Frankreich: Sarkozy will Finanztransaktionssteuer einführen

Die Maßnahme ist innerhalb der EU heftig umstritten. Einen Tag vor dem nächsten Euro-Krisengipfel prescht Frankreichs Präsident Sarkozy vor: Bei einer Wahlkampfrede kündigte er eine Finanztransaktionssteuer von 0,1 Prozent an. Das ist nicht die einzige Reform für das gebeutelte Land.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...812119,00.html
  1. #1

    Transaktionssteuer JA , unbedingt !

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Maßnahme ist innerhalb der EU heftig umstritten. Einen Tag vor dem nächsten Euro-Krisengipfel prescht Frankreichs Präsident Sarkozy vor: Bei einer Wahlkampfrede kündigte er eine Finanztransaktionssteuer von 0,1 Prozent an. Das ist nicht die einzige Reform für das gebeutelte Land.

    Frankreich: Sarkozy will Finanztransaktionssteuer einführen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    ..aber zugleich das SGB I-XII , made in Germany kopieren zu wollen
    wird zu Unruhen führen . Die Franzosen sind nicht so leidensfähig wie der Michel .
    Dennoch wird die Hartzreform aus Germany mit sicherheit allen EU-Staaten versucht zu diktieren !
    Deutsche Arbeitnehmer machen den Billigheimer allen voran .
    Ich schäme mich dafür!
    Mal gespannt, ob Fr. Merkel in Sachen Transaktionssteuer den Schulterschluss wagt, da bekäme sie aber Ärger mit Ackermann
    und Co !
  2. #2

    Wahlkampf

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Maßnahme ist innerhalb der EU heftig umstritten. Einen Tag vor dem nächsten Euro-Krisengipfel prescht Frankreichs Präsident Sarkozy vor: Bei einer Wahlkampfrede kündigte er eine Finanztransaktionssteuer von 0,1 Prozent an. Das ist nicht die einzige Reform für das gebeutelte Land.

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    Sarkozy hat den Vorteil, handeln zu können, die deutsche Bundeskanzlerin hat die FDP im Boot, die sich an die letzten Reste alter Ideologie klammert. Daß die Opposition und die Gewerkschaften in Frankreich gegen die Pläne Sarkozys wettern ist das Übliche. Cameron will nicht die 'europäischen' Finanzplätze schützen, sondern den Börsenplatz London. Auch seine Haltung ist klar. Angela Merkel sagt nicht was sie denkt, wenn sie überhaupt denkt. Erst lehnt sie eine Aufstockung des Schutzchirms strickt ab, dann läßt sie aus ihrer Umgebung ein 'vorerst' in Umlauf bringen, usw. Das kann auch mal ganz gründlich in die Hosen (bildlich gesprochen) gehen. Warten wir einmalab, warum auch der jetzige Gipfel der Staatslenker wieder ein großer Erfolg werden wird, egal wa dabei herausgekommen ist.
  3. #3

    Wo er Recht hat, hat er Recht !

    Obwohl ich kein Sarkozy-Fan bin und ihn auch demnächst nicht wählen werde, finde ich die Finanztransaktionssteuer unbedingt erforderlich. Jeder Steuerzahler muss für die Krise bluten. Nun müssen die Bank
    & Spekulanten, die uns in diese Krise geritten haben, auch einen kleinen Teil beitragen. Zu dumm nur, dass Sarkozy es war, der diese Steuer kurz nach Amtsantritt abgeschafft hat...Wenigstens da hat er offenbar dazugelernt !
  4. #4

    Wie bitte?

    Äh, eine Schwächung der Finanzzentren ist doch genau der Witz an der Sache, was ist daran jetzt schwer zu verstehen?
  5. #5

    Ablenkungsmanöver

    Die Politiker sollten sich besser Gedanken um die Bewältigung der eigentlichen Probleme machen, als eine Steuer einzuführen die nur die Sparer und mittelständischen Unternehmen belastet. Großkonzerne und Banken werden ihre Transaktionen ins Ausland verlagern, also trifft es wieder nur den kleineren Firmen und Privatleute. Dümmer geht es wirklich nicht. Und was die erhofften Steuermehreinnahmen betrifft: das Gegenteil wird der Fall sein, da das "Kleinvieh" (also der Kleinunternehmer, der nicht nach Singapur auswandern und sich somit der Steuer entziehen kann) nicht annähernd den Steueranteil kompensiert, der durch die Verlagerung der Transaktionen der Großkonzerne in Europa wegbrechen wird. Aber so ist es eben, wenn Politiker und keine Experten regieren.
  6. #6

    Effekte der FTS auf Kleinanleger

    Die Politik behauptet ja gerne, die Finanzttransaktionssteuer würde einen Klein- oder Privatanleger nicht bzw. kaum treffen. Leider ist das definitiv falsch.
    Sogar einen braven Fondssparer kostet die FTS - auch bei dem angedachten, scheinbar "winzigen" Satz von 0,1% - eine Menge Geld. Freilich ist das nicht auf den ersten Blick ersichtlich, weil die Effekte der FTS weit über die Steuer beim An- und Verkauf der Fondsanteile hinausgehen:

    1. Es ist auch jeder An- und Verkauf von Wertpapieren INNERHALB des Fonds zu versteuern. Hält ein Fonds Wertpapiere im Schnitt z.B. ein Jahr (=Portfolio Turnover Ratio von 1, was unter dem Durchschnitt liegt, die meisten Fonds agieren sogar schneller), so sinkt dadurch die Rendite des Fonds p.a. alleine schon um 0,2%.

    2. Fonds sind aufgrund ihrer Grösse i.d.R. Liquiditätsnehmer, d.h. sie bezahlen bei Ankäufen am Markt den Briefkurs, und bekommen bei Verkäufen den Geldkurs. Durch die FTS wird sich die Geld-Brief-Spanne aber weiten, weil unter den verbleibenden Marketmakern dann geringere Konkurrenz herrscht. Deshalb werden diese ohne Probleme mindestens(!) ihren FTS-Anteil so abwälzen können. Weitere 0,2% Minderrendite.
    3. Demgegenüber ist die FTS, die der Anleger direkt beim An- und später beim Verkauf der Fondsanteile bezahlt, absolut vernachlässigbar. Ich werde sie im folgenden Beispiel auch nicht berücksichtigen.
    Was bedeutet das nun konkret?
    Ohne FTS:
    6% Fondsrendite
    100 EUR mtl. Einzahlung
    40 Jahre Ansparzeit
    -----------------------------------
    = 191.696,35 EUR Endwert

    Mit FTS:
    5,6% Fondsrendite
    100 EUR mtl. Einzahlung
    40 Jahre Ansparzeit
    ------------------------------------
    = 173.100,52 EUR Endwert

    Das ergibt also einen Minderbetrag von
    191.696,35 EUR - 173.100,52 EUR = 18,595,83 EUR.
    (Zum Prüfen: Fondsrechner zum Fondssparen)
    18.595,83 EUR. Das ist schon eine ganz schöne Summe. Prozentual auf den Endwert umgelegt, entspricht das übrigens 9,7%.
    Ja, aus der angeblich so lächerlichen und winzigen Steuer von 0,1% werden innerhalb von 40 Jahren und durch die diversen Effekte der FTS insgesamt rund 10%, die der Fondssparer am Ende weniger an Geld hat.

    Ähnliches gilt natürlich z.B. auch für eine kapitalgedeckte Rente. Rund 10% weniger Anlagekapital am Ende von 40 Jahren. Was schliesslich auch eine 10% geringere Rentenauszahlung bedeutet. Das ist schon ein ziemlicher Hammer.

    Zum Glück kann die Politik darauf setzen, daß die allermeisten Leute zu bequem sind, sich das mal in Ruhe durchzurechnen bzw. diese die Effekte der FTS aus dem Stegreif heraus nicht vollständig überblicken.
    Und deswegen funktioniert das Gerede von der angeblich "winzigen Steuer", welche der Normalbürger nicht merken würde, auch so gut.
    Diejenigen, die es dagegen angeblich aus Gerechtigkeitsgründen treffen soll, die Banken und "Spekulanten", wird es nicht treffen; auch die Besteuerung nach Ansässigkeit kann das nicht verhindern, im Gegenteil. Denn dann wird einfach der Unternehmenssitz verlegt, bzw. eine Offshoregesellschaft gegruendet. In diesem Fall wird nicht nur keine FTS entrichtet, nein, dem Staat entgehen damit auch bisher entrichtete Kapitalertrags- Unternehmens- und Einkommenssteuern.