DPADie Piratenpartei liegt bei den Wählern hoch im Kurs, zum ersten Mal überrunden die Newcomer nun die Grünen. Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage erreichen die Politikneulinge 13 Prozent. Es ist der beste Wert seit Parteigründung. Die Grünen kommt dagegen nur auf elf Prozent.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...826458,00.html
Vorweg: Ich teile Ihre Einschätzung der Quotenfrage für Vorstände und Aufsichtsräte. Dass gerade im SPON Forum sich viele Allergiker bzgl. Frauenförderung tummeln, ist klar. Z.B. in vielen Beiträgen zum Mobbing-Thema werden weibliche Vorgesetzte pauschal an einen Pranger gestellt. Da kann ich nur den Kopf schütteln. Meine Erfahrungen in über 30 Jahren Berufsleben sind überwiegend positiv. Arbeitsqualität oder Führungsqualität ist keine Frage des Geschlechtes. Besagte Statistiken über Frauen in Vorständen kommen heute also weder über das Angebot (ca. 50% Uni-Absolventinnen) noch über fehlende Qualifikation zu Stande. Und daher sehe auch ich als Mann Ihre geforderte Quotenregelung als völlig berechtigt und angebracht an.
Aber ... damit auf die Piraten losgehen, das halte ich für falsch. Ich fürchte, damit adressieren Sie eine andere Generation. Wenn ich so meine Stieftöchter und meine Schwiegertöchter betrachte (alle zwischen 20 und 30), drängt sich mir eher auf, meine vorige Post weiter zu spinnen (Forsa-Umfrage: Piraten überholen erstmals bundesweit die Grünen). D.h. in der Generation scheint mir in Sachen Selbstbewußtsein der Frauen bereits etwas erreicht oder gar selbstverständlich, was sich für die Elterngenration noch als Utopie, für die man hart känpfen muss, dargestellt hat.
Ich möchte nur zwei Beispiele nennen.
- In Sachen Konfliktlösungsstrategien ist die "weibliche Art" inzwischen zur Norm erkoren worden - viele Jungen in der Schule leiden schwer darunter, aber auch Männer, denen es entweder an Bildung fehlt oder an der Fähigkeit zur Selbstbeherrschung.
- Und zweitens, bzgl. der Partnerwahl - die Biologen haben es ja schon immer gesagt: die Männer präsentieren sich und die Frauen wählen aus. Nachdem die Auswahl durch die Eltern (bei unseren Großeltern noch üblich) durch Liebesheirat ersetzt wurde, galt stets der Mann als großer Eroberer, und die Frau mußte egal was passiert zu ihm halten. Heute wählt ganz klar die Frau und steht nach außen hin auch dazu. Und nicht selten greifen sie wieder zu den alten Kriterien: Lebensperspektive schlägt das (Stroh-)Feuer der Liebe.
Nehmen Sie ein Beispiel, das geläufiger ist: Haben Sie neulich Verena Poth bei Lanz gesehen? Nein, das ist kein "Heimchen am Herd". Auf mich macht sie einen emanzipierteren Eindruck als eine Alice Schwarzer, weil sie bereits jenseits alter Grabenkämpfe steht, von deren Resultaten sie natürlich enorm profitiert hat.
Zurück zu den Piraten. Was mir auffällt ist: Es ist offenbar eine Partei der Hochbegabten. Und Hochbegabte sind ein eigenes Völkchen, übersensibel und weitestgehends ignorant für Hierarchien. Weder "Leistungsträger" noch "Präkariat" bilden ihren natürlichen Fokus. Die von Ihnen reklamierte Mißachtung der Gender-Frage stellt in ihrem eigenen Lebensbereich nicht unbedingt ein Hauptproblem dar. Ihre Schlussfolgerung "Für Frauen nicht wählbar" halte ich persönlich daher für völlig absurd ... aber das muss natürlich jede Frau für sich entscheiden.
Welchen Plan hatten denn die Grünen, als sie uns den Afghanistankrieg und die Abspaltung des Kosovo eingebrockt haben? Welchen Plan hat denn CDUSPD, als sie unser Geld an Griechenland verschenkt haben? Aber Gerhard Schröder hatte als Kanzler immerhin einen Plan: Karriere bei Gazprom, und Joschka Fischer hatte den Plan: Karriere beim Nabucco Konsortium. Die FDP hatte den Mövenpickplan. Also ehrlich mal, wird Zeit das die Piraten dieses politische System einmal gründlich ändern!
Regen sie sich doch nicht so auf, es sind immer die gleichen Plattitüden für die Diskriminierung von Männer, deswegen gibt es nur die Piraten als Alternative zu den anderen Parteien bzgl. diesem Thema, die im festen Glauben sind, dass männliche Jungwähler ihre eigene Diskriminierung in Form von Frauenquoten befürworten.
Ich werde jedenfalls nicht meine eigene Diskriminierung befürworten, obwohl ich nicht mit allem, was die Piraten sagen, einverstanden bin.