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Flüchtlingskinder zu Elite-Studenten: Die Lüge vom Aufstieg, den jeder schaffen kann

Lange sollten sie abgeschoben werden, heute gelten sie als Vorzeigemigranten: Die Brüder Mojtaba, Masoud und Milad flohen 1996 aus dem Iran. In ihrem Buch beschreiben sie, wie sie es trotz renitenter deutscher Behörden an Elite-Unis schafften - und warum sie sich nicht instrumentalisieren lassen.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...855234,00.html
  1. #1

    Bornierte Ausländerpolitik

    Sehr treffender Artikel!
    Ja, die deutschen Politiker begreifen nicht, dass es einen Wettbewerb um die besten jungen Köpfe der Welt gibt. Da denkt man immer noch, man könne es sich erlauben, abzuschotten, zu verweigern und ansonsten fähigen Einwanderern das Leben wo es nur geht schwer zu machen.

    Kanada, Amerika, Australien haben eine Punktesystem, füpr das man sich qualifizieren kann (Ausbildung, Alter, besondere Fähigkeiten, Berufserfahrung etc.). Es wird bei uns einfach nicht differenziert, sondern pauschal erstmal abgewiesen, vergrault und abgelehnt. Es gibt genügend Ausländer (nicht alle), die für Deutschland ein Gewinn und eine Bereicherung wären

    Die deutschen Ausländerbehörden sind ein Hort von tiefsitzenden Vorurteilen und verstecktem (teils auch offenem) Rassismus und Borniertheit.
  2. #2

    Undankbar?

    Natürlich ist es zum Teil nicht nachvollziehbar und schlicht ungerecht, wie mit dieser Familie umgegangen wurde. Allerdings liegt die Wurzel des Übels in einer letztlich absurden Idee, nach der alle 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten im Falle einer politischen Verfolgung das Grundrecht auf Asyl im vergleichsweise kleinen Deutschland beanspruchen könnten. Dass diese letztlich utopische Idee in einem Rechtsstaat zu einem herzlosen "Verwaltungsmonstrum" führen muss, das nur noch Vorgangszahlen und keine Menschen mehr sieht, liegt für mich auf der Hand. Daher wurde ja auch das Grundrecht auf Asyl durch die "sichere Drittstaatenregelung" in den 90er Jahren stark eingeschränkt.

    Nach dem Lesen des Interviews im Spiegel beschlich mich das Gefühl, ob die drei Brüder nicht letzten Endes ein wenig undankbar sind: Ja, es war ein langer Kampf um das Bleiberecht, ja sie haben Ausgrenzung und Zurückweisungen erlebt. Aber sie haben auch von vielen Menschen Hilfe erfahren. Letzten Endes durften sie bleiben und konnten ihren Weg machen. Ein Weg, der alles andere als selbstverständlich war, der aber auch für viele andere Menschen welcher Herkunft auch immer unerreichbar bleibt. Viele Bürger in diesem Land - ob "natives" oder nicht - wurden und werden täglich zum Spielball willkürlicher und zum Teil ungerechter staatlicher Entscheidungen. Man darf das anprangern, darf aber auch nicht zu viel erwarten. Und am Ende lebt es sich hierzulande wohl besser und sicherer als in den meisten Ländern auf dieser Welt.
  3. #3

    Chancengleichheit statt stumpfer Transferleistungen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Lange sollten sie abgeschoben werden, heute gelten sie als Vorzeigemigranten: Die Brüder Mojtaba, Masoud und Milad flohen 1996 aus dem Iran. In ihrem Buch beschreiben sie, wie sie es trotz renitenter deutscher Behörden an Elite-Unis schafften - und warum sie sich nicht instrumentalisieren lassen.

    Unerwünscht: Brüder Sadinam kämpften sich als Flüchtlinge an Elite-Uni - SPIEGEL ONLINE
    Wenn bestimmte Parteien auf Stimmenfang immer wieder Gerechtigkeit und Gleichheit einfordern, meinen sie stets die Verteilungsgerechtigkeit. Was wir jedoch wirklich brauchen, ist Chancengerechtigkeit bzw. Chancengleichheit. Die erreicht man aber nicht über üppige Transferleistungen an das Elternhaus, sondern durch ein förderndes und integrierendes staatliches Bildungssystem, das auch Talente aus bildungsfernen Elternhäusern an die Hochschulen heranführt. Wie Meldungen der letzten Zeit über Bildungschancen zeigen, sind wir davon meilenweit entfernt.
  4. #4

    Schöne Geschichte,,,

    Aber wenn wir gewusst hätten welche Strapazen diese Familie erleiden musste?? Nun traurig ist, dass viele Migranten mit dem gleichen Schicksal mehr als 10 Jahren auf ein Aufenthaltserlaubnis warten. Unser Land braucht Spezialisten, Ingenieure, gut Ausgebildete Menschen, und sie leben hier unter uns, ohne Aufenthaltserlaubnis, ohne Arbeitserlaubnis, traurig dass wir sie dann abschieben.
    Mir ist aufgefallen, dass besonderes viele Migranten aus dem Iran akademischen Karriere machen und hohe Positionen bekleiden, allein in unserem Krankenhaus arbeiten 3 junge iranischen Ärzte. Wie dem auch sei, einige Migranten sind besser als unsere Erwartungen an gelungene Migration. Daher sollte Deutschland das Thema Migration endgültig als gelungen betrachten, und sich die Bekämpfung des Rechtsradikalismus widmen.
  5. #5

    Erwarten Sie eine Dankeschön?

    Zitat von bodo77 Beitrag anzeigen
    Natürlich ist es zum Teil nicht nachvollziehbar und schlicht ungerecht, wie mit dieser Familie umgegangen wurde. Allerdings liegt die Wurzel des Übels in einer letztlich absurden Idee, nach der alle 7 Milliarden Menschen auf diesem Planeten im Falle einer politischen Verfolgung das ....
    Nun wenn Sie eine persönliche Dankeschön erwarten, könnten sie haben wenn Sie auch die danken die das Land für Sie sicherer gemacht haben, die nach dem Krieg für mehr Demokratie in diesem Lande gekämpft haben, zu diesen Personenkreis gehören Sie sicher nicht, sonst hätten Sie keine Dankeschön erwartet, sondern Ihre Mitgefühl für den Leid und Entbehrungen gezeigt die diese Familie angetan wurden ist.
  6. #6

    Spielverderber

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Lange sollten sie abgeschoben werden, heute gelten sie als Vorzeigemigranten: Die Brüder Mojtaba, Masoud und Milad flohen 1996 aus dem Iran. In ihrem Buch beschreiben sie, wie sie es trotz renitenter deutscher Behörden an Elite-Unis schafften - und warum sie sich nicht instrumentalisieren lassen.

    Unerwünscht: Brüder Sadinam kämpften sich als Flüchtlinge an Elite-Uni - SPIEGEL ONLINE
    Na, da spucken sie mit ihrer "Wahrheit" aber kräftig in die Suppe der "Heile-Welt-Verkünder" in diesem Lande. Gerechtigkeit und Humanität sind aussterbende "Spezien" und zeigen sich den Schwächsten am wenigsten, oft auch gar nicht. Aber wo bleibt das Neue an der altbekannten Erkenntnis. Vielleicht etwas banales, dass das eigene Leid und die eigenen erlebten Ungerechtigkeiten immer zum schlimmsten gehört was man erlebt hat. Aus Sicht der betroffenen Brüder kann man ihnen nur zustimmen, wer könnte das nicht, wenn er dazu fähig wäre sich selbst in ihre Situation hinein zu denken. Aus anderer Perspektive, z. B. aus Sicht eines damals gerade erst 80 Milionen Staates mit großen Einheitsbrüchen, sieht es dagegen schon differenzierter aus. Nach der damaligen Rechtslage hätte dieser Staat nicht nur theoretisch jedem der es bis hier her geschafft hätte und eine politische Verfolgung hätte nachweisen können, zwingend Asyl gewähren müssen, egal wie viele gekommen wären. Eine rechtliche Zusicherung die bei extremer Zuspitzung nach logischem Ermessen niemals gewährleistet werden kann. Das die Asylgesetzgebung später "angepasst" werden muste zeigt einmal mehr in welchen Scheinwelten unsere Politgrößen lebten und bis heute leben. Als Politiker denkt man bis heute bei allem was man tut und bewegt, nie vom Ende her oder es interessiert einfach nicht. Wenn dann etwas total schief läuft waren immer die Umstände oder andere, gerne auch die Vorgänger, Schuld am Desaster gewesen.
  7. #7

    Verstehe ich nicht.

    DIe drei haben es ja offenbar ganz gut "geschafft". Und sie behaupten von sich selbst nicht klüger und besser zu sein als andere. Außerdem behaupten Sie, Deutschland habe alles versucht um sie wieder loszuwerden. Und zudem behaupten Sie, "Jeder kann es schaffen" sei eine Lüge.

    Ich finde das ist ein wenig widersprüchlich. Vermutlich können es nur die schaffen, die entweder besser sind als andere oder bei denen der Staat alles versucht um sie wieder loszuwerden.
  8. #8

    titel

    Sehr gut.
    Nicht den Mund halten. Immer die Wahrheit sagen, wie Migranten und Asylanten in Deutschland behandelt werden.
    Ich freue mich sehr für die Familie, dass sie es geschafft hat gegen alle Widrigkeiten. Sie können sehr stolz auf sich sein.
  9. #9

    Zitat von cyn Beitrag anzeigen
    DIe drei haben es ja offenbar ganz gut "geschafft". Und sie behaupten von sich selbst nicht klüger und besser zu sein als andere. Außerdem behaupten Sie, Deutschland habe alles versucht um sie wieder loszuwerden. Und zudem behaupten Sie, "Jeder kann es schaffen" sei eine Lüge.

    Ich finde das ist ein wenig widersprüchlich. Vermutlich können es nur die schaffen, die entweder besser sind als andere oder bei denen der Staat alles versucht um sie wieder loszuwerden.
    Sagen wir es mal so: Die drei haben es geschafft, weil sie vielleicht von Natur aus Kämpfer sind. Vielleicht haben sie es auch geschafft, weil sie vielleicht doch ein bisschen intelligenter sind, als andere (was nicht heißen soll, dass es da draußen nicht auch Asylbewerber gibt, die ein 2,0er Abitur schaffen), vielleicht haben sie es geschafft, weil sie eine starke Mutter hatten, vielleicht waren sie selbst auch neugieriger, offener und mutiger. Das trifft aber nicht auf jeden (intelligenten) Menschenzu. Schauen Sie doch mal in die dt. Schulklassen rein und sehen Sie sich die deutschen Kinder dort an. Das sind ganz unterschiedliche Typen, egal, ob intelligent oder nicht. Und auch dort werden Sie sicherlich "intelligente" Leute finden, die ihrerseits in der Fremde nicht zurecht kämen, weil sie z.B. zu introvertiert oder zu ängstlich sind.

    "Jeder kann es schaffen" ist deshalb eine Lüge. Weil eben nicht jeder mit den gleichen charakterlichen Voraussetzungen an die Sache herangehen kann, weil nicht jeder die gleiche familiäre Situation hat.
    Der deutsche Staat - das bleibt festzuhalten - hat auf jeden Fall wenig für die Brüder getan, auf das er stolz sein kann.
    Die Brüder können stolz auf sich sein und ich muss sagen, dass ich mich für alle drei freue, dass sie so eine Karriere gemacht haben. Einfach, weil ich mir denke, dass es schwer genug war. Und auch das kann nicht jeder auf sich nehmen.


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