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Flugreisen: Luftfahrt leidet unter Ticketsteuer

DPASie weichen auf Flughäfen in Frankreich, Belgien und der Niederlande aus. Passagiere umgehen so die Steuer auf Flugtickets in Deutschland. Deutsche Airlines gehen von fünf Millionen entgangenen Kunden aus. Die Bundesregierung spricht von zwei Millionen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...840288,00.html
  1. #10

    suchenwie - bisschen zu einfach gedacht

    a) Das Kerosin darf gemäß der Chicago-Konvention von 1944 bei grenzüberschreitenden Flügen nicht besteuert werden, das würde nur für innerdeutsch oder bei (nicht realistischen) EU-Harmonisierungen gehen, aber dann auch nur für europäische Fluglinien. Man bekommt ja nicht einmal eine einheitliche Mehrwertbesteuerung hin, ergo ist ein Flug dann Märchensteuer-frei im Gegensatz zu einer Bahnreise auf gleicher Strecke.
    b) Außer in Notfällen lässt kein Zivilflugzeug Kerosin ab, das können übrigens nur Langstreckenjets, ein A320 beispielsweise nicht. Das wird schon ganz genau durchgerechnet in Anbetracht der Spritpreise. Es ist also ein Höchstlandegewicht wegen der Struktur des Flugzeugs, und eine Mindestspritmenge aus Sicherheitsgründen - von ausschütten kann also keine Rede sein.
    c) So sehr ich für eine Gleichbehandlung der Verkehrsträger untereinander bin (s. Bsp. MWSt oben) brauchen wir auch eine moderne Infrastruktur - dass dann BBI (jetzt BER) so geplant wurde war ein Fehler, liegt aber auch anteilig an unserem Föderalismus. Ein 24 h - Drehkreuz in einer strukturschwachen Region, sei es zwischen Berlin und Leipzig oder eventuell sogar zwischen Berlin und Hamburg hätte man mit etwas mehr Mut in den frühen 90ern angehen können, mit ICE oder Transrapidanschluss, anfangen als Frachtflugplatz auf einem alten "Russenflugplatz" oder ähnlich, um organisch zu wachsen. Jetzt hat man in Fuhlsbüttel und BER so viel verbuddelt dass es nicht mehr abänderbar ist.
    d) Bei München 3 wäre ich mir da nicht so sicher, auch wenn mich persönlich trotz Luftfahrtaffinität die Durchführung von Volksentscheiden freut. Ein Drehkreuz muss einen anderen Anspruch an sich stellen, was seine Leistungsfähigkeit angeht. Wer weiß ob wir nicht in sagen wir 5 - 8 Jahren unter neuen Rahmenbedingungen andere Mehrheitsverhältnisse in München zu sehen bekommen.
  2. #11

    Der Mythos Fliegen lebt weiter...

    Zitat von suchenwi Beitrag anzeigen
    Es ist zu prüfen, ob die Mineralölbesteuerung von Flugbenzin nicht effektiver ist. Immerhin dürfen Flugzeuge nur mit bestimmtem Mindest-Tankinhalt landen (müssen also notfalls überschüssiges Kerosin in den Luftraum "ausschütten").
    ...wie man regelmäßig an haarsträubenden Absurditäten erkennt, die hier zu diesem Thema verzapft werden. Das Ablassen von Treibstoff in der Luft ist einzig eine Maßnahme, die im Notfall zum Tragen kommt. Wenn nämlich ein Langstreckenflugzeug, und nur diese betrifft ist, kurz nach dem Start bzw. vor Erreichen seines Zieles ungeplant landen muss, dann liegt dessen Gewicht ggf. über dem maximal zulässigen Landegewicht. Maximales Startgewicht (MTOW) liegt bei diesen Geräten ÜBER dem maximalen Landegewicht (MLW). Die Berechnung des benötigten Treibstoffs obliegt einer eigens nur dafür eingerichteten Abteilung, welche dem verantwortlichen Flugzeugführer (Kapitän) einen Vorschlag unterbreitet. Diesen kann der Kapitän akzeptieren oder nach eigenen Erwägungen nach oben korrigieren, unter berücksichtigung von Wetterereignissen oder was auch immer.

    Keine einzige Fluggesellschaft schickt ihre Flieger mit mehr Sprit als nötig auf die Reise, um dieses dann vor der Landung in den Himmel zu blasen, ganz zu schweigen vom erhöhten Treibstoffverbrauch, die ein zu schweres Flugzeug mit zu viel Kerosin im Gepäck ohnehin verzeichnen würde.

    Wenn Sie beim Landeanflug einmal Kondensationsfahnen gesehen haben, die von den Klappen der Tragflächen ausgingen, dann war dies lediglich Wasser, welches bei hohen Luftfeuchtigkeiten durch die Druckdifferenzen an diesen Stellen solche Effekte zaubert. Ablassventile für Kerosin befinden sich (nur bei Langstreckenjets) an den Tragflächenspitzen, und dieses Ablassen geschieht, wie erwähnt im Notfall, in Flughöhen, die sich Ihrer Wahrnehmung entziehen.

    Zitat von antilobby Beitrag anzeigen
    Lufthansa hat doch Allianz mit SwissAir. Können die Langstreckenflieger nicht von Zürich oder Basel starten, um die Steuer zu umgehen?
    Na klar doch: Lufthansa streicht sämtliche Langstrecken ab FRA, MUC und DUS und verlegt diese "mal eben" nach ZRH - oder Basel? Glauben Sie das eigentlich selbst, was Sie da schreiben? Wer will uns denn hier weismachen, dass Ballermann-Urlauber wegen 7,50 EUR den Weg ins "grenznahe Ausland" wählten? Da kosten Bahnticket oder KFZ-Sprit schon mehr! Vor allem interessiert mich, wie bei gestiegenen Passagierzahlen jemand tatsächlich behaupten kann, er wüsste, wie viele Fluggäste in Deutschland eingecheckt hätten, wenn es die Luftverkehrsabgabe nicht gegeben hätte. Mediengeblubber mit hohem Sommerlochfaktor ist das, sonst gar nichts.
  3. #12

    Zitat von suchenwi Beitrag anzeigen
    .....

    Es ist zu prüfen, ob die Mineralölbesteuerung von Flugbenzin nicht effektiver ist. Immerhin dürfen Flugzeuge nur mit bestimmtem Mindest-Tankinhalt landen (müssen also notfalls überschüssiges Kerosin in den Luftraum "ausschütten").

    Wenn Kerosinsteuer oder auch Ticketsteuer zu einer Verminderung der Flüge führen, haben sie ihr Ziel (das Flugverhalten zu "steuern", also zu begrenzen) erreicht. Die vorhandene Infrastruktur (z.B. in Berlin-Tegel :^) reicht dann weiterhin aus. Neue Startbahnen wie München 3 erübrigen sich.
    Zu welcher Verminderung der Flüge führt es denn? Dass die deutschen Passagiere dennoch fliegen, aber nicht mehr von deutschen Flughäfen.
    Ausserdem bringt die Besteuerung nur dann etwas, wenn sie weltweit eingeführt wird.

    Hinsichtlich des Mindestankinhalts liegen Sie übrigens falsch. Wenn das Höchstlandegewicht nicht überschritten wird, landet ein Lfz ohne Kerosin abzulassen
  4. #13

    Zitat von suchenwi Beitrag anzeigen
    ...Immerhin dürfen Flugzeuge nur mit bestimmtem Mindest-Tankinhalt landen (müssen also notfalls überschüssiges Kerosin in den Luftraum "ausschütten").
    Das hat einen anderen Grund. Das zulässige Landegewicht eines Flugzeuges ist deutlich geringer als das zulässige Startgewicht. Ohne das Ablassen ist die Maschine zu schwer und beim Landen können die Reifen platzen.
    Das Ablassen von Kerosin ist immer dann ein Thema, wenn die Maschine sofort nach dem Start umdrehen muß.

    Auf der anderen Seite müssen die Flugzeuge eine gewisse Mindestmenge an Bord haben, um in der Luft kreisen zu können, bzw. bei Bedarf auf Alternativflughäfen ausweichen zu können.

    In einem älteren Beitrag hat mal jemand auf den Unterschied von Flugbenzin und Kerosin hingewiesen. Flugbenzin (benzinartig) wird bereits besteuert, Kerosin (petroleumartig) wird nicht besteuert.
    Egal, was man plant, ich bin gegen nationale und im Flugverkehr auch gegen europaweite Alleingänge.
  5. #14

    Hier könnte Ihre Werbung stehen

    Zitat von suchenwi Beitrag anzeigen
    Es ist zu prüfen, ob die Mineralölbesteuerung von Flugbenzin nicht effektiver ist. Immerhin dürfen Flugzeuge nur mit bestimmtem Mindest-Tankinhalt landen (müssen also notfalls überschüssiges Kerosin in den Luftraum "ausschütten").
    Sie sagen es: Mindest-Wert; und der gilt nicht beim Landen sondern beim Starten: Es muß mehr im Tank sein, als von A nach B zu kommen. Also wird auf gar keinen Fall Kerosin abgelassen.

    Richtig ist, daß im Falle einer Sicherheitslandung direkt nach dem Start bei einigen Flugzeugtypen das Gewicht zu groß für eine Landung ist., und daher Kerosin abgelassen werden muß. Im Falle bestimmter Notlandungen sieht man auch gern zu, daß die Tanks bei einer Landung möglichst leer sind. Im Normalfall wird aber nie Kerosin abgelassen.

    Zitat von suchenwi Beitrag anzeigen
    Wenn Kerosinsteuer oder auch Ticketsteuer zu einer Verminderung der Flüge führen, haben sie ihr Ziel (das Flugverhalten zu "steuern", also zu begrenzen) erreicht. Die vorhandene Infrastruktur (z.B. in Berlin-Tegel :^) reicht dann weiterhin aus. Neue Startbahnen wie München 3 erübrigen sich.
    Selten so gelacht! Wenn die Flüge teurer werden, setzen Arbeitgeber von der Business- in die Holzklasse, was heute schon zunehmend geschieht. Das Flugzeug fliegt aber trotzdem.

    Es ist völliger Blödsinn, in einer globalisierten Geschäftswelt die Uhr künstlich zurückdrehen zu wollen. Es wird nicht gelingen! Und was nützt es, wenn wir Deutschen die Tickets derart teuer machen, daß wir die Wirtschaft abwürgen, während die ganze Welt sich über uns totlacht? Auch meine Firma macht einen Großteil der Geschäfte in Asien, und Sie werden es kaum glauben, wie hilfreich eine Präsenz vor Ort ist. Telefon, eMail, Videokonferenzen etc. können das bei weitem nicht ersetzen.
  6. #15

    die ticketsteuer ist doch pillepalle und nur vorgeschoben

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie weichen auf Flughäfen in Frankreich, Belgien und der Niederlande aus. Passagiere umgehen so die Steuer auf Flugtickets in Deutschland. Deutsche Airlines gehen von fünf Millionen entgangenen Kunden aus. Die Bundesregierung spricht von zwei Millionen.

    Ticketsteuer kostete zwei Millionen Passagiere in Deutschland - SPIEGEL ONLINE
    wer behauptet, jemand nehme wegen 5-10 euro steuern extra den weg ins ausland auf sich und zahle die fahrtkosten dorthin, der muss einen an der waffel haben. wenn ich von frankfurt nach kuala-lumpur fliegen will, dann flieg ich von frankfurt und nicht von madrid, nur weils dort keine steuer gibt und die spanier das geld lieber vom deutschen steuerzahler nehmen, als vom spanischen. die bankrottländer europas sollten endlich sich selbst über steuern ihrer bürger finanzieren, anstatt über unseren verzicht auf schulen, kitas, universitäten, krankenhäuser, bibliotheken etc. das ist doch der punkt.
  7. #16

    die übliche arbeitsplatzlüge

    Zitat von herr_kowalski Beitrag anzeigen
    Es sei denn die 50.000 neuen Arbeitsplätze kämen dann auch nicht mehr.
    das war bekanntlich schon immer kochs ammenmärchen. faktisch ist nicht ein einziger neuer arbeitsplatz gekommen und es wird auch keiner mehr kommen. das ist längst erwiesen.
  8. #17

    Zitat von eulenspiegel_neu Beitrag anzeigen
    Es zeigt sich immer wieder, dass die Gier unseres Staates die wirtschaftliche Entwicklung hemmt. Was soll denn diese Steuer? Sitzen denn nur noch Dumpfbacken im Finanzministerium, die nicht erkennen, welche Auswirkungen ihre Maßnahmen haben? Eine steigende Zahl von Fluggästen bringt doch schon über die normale Umsatzsteuer Geld in die Kassen des Bundes. Man kann über unsere Politiker nur den Kopf schütteln ....
    man braucht die steuer schon allein deshalb um die länder zum finanzieren, die sie nicht haben.
  9. #18

    1944?

    Zitat von Hitbacker Beitrag anzeigen
    a) Das Kerosin darf gemäß der Chicago-Konvention von 1944 bei grenzüberschreitenden Flügen nicht besteuert werden, das würde nur für innerdeutsch oder bei (nicht realistischen) EU-Harmonisierungen gehen, aber dann auch nur für europäische Fluglinien.
    meine frage hierzu: hat hitler diese konvention unterschrieben und ratifiziert? falls nein, warum sollte sie dann für deutschland gelten? falls ja, warum sollte dann hitlers unterschrift noch gelten?

    ich bitte um antworten.

    es spricht nichts dagegen, die umweltverschmutzer weltweit zum besteuern, denn wir alle tragen die folgen. die subvention der luftfahrtindustrie auch auf kosten derjenigen, die niemals fliegen muss endlich aufhören
  10. #19

    Das eine Flugbesteuerung, sei es via Kerosin oder Passagieren, falls sie in der EU eingeführt würde, nur für europäische Fluggesellschaften gälte, ist falsch.

    Gäbe es so eine Steuer in der gesamten EU, so müsste jede Gesellschaft, die zwischen EU Flughäfen fliegt, diese Steuer bezahlen, auch außereuropäische. Sonst wäre es eine Diskriminierung und wie da die Gerichte entscheiden, sollte bekannt sein.

    Ebenso kann man eine Abflugsteuer von jedem Flughafen aus einführen, auch für Flüge mit Ziel außerhalb der EU, ebenso gültig für alle Fluglinien. Sonst wäre es Diskriminierung (s.o.)

    Die Tatsache, dass China oder andere Länder Strafsteuern gegen europäische Fluggesellschaften einzuführen drohten, wenn so eine EU besteuerung käme, ist reine Diskriminierung. Als Antwort gäbe es dann außer einem Gericht, die Fluggesellschaften der Länder, die so eine vereinzelte Strafsteuer eingeführt haben, zusätzlich mit einer weiteren Strafsteuer in der EU zu belangen.

    Da jedoch der freie Verkehr einen hohen Stellenwert besitzt und Lobbyorganisationen ihre Macht haben, wird es zu solchen Zusatz EU Flugsteuern nicht kommen.

    Ansonsten würde ich gerne noch erwähnen, dass Flüge von grenznahen Flughäfen zur Umgehung der deutschen Steuern meist keinen preisvorteil bringen, oftmals ist Frankfurt immer noch billger als z.B. Zürich oder Basel. Auch wenn man via London oder Paris flöge. Die Steuer kann gar keinen solchen Verlust gebracht haben.


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