D. Huang et al. / Nature / dapdDinosaurier waren nicht alles, was die Erde der Urzeit unsicher machte. Auch Insekten nahmen furchterregende Ausmaße an. Jetzt haben Forscher die Überreste von Flöhen entdeckt, die so groß wurden wie heute lebende Hornissen.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...818484,00.html
Sauerstoffgehalt der Atmosphäre erlaubt eine ineffiziente "Atmung" ( lasch ausgedrückt ).
Warmblüter haben als eines der Probleme die Regelung der Körpertemperatur die über Volumen und Oberfläche ( und Behaarung, und . . ) beeinflusst wird.
Also: Insekten können größer werden und nehmen den Sauerstoff über die Körperoberfläche auf und Säugetiere kriegen die intern erzeugte Wärme nicht los.
Lax gesagt.
Ersteinmal: Ökogeographische Regel
Wie sie sehen, gilt die Regel: "kältere Region" -> größere Körpergröße für gleichwarme Tiere innerhalb einer biolgischen Familie. Dazu gehören vor allem Säuger und Vögel. Ja auch der Elefant bildet da keine
Ausnahme, denn die eiszeitlichen Mammuts in Europa waren deutlich größer, als ihre heute noch lebenden Verwandten. Insekten und Reptilien gedeihen hingegen heute wie damals in warmen Regionen besser und sind dort auch größer. für letzteres wurden ja schon in diesem Diskussionsstrang gute Erklärungen geliefert.
Säugetiere "funktionieren" vom Stoffwechsel her ein kleines bisschen anders als Insekten und Dinosaurier. Bei gleichwarmen Tieren muss ein beträchtliches an Energie aufgewendet werden um den Wärmeverlust über die Körperoberfläche zu kompensieren bzw. anders herum die Körperoberfläche muss maximiert werden um den Wärmabtransport zu maximieren (siehe Elefantenohren). Deswegen sind Säugetieren in kälteren Klimaten immer grösser und robuster als entsprechende Exemplare ähnlicher oder nahe verwandter Arten in wärmeren Gebieten. Das ist wohl auch bei Elefanten so, nur gibt es die heute de facto nur noch in warmen Klimaten und wir haben keine belastbaren Belege (von Mammuts mal abgesehen), wie die sich in kälteren Regionen entwickeln würden.
Bei wechselwarmen Tieren hängt der Stoffwechsel direkt von der Umgegebungstemperatur ab. Kurz, je wärmer desto Wachs. Der erhöhte Sauerstoffgehalt spielte vielleicht im Karbon eine Rolle, aber im Jura müssten die Verhältnisse nicht grossartig anderes gewesen sein. Es gibt auch heute relativ grosse Arthropoden. Eben da wo es schön warm ist. Die Grösse dieser Viecher hängt also in erster Linie von der Temperatur ab (das Klima war im Jura aller Wahrscheinlichkeit wirklich wärmer) und davon dass diese Gruppe zu dieser Zeit möglicherweise besonders erfolgreich war und sich das Grössenwachstum „leisten“ konnte. Darüber hinaus landen solche Riesenviecher eher in Nature/Science als die Tausend Funde über „normalgrosse“ Insekten. Im Übrigen ist die Wahrscheinlichkeit ein komplettes Fossil zu finden quasi umgekehrt proportional zur Grösse des Tieres.
Innerhalb biologischer Familien mag das ja gerne teilweise zutreffen (wobei schon wieder der Elefant herhalten muss, wenn ich ihn nicht nur mit dem Mammut, sondern auch den Indischen mit dem Afrikanischen vergleiche).
Das berechtigt noch lange nicht zu einer pauschalen Aussage wie das zitierte "Wärme und stattliche Körpergrößen scheinen nicht gut zueinander zu passen." - geschweige denn dazu, gleich noch, weil es so schön ist, den Zusammenhang zum vielbeschworenen Klimawandel herauszustellen. Es sind doch offensichtlich wesentlich mehr Faktoren, die zu den beobachtbaren Größenunterschieden führen. Das zeigen allein die unzähligen Ausnahmen.
Hier werden auch wiederholt die Saurier in die Nähe wechselwarmer Tiere gerückt und von Säugetieren (okay) und Vögeln (nicht okay) unterschieden. Das ist doch lange obsolet.