Folgen der Krise: Warum Deutschland seine Industrie neu erfinden muss

Stell Dir vor, es ist Krise, und keiner schaut hin: Experten und Politiker ignorieren die schlechten Konjunkturdaten und klammern sich stattdessen an den "Silberstreifen am Horizont". Diese Hoffnung ist absurd. Will die deutsche Wirtschaft eine Chance haben, muss sie sich grundlegend erneuern.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,635229,00.html
  1. #90

    dienstleistungsgesellschaft

    Zitat von maxweber Beitrag anzeigen
    Hätten alle deutschen (und preussischen, württembergischen, bayerischen) Regierungen in den vergangenen 200 Jahren so agiert wie diese Bundesregierung, wären wir immer noch ein Agrarstaat. Stattdessen gab es einen Strukturwandel hin zur Industrienation. Die Frage ist: Was kommt nach ....
    dienstleistungsgesellschaften wie die in den usa und grossbritannien können garnicht mehr wachsen - nur als luftblase...
    dienstleister beschäftigen ungerne dienstleister - wesentlich für eine volkswirtschaft ist eben das produzierende gewerbe - und das findet man billigst im osten europas und in asien...
    wer den wandel hier will - hin zu mehr dienstleistung und dabei die produktion aufgibt, sägt den ast auf auf dem wir sitzen...
    es fehlt nicht an innovationen, ganz im gegenteil - wenn der durchschnittskapitaleigner natürlich nur die rendite ohne jedweden aufwand im sinne hat, dann nimmt er die kaufkraft der arbeitenden und gräbt sich sein eigenes grab....
    unternehmen die einem neukunden für das freischalten seines telefons bereits ne gebühr nehmen und dies bereits als dienstleistung verstehen - gehören bestraft !
    dies nur als beispiel....
    wissensgesellschaft ist ja ganz nett - der wandel vom hammer zum hirn trifft alle - aber alle können nicht sap programmierer oder consulter werden...

    gruss
    webman
  2. #91

    Zustimmung

    Zitat von ArbeitsloserMathematiker Beitrag anzeigen
    2. Schulsystem nach amerikanischem Vorbild einführen
    12. Freibier für Alle.
    Ihren Punkten stimme ich uneingeschränkt zu, bis auf 2 und 12. Das mit 2 "Schulsystem nach amerikanischem Vorbild" müssten Sie mir mal erklären. Gerade die USA haben eines der miserabelsten Schulsysteme. Als Vorbild für ein besseres Schulsystem sollten wir uns meiner Meinung nach eher an Ländern wie Finnland orientieren.
  3. #92

    Bildungskataschtrof

    Zitat von jdm11000 Beitrag anzeigen
    ... Schauen wir uns doch mal die Steuerpolitik weiter an:
    Wenn eine Firma ein Auto kauft, dann muss sie das zwar (falls es bar bezahlt wird) sofort bezahlen, kann aber den Betrag niemals sofort als Ausgabe einsetzen (wieso eigentlich? das Geld ist doch weg - ausgegeben!), sondern muss es auf Jahre "abschreiben", die Differnz wird aber als "Einnahme" versteuert. Die Firma zahlt also Steuern auf schon ausgegebenes Geld! Was soll dieser Schwachsinn?
    Ich könnte beliebig viele Beispiele nennen!
    Das hemmt unsere Wirtschaft und unser System. Wir sind von einer Leistungsgesellschaft zu einer dümmlichen Konsumentengesellschaft degeneriert. Da darf sich der Autor nicht wundern, wenn dann irgendwann nichts mehr geht. ...
    Wem Grundlagen der Betriebswirtschaft - nicht etwa der Steuergesetzgebung - völlig abgehen, der stellt sich mit "neugierig" zweifellos ein sehr beschönigendes Selbsturteil aus.

    Da wird nichts als "Einnahme" versteuert, sondern die eine Investition nach den Regeln kaufmännischer Vorsicht auf die vorraussichtliche Nutzungsdauer verteilt. Und das Problem in diesem Feld sind auch nicht die kleinen ärgerlichen Petitessen des Finanzministeriums, sondern die Rechenkünste mit denen das ökonomische Verhältnis zwischen Unternehmen und seinen Aktionären herbeiphilosophiert wird.

    Als es noch besser lief, waren in den Unternehmen i.d.R. ohne Ende stille Reserven geparkt, wogegen zu recht die Finanzbehörden anarbeiteten, heute werden dort verdeckte Risiken geparkt, in der Hoffnung, dass gegenwärtige Aktionäre immer noch blödere zukünftige finden.
  4. #93

    umm, ...

    Zitat von LibertyOnly Beitrag anzeigen
    Deutsche können keine Innovationen erzeugen, dafür ist die Deutsche Mentalität nicht geeignet. Diese Versicherungsgesellschaft.
    Deutschland exportiert auch Versicherungen?
  5. #94

    Ein ganz einfaches Beispiel:

    Zitat von Schelm-77 Beitrag anzeigen
    Ein Blick in die Vergangenheit zeigt den Weg in die Zukunft. Autostypen wie der Isetta von BMW, dem Messerschmitt Kabinenroller oder einem Volkswagen zu erschwinglichen Preisen, in einer zeitgemäßen Umsetzung, gehört sie Zukunft.
    Diese Fahrzeuge, wie auch die meisten anderen Produkte, werden in den wenigsten Fällen "Made in Germany" sein.
    Warum zählt der Toyota Camry in den Golfstaaten (u.auch in den USA) zu den meistverkauften Autos überhaupt ? (und nicht z.B. der Passat) ?

    1-Seit Jahrzenten sind im Camry (oder dessen Vorgängern)ausgezeichnete Klimaanlagen verbaut. Die Deutschen haben dies erst Anfang der 90er richtig gelernt.

    2- Ein breitskaliertes Kühlwasserthermometer, so ist der Zeiger immer im ersten Drittel, und der Motor wirkt schön gekühlt

    3-Erstklassige Versorgung mit günstigen Ersatzteilen, günstige und einfache Wartung

    4-Die Autos Fahren meistens 400 bis 500 tKm ohne zu mucken

    Ob der Camry nun mit Innovationen vollgestopft ist oder nicht, oder von innen gähnend langweilig und von aussen bieder aussieht, ist da wirklich zweitrangig.
  6. #95

    Nicht alles auf ein Pferd setzen.

    Zitat von James Weed Beitrag anzeigen
    Ihre Ansichten sind äußerst Einseitig. Was hätten ihrer Meinung deutsche Unternehmen oder der Staat tun sollen?
    Haben sie schon mal was von Diversifikation gehoert? Oder Risikoverteilung?
  7. #96

    Warum das?

    Zitat von Al Dente Beitrag anzeigen
    Ihren Punkten stimme ich uneingeschränkt zu, bis auf 2 und 12. Das mit 2 "Schulsystem nach amerikanischem Vorbild" müssten Sie mir mal erklären. Gerade die USA haben eines der miserabelsten Schulsysteme. Als Vorbild für ein besseres Schulsystem sollten wir uns meiner Meinung nach eher an Ländern wie Finnland orientieren.
    Warum ausgerechnet Punkt 12 ("Freibier für alle")? Das ist doch mit Abstand der vernünftigste in dieser Sammlung.
  8. #97

    Politik soll steuern?

    Wie soll das gehen, wenn die Politik seit Jahrzehnten auf Berater eben aus der Industrie setzt, die sich selbst ins Abeits manövriert hat? Das Versprechen, die CO2-Emissionen in Eigenverantwortung zu senken wurde grob gebrochen. Das alte Prinzip "schneller, höher, weiter ..." und das Ablehnen von alternativen Ideen hat zur Krise geführt. Diese Leute können keine Ideen für die Zukunft entwickeln.
  9. #98

    Asienmythen zwo

    Zitat von Schelm-77 Beitrag anzeigen
    Sofern sich die Lebenshaltungskosten, Steuern usw. an die dann gezahlten "chinesischen" Löhne nach unten anpassen wird es vielleicht eine Option sein.

    Ich habe allerdings ernsthafte Zweifel das es so kommen wird.
    In dem Punkt, dass in Zukunft die Produktion der meisten Artikel in Asien stattfindet, liegen sie allerdings richtig.
    Ein chinesisches Produkt wird qualitativ nicht mehr von einem Produkt "Made in Germany" zu unterscheiden sein.
    Dieser ganze Asienhype ist doch Quark, weil er implizit stetige Verbesserungen in Produktion und Dienstleitung mit einer Beibehaltung des Lohngefälles korreliert. Wird "der Asiat" aber tatsächlich so viel besser, dass er locker mit Europa (und Japan) mithalten kann, warum sollte "er" dann seinen Konsum auf den gegenwärtigen beschränken und nicht auch die Früchte seiner Arbeit entgegennehmen ?!

    Tatsächlich hat "der Westen" mit dem Aufstieg Westdeutschlands und etwas später Japans, sowie viel später der sogenannten Tigerstaaten doch schon erlebt, dass es überhaupt keinen Wohlstandsverlust bedeuten muss, wenn andere Volkswirtschaften aufholen und ihrerseits sowohl produktiver werden, als auch ihren Lebensstandard signifikant erhöhen.

    Vor allem stehen dem völlig irrationale Casino-Devisenmärkte gegenüber, auf denen zusätzlich noch von neomerkantilistischen Missverständnissen befallene Akteure wie Japan, Deutschland und China notorisch Handelsüberschüsse zum Schaden aller produzieren.

    Aber vor dem Lohn kommt immer die Erkenntnis ...
  10. #99

    China,..

    Zitat von Schelm-77 Beitrag anzeigen
    .....
    Ein chinesisches Produkt wird qualitativ nicht mehr von einem Produkt "Made in Germany" zu unterscheiden sein.
    Das habe ich auch mal gedacht, doch dem ist nicht so.

    Nicht das Chinesische Produkte grundsätzlich schlechter wären, aber sie sind anders. Nach mehreren Jahren Erfahrung mit China, kann ich sagen das es dort ein anderes Verständnis darüber gibt, wie man sich mit der geleisteten Arbeit identifiziert und zwar in der Art, das es der Persönlichkeit keinen abbruch tut, wenn mal was nicht so gut funktioniert. Dies ist zB ganz anders als in Japan.