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Flüssiggas-Kraftwerke: Kreuzfahrtreeder wollen sauberen Strom in Häfen

Aida CruisesAida Cruises will eine schnelle Lösung in Sachen umweltfreundlichere Stromversorgung ihrer Schiffe in Häfen. Wie Konkurrent TUI Cruises setzt die Rostocker Reederei auf neue schwimmende Blockheizkraftwerke. Der Erste im Wettlauf würde eine weltweite Premiere feiern.

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/...849973,00.html
  1. #30

    Zitat von Michael KaiRo Beitrag anzeigen
    . Vor allem die höherwertigen, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe sind höchst gesundheitsgefährdend, vor allem auch deshalb, weil bei der Verbrennung sehr leicht Furane und Dioxine entstehen können.

    Soweit mir bekannt, muss man die Schiffsdieselmotoren nicht groß umrüsten, wenn PKW-Diesel verfeuert werden soll. Es ist natürlich ein Kostenfaktor, etwa 100 $ je Tonne mehr, den die Reedereien scheuen.

    Allerdings hätten die Mineralölkonzerne dann ein Problem, denn die müssten das Schweröl, den Abfalldreck als Sondermüll entsorgen.
    Furane und Dioxine können nicht entstehen, da im Treibstoff und im Schmieröl kein Chlor vorhanden ist (das ist kein Trost und macht die Situation auch nicht besser, da z.B. Tiophene entstehen können).

    Zu den Preisen: 1 t HFO (Typischer Treibstoff) kostet heute aktuell $ 641 (Preise werden weltweit in US-Dollar gerechnet). Tankstellendiesel hat eine Dichte von 0,82 bis 0,84kg/L. D.h., 1 t Tankstellendiesel entspricht ca. 1190 L. Das ergibt bei einem aktuellen Preis von ca. € 1,50 einen Tonnenpreis von $ 2195 (€ : $ 1,23). D.h., der Umstieg auf Tankstellendiesel würde die Betriebskosten eines Kreuzfahrers (30 MW installiert LeistungSFOC 200 g/kWh, 5000 h/a) um ca. 46.6 Mill $ US pro Jahr erhöhen. Damit wäre kein Schiff mehr öknomisch sinnvoll zu betreiben.

    Die Raffinerien haben die Möglichkeit, das Rückstandsöl zu Petrolkoks zu verarbeiten und an die Kraftwerksindustrie zu verkaufen.
  2. #31

    Zitat von o.b.server Beitrag anzeigen
    Furane und Dioxine können nicht entstehen, da im Treibstoff und im Schmieröl kein Chlor vorhanden ist (das ist kein Trost und macht die Situation auch nicht besser, da z.B. Tiophene entstehen können).
    Danke für die Antwort. Wie ich Ihnen schon einmal mitteilte, liegen mir Zahlen aus der Mineralölindustrie vor, dass sehr wohl Chlor im Treibstoff vorhanden ist. Selbstverständlich keine riesigen Mengen, aber wenige Gramm und selbst nur Milligramm / Tonne reichen aus. Darüber hinaus sind oft Kupferleitungen, Kupfer-Beschichtungen o.ä. im Einsatz, die dann leider ein hervorragenden Katalysator darstellen. Furane und Dioxine sind z.B. bei PKW-Dieselfahrzeuge bereits nachgewiesen worden; u.a. spielen verkupferte Ölkühler eine Rolle. Bei den Schiffen schaut man halt weniger gerne bis gar nicht nach. Merkwürdig auch, dass www.cleanship.eu sowohl ganz aus dem Netz als auch aus Wiki herausgenommen wurde. Dabei war es ein von der EU bezahltes Forschungsprojekt.

    Zitat von o.b.server Beitrag anzeigen
    Zu den Preisen ... würde die Betriebskosten eines Kreuzfahrers (30 MW installiert LeistungSFOC 200 g/kWh, 5000 h/a) um ca. 46.6 Mill $ US pro Jahr erhöhen. Damit wäre kein Schiff mehr öknomisch sinnvoll zu betreiben.
    Danke für diese interessante Info bzgl. Kraftstoffpreise!
    Das Jahr hat bekanntlich 52 Wochen. Die Kreuzfahrschiffe werden i.d.R. wöchentlich ausgelastet. AIDAbella z.B. hat eine Kapazität von 2050 Passagiere, das bedeutet grob 100.000 Passagiere / Jahr. Sie wollen mir jetzt weißmachen, dass die Reederei die Mehrkosten von 466 $ / Passagier NICHT umsetzen könnten?
    Jemand der eine Reise bucht (meine Bekannten und auch ich haben es schon mehrfach getan) und dabei mindestens 2.000,- Euro ausgibt, würde diese Reise nicht mehr machen, wenn sie 10 % teurer wäre? Das ist lächerlich.
    Darüber hinaus hatte ich hier auch schon erwähnt, dass einiges an Einsparpotential möglich ist. Darüber hinaus läuft ein SCR-Abgassystem immer extrem mager (gemäß den Motorkennlinien), das bedeutet reduzierter Kraftstoffeinsatz bis zu 10 %. Auch das trägt zur Amortisation bei. Bei LKWs schon tagtägliches Geschäft. Und wenn die AIDA-Reederei bzw. deren Eigentümerin nicht ständig Schiffe versenken spielen würde (die Costa Concordia gehört wie die AIDAs bekanntlich auch zur Carnival Corporation & plc), dann täten die auch noch etwas einsparen, um das zu finanzieren.

    Zitat von o.b.server Beitrag anzeigen
    Die Raffinerien haben die Möglichkeit, das Rückstandsöl zu Petrolkoks zu verarbeiten und an die Kraftwerksindustrie zu verkaufen.
    Und dann kämpft die Kraftwerksindustrie mit den Schadstoffen? Oder ist es dann schadstoffarm? Danke für eine Info.
  3. #32

    Zitat von o.b.server Beitrag anzeigen
    Furane und Dioxine können nicht entstehen, da im Treibstoff und im Schmieröl kein Chlor vorhanden ist (das ist kein Trost und macht die Situation auch nicht besser, da z.B. Tiophene entstehen können).
    Was meinen Sie dazu:

    "Ersetzt man den Schwefel des Thiophens durch Sauerstoff, so erhält man die strukturanaloge Verbindung Furan"
    Thiophen
  4. #33

    Zitat von Michael KaiRo Beitrag anzeigen

    Und dann kämpft die Kraftwerksindustrie mit den Schadstoffen? Oder ist es dann schadstoffarm? Danke für eine Info.
    Nein, sauber ist der Brennstoff nicht. Aber dort sind gut funktionierende Rauchgasreinigungsanlagen installiert.
  5. #34

    Zitat von Michael KaiRo Beitrag anzeigen
    Was meinen Sie dazu:

    "Ersetzt man den Schwefel des Thiophens durch Sauerstoff, so erhält man die strukturanaloge Verbindung Furan"
    Thiophen
    Dieses von Ihnen zitierte Furan ist ein harmloser Aromat. Im Zusammenhang mit Dioxinen sind immer die polychlorierten Furane gemeint. Und sowohl Dioxine (PCDD) als auch Furane (PCDF) konnten wir im Abgas von schwerölgefeuerten Schiffsmotoren nicht nachweisen.
  6. #35

    Wieso ist LNG umweltfreundlich?

    Das Zeugs ist auch ein fossiler Kraftstoff.

    Wie wäre es mit Diesel BHKWs die mit umweltfreundlich produziertem Pflanzenöl laufen und einen Rußfilter haben? Motoren gibt's genug...
  7. #36

    Bordspannung ist das Problem

    Eins habe ich trotz Maschinenbau-Studium nicht begriffen: Was soll der Vorteil eines schwimmenden Kraftwerks gegenüber einem Landanschluss sein? Problem Nummer eins ist doch, dass jedes Schiff mit einer anderen Bordspannung unterwegs ist. Für dieses Problem hat doch das schwimmende Kraftwerk so wenig eine Lösung wie der Landanschluss!
  8. #37

    Zitat von panzertom Beitrag anzeigen
    Eins habe ich trotz Maschinenbau-Studium nicht begriffen: Was soll der Vorteil eines schwimmenden Kraftwerks gegenüber einem Landanschluss sein? Problem Nummer eins ist doch, dass jedes Schiff mit einer anderen Bordspannung unterwegs ist. Für dieses Problem hat doch das schwimmende Kraftwerk so wenig eine Lösung wie der Landanschluss!
    So wie ich das verstanden habe, können oder wollen viele Städte / Häfen keinen Stromanschluss zur Verfügung stellen.

    Es ist ja nicht gerade ein 230-V-Anschluss gefragt, sondern einer mit sehr viel Leistung.

    Aber Sie haben grundsätzlich recht: Es ist verwunderlich.
  9. #38

    ...

    Zitat von Michael KaiRo Beitrag anzeigen
    So wie ich das verstanden habe, können oder wollen viele Städte / Häfen keinen Stromanschluss zur Verfügung stellen.

    Es ist ja nicht gerade ein 230-V-Anschluss gefragt, sondern einer mit sehr viel Leistung.

    Aber Sie haben grundsätzlich recht: Es ist verwunderlich.
    Das so genannte "Cold Ironing" (Landstromversorgung) benötigt sehr große Energiemengen. Es geht ja nicht nur im die wenigen Kreuzfahrer, die im Hotelbetrieb Strom benötigen, sondern um viele Containerschiffe, die die geladenen Kühlcontainer mit Strom versorgen müssen. Sinnvoll ist Landverstromung nur, wenn alle Schiff im Hamburger Hafen ihre Hilfsdiesel abschalten und den Strom von Land beziehen. Während der Hamburger Cruising Days, wenn bis zu 6 Kreuzfahrer an der Pier liegen, und mehrere Dutzend Containerschiffe im Hafen liegen, kann der Strombedarf locker 200 MW überschreiten. Das würde bedeuten, dass in Hamburg ein weiteres Kohlekraftwerk gebaut werden müsste.
  10. #39

    Re: Wieso ist LNG umweltfreundlich?

    Zitat von mcpoel Beitrag anzeigen
    Wieso ist LNG umweltfreundlich?

    Das Zeugs ist auch ein fossiler Kraftstoff.
    Das Verhältnis Wasserstoff:Kohlenstoff ist bei Methan (also Erdgas) höher als bei anderen Kohlenwasserstoffen, es entsteht also mehr Wasserdampf und weniger CO2 bei der Verbrennung.
    Es wird zur Herstellung viel weniger Prozessenergie verbraucht, denn Erdgas muss nicht erst in der Raffinerie durch einen chemischen Prozess hergestellt werden, sondern es kann fast so verwendet werden wie es in der Natur vorkommt. Es muss nur entschwefelt und getrocknet werden.








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