Flucht nach vorn: WikiLeaks stellt US-Depeschen selbst ins Netz

Alle Dokumente, alle Namen: Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hat nach einer Abstimmung auf Twitter Hunderttausende US-Botschaftsdepeschen im Internet veröffentlicht. Zuvor war dem Netzwerk schon ein verschlüsseltes Archiv und das dazugehörige Passwort abhanden gekommen.

http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...783976,00.html
  1. #40

    Klar...

    Zitat von spon-1277755831106 Beitrag anzeigen
    ich denke, das Theater um Wikileaks ist inszeniert, nachdem es mit den sexuellen Vorwürfen nicht so gut geklappt hat. Hier waren Profis am Werk und alle fallen darauf hinein. Wir kennen das ja vom Irak Krieg.
    Ist natürlich schwer zu begreifen, daß jemand, der bisher wie ein Messias verehrt wurde, sich jetzt als Oberdepp herausstellt.

    Anstatt pittoreske Verschwörungstheorien wegen der Anklage n Schweden zu ventilieren, hätte Herr Assange vielleicht mal damit rechnen sollen, daß man ihn auf andere Art angreift: Indem man ihm den Geldhahn zudreht und die Web-Site abschaltet. Aber als genau das droht, und damit womöglich der Verlust der Daten, fällt ihm bzw. seiner ergebenen Entourage nix besseres ein, als die brisanten Daten in die Netz-Gemeinde zu streuen - ohne zu wissen, was die so enthalten!
    Und anschließend mit dem Finger auf einen Journalisten zu zeigen, der vor sieben (!) Monaten das Paßwort in einem Buch nennt, that takes the cake!
  2. #41

    ?

    Zitat von tbms Beitrag anzeigen
    Wer hat eigentlich mit welchem Recht beschlossen, daß die Namen von US Informanten unkenntlich gemacht werden sollen?(...)
    Können Sie sich entfernt vorstellen, daß es in LÄndern wie China oder Iran anders zugeht, als hier in D?
    Wenn sich Aktivisten, Bürgerrechtler, oder einfach Privatpersonen an die US-Botschaft gewandt haben, um genau die Mißstände bekannt zu machen, die Wikileaks angeblich aufdecken will, und jetzt um ihr Leben fürchten müssen, dann ist das ein Verrat, der durch nichts zu entschuldigen ist.

    Es ist natürlich einfach, vom Fernsehsessel aus die Einstellung zu pflegen, daß diese Bürgerrechtler und Aktivisten eben mal schön mit offenem Visier zu ihrer Tätigkeit stehen sollen.

    Die völlige Freigabe der Daten auch noch zu verteidigen, ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten.
  3. #42

    Falsch verstanden?

    Zitat von der_rookie Beitrag anzeigen
    1.) (...)- Ich verstehe nicht wieso Hr. Domgescheid-Zwerg eine Kopie des Datenarchivs veröffentlicht hat
    (...)
    Nach dem SPON-Artikel http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...783694,00.html war es nicht der zweifellos nicht sehr sympathische Herr Domscheid-Zwerg, der die Daten in die Gemeinde gestreut hat, sondern Wikileaks-Mitarbeiter, um sie vor dem "Verschwinden" zu retten - und ohne zu wissen, womit sie da um sich werfen.
    Dafür gibt es einen Fachausdruck: Verantwortungslosigkeit.
    Natürlich hätte sich der Journalist ein fiktives Paßwort ausdenken können - aber warum sollte er? Nach aller Vernunft konnte er annehmen, daß es nicht mehr galt. Nach aller Vernunft hätte Assange es spätestens ändern müssen, als das Buch auf dem Markt war - und das war im Februar!

    Da beißt die Maus keinen Faden ab: Assange hats versiebt.
    Und nicht mißverstehen: Er ist nicht tragisch an den Umständen gescheitert.
    Er ist gescheitert an seiner Arroganz und Eitelkeit.
    Und die kostet jetzt vermutlich Menschen das Leben.
  4. #43

    Jawoll!

    Zitat von anon11 Beitrag anzeigen
    Jetzt werden halt Informanten der US Regierung enttarnt, who cares. Ist doch gut, so können diese "Spione", welche Informationen an diesen "Weltterroristen" gegeben haben, unschädlich gemacht werden.
    Geht doch nicht, daß da irgendwelche Aktivisten in Iran und China ihr Land verraten! An den Weltterroristen!
    Das bißchen Steinigung, das bißchen Handabhacken, das bißchen Folter, das bißchen Korruption!
    Damit wird man jawohl fertig, wenn man sich geschmeidig anpaßt.
    Haben wir Deutschen ja vorgemacht von 1933 bis 1945!
    Bis uns der "Weltterrorist" dazwischengefunkt hat!
    Verräter müssen "unschädlich" gemacht werden.
    Am besten vom Volksgerichtshof!
    Jawoll!
  5. #44

    Ja klar...

    Zitat von tbms Beitrag anzeigen
    Im großen und ganzen stimme ich Ihrem Beitrag zu.
    Allerdings muß man schon zwischen dem Verhältnis von WL zu seinen eigenen Informanten und dem Verhältnis zu Informanten Dritter unterscheiden.
    Zu letzteren (konkret: den Informanten der USA) hat WL kein Vertrauensverhältnis und per se keine Schutzpflicht.(...)
    Also wenn mir jemand beispielsweise "leaked", was Nachbar X darüber weiß, daß Nachbar Y Nachbar Z nicht nur wegen Mitgliedschaft in - sagen wir - einer millitanten Nazi-Organisation angezeigt hat, die schon öfter ihre Gegner zusammengeschlagen, ermordet, deren Kinder bedroht hat, sondern auch schriftliche Beweise dafür hat, und sich X deshalb mehrmals despektierlich über Z geäußert hat, dann kann ich das alles ganz beruhigt herumquatschen, zum Beispiel, um mich wichtig zu machen, weil schließlich nicht Y ein Vertrauensverhältnis mit mir eingegangen ist? Und wenn die Kumpels von Z den Y dann zusammenschlagen, ermorden, seine Kinder terrorisieren, dann habe ich damit gar nix zu tun?
    Habe ich das so richtig verstanden?
  6. #45

    Da haben Sie verschiedene Dinge mißverstanden...

    Zitat von werists Beitrag anzeigen
    (...)Leider hat das nicht so funktioniert, es wurden Fehler gemacht. Und ich befürchte, dass sich diese Fehler für WL und andere ähnliche Plattformen negativ auswirken. Den ein Whistleblower kann sich nicht sicher sein, dass nicht auch sein Schutz ausgehebelt wird bzw. sich an Absprachen gehalten wird.
    Ja, für Whistleblower allgemein und Wikeleaks sind die Folgen negativ - für die genannten Informanten der US-Botschaften womöglich letal.
  7. #46

    So ist es.

    Zitat von Analysta Beitrag anzeigen
    Das würde ich auch für normal halten. Wenn ich jemandem ein Passwort für eine ansonsten geschütze Umgebung ausnahmsweise mitteilen muss (was ca. alle paar Jahre mal vorkommt), dann verabrede ich, dass der- oder diejenige die entsprechenden Daten innerhalb der nächsten Stunden herunterladen muss und ändere selbstverständlich hinterher das Passwort.(...)
    Spätestens nachdem das Buch auf dem Markt war - und das war vor 7 Monaten! - hatte Assange das Paßwort ändern müssen.
  8. #47

    Glasklar

    Zitat von tbms Beitrag anzeigen
    Woher leiten Sie diese Schutzpflicht ab?
    Hat sie Grenzen?
    Wie schneidet diese Schutzpflicht im Vergleich mit Freiheitsrechten ab?
    Besteht diese Schutzpflicht auch, wenn derjenige, den man beschützen soll, sich vorher wissentlich und aus freier Entscheidung selbst in Lebensgefahr gebracht hat?
    Das ist doch mal eine glasklare Haltung.
    Denken wir beispielsweise mal an die Geschwister Scholl und andere Widerstandskämpfer gegen Hitler.
    Schließlich haben die sich im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte in Gefahr gebtracht.
    Anstatt sich wie der Rest der deutschen Bevölkerung geschmeidig anzupassen.
    Da mußten die dann halt auch zu stehen!
    Vor dem Volksgerichtshof.
    Bzw. liegen - vor dem Fallbeil.
    Und schon fühlt es sich viel besser an, daß ca. 90% der deutschen Bevölkerung sich nicht so verhalten haben wie die Geschwister Scholl.
  9. #48

    Unterstützung für Julian Assange

    Julian Assange hat die weltweite Unterstützung aller freiheitsliebenden Menschen verdient.
    Er steht dafür, die Untaten und krummen Machenschaften der Bush & Obama-Regimes und ihrer westlichen Vasallen aufzudecken und ihm gehört unsere volle Unterstützung.
    Die Zeiten solcher totalitärer Gewaltregimes ist abgelaufen !

    Dass er wegen lächerlicher Vorwürfe festgehalten wird, zeigt, dass solche Regimes zu allem bereit sind. Aber das wissen wir seit Guantanamo ja ohnehin.
    Handeln ist angesagt !
  10. #49

    Fans

    Zitat von genau_so_isses Beitrag anzeigen
    Julian Assange hat die weltweite Unterstützung aller freiheitsliebenden Menschen verdient.
    Er steht dafür, die Untaten und krummen Machenschaften der Bush & Obama-Regimes und ihrer westlichen Vasallen aufzudecken und ihm gehört unsere volle Unterstützung.
    Die Zeiten solcher totalitärer Gewaltregimes ist abgelaufen !(...)
    Wie man Ihren sonstigen Beiträgen entnehmen kann, haben auch die Taliban (in ihrem bewunderswürdigen Befreiungskampf für das afghanische Volk) und das Regime in China (in seinem Kampf gegen den gefährlichen Terroristen Ai WaiWai) jede Unterstützung verdient.

    Früher haben sich Whistleblower an Medien wie den Spiegel, die Times, den Guardian gewandt.
    Bradley Manning hat sich lieber Wikeleaks anvertraut.
    Ohne Honorar dafür zu bekommen, darf man annehmen, weil Wikileaks ja eine gemeinnützige Organisation ist, die sich um die Wahrheit verdient macht.
    Mit dem Ergebnis, daß Mannings Material von Assange an den Spiegel, die Times und den Guardian weiter gegeben wurde, nicht für Nöppes, darf man annehmen, weil er ja Geld braucht, für die Aufrechterhaltung seiner Palttform, die sich um die Wahrheit verdient macht.
    Selbstverständlich ist Herrn Assange klar, daß er sich da mit ziemlich mächtigen Leuten anlegt hat - wenn auch nicht gleich mit solchen, die einem radioaktive Substanzen in den Drink mischen - aber daß man versuchen würde, ihm den Geldhahn abzudrehen und man versuchen würde, das Material auf seinem Server zu zerstören, damit hat er offenbar nicht gerechnet. Das wäre aber klüger gewesen, als sich in pittoresken Verschwörungstheorien zu ergehen, nur weil zwei Frauen in Schweden ihn offenbar nicht so umwerfend fanden, wie er im Glanze seines neuen Ruhms dachte.

    Und heute - nach dem totalen Desaster - verbreitet er sich auf der Medienwoche in Berlin darüber, daß alle anderen Schuld haben, nur nicht er selbst.
    Er mußte die Dateien in die Runde senden, weil das Pentagon und die CIA was gegen ihn hätten.
    Klar, so ähnlich äußerte sich auch der Unfallfahrer mit dem Wagen ohne Bremsen: Wenn nicht so viele Stop-Schilder überhall rumstehen würden, hätte der Wagen noch 100.000 km weiter fahren können.
    Und der Guardian ist schuld, weil Leigh das Paßwort veröffentlicht hat. Vor sieben (!) Monaten.
    Und alle, alle applaudieren, auch die, die noch vor kurzem darauf bestanden, daß ja schließlich niemand ernsthaft gefährdet wurde, bestehen jetzt darauf, daß die eigentliche Mission ja totale Transparenz wäre - und die paar Leben, die das jetzt womöglich kostet, wird das ja wohl wert sein, wenn die das nicht sowieso verdient hätten, Verräter allesamt.
    So hart wollte Assange das nicht sagen, auf der Medienwoche in Berlin, nein, die Informaten hätten ja schließlich 1 Jahr Zeit gehabt, sich in die Dinge zu fügen. Also unterzutauchen, ins Exil zu gehen oder sich zu erschießen.
    Wobei Herr Assange offenbar verdrängt, daß er selbst vielleicht seit einem Jahr weiß, daß die DAteien im Netz kursieren - die gefährdeten Personen das aber im günstigsten FAll erst vor 2 Wochen erfahren haben dürften.

    Da bleibt eigentlich nur ein Fazit: Jeder Wistleblower sollte sich in bewährter Manier an den Spiegel, die Times oder den Guadian wenden.
    Wikileaks ist nur unverzichtbar für die zweifellos große Gemeinde derer, die in ihrer Paranoia alles glauben, außer dem, was in der Zeitung steht, egal in welcher.
    Und für Assange natürlich.