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Folgen der Krise: Warum Deutschland seine Industrie neu erfinden muss
Stell Dir vor, es ist Krise, und keiner schaut hin: Experten und Politiker ignorieren die schlechten Konjunkturdaten und klammern sich stattdessen an den "Silberstreifen am Horizont". Diese Hoffnung ist absurd. Will die deutsche Wirtschaft eine Chance haben, muss sie sich grundlegend erneuern.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,635229,00.html
- #90 09.07.2009 15:07 von
dienstleistungsgesellschaft
dienstleistungsgesellschaften wie die in den usa und grossbritannien können garnicht mehr wachsen - nur als luftblase...
dienstleister beschäftigen ungerne dienstleister - wesentlich für eine volkswirtschaft ist eben das produzierende gewerbe - und das findet man billigst im osten europas und in asien...
wer den wandel hier will - hin zu mehr dienstleistung und dabei die produktion aufgibt, sägt den ast auf auf dem wir sitzen...
es fehlt nicht an innovationen, ganz im gegenteil - wenn der durchschnittskapitaleigner natürlich nur die rendite ohne jedweden aufwand im sinne hat, dann nimmt er die kaufkraft der arbeitenden und gräbt sich sein eigenes grab....
unternehmen die einem neukunden für das freischalten seines telefons bereits ne gebühr nehmen und dies bereits als dienstleistung verstehen - gehören bestraft !
dies nur als beispiel....
wissensgesellschaft ist ja ganz nett - der wandel vom hammer zum hirn trifft alle - aber alle können nicht sap programmierer oder consulter werden...
gruss
webman - #91 09.07.2009 15:08 von Al Dente
Zustimmung
Ihren Punkten stimme ich uneingeschränkt zu, bis auf 2 und 12. Das mit 2 "Schulsystem nach amerikanischem Vorbild" müssten Sie mir mal erklären. Gerade die USA haben eines der miserabelsten Schulsysteme. Als Vorbild für ein besseres Schulsystem sollten wir uns meiner Meinung nach eher an Ländern wie Finnland orientieren.
- #92 09.07.2009 15:11 von Andreas Heil
Bildungskataschtrof
Wem Grundlagen der Betriebswirtschaft - nicht etwa der Steuergesetzgebung - völlig abgehen, der stellt sich mit "neugierig" zweifellos ein sehr beschönigendes Selbsturteil aus.
Da wird nichts als "Einnahme" versteuert, sondern die eine Investition nach den Regeln kaufmännischer Vorsicht auf die vorraussichtliche Nutzungsdauer verteilt. Und das Problem in diesem Feld sind auch nicht die kleinen ärgerlichen Petitessen des Finanzministeriums, sondern die Rechenkünste mit denen das ökonomische Verhältnis zwischen Unternehmen und seinen Aktionären herbeiphilosophiert wird.
Als es noch besser lief, waren in den Unternehmen i.d.R. ohne Ende stille Reserven geparkt, wogegen zu recht die Finanzbehörden anarbeiteten, heute werden dort verdeckte Risiken geparkt, in der Hoffnung, dass gegenwärtige Aktionäre immer noch blödere zukünftige finden. - #93 09.07.2009 15:11 von
- #94 09.07.2009 15:12 von abendstern
Ein ganz einfaches Beispiel:
Warum zählt der Toyota Camry in den Golfstaaten (u.auch in den USA) zu den meistverkauften Autos überhaupt ? (und nicht z.B. der Passat) ?
1-Seit Jahrzenten sind im Camry (oder dessen Vorgängern)ausgezeichnete Klimaanlagen verbaut. Die Deutschen haben dies erst Anfang der 90er richtig gelernt.
2- Ein breitskaliertes Kühlwasserthermometer, so ist der Zeiger immer im ersten Drittel, und der Motor wirkt schön gekühlt
3-Erstklassige Versorgung mit günstigen Ersatzteilen, günstige und einfache Wartung
4-Die Autos Fahren meistens 400 bis 500 tKm ohne zu mucken
Ob der Camry nun mit Innovationen vollgestopft ist oder nicht, oder von innen gähnend langweilig und von aussen bieder aussieht, ist da wirklich zweitrangig. - #95 09.07.2009 15:15 von Albedo4k8
- #96 09.07.2009 15:17 von
- #97 09.07.2009 15:19 von
Politik soll steuern?
Wie soll das gehen, wenn die Politik seit Jahrzehnten auf Berater eben aus der Industrie setzt, die sich selbst ins Abeits manövriert hat? Das Versprechen, die CO2-Emissionen in Eigenverantwortung zu senken wurde grob gebrochen. Das alte Prinzip "schneller, höher, weiter ..." und das Ablehnen von alternativen Ideen hat zur Krise geführt. Diese Leute können keine Ideen für die Zukunft entwickeln.
- #98 09.07.2009 15:19 von Andreas Heil
Asienmythen zwo
Dieser ganze Asienhype ist doch Quark, weil er implizit stetige Verbesserungen in Produktion und Dienstleitung mit einer Beibehaltung des Lohngefälles korreliert. Wird "der Asiat" aber tatsächlich so viel besser, dass er locker mit Europa (und Japan) mithalten kann, warum sollte "er" dann seinen Konsum auf den gegenwärtigen beschränken und nicht auch die Früchte seiner Arbeit entgegennehmen ?!
Tatsächlich hat "der Westen" mit dem Aufstieg Westdeutschlands und etwas später Japans, sowie viel später der sogenannten Tigerstaaten doch schon erlebt, dass es überhaupt keinen Wohlstandsverlust bedeuten muss, wenn andere Volkswirtschaften aufholen und ihrerseits sowohl produktiver werden, als auch ihren Lebensstandard signifikant erhöhen.
Vor allem stehen dem völlig irrationale Casino-Devisenmärkte gegenüber, auf denen zusätzlich noch von neomerkantilistischen Missverständnissen befallene Akteure wie Japan, Deutschland und China notorisch Handelsüberschüsse zum Schaden aller produzieren.
Aber vor dem Lohn kommt immer die Erkenntnis ... - #99 09.07.2009 15:20 von
China,..
Das habe ich auch mal gedacht, doch dem ist nicht so.
Nicht das Chinesische Produkte grundsätzlich schlechter wären, aber sie sind anders. Nach mehreren Jahren Erfahrung mit China, kann ich sagen das es dort ein anderes Verständnis darüber gibt, wie man sich mit der geleisteten Arbeit identifiziert und zwar in der Art, das es der Persönlichkeit keinen abbruch tut, wenn mal was nicht so gut funktioniert. Dies ist zB ganz anders als in Japan.
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