DPAUnter heftigem Protest der Türkei verabschiedete Frankreich ein Gesetz, das die Leugnung des Völkermords an den Armeniern unter Strafe stellt. Dieses verstößt nach Ansicht des höchsten Gerichts des Landes gegen die Meinungsfreiheit - und tritt deswegen nicht in Kraft.
Frankreich: Oberstes Gericht*kippt umstrittenes Völkermord-Gesetz - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
Was die Holocaustleugnung angeht bin ich juristisch kein Profi aber schon Wikipedia sagt eben diese in allen deutschsprachigen Ländern "ein spezifischer Straftatbestand", nach §130 StGB ist.
Prinzipiell sollte man sich vielleicht die Frage stellen, ob es nicht verboten sein sollte, geschichtlich zu 100% gesicherte Erkenntnisse zu verleumden oder zu verdrehen. Was das Gericht da in Frankreich passiert ist, ist zumindest peinlich.
Eins versteh ich nicht. Die türkischen Politiker behaupten immer, Sarkozy hätte dieses Gesetz gemacht, um 400.000 armenischstämmige Wähler auf seine Seite zu bekommen. Es gibt aber etwa 600.000 türischstämmige Franzosen. Nach dieser Logik müssten die ja alle Sarkozys Gegner wählen. Sarkozy würde also nicht 400.000 Stimmen gewinnen, sondern 200.000 Stimmen verlieren.
Ach so, dann darf ich Sie jetzt auch einfach beleidigen verleumden und was weiß ich nicht alles. Für mein Empfinden war es ein mutiger und richtiger Schritt. Meinungsfreiheit muss auch gewisse Grenzen haben, sonst kann es eine Verhöhnung der zahlreichen Opfer darstellen. Somit fände ich es auch richtig, wenn hier Holocaust-Leugner bestraft würden.
Nein bedeutet es nicht.
Denn der Holocaust wurde international juristisch festgestellt (Nürnberger Prozesse) und beurteilt.
Im Falle der Armenier gibt es bis dato allerdings keine Verurteilung der Türkei (als Rechtsnachfolger des osman. Reiches) durch ein internationales Tribunal.
Es gibt lediglich politische Willensbekundungen, hierzu zählen Parlamentsbeschlüsse, TV Dokumentationen etc. ---kurz nur: Meinungen!
Daher war es folgerichtig, dass der franz. Verfassungsrat das Gesetz gekippt hat.
Ein schwarzer Tag für politisch-populistische Wahlkampfmanöver, ein großer Tag für die Meinungsfreiheit und den Rechtsstaat.