Forum


 

Fotos aus Nordkorea: Safari durch Kims Reich der Armut

Pompös lässt das Regime in Nordkorea derzeit den 100. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung feiern. Selbstbewusst übernahm der jetzige Machthaber Kim Jong Un weitere Führungsposten - und ließ sogar ausländische Fotografen ins Land.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...827116,00.html
  1. #30

    Zitat von sappelkopp Beitrag anzeigen
    Wissen Sie, ich verabscheue Schmierereien und auch Jugendkriminalität. Aber ich liebe die Freiheit und das ich jeden Tag etwas zu essen habe und morgen nach Rom und übermorgen nach Sao Paolo fliegen kann. Und ich kann sagen, dass mir die Regierung Merkel nicht gefällt. Aber es gibt eben Menschen, denen ist "Ordnung" lieber.
    Sie sagen es. Nicht zu vergessen, daß das Regime in Nordkorea anti-USA eingestellt ist. Das lieben bestimmte Leute so sehr, daß die Machthaber auch ein Drittel der Bevölkerung schreddern könnte - egal, Hauptsache gegen Amerika! Obwohl ich selbst politisch mich eher links verorte, habe ich mit gewissen "Linken" nichts gemein.
  2. #31

    Zitat von PrinzEisenerz Beitrag anzeigen
    Ach ja, 150.000 Leute werden täglich (von wie vielen Knechten ?)
    gefoltert, nun ja - das kann man ja echt nicht gut finden dürfen.
    Das sind bestimmt prozentuell mehr, als die Zahl der Strafgefangenen
    in den USA ? Nein ? Oder doch ? Also was jetzt ?
    In Nordkoreas Lagern sitzen ca. 150.000 politische Gefangene bei einer Gesamtbevölkerung von 24.051.218 Menschen. Das wäre dann eine Quote von 0,0062%.

    In den Gefängnissen der USA sitzen ca. 2.266.800 Gefangene aller Couleur (vermutlich keinerlei politische) bei einer Gesamtbevölkerung von ungefähr 313.343.000 Menschen. Somit sind wir bei einer Quote von 0,0072%.

    Wir sehen also: In den USA sind ganz unglaublich viel mehr Menschen inhaftiert als in Nordkorea (die Gründe sind uns wurscht), daher ist Nordkorea eindeutig das bessere Land.
  3. #32

    So schön harmlos ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Pompös lässt das Regime in Nordkorea derzeit den 100. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung feiern. Selbstbewusst übernahm der jetzige Machthaber Kim Jong Un weitere Führungsposten - und ließ sogar ausländische Fotografen ins Land.

    Fotos aus Nordkorea: Safari durch Kims Reich der Armut - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Und diese ausländischen Fotografen sind dann anscheinend an einer scheinbar längeren Leine auf einem vorbereiteten Parkour Gassi geführt worden.
    Denn wenn schätzungsweise 150.000 bis 200.000 Menschen in den Lagern als Sklaven unter politischen Vorwänden maximal ausgebeutet werden, völlig entrechtet sind, gefoltert und willkürlich ermordet werden - und der Rest der Bevölkerung als Quasi-Leibeigene des Regimes auch nicht wesentlich besser dran ist, sollten sich die westlichen Journalisten in der Berichterstattung über Nordkorea genau überlegen, welchen Gesamteindruck sie vermitteln.
    Auch wenn am Schluss des Artikels noch ein Verweis auf die Gulags erfolgte, so überwiegt doch durch die repräsentative Veröffentlichung der schönen Bilder der wohl beabsichtigte positive Propaganda-Effekt dieser "Öffnung für ausländische Fotografen". Bei aller Gier nach Material aus Nordkorea sollten die Journalisten zukünftig nicht mehr so ganz so naiv sein, und sich lediglich mit einer kurzen Textpassage die Absolution erteilen - gegen die übermächtige Wirkung der Bilder.
  4. #33

    Die Bildunterschriften hätte Karl Eduard von Schnitzler

    nicht besser hinbekommen. Die Fotos sind ja eine Sache, aber die Bildunterschriften sind ja an Idiologischen Brettern vorm dem Kopf nicht zu übertreffen. Karl-Eduard von Schnitzler (unter Freunden Sudelede) hätte dies sicher als Lehrstunde einer Arbeit aus Klassenmäßiger Sicht gelobt. Von Bild und Co. kennt man dies ja, aber als Spiegel Leser fühlt man sich veräppelt. Der Journalist hatte scheinbar kein Funken Motivation zu seiner Arbeit, sondern legte die Vorurteile der letzten Kneipennacht zu dem Thema dar. Schade so kommt Gras seine Kritik, der Meinungsgleichschaltung in den Medien zu noch mehr Wirkung! Im übrigem, Armut ist ja keine Schande, Dreck schon. Als Berliner schäme ich mich deshalb für die Verwahrloste und Verdreckte Hauptstadt denn doch etwas mehr.
  5. #34

    Was mich immer wieder beeindruckt, ist die Leere auf den meisten Straßenszenen. Selbst in afrikanischen Städten sieht man ein vielfaches an Fahrzeugen. Da ist ja nichtmal irgendwo ein LKW unterwegs!
  6. #35

    Hannover-Linden

    Zitat von tucku Beitrag anzeigen
    Schaut man sich in Hannover-Linden um, sieht man Brachen, herumlungernde Kinder, verfallene Häuser, Dreck und Schmutz in den Hinterhöfen. Aken in Ostdeutschland verfällt, Industrieruinen, kaputte Straßen prägen den Ort, das Gartenreich Dessau, eine Wiese aus Matsch, abblätternde Farbe, renovierungsbedürftig. Blühende Landschaften sehen anders aus. Korea ist weit weg, berichtet wird immer über andere, nicht über Deutschland. Man will es nicht sehen. Wo sind die Tatsachen, die man vergißt? Korea ist mitten im Lande, hier bei uns.
    ..gefaellt mir am besten, weil recht treffend!

    Wenn die westlichen Medien etwas so darstellen wollen, wie sie es moegen und dafuer in die technische oder kuenstlerische Trickkiste greifen, isses normal, machen das die "Despoten", isses Propaganda. Ich erinnere mich an die Parade zum Tod des vorhergehenden Staatschefs, wo sich doch unglaublich bescheuert echauffiert wurde, weil der Schnee (!) auf den Fotos etwas weisser gephotoshoppt und fuenf von knapp zweihunderttausend Soldaten, die nicht in der Formation standen, entfernt wurden. MANIPULATION! PROPAGANDA! Ich frage mich, ob es in Nordkorea auch keine Farben mehr gibt oder ob sie staatlich verboten sind, weil die Fotos der Fotostrecke doch deutlich im Farbraum beschnitten sind...gibt es dort werde Sommer noch Sonne, keinen blauen Himmel?
  7. #36

    Zitat von bode777 Beitrag anzeigen
    Also Sie glauben, wer in Deutschland Hartz4 bezieht (das sind ja immerhin Millionen Menschen), oder zur Abteilung Arbeitsvieh gehört, der ist ja wenigstens "frei", und "kann morgen schon nach Rom fliegen".
    Naja, nicht Rom, aber Madrid. Hat erst letzte Woche ein Bekannter, der im Moment H4 bezieht, gemacht. Hin- und Rückflug keine 100 Euro.
    Und der kommt wunderbar mit dem Geld zurecht - allerdings kann er eben rechnen und kochen.

    Ist das Ihr Ernst? Was sagt der Chef dazu, wenn Sie morgen so frei sind, und nach Rom fliegen?
    Ich bin mein eigener Chef und wenn ich morgen nach Rom fliegen will, dann tue ich das. Genauso wie ich mich an Demos beteiligen kann.
    Aber immerhin lebt er in einer bunten Graffitiwelt, der freie deutsche Hartz4ler.
    Ja, dem geht es wirklich schlecht. Da wird ihm doch tatsächlich die Wohnung bezahlt ... und seine Krankenkasse ... und Geld für Esen bekommt er auch ... und für Kleidung.
    Und wenn es ihm nicht passt, dann kann er dieses Land jederzeit verlassen, z.B. per Fernbus oder preiswertem Flug.
    Manchen geht es echt zu gut ...
  8. #37

    Zynismus pur

    Also bitte - die Bildunterschriften sind an Zynismus kaum noch zu überbieten! Hier wird sich über die Armut eines Landes und seiner Bewohner lustig gemacht. Und spöttische Kommentare sind wohl kaum angebracht angesichts der trostlosen Ödnis, die die Fotos dokumentieren und denen die Menschen dort kaum entgehen können.
    Menschenverachtend.
  9. #38

    Bildunterschriften

    Die "putzigen" Bildunterschriften schockieren mich auch. Bei diesem (und anderen) Artikeln habe ich mich gefragt, wer sich so etwas oberflächliches ausdenkt. Mit Journalismus hat es in meinem Augen nichts zu tun. Ich bin der letzte, der etwas gegen Ironie hätte, wenn das Umfeld stimmt, aber ich brauche wirklich nicht ein "Augenzwinkern" in jeder einzelnen Bildunterschrift in einem ernsten Beitrag.
  10. #39

    Ich.....

    ...vermisse auf den Fotos die Menschen mit den tiefliegenden Augen, die Wangen eingefallen,Menschen die sich vor Hunger kaum auf den Beinen halten können.
    Stattdessen Menschen bei der Arbeit, beim bummeln, beim lernen und beim Spaß haben.
    Gut, das Bad und die Bibliothek sind in der Uni und sicher der späteren Elite vorbehalten.

    Moderne Hochhäuser die sicherlich auch bewohnt sind, es ist halt die Hauptstadt. Zu DDR Zeiten wurde Berlin auch immer bevorzugt und aufgehübscht.

    Die Bildkommentare sind unterirdisch, "auch rosa kann trist sein"!
    Schön wäre es gewesen mal ein Foto von einem Geschäft oder einem Lebensmittelmarkt sehen zu können.
    Ansonsten sieht für mich die Fotofolge mehr nach pro Nordkorea aus.


TOP



TOP