Zitat von
calido46
Ich habe mir mal die Mühe gemacht und alle geposteten Artikel durchgelesen. Dabei ist mir der Tenor aufgefallen: Kommt alles von der Massentierhaltung!
Die meisten waren wahrscheinlich noch nie in einem Stall und haben sich noch nie mit einem Landwirt über seinen Betreib unterhalten, schreiben also über etwas, das sie nur aus den Medien kennen. Da werden irgendwelche Vermutungen in den Raum gestellt (Gülleausbringung an Gemüse, hohe Antibiotikagaben, falsche d.h. nicht artgerechte Fütterung mit Getreide u.ä.).
Vielleicht sollten sich alle mal fragen, warum es überhaupt solche „Agrarfabriken“ gibt. In unserem Dorf gab es bis in die 60er Jahre noch ca. 20 Landwirte, heute gibt es 3 Aussiedlerhöfe. Warum haben die anderen wohl aufgehört? Früher konnte ein Landwirt mit 10 ha und 8 Kühen im Stall seine Familie ernähren. Und heute? Jeder möchte gerne Fleisch und Gemüse essen, Milch trinken aber keiner will dafür einen angemessenen Preis bezahlen. Die Einnahmen gehen kontinuierlich zurück, die Ausgaben aber steigen extrem (Traktoren laufen halt nicht mit Wasser!).
Also kann nur überleben, wer mit Masse arbeitet. Dies impliziert aber z.B. Zukauf von Tieren aus anderen Ställen (Bullen – oder Schweinemast), die natürlich Keime vom Ursprungshof mitbringen (die ihnen dort auch nicht geschadet haben, da sie von klein auf daran gewöhnt waren. Ist bei kleinen Kindern im KiGa übrigens genauso). Also wird vorbeugend Antibiotika gegeben, um diese Übertragung zu verhindern.
Bei der Rinderhaltung unterscheidet man z.B. zw. Erhaltungs – und Leistungsfutter.
Und um hohe Milchleistungen zu erzielen ( und so das zum Lebensunterhalt benötigte Geld zu verdienen!) reichen eben die „alten“ Futtermittel wie Gras, Heu, Rüben oder geschrotetes Getreide nicht aus, da diese nur den Grund (=Erhaltungs)bedarf decken. Um höhere Leistung zu erzielen müssen also energiemäßig „höherwertige“ Futtermittel wie Extraktionsschrote, Kleie, Trockenschnitzel, Maissilage u.ä. zugefüttert werden, die ja, wenn man den gut unterrichteten Foristen glauben darf, alleine für die Vermehrung der EHEC-Keime im Rindermagen verantwortlich sind.
Im Obstbau wurde früher nur gespritzt, wenn es einen massiven Schädlingsbefall gab. Und heute? Dafür beschwerte sich auch kein Kunde, wenn der Apfel mal nicht so schön war.
Heute wird nur gekauft, was (Dank Wachs!) schön glänzend im Supermarktregal liegt, egal ob die Ware 1000 km durch die Weltgeschichte gekutscht wurde.
Und viele finden auch Spargel und Erdbeeren im Dezember als völlig normal!
Also sollten sich alle, die gerne oft und VOR ALLEM BILLIG Fleisch, Gemüse und Obst essen mal überlegen, ob sie an der ganzen negativen Entwicklung nicht eine gewisse Mitschuld trifft.