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Frankfurt am Main: Gefährlicher Ehec-Erreger in Bach nachgewiesen

In einem Bach in Frankfurt am Main ist der aggressive Ehec-Keim vom Typ O104:H4 nachgewiesen worden. Auf dem Salat eines nahen Gemüsehofs hatten die Behörden am Donnerstag ebenfalls einen Ehec-Erreger festgestellt - allerdings einen weniger gefährlichen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...769126,00.html
  1. #140

    Herkunft des Enterohämorrhagischen E. coli O104:H4 ?

    Zitat von ottonormalbauer Beitrag anzeigen
    Bei einer "Restlebenszeit" der Phosphorvorräte (von denen auch die BioBauern zehren) von ca 90 Jahren stellt sich vielmehr die Frage, wie lange wir es uns leisten können selbige Nährstoffe nicht aus dem Klärschlamm zurückzugewinnen....
    Der Keim kommt aus dem menschlichen Umfeld und konnte sich verbreiten, da einfachste hygienische Maßnahmen nicht eingehalten wurden.
    So weit so gut - Wenn wir Gülle usw. wie Sondermüll einordnen so schliesst dies doch keine Verwertung aus.
    Nur Bakterien im Restwasser kann und sollte nicht sein.

    "Der Keim kommt aus dem menschlichen Umfeld und konnte sich verbreiten, da einfachste hygienische Maßnahmen nicht eingehalten wurden."
    Richtig !!! Will aber wohl keiner wissen.
    Am 1.06.2011 gab es ein Protokoll des Uniklinikums Münster.
    Link dazu: http://www.medizin-suchenundfinden.d...tail-4900.html

    Ein Kommentar eines Labores:
    "Die Zahl der Mutanten bei Bakterienstämmen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen...)

    Wer mag liest hier: "Schwunghafter Tauschhandel im Dickdarm von Florian Rötzer" Textauszug: Die Wissenschaftler von der University of Illinois haben, wie sie in "Evidence for Extensive Resistance Gene Transfer among Bacteroides spp. and among Bacteroides and Other Genera in the Human Colon" ( [1]Appl. Environ. Microbiol. 2001. 67:561-568) schreiben, angeblich erstmals diesen Tauschhandel in unseren Eingeweiden nachweisen können: "Wir haben gezeigt, dass Resistenzgene für Antibiotika", so [2]Abigail Saylers, "im menschlichen Dickdarm wandern können. Im Dickdarm ereignet sich der Genaustausch in einer erstaunlichen Größenordnung. Da geht eine Menge an bakteriellen Mauscheleien ab.
    Link zum nachlesen:
    http://www.reizmageninfo.de/html/gentransfer.html

    Aber in der Schöpfung ist auch ein Plätzchen für E. coli EHEC usw.
  2. #141

    Stadt-Land

    Klar kann ich im 5. Stock ohne Balkon kein Gemüse pflanzen, sondern muß es kaufen. Aber bei uns im Ort (2500 EW) hat die überwiegende Mehrheit einen Garten und nutzt ihn nur zum Sonnen, weil Rasen halt doch weniger Arbeit macht.
    Aber in den letzten Wochen hat sich - zumindest bei uns - wegen EHEC einiges geändert und wir wurden schon mehrmals um Rat gefragt, wie das so geht mit dem Gemüse aus dem Garten.
    Scheinbar will jetzt doch mancher seinen Salat wieder selber ziehen, und wenn es nur im Blumenkübel ist.
  3. #142

    Massentierhaltung

    Zitat von calido46 Beitrag anzeigen
    Ich habe mir mal die Mühe gemacht und alle geposteten Artikel durchgelesen. Dabei ist mir der Tenor aufgefallen: Kommt alles von der Massentierhaltung!

    Die meisten waren wahrscheinlich noch nie in einem Stall und haben sich noch nie mit einem Landwirt über seinen Betreib unterhalten, schreiben also über etwas, das sie nur aus den Medien kennen. Da werden irgendwelche Vermutungen in den Raum gestellt (Gülleausbringung an Gemüse, hohe Antibiotikagaben, falsche d.h. nicht artgerechte Fütterung mit Getreide u.ä.).

    Vielleicht sollten sich alle mal fragen, warum es überhaupt solche „Agrarfabriken“ gibt. In unserem Dorf gab es bis in die 60er Jahre noch ca. 20 Landwirte, heute gibt es 3 Aussiedlerhöfe. Warum haben die anderen wohl aufgehört? Früher konnte ein Landwirt mit 10 ha und 8 Kühen im Stall seine Familie ernähren. Und heute? Jeder möchte gerne Fleisch und Gemüse essen, Milch trinken aber keiner will dafür einen angemessenen Preis bezahlen. Die Einnahmen gehen kontinuierlich zurück, die Ausgaben aber steigen extrem (Traktoren laufen halt nicht mit Wasser!).

    Also kann nur überleben, wer mit Masse arbeitet. Dies impliziert aber z.B. Zukauf von Tieren aus anderen Ställen (Bullen – oder Schweinemast), die natürlich Keime vom Ursprungshof mitbringen (die ihnen dort auch nicht geschadet haben, da sie von klein auf daran gewöhnt waren. Ist bei kleinen Kindern im KiGa übrigens genauso). Also wird vorbeugend Antibiotika gegeben, um diese Übertragung zu verhindern.

    Bei der Rinderhaltung unterscheidet man z.B. zw. Erhaltungs – und Leistungsfutter.
    Und um hohe Milchleistungen zu erzielen ( und so das zum Lebensunterhalt benötigte Geld zu verdienen!) reichen eben die „alten“ Futtermittel wie Gras, Heu, Rüben oder geschrotetes Getreide nicht aus, da diese nur den Grund (=Erhaltungs)bedarf decken. Um höhere Leistung zu erzielen müssen also energiemäßig „höherwertige“ Futtermittel wie Extraktionsschrote, Kleie, Trockenschnitzel, Maissilage u.ä. zugefüttert werden, die ja, wenn man den gut unterrichteten Foristen glauben darf, alleine für die Vermehrung der EHEC-Keime im Rindermagen verantwortlich sind.

    Im Obstbau wurde früher nur gespritzt, wenn es einen massiven Schädlingsbefall gab. Und heute? Dafür beschwerte sich auch kein Kunde, wenn der Apfel mal nicht so schön war.
    Heute wird nur gekauft, was (Dank Wachs!) schön glänzend im Supermarktregal liegt, egal ob die Ware 1000 km durch die Weltgeschichte gekutscht wurde.
    Und viele finden auch Spargel und Erdbeeren im Dezember als völlig normal!

    Also sollten sich alle, die gerne oft und VOR ALLEM BILLIG Fleisch, Gemüse und Obst essen mal überlegen, ob sie an der ganzen negativen Entwicklung nicht eine gewisse Mitschuld trifft.

    Alles, was Sie schreiben, hat meine vollste Zustimmung.

    Allerdings sind genau die, die diese Massentierhaltung anprangern, ja hoffentlich auch die, die erstens bewusst einkaufen und zweitens eben nicht jeden Tag Fleisch essen.
    Davon gehe ich zumindest einmal aus. Und dabei gehe ich vor allem von mir selbst aus.

    Bei uns gibt es in der Woche nur einmal Fleisch. Und das ist ganz sorgfältig ausgesucht, teu(r)er und schmackhaft.
  4. #143

    fast jeder kann, wenn er will

    Zitat von calido46 Beitrag anzeigen
    Klar kann ich im 5. Stock ohne Balkon kein Gemüse pflanzen, sondern muß es kaufen. Aber bei uns im Ort (2500 EW) hat die überwiegende Mehrheit einen Garten und nutzt ihn nur zum Sonnen, weil Rasen halt doch weniger Arbeit macht.
    Aber in den letzten Wochen hat sich - zumindest bei uns - wegen EHEC einiges geändert und wir wurden schon mehrmals um Rat gefragt, wie das so geht mit dem Gemüse aus dem Garten.
    Scheinbar will jetzt doch mancher seinen Salat wieder selber ziehen, und wenn es nur im Blumenkübel ist.
    in Frankreich gibt es längst Produktionsgenossenschaften (http://www.reseaucocagne.asso.fr/) an denen sich Personen beteiligen können, die im 5. Stock wohnen und bloss über einen kleinen Balkon verfügen, sowie alle anderen, die keine Zeit und Lust haben, selbst Gemüse und Früchte zu ziehen. Meist wird etwas Mitarbeit verlangt, die keinem schaden kann, denke ich, es bleibt immer noch genügend Zeit fürs Sonnenbaden Balkon und Rasen.
    Weiter gibt es viele Höfe und Genossenschaften, von denen Sie nach einer von Ihnen gewählten Frequenz Gemüse- und Früchtepakete beziehen können: sehr empfehlenswert für Leute, die wirklich keine Zeit haben.
    Ich weiss nicht, wie die diesbezügliche Lage in DE ist, aber ich nehme an, dass solche Angebote auch bestehen.
  5. #144

    Csa

    Zitat von wintergreen Beitrag anzeigen
    in Frankreich gibt es längst Produktionsgenossenschaften [...]
    Ich weiss nicht, wie die diesbezügliche Lage in DE ist, aber ich nehme an, dass solche Angebote auch bestehen.
    Ja, solche Angebote gibt es auch in D, sowohl die Obst-/Gemüseabos, oft auch mit Eiern, Brot etc., und die sog. CSA (Community Supported Agriculture):

    http://www.solidarische-oekonomie.de...d=96&Itemid=51

    Unter der o.g. Adresse finden sich auch Adressen von CSAs.
  6. #145

    Gespannt auf Ergebnisse

    Am Erlenbach bei Frankfurt geht man jetzt wohl der Sache endlich auf den Grund, wie ein Artikel der Bad Homburger Lokalredaktion der "Frankfurter Rundschau" deutlich macht.

    Sie erreichen den Bericht über diesen Link:

    http://www.fr-online.de/rhein-main/j...r/-/index.html

    Die beiden Journalisten sind mir als akribische Rechercheure gut bekannt.

    Offenbar wird jetzt endlich am Erlenbach das gemacht, was in Bienenbüttel bisher noch nicht stattgefunden hat. Ich bin gespannt auf die Ergebnisse.
  7. #146

    Fund des aggressiven EHEC-Erregers im Erlenbach nicht überraschend

    Zitat von Geziefer Beitrag anzeigen
    Am Erlenbach bei Frankfurt geht man jetzt wohl der Sache endlich auf den Grund, wie ein Artikel der Bad Homburger Lokalredaktion der "Frankfurter Rundschau" deutlich macht.
    Das haben wir dazu:
    Für das Umweltbundesamt (UBA) ist der Fund des aggressiven EHEC-Erregers im Erlenbach nicht überraschend. „Das ist für Gewässer direkt im Anschluss zur Kläranlage nichts Ungewöhnliches“, sagte UBA-Sprecher Stephan Gabriel Haufe am Montag in Dessau.
    Kläranlagen könnten E.coli-Bakterien aus menschlichen Fäkalien nicht komplett aus Abwässern herausfiltern. Das geklärte Wasser werde durch die Einleitung in Bäche und Flüsse aber so extrem verdünnt, dass eine Ansteckung bei Beachtung üblicher Hygieneregeln sehr gering sei. Eine Verunreinigung des Trinkwassers mit dem Keim ist nach Angaben der Behörde zudem praktisch ausgeschlossen. Werden auch nur geringe Mengen an E.coli-Bakterien bei den regelmässig stattfindenden Tests gefunden, muss das Wasser beispielsweise mit Chlor desinfiziert werden. Der aggressive EHEC-Stamm O104:H4 wurde in Deutschland bislang noch nie in Trinkwasser gefunden.

    Na denn
  8. #147

    Es bleiben offene Fragen

    Zitat von Medizin-suchenundfinden Beitrag anzeigen
    (...) Das geklärte Wasser werde durch die Einleitung in Bäche und Flüsse aber so extrem verdünnt, dass eine Ansteckung bei Beachtung üblicher Hygieneregeln sehr gering sei.
    Darf man diese Information so verstehen, dass der EHEC-Stamm O104:H4 schon seit längerer Zeit im Oberflächenwasser vorhanden ist - wenn auch in geringen Mengen? Welches sind die "üblichen" Hygieneregeln, die man jetzt befolgen soll? Nicht mehr in gewissen Seen, Flüssen und Bächen baden oder nur an bestimmten Stellen? Beim Baden kein Wasser ins Verdauungssystem gelangen lassen? Wie viele Keime/L wären nötig, um an warmen und feuchten Stellen eine Festsetzung in grösseren Kolonien zu ermöglichen?, zB in Treibhäusern, Freilandkulturen, Ställen. Sie wissen sicher, dass während der Trockenperiode dieses Frühjahrs oft mit Wasser aus Bächen und Flüssen bewässert wurde - bei der Herstellung von Sprouts wird jedoch soweit ich weiss immer Trinkwasser verwendet.

    Zitat von Medizin-suchenundfinden Beitrag anzeigen
    Eine Verunreinigung des Trinkwassers mit dem Keim ist nach Angaben der Behörde zudem praktisch ausgeschlossen. Werden auch nur geringe Mengen an E.coli-Bakterien bei den regelmässig stattfindenden Tests gefunden, muss das Wasser beispielsweise mit Chlor desinfiziert werden. Der aggressive EHEC-Stamm O104:H4 wurde in Deutschland bislang noch nie in Trinkwasser gefunden.
    Na denn
    Diese Chlorierung findet an gewissen Orten - und nicht ausschliesslich in Städten - schon seit längerer Zeit statt. Man riecht es. (ich will damit NICHT sagen, dass es wegen Ehec wäre).
    Ab welcher Keimzahl muss denn chloriert werden? Wie oft wird kontrolliert? Könnte es sein, dass diese immerhin nicht kostenlosen Kontrollen im Rahmen der Privatisierung öffentlicher Wasserversorungen weniger intensiv erfolgen, ebenso die Kontrolle von Lebensmittelverarbeitenden- und Tiermastbetrieben?
  9. #148

    Trinkwasser

    Umweltbundesamt:
    Der aggressive EHEC-Stamm O104:H4 wurde in Deutschland bislang noch nie in Trinkwasser gefunden.
    http://www.aerzteblatt.de/nachrichte...hin_unklar.htm

    Kein Wunder, denn ...

    Auf Ehec-Keime hin wird das anfallende Abwasser normalerweise nicht getestet.
    http://www.fr-online.de/rhein-main/j...r/-/index.html
  10. #149

    Antwort an wintergreen und an das Forum

    Zitat von wintergreen Beitrag anzeigen
    Könnte es sein, dass diese immerhin nicht kostenlosen Kontrollen im Rahmen der Privatisierung öffentlicher Wasserversorungen weniger intensiv erfolgen, ebenso die Kontrolle von Lebensmittelverarbeitenden- und Tiermastbetrieben?
    "Für das Umweltbundesamt (UBA) ist der Fund des aggressiven EHEC-Erregers im Erlenbach nicht überraschend" Dies ist eine Stellungsnahme des UBA = Umweltbundesamtes. Nach zu lesen:
    http://www.medizin-suchenundfinden.d...tail-4928.html
    Wir halten diese Erklärung für ehrlich. Unser Kommentar war das "Na denn"
    Ihre Fragen sind berechtigt.
    "Darf man diese Information so verstehen, dass der EHEC-Stamm O104:H4 schon seit längerer Zeit im Oberflächenwasser vorhanden ist - wenn auch in geringen Mengen?" Wir die Redaktion von Medizin-suchenundfinden glauben das nicht. Aber diese Variante eines E. coli ist wahrscheinlich im Darm des Menschen entstanden / mutiert.
    (Florian Rötzer: Schwunghafter Tauschhandel im Dickdarm) Nach zu lesen http://www.reizmageninfo.de/html/gentransfer.html ) und lesenswert "Münsteraner Ergebnisse der Genomsequenzierung des EHEC-Ausbruchsstamms" & "EHEC - Der Mensch könnte die Quelle sein"
    Egal wo und wann der O104:H4 enstanden ist, er wird weiterverbreitet. Ursache kann eine Schmierinfektion sein oder auch über eine Kläranlage?!? Noch gibt es keine sichere Information wie lange der O104:H4 überleben kann und unter welchen Umständen.
    Aber eigentlich ist das alles ja ein alter Hut. Neu ist lediglich die Variante O104:H4 und mehr HUS Probleme.
    "1997 wurden in den Laboratorien der Autoren (Veröffentlichung vom Bundesinstituts für Risikobewertung - BfR) insgesamt 101 Fälle von hämolytisch-urämischem Syndrom (HUS) durch Erregerisolierung (69 Fälle) oder durch Nachweis spezifischer anti-LPS IgM-Antikörper gegen die EHEC-O-Gruppe 157 (32 Fälle) gesichert. Hinzu kommen 171 Enteritisfälle durch EHEC und 13 Isolate von Ausscheidern oder unbekannter Herkunft..."
    Was kann der Bürger tun?
    Eigentlich nur die Hygiene beachten - waschen Hände und Gemüse. Das heisst aber auch nicht dauernd und überall desinfizieren! So züchtet man nur resistente Keime. Ähnlich verhält es sich mit Antibiotika, zu oft falsch und auch noch dann zu kurz verordnet. Aber das ist ein eigenes Thema.
    Noch nachgetragen:
    Wir haben beim Bundesministerium für Gesundheit nachgefragt ob die Änderung des bis 2001 in Deutschland geltenden Bundesseuchengesetzes nicht zu überdenken sei (Stichwort "Gesundheitszeugnis") Wenn wir eine Antwort haben werden wir diese hier im SPIEGEL ONLINE Forum thematisieren.


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