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Frankreichs Wahl und der Euro: Merkel muss Hollande ein Bonbon geben

Es wird einsam um Angela Merkel. Mit Nicolas Sarkozy könnte ihr am Sonntag der wichtigste Verbündete in der europäischen Spardebatte abhanden kommen. Die Bundesregierung muss jetzt François Hollande entgegen kommen - und zugleich die letzten roten Linien in der Eurokrise verteidigen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...831123,00.html
  1. #70

    Zitat von optimist2020 Beitrag anzeigen
    Das kann aber doch nicht wirklich ihr Ernst sein. Die Bankenkrise und die Gründe, die zu ihr geführt haben, kann man durchaus und vielfach auch zu Recht kritisieren. Sie aber als Ursache für die Schuldenkrise der Staaten anzuführen, die seit Jahrzehnten diese absurde Politik des über die eigene Leistungsfähigkeit-"Lebens" vollziehen, ist nicht mal mehr ein Mythos, sondern wirklich abwegig und für eine sachliche Diskussion schädlich.
    Ich sehe beim besten Willen keine "Lohndrückerei" in Deutschland. Die löhne fallen halt nicht vom Himmel, sondern müssen im Wettbewerb erwirtschaftet werden. Nur durch angemessene Lohnstückkosten konnte sich das kleine Deutschland im internationalen Wettbewerb behaupten. Wenn die Reallöhne allerdings nicht angemessen gestiegen sind, dann hat das hauptsächlich seine Ursache in einem sozialistischen Staatsverständnis, das die Kalte Progression hinnimmt und immer mehr Abgaben fordert. Im übrigen liegt nach meiner Wahrnehmung die Binnenwirtschaft in Deutschland keineswegs am Boden. Die Deutschen konsumieren doch wie wild, fahren trotz hoher Spritpreise in den Osterstau und bleiben Urlaubsweltmeister ! Das sei allen gegönnt, um hier nicht mißverstanden zu werden, dann aber sollte man nicht pauschal die Lage so zeichnen, wie sie eben nicht ist...
  2. #71

    Teil 2 folgt

    Zitat von Ein Daniel Beitrag anzeigen
    a) Zufällig befinden wir uns ja gerade in einer Krise.

    b) Hollande würde also, wenn dem nicht so wäre, Sparmaßnahmen und Reformen ankündigen?

    c) Rente mit 60, Steuererhöhungen und staatliche Interventionen, Umverteilung.

    d) Stopp des Beamtenabbaus, massiver Ausbau des staatlichen Wohnungsbaus,

    e) massive Streichung von Steuervorteilen

    f) Das dies nicht alles unproblematisch ist, was Frankreich und seine Bonitä
    a) Nein eben nicht zufällig. Siehe dazu Eingeständnis vom Eurogruppenchef Juncker, demnach es im Falle Griechenlands falsch war NUR auf das Mittel der Sanierung gesetzt zu haben.

    b) Warum nicht? Wer sagt Ihnen, dass ein Politiker welcher in Zeiten einer Rezession nachfragepolitische Mittel fordert, GENERELL Sparmaßnahmen ablehnt??? Auch Sie scheinen Hollande nicht richtig verstanden zu haben, denn er spricht von einer Ausgabenpolitik in Zeiten einer Rezession, und wie Sie richtig erkannt haben, befinden wir uns gerade in der Phase einer Rezession.

    c) Richtig. Die Rente mit 60 wir vor allem vor dem Hintergrund gefordert, dass sich das ARBEITSVOLUMEN reduziert hat und sich noch weiter reduzieren wird, dieses vor allem vor dem Hintergrund des technischen Fortschritts. Eine Rente mit 67 führt zur einer Erhöhung des Arbeitsangebotes bei wie erwähnt einem tendenziellen Rückgang des Arbeitsvolumens. Das Ergebnis tendenzielle Zunahme der Arbeitslosigkeit.

    d) Dieses sind Maßnahmen welche in der Lage sind Einkommen im Lande zu generieren und Wohnraum bezahlbar zu machen. Das heißt mehr Einkommen im Frankreich und ergo mehr Nachfrage nach deutschen Ausrüstungsgütern. Was den Beamtenabbau angeht auch diese stellen Einkommen dar, natürlich darf der Beamtenapparat nicht überfrachtet werden. Nur was hatte der Stellenabbau im öffnetlichen Sektor für Deutschland zur folge? Arbeitslosigkeit.

    e) Es ist ein Faktum, dass jene Länder welche die Spitzensteuersätze heruntergefahren haben Schulden angehäuft haben. Das ist nicht verwunderlich, da das Ersparte eben nicht wie propagiert der Wirtschaft zugeflossen ist, sondern gehortet worden ist.

    Das hat dazu geführt, dass die Ausfälle bei den Spitzenverdienern nicht durch Mehreinnahmen durch die Wirtschaft kompensiert worden sind. Das allerbeste Beispiel dafür stellt Deutschland dar. Schauen Sie sich den zeitlichen Zusammenhang von der Senkung der Steuern und Zunahme der Staatsschulden an.

    f) Gut dass Sie die Bonität ansprechen. Wir sprechen von jenen Rating-Agenturen welche im Jahre 2008 die Weltwirtschaftskrise mitzuverantworten haben und im Gegensatz zu der Bevölkerung Griechenlands oder Spaniens nie in finanzielle Rechenschaft gezogen worden sind. Es sind die selben Rating-Agenturen welche sogar gegen Österreich einen Versuch unternommen haben, deren Kreditwürdigkeit abzustufen und dieses sogar dem Markt als starker Tobak vorkam.

    Welchen Nutzen hat eine Ökonomie, wenn diese von nicht ganz seriösen und schon gar nicht NEUTRALEN und von jeglichen Spekulationsgedanken frei, von Agenturen irgendwelche Noten bescheinigt bekommt, wenn die Wirtschaft am Boden liegt?

    Europa braucht Wachstum, weil eben nur Wachstum Schulden und Arbeitslosigkeit beseitigen kann, dann ist die Bonität einer Wirtschaft gesichert, da bedarf es keiner Noten.

    Mag ja nützlich sein, dass es Ratings gibt, diese sollten aber etwa wie die deutsche Schufa-Auskunft neutral sein und eben nicht von spekulativen Motiven geleitet werden.
  3. #72

    Teil drei folgt

    Zitat von Ein Daniel Beitrag anzeigen

    a) und staatliche Interventionen

    b) Unfair ist dieser, wenn in den exportierenden Ländern nicht die gleichen Sozial- und Umweltstandards wie in Frankreich herrschen).

    c) Hollande forderte Eurobonds

    d) und Inflation.

    e) Es ist zumindest Faktum, so Griechenland und Italien, dass gerade der mangelnde Willen, Steuern einzutreiben und Gelder sinnvoll zu verwenden, zur Krise geführt haben.
    a) Ihnen ist aber schon klar, dass Ivestitionen in der Regel nicht ausschließlich der Ausgaben folgen, sondern diese das Ziel des Wachtums zum Inhalt haben?

    b) Also s....auf alle Sozialstandards und Anpassung auf das chinesische oder indische Niveau? Verstehe ich Sie (hoffentlich nicht) richtig?

    c) Hollande fordert Eurobonds mit Hatungsbeschränkung. Die stärkeren Euroländer müssen sowieso derzeit für die schwächeren Länder haften. Der Effekt ist, dass die schwächeren Länder Gelder zu moderaten Zinsen aufnehmen können und eben nicht die stärkeren Länder um Finanzspritzen bitten müssen. Dabei sinkt die Haftungsbeschränkung je unsolider die Staaten wirtschaften. Heißt: würde Griechenland weiterhin unsolide wirtschaften, gibt es auch keine Bonds.

    d) Auch hier scheinen Sie nicht richtig zu verstehen, was Hollande meint. Hollande fordert keine Hyperinflation a la Weimarer Republik sondern hinsichtlich der von EZB gesetzten 3% eine KURZFRISTIGE Flexibilität. Im übrigen können Ökonomien durchaus um die 3% Marke schwanken, das allerbeste Beispiel stellen die USA dar, dessen Werte monatsweise sogar die 6% Marke erreichen und die zum Jahresende wieder abgefangen werden konnten, etwa weil sich das Produktionspotenzial der Nachfrage anpassen konnte, oder die Zinsen erhäht worden sind.

    Vor allem (Sie sind wahrscheinlich kein Ökonom) ensteht eine Infaltion in Knappheitsverhältnissen, also wenn die Kapazitäten steigen. Wie Sie richtig bemerkt haben, befinden wir uns gerade in einer Phase der Rezession, also dem Stadium unausgelasteter Kapazitäten.

    e) Auch hier scheinen Sie nicht ganz auf dem laufenden zu sein. Hollande fordert keine "griechischen oder italienischen Verhältnisse", sondern -das habe ich bereits dargestellt, in Phasen einer Rezession nachfragepolitische Mittel, im Übrigen auch der Nichtsozialist ud deutsche Peter Bofinger, angehöriger des Sachverständigenrates, der sogenannten "fünf Wirtschaftsweisen".

    Noch mal: Deutschland ist GERADE aufgrund NACHFRAGEPOLITISCHER Mittel, ABWRACKPRÄMIE UND KURZARBEITERGELD der Weltwirtschaftskrise im Vergleich zum Rest der Welt am besten rausgekommen. Auch hier gab es keine inflationäre Tendenzen, oder den Einzug von "griechischen oder italienischen Verhältnissen".
  4. #73

    Teil drei

    Zitat von Ein Daniel Beitrag anzeigen

    a) Auch Hollande sieht das sicher ähnlich: weniger reformieren und sparen, mehr "soziale Wohltaten",

    b) Laut der anderen Regierungen in Europa, jetzt bald auch Frankreich, nimmt aber Deutschland immer noch genügend Steuern ein für großzügige Transfers,

    c) Hat dieser eigentlich schon angekündigt, den Mindestlohn zu erhöhen? Ich weiß zumindest, dass er diesen verhandeln will...
    a) Eine Reform sollte jedenfalls ökonomisch sinnvoll sein. Hier kommt die Agenda 2010 gut ins Spiel. Denn was haben die Sozialkürzungen unter dem Strich gebracht? Kurzfristige Einsparungen im öffentlichen Sektor, langfristig aber mehr Schulden, weil die Binnennachfrage signifikant geschwächt worden ist.

    b) Ja. Nur warum? Weil Deutschland von der Auftragslage in China profitiert. Vom Binnenmarkt her, ist es zu einem Rückgang gekommen. Ist Ihnen bewusst, dass wenn Deutschland die selben Steuersätze wie vor gut 20 Jahren hätte, etliche Milliarden mehr zur Verfügung hätte?

    c) Wenn dieser sich in einem ökonomisch vernünftigen Rahmen befindet, warum nicht? Selbst die Partei, welche ansonsten in stalinistischer Manier gegen jede Einführung des Mindestlohnnes gewettet hat, die CDU erkennt die ökonomische Sinnhaftigkeit der Mindestlöhne mittlerweile an. Sie hat erkannt, dass Niedriglöhne letzlich einer Volkswirtschaft ökonomisch schaden.
  5. #74

    ???

    Zitat von optimist2020 Beitrag anzeigen
    a) Aber gerade das zeigt doch, dass es eben nicht funktioniert Kurzarbeitergeld sehe ich weniger als deficit spending sondern

    b) Wohingegen ich es kaum glauben kann, dass Sie die Abwrackprämie als Erfolg für deficit spending anführen.

    c) Diese zeigt außerdem noch ein zweiter Punkt - über deficit spending entscheidet der Staat und der ist doch bekanntlich der schlechteste Entscheider in wirtschaftlichen Fragen...


    d) Sie betonen dass die Staaten nur besser koordinieren (..)nämlich mehrere Volkswirtschaften gleichzeitig koordinieren ? Ich will jetzt nicht polemisch werden, aber das haben die Länder östlich des Eisernen Vorhangs 40 Jahre lang bewiesen,


    e) Wachstum ja, aber eben nicht durch deficit spending

    f) sondern das Aufbrechen wachstumshemmender Strukturen.

    g) Wachstum durch den staatliche Ausgaben ist ein Strohfeuer,


    h) "Die Reichen" wurden in den vergangenen Jahren unter Schröder in der Tat erstmals entlastet.

    i) Dass Sie daraus gleich wieder den Schluss ziehen, dass deswegen der Schuldenabbauf vernachlässigt wurde, ist einseitig.
    a) Das Kurzarbeitergeld wurde durchaus durch Schulden finanziert, insofern handelt es sich um schuldenfinazierte Ausgaben des Staates. Nichts anderes stellt der Aspekt des deficit spending dar. Dieses bedeutet eine Steigerung der staatlichen Ausgaben über die zu erwartenden Einnahmen. Unterschiede gibt es dahingehend, dass diese kurzfristig oder langfristig, sprich mit Erhöhung der Steuereinnahmen erfolgen.

    Da hat man nicht irgendein Tresor aufgemacht und den Koffer mit dem Inhalt des Kurzarbeitergeldes rausgeholt.

    Was den Erfolg betrifft; dieser ist doch zu sehen und belegbar. Da ist mir nicht ganz klar was Sie meinen.

    b) Siehe Punkt a. Darf ich fragen, was Sie unter deficit spending verstehen?

    c) Bekanntlich? Per Definition? Verstehe ich nicht. Die antizyklische Fiskalpolitik in der Bundesrepublik war doch in den 1960er Jahren durchaus erfolgreich. Was Frankreich betrifft; es war gerade der Staat der im Hochtechnologiesektor sehr erfolgreich war. Sie kennen sicherlich den Trains Grand Vitess, kurz TGV. Ebenso im Ausbau der Telekommunikation. Siehe vor allem Deutschland, den Ausbau des Agrarstaates Bayerns zu einem Hochtechnologiestandort. Alles vom "bösen Staat" organisiert. Siehe auch Punkt a.

    d) Nein von Polemik kann nicht die Rede sein. Nur, dass Sie eine koordinierte Ausgabenpolitik (also Geld-, Fiskal- und Lohnpolitik) -und davon reden wir, Sie mit dem kommunistischen Ostblock gleichsetzen.

    e) Warum nicht? Können Sie dieses ökonomisch begründen? Die Erfolge sind doch nachweisbar, gerade aktuell zur Weltwirtschaftskrise 2008.

    f) Also ist der Staat der Bremser einer jeden Ökonomie??? Oder meinen Sie was anderes?

    g) Echt? Welches "Strohfeuer" hat nach 1967 oder 2008 eingesetzt?

    h) Schon unter Helmut Kohl.

    i) Bitte um Richtigkeit. Ich ziehe nicht den Schluss, dass die Moral hinschtllich des Schuldenabbaus nachgelassen hat, sondern dass dem Staat weniger Einnanhmen zugeflossen sind und genau dieses ist belegt. Also wenn Sie mich schon zitieren, dann bitte Richtig.
  6. #75

    Die Schweizer Exportwirtschaft überlebt auch

    Zitat von böseronkel Beitrag anzeigen
    Der hochintelligente Plan B würde die deutsche Währung so stark aufwerten, dass die Exportüberschüsse schlagartig verschwinden und das bei durch Lohndrückerei am Boden liegender Binnenwirtschaft.
    Und stärker als die 30% wie der Schweizer Franken würde höchstwahrscheinlich auch eine neue DM nicht steigen. Klar gäbe es grosse Probleme, aber die klingen wieder ab.
    Letztes Jahr haben die schweizer Exporteure noch den Teufel an die Wand gemalt, jetzt fluchen sie noch partiell. Denn das Hauptproblem ist eher der schwache Euroabsatzmarkt als der starke Franken.
  7. #76

    Nachtrag...

    Zitat von celino Beitrag anzeigen
    ...
    Diese umso mehr, als auch die östlichen Nachbarn Deutschlands bei einer allzu herzlichen Umarmung durch Deutschlands eher Angst vor dem Ersticken haben. Hier hat die "überzeugte Transatlantikerin" Merkel noch in ihrer ersten Amtszeit und vor Ausbruch der Eurokrise sträfliche Unterlassungssünden begangen. Schröder hatte diese Entwicklungen im Blick. Man muss nicht in seinen Lobgesgang vom "lupenreinen Demokraten" einstimmen, um zu erkennen, dass er politisch-strategisch in die richtige Richtung geschaut hat - gen Osten also.

    Merkel fehlen nun im Poker um die weitere wirtschaftspolitische Gangart in der Eurozone glaubhafte Alternativen, wonach ein Rückzug Deutschlands aus der Euro-Verantwortung zwar sehr schmerzhaft, aber verkraftbar sei und vor allem Deutschland nicht "isoliert" zurücklasse. Also sitzt Merkel mit Herrn Hollande auf dem Euro-Rennpferd, aber letzterer wird die Zügel wieder in die Hand bekommen. Ein guter jockey hätte beizeiten für ein Reservepferd gesorgt.
    Und zuletzt; wie unintelligent müssen Politik&Medien in Deutschland sein um nicht zu erkennen daß sie mit dieser Kampagne für eine straffällige ukrainische Expolitikerin erstens die Regierung in der Ukraine selbst stärken und des weiteren sie weiter in die Arme Rußlands treiben. Die vormalige westliche Politik Rußland 'einzukreisen' ist im wesentlichen gescheitert. Die Ukraine ist im besten Fall 'neutral', Georgien weis wo der Hammer hängt, in den zentralasiat. Staaten mischt Rußland kräftig mit. Nabucco wird als Projekt ständig kleiner, kürzer, politisch unsicherer und teurer. Man kommt an den Russen nicht mehr vorbei. Die UNSR Veto-, Rohstoff- und Nuklearmacht ist zurück. Infolge der €Krise hat der Westen, EU und der Euro viel an Anziehungskraft eingebüßt. Siehe auch Türkei, die weis daß sie an einem neuralgischen Punkt sitzt. In Deutschland wird eine dümmliche, oberlehrerhafte Debatte geführt. Renault-Nissan-Avtovaz machen es besser & weitsichtiger.
    Merkel wäre eigentlich von ihrer Biographie her geeignet um sich mit dem Osten(von Polen, Baltische Staaten bis Rußland) an einem Tisch zu setzen. Das macht sie aber nicht. In Zukunft glaubwürdig kann das nur mehr ein neuer Kanzler in die Wege leiten; meine These...
  8. #77

    Naivitäten!

    Zitat von glücklicher südtiroler Beitrag anzeigen
    Und zuletzt; wie unintelligent müssen Politik&Medien in Deutschland sein um nicht zu erkennen daß sie mit dieser Kampagne für eine straffällige ukrainische Expolitikerin erstens die Regierung in der Ukraine selbst stärken und des weiteren sie weiter in die Arme Rußlands treiben. Die vormalige westliche Politik Rußland 'einzukreisen' ist im wesentlichen gescheitert. Die Ukraine ist im besten Fall 'neutral', Georgien weis wo der Hammer hängt, in den zentralasiat. Staaten mischt Rußland kräftig mit. Nabucco wird als Projekt ständig kleiner, kürzer, politisch unsicherer und teurer. Man kommt an den Russen nicht mehr vorbei. Die UNSR Veto-, Rohstoff- und Nuklearmacht ist zurück. Infolge der €Krise hat der Westen, EU und der Euro viel an Anziehungskraft eingebüßt. Siehe auch Türkei, die weis daß sie an einem neuralgischen Punkt sitzt. In Deutschland wird eine dümmliche, oberlehrerhafte Debatte geführt. Renault-Nissan-Avtovaz machen es besser & weitsichtiger.
    Merkel wäre eigentlich von ihrer Biographie her geeignet um sich mit dem Osten(von Polen, Baltische Staaten bis Rußland) an einem Tisch zu setzen. Das macht sie aber nicht. In Zukunft glaubwürdig kann das nur mehr ein neuer Kanzler in die Wege leiten; meine These...
    Frau Merkel ist eine Gefangene ihrer eigenen Biographie. Ihr Freiheitsbegriff beschränkt sich auf die Abwesenheit von Sozialismus. Von Herrn Gauck unterscheidet sich damit lediglich durch einige Verhaltensanpassungen zum Zweck der Machterhaltung.

    Hinter der vordergründigen Attitüde einer kompetenten Realpolitikerin steckt jede Menge ideologischer Verblendung. Es war/ist ein sträfliches Versäumnis, die Wirtschafts-/Handelsbeziehungen Deutschlands nicht besser für die politische Verbindungen nutzbar gemacht zu haben. Stattdessen stümpert sie in China herum, fordert öffentlichkeitswirksame Treffen mit Dissidenten, muss sich von den Gastgebern vorführen lassen und stößt jetzt mit ihren Anrennen gegen die ukrainische Regierung ausgerechnet Polen vor den Kopf, das ich für einen der wichtigsten zukünftigen Partner Deutschlands in der EU halte.

    Da hat selbst der geprügelte Außenminister Westerwelle offensichtlich mehr Weitblick:

    So wie die Westintegration oder die neue Ostpolitik einschneidende Zäsuren in der deutschen Außenpolitik waren, so werden in diesem Jahrzehnt die politischen Gewichte neu sortiert. Alte Partnerschaften müssen wir weiter pflegen, wir müssen aber auch zur Kenntnis nehmen, dass es neue politische und wirtschaftliche Gewichte gibt. ... der Westen wird sich daran gewöhnen müssen, dass er nicht mehr allein den Taktstock in Händen hält. Wir sollten hier rechtzeitig einsteigen. ... Es geht ..darum, Wirtschaft und Politik zu vernetzen.
    Trotz seiner sonstigen unsäglichen Auftritte: hier hat er die Herausforderungen richtig benannt - und Frau Merkel lässt sich in den USA mit glücklichem Lächeln die Freiheitsmedaille umhängen. Ich hoffe, die Dame geht bald in den unverdienten Ruhestand.
  9. #78

    EZB Maßnahmen und die 3 Eurobond-Varianten

    Zitat von Thomas Weber Beitrag anzeigen
    #30 gestern, 13:20 Uhr "Ob man das Wachstumspakt, Eurobonds oder Lastenausgleich, Vermögensbremse oder Fiskalpakt nennt, ist zweitrangig, ..." [/url]
    Das Risiko durch die bisherigen Maßnahmen der EZB, und das Target System) ist immerhin begrenzt, in Gegensatz zu Eurobonds. Die EU Kommission hat 3 Varianten von Eurobonds ins Spiel gebracht:
    ....
    1. Eine Variante, die Deutschland schon schwer belastet, aber noch erlaubt die "Reissleine zu ziehen" weil die Schadenssumme begrenzt ist.
    Diese Variante wird globale Geldgeber nicht dazu bringen, den GIPS Ländern gegen geringe Zinsen reichlich neues Geld zu leihen, eben weil die Rückzahlung/Zinszahlung dabei noch nicht genug auf die soliden Länder, D, LUX, FIN, A, ... verlagert ist. Bringt m.E. also nichts.
    ....
    2. Eine Variante, die noch mehr Risiko für Deutschland und die anderen bedingt, und dadurch vielleicht einen gewissen Effekt auf neue Zinsen für Anleihen der GIPS Länder haben könnte. Bringt aber wenig.
    ....
    3. Die vollen, eigentlichen Eurobonds, bei denen die GIPS Länder Schulden als Eurobonds aufnehmen können, für die alle EZ Länder haften, wobei durch Ablösung von Altschulden durch Eurobond-Neuanleihen dann alle EZ Länder für "alles" haften, wobei aber mangels Zahlungsfähigkeit der GIPS (und weiterer durch Eurobondschulden, das süße Gift, ruinierter EZ-Staaten) letztlich 1 bis 3 verbleibende kreditwürdigen Ländern die Zahlungen übernehmen werden müssen; diese werden dadurch ebenfalls ins Verderben stürzen.
  10. #79

    Osten...

    Zitat von celino Beitrag anzeigen
    Frau Merkel ist eine Gefangene ihrer eigenen Biographie. Ihr Freiheitsbegriff beschränkt sich auf die Abwesenheit von Sozialismus. Von Herrn Gauck unterscheidet sich damit lediglich durch einige Verhaltensanpassungen zum Zweck der Machterhaltung.

    Hinter der vordergründigen Attitüde einer kompetenten Realpolitikerin steckt jede Menge ideologischer Verblendung. Es war/ist ein sträfliches Versäumnis, die Wirtschafts-/Handelsbeziehungen Deutschlands nicht besser für die politische Verbindungen nutzbar gemacht zu haben. Stattdessen stümpert sie in China herum, fordert öffentlichkeitswirksame Treffen mit Dissidenten, muss sich von den Gastgebern vorführen lassen und stößt jetzt mit ihren Anrennen gegen die ukrainische Regierung ausgerechnet Polen vor den Kopf, das ich für einen der wichtigsten zukünftigen Partner Deutschlands in der EU halte.

    Da hat selbst der geprügelte Außenminister Westerwelle offensichtlich mehr Weitblick...
    Erstaunlicherweise ist der Nachtrag durchgekommen; die erste Antwort an Sie wurde aus unerfindlichen Gründen(war wirklich nichts anstößiges darunter) 'geköpft'.
    Stimme Ihnen zu; Deutschland sollte sich nach allen Richtungen öffnen. Das bunte Deutschland hat an seiner Spitze zwei Gestalten bekommen, die obwohl sie unterschiedliche Biographien(im Verhältnis zur DDR) aufweisen, in ihrer Abneigung gegen den Osten gleicher nicht sein könnten. Im Osten wird jedes Haar in der Suppe gesucht, während auf der anderen Seite Zuvieles zu unkritisch gesehen wird. Das Verhältnis zu Polen wurde auf das nachbarliche Mindestverhältnis gekürzt, das zu Rußland wurde ebenfalls eingefroren. Wenn es Deutschland nicht tut treten halt andere an die Stelle Berlins...
    Automobilindustrie: Renault-Nissan übernimmt Russlands Lada - Wirtschaft - FAZ
    Erstaunlicherweise hat selbst der Flugzeugabsturz in Smolensk dem polnisch-russischen Tauwetter nicht fundamental geschadet. Deutschlands Urangst vor Isolierung(eine geschichtliche Konsequenz der verlorenen Mehrfrontenkriege) versucht man mit einer alleinigen Fixierung auf Europa zu begegnen. Dabei verliert man das sich langsam ändernde Weltwetter mit Bildung mehrerer wirtschaftlich-politischen Blöcke vollkommen aus aus dem Blickpunkt. Die Schritte sind vorgezeichnet; man möge dazu nur den ESM Vertrag lesen. Im Osten hat die deutsche Außenpolitik viele potentielle Freunde verprellt. Man muß sich nicht 'lupenreinen Demokraten' anbiedern wie es damals Schröder tat. Aber manchmal wäre etwas mehr Schweigen und Fingerspitzengefühl Gold wert gewesen. Die Franzosen haben diese Probleme nicht. Infolge seiner wankelmütigen Politik das einmal Bashing gegen europäische Staaten und andermal gegen östliche, orthodoxe Länder vorsieht, riskiert D sich mehr isolieren den je...
    Im Gegensatz zu D haben die Nachbarn sehr genaue Vorstellungen zu Europa und ihren eigenen Interessen. Der Taktstock; so wie es aussieht wird Hollande der nächste Präsident; wird nach Paris zurückkehren...

    Schian Gruaß...

    PS:
    Siehe auch...
    Kursminus in New York: Schwacher US-Jobmarkt beunruhigt Börsianer








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