Flugausfall-Blog: "Wer heute noch nach Europa will, bitte melden!"
Auf dem Weg von Tel Aviv nach Hamburg blieb SPIEGEL-ONLINE-Redakteur Andreas Borcholte in Istanbul hängen. Auf seiner tagelangen Rückreise erlebt er, wie eine archaische Aschewolke für europäische Verständigung und Solidarität sorgt. Und er ist immer noch unterwegs.
Bin gerade den umgekehrten Weg gegangen und aus München kommend nach 43 Stunden in Istanbul angekommen. Die Fahrt war relativ entspannt, nachdem man an der serbischen Grenze nachts um 3:30 Uhr 1/3 der Fahrgäste aus dem Zug entfernt hat. Für Serbien braucht man in der Regel ein Transit-visum. Wenn man einen deutschen Pass hat, zum Glück nicht. Ich hatte, wie viele andere, nicht mal gewusst, dass wir durch Serbien fahren. Die Bahn hat den Leuten die Tickets verkauft und leider vergessen darauf hinzuweisen, dass sie eventuell ein Visum brauchen. Keine billigen Tickes by the way. Ach ja, was noch passiert ist: An der ungarischen Grenze wurde unser Waggon überfallen. Dem Schlafwagenfahrer wurde ein Messer an die Kehle gehalten, und ein paar Passagiere wurden beklaut. Ich schlief derweil friedlich. Der Schaffner musste sich anschliessend mit Schnaps beruhigen und sprach von da an fliessend französisch.