch kleiner.
    Im übrigen gibt es in Frankreich, und wie in Deutschland Restaurants mit internationalen Spezialitäten, da ist z Zt 'japanisch' angesagt. Bin mal gespannt auf die nächste 'Tendence', denn die ersten Japaner machen bereits zu.

    Und wenn man einen Preisvergleich Berlin/Paris macht, ich war vor einiger Zeit in Berlin und da mehr als angenehm von der 'Addition' überrascht.
    in Berlin/Deutschland sind in fast allen Bereicher niedriger. Hauspreise, Mieten, Essen, Elektroartikel usw.
    Bei den Restaurant ärgere ich mich aber in Frankreich am meisten über die "100€ pro Person Liga". Saftige Preise aber oft mittelmässige Qualität. Trotzdem sind die Buden in Paris meist voll. Auch die einfachen Brasserien haben mittlerweile Preise, die häufig einfach nicht zur gebotenen Qualität passen.
    Am besten man kauft alles frisch auf dem Markt und kocht selber. Oder man hat seine Geheimtipps...
    Die Japaner machern vermutlich zu weil es einfach zu viele gibt nachdem viele Chinesen auf japanisch "umgesattelt" haben.
  8. #8

    Zitat von autocrator Beitrag anzeigen
    es muss endlich m,al eine lanze gebrochen werden für die gastro-preise! "astronomisch" sollen die sein??? - eher wohl unterirdisch!!!
    Beifall! Nicht erwähnt haben Sie, dass in der guten Gastronomie Arbeitszeiten von bis zu 60 Wochenstunden üblich sind. Die Leistung, die da gebracht wird, wird nicht anerkannt - finanziell schon gar nicht. Aber zum Glück gibts immer wieder Menschen, die den nötigen Idealismus haben, um jeden Tag wieder aufzustehen und da weiterzumachen, wo sie am Abend zuvor aufgehört haben. Ohne Urlaub, teure Klamotten und Riesenschlitten! Ich kann das nur bewundern und habe überhaupt kein Verständnis für die Meckerei über die hohen Preise.

    In Frankreich sind übrigens die Getränkepreise sehr viel niedriger als in D., wo oft mit Faktor 3-4 kalkuliert wird. In F meist nur mit Faktor 2.
    Und wenn einer über teure Sandwiches klagt: Die Gehälter sind in den letzten 10 Jahren gestiegen, die Mieten auch und auch so einiges andere. Warum sollte das nicht auch für ein Sandwich gelten? Sie können sich aber auch ein Baguette für einen Euro kaufen, 50g Schinken für 1,50 Euro, bisschen Butter und ein paar Salatblätter für sagen wir mal 50 Cent und dann selbst basteln. Den Zeitaufwand soltlen Sie allerdings schon auch mit einrechnen. Ich glaube kaum, dass Sie unterm Strich billiger wegkommen.

    Es ist wirklich ein Elend, dass immer zuerst über die Preise für Lebensmittel gemeckert wird. Dass Mercedes und BMW die Preise erhöht hat, geht doch wohl ungemotzt durch, oder?
  9. #9

    Also da es in Paris hier und da "assiette kebap" für 7 bis 10 Euro gibt, habe ich in Frankreich noch nie teuer gegessen ... ;-)