Forum


 

Fotokonzern am Ende: Wie*Kodak aus unserem Leben verschwand

Der Fotokonzern Kodak geht in Insolvenz. Der Kollaps des einstigen Giganten ist ein Symbol für den Umbruch einer ganzen Branche. Heute kann jeder knippsen wie ein Profi - zumindest, was die Masse angeht. Analogfotografie ist ein Exotenhobby*wie Malerei oder Makramee.

http://www.spiegel.de/netzwelt/gadge...810043,00.html
  1. #1

    Stimmt

    Ambitionierte Hobbyfotografen quälten ihr Umfeld einst gern mit Diaabenden, auf denen sie schlimmstenfalls ein paar hundert Urlaubsbilder vorführten. Heute sind diese Abende oft ungleich länger und nervtötender. Versierte Fotovorführer werben damit, dass sie wirklich nur die besten Bilder ausgewählt haben. Versierte Fotoabendbesucher fragen misstrauisch nach, wie viele.
    Durfte ich Weihnachten wieder schmerzlich erfahren: eine Woche Wanderurlaub der lieben Verwandten auf Malle = drei Stunden Sitzterror bei einer „peppigen“ PowerPoint-Präsentation ...

    Aber ist schon schade, dass heute jeder, der nur auf den Auslöser drücken kann, glaubt, dass er auch Fotografieverständnis hat ... Spätestens, als bei Aldi die Kodak-Filme im Doppelpack verramscht wurden, war abzusehen, dass die Zeit der analogen Fotografie vorbei ist.
  2. #2

    Schöne, neue Fotowelt

    Fast jede Computerfestplatte ist inzwischen mit Fotos zugemüllt. Weil die Fotodateien zu groß für das Versenden sind (das asymmetrische DSL ist im Upload viel zu langsam), wird ein Ordner für die verkleinerten Fotos angelegt. Und weil kaum eine Digicam belichtungssicher ist, muß fast jedes Bild optimiert werden. Natürlich könnte ja mal die Speicherkarte oder die Kamera verschütt gehen, also speichert man die gesamte Karte zur Sicherheit ab. Ehe man es sich versieht, sind aus 2000 Bildern 15000 geworden, meist mit kryptischen Dateinamen. Nach Jahren sind alle möglichen internen und externen Datenträger mit Bildern vermüllt. Dann müssen Programme her, welche die Doubletten, Triletten, Quadroletten etc. heraussuchen. Nun wird der Bestand rigoros eingedampft und endlich überschaubar. Kurz anach erfolgt dann der Festplattencrash.
  3. #3

    Klicken oder im Schuhkarton wühlen?

    Zitat von Hajojunge Beitrag anzeigen
    Fast jede Computerfestplatte ist inzwischen mit Fotos zugemüllt. Weil die Fotodateien zu groß für das Versenden sind (das asymmetrische DSL ist im Upload viel zu langsam), wird ein Ordner für die verkleinerten Fotos angelegt. Und weil kaum eine Digicam belichtungssicher ist, muß fast jedes Bild optimiert werden. Natürlich könnte ja mal die Speicherkarte oder die Kamera verschütt gehen, also speichert man die gesamte Karte zur Sicherheit ab. Ehe man es sich versieht, sind aus 2000 Bildern 15000 geworden, meist mit kryptischen Dateinamen. Nach Jahren sind alle möglichen internen und externen Datenträger mit Bildern vermüllt. Dann müssen Programme her, welche die Doubletten, Triletten, Quadroletten etc. heraussuchen. Nun wird der Bestand rigoros eingedampft und endlich überschaubar. Kurz anach erfolgt dann der Festplattencrash.
    Nun, wenn ich an meine endlosen Kisten denke, in denen sich die Fototaschen aus den Großlabors liegen... da weiß ich nicht, ob die Durchsicht der staubigen Reliquien oder das Durchsuchen der Festplatte nerviger ist. Mit einfacher Selbstdisziplinierung könnte man auch Digitalfotos in einiger Übersichtlichkeit halten. Ordner nach Jahren anlegen, unterteilen nach Themen (zu Haus, Urlaub, Arbeit etc.) - und schon entsteht Struktur. Aber wie sieht die Praxis aus? Das mache ich später, spätestens an den langen Winterabenden. Dummerweise sind dank Computer, Vedeo und TV die Winterabende heute nicht länger als die Sommerabende, und die Mühsal wird nicht angegangen.

    Wer zu McDonald's geht, hat keine Ahnung vom Kochen. Wer bei einer Digitalkamera auf den Knopf drückt, hat noch nicht "photographiert". Glück hat, wer einmal die Gelegenheit hatte, ein Bild zärtlich im Entwickler zu baden und langsam die Konturen erscheinen zu sehen. Fast ein Geburtserlebnis :-)
  4. #4

    So isses...

    Zitat von Stuhlbeinsäger Beitrag anzeigen
    Wer zu McDonald's geht, hat keine Ahnung vom Kochen. Wer bei einer Digitalkamera auf den Knopf drückt, hat noch nicht "photographiert". Glück hat, wer einmal die Gelegenheit hatte, ein Bild zärtlich im Entwickler zu baden und langsam die Konturen erscheinen zu sehen. Fast ein Geburtserlebnis :-)
    ...und deshalb bleibe ich beim Makramee.

    Immerhin bietet das Internet nicht nur Flickr und Facebook, sondern auch Onlineshops für Leute, die noch wissen, was eine Photographie ist.
  5. #5

    Film: The Immortal Medium of the Masters. Digital: Profit center for large foreign corporations.

    Ken Rockwell

    Why We Love Film
  6. #6

    Seit dem die digitalen Kameras ihren Durchbruch hatten, sind gebrauchte analoge Kameras extrem günstig geworden. Man bekommt technische Wunderwerke für sehr wenig Geld, es ist fast wie im Schlaraffenland.
  7. #7

    Zitat von Hajojunge Beitrag anzeigen
    Ehe man es sich versieht, sind aus 2000 Bildern 15000 geworden, meist mit kryptischen Dateinamen. Nach Jahren sind alle möglichen internen und externen Datenträger mit Bildern vermüllt. Dann müssen Programme her, welche die Doubletten, Triletten, Quadroletten etc. heraussuchen. Nun wird der Bestand rigoros eingedampft und endlich überschaubar. Kurz anach erfolgt dann der Festplattencrash.
    Googeln Sie doch mal nach Lightroom, das löst Ihr Problem.


TOP



TOP