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Fluchende Europäer: "Ich fühl mich hodig"

CorbisWenn Russen und Holländer fluchen, wird es sexuell. Deutsche und Österreicher hingegen setzen auf Fäkalien. Im Interview erklärt der Sprachforscher Hans-Martin Gauger, warum Verbalattacken eine Männerdomäne sind - und was das mit Latein zu tun hat.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/f...-a-857211.html
  1. #1

    schade, sehr kurz und oberflächlich

    der prof hätte bestimmt noch viel interessantes zu erzählen gehabt
  2. #2

    Ist halt nur schade,...

    ... dass die Beobachtungen so nicht stimmen.
    Es wir hier genauso viel "sexuell geflucht" wie anderswo.
    "Asshole" sagt man im Englischsprachigen raum auch.
    "Scheisse, ist das geil!" ist sicher nicht negativ.

    Und Ausdrücke im Spanischen wie: "Me sale del culo" ist wohl auch nichts Sexuelles.

    Natürlich ist das Fluchen eine Bildungsfrage, wobei ich bei den europäischen Ländern schon Irland ganz vorne hinstellen würden, wo auch die Bildungsschicht mit dem Fluchen gut dabei ist.
    In Spanien hängt es dagegen mehr von der Religiosität ab, als dem Bildungsniveau.

    Wenn ich jetzt als unbedarfter Volkswirt schon erkenne, ...
  3. #3

    Sex in der Religion

    Wer die Stellung des Sexuellen im Allgemeinen und die Stellung der Frau in den Religionen betrachtet, wird schnell merken, woher die Verachtung für das Sexuelle im Allgemeinen und die Frau im Besonderen stammt. Die großen Religionen sind Sex-, Körper-, Lust- und Frauenverachtend. Das große, aktuelle Thema der Beschneidung (ein primitives, blutig ernstes Machtspiel) ist ein zentraler Punkt in der sehr alten, etablierten Anti-Sex-Debatte der Religionen. Sexualität wurde und wird von den Religionen als Mittel zur Repression und Kontrolle benutzt. Das sexualisierte Fluchen kann als gleichzeitiges Akzeptieren und Aufbegehren gegenüber den religiösen Dogmen verstanden werden. Wer sexualisiert flucht, akzeptiert primär die Körper- und Lustverachtung seiner Religion, begehrt aber durch bloßes Benennen auf. Ein moderner Mensch, der Sex lustvoll genießen kann, ohne sich dem Machtspiel hingeben zu müssen, sollte seine Sprache und sein Denken reflektieren und adjustieren.
  4. #4

    1

    Zitat von Blödian Beitrag anzeigen
    ... dass die Beobachtungen so nicht stimmen.
    Es wir hier genauso viel "sexuell geflucht" wie anderswo.
    "Asshole" sagt man im Englischsprachigen raum auch.
    "Scheisse, ist das geil!" ist sicher nicht negativ.

    Und Ausdrücke im Spanischen wie: "Me sale del culo" ist wohl auch nichts Sexuelles.

    Natürlich ist das Fluchen eine Bildungsfrage, wobei ich bei den europäischen Ländern schon Irland ganz vorne hinstellen würden, wo auch die Bildungsschicht mit dem Fluchen gut dabei ist.
    In Spanien hängt es dagegen mehr von der Religiosität ab, als dem Bildungsniveau.

    Wenn ich jetzt als unbedarfter Volkswirt schon erkenne, ...
    Im Russischen sagt man schon mal gerne (auch wenn man sich über etwas ärgert, was einem selbst widerfahren ist) "f..deine Mutter"
    Also wenn DAS nichts sexuelles ist, dann weiß ich nicht.
    Dass man solcherlei in unserer Sprache täte, wäre mir neu.
  5. #5

    Irgendwie ist Deutsch meiner Meinung nach auch nicht richtig zum Fluchen geeignet.... Es fehlt einfach an Kraftausdrücken um mal so richtig "vom Leder zu ziehen".... In dem sinne eigentlich eine sehr Kultivierte Sprache meiner Meinung nach.... Aber bin ich mal richtig sauer und will wirklich fluchen, dann weiche ich lieber ins Russische aus(obwohl das nicht meine Muttersprache ist).... Da kann man sich wesentlich besser den ganzen Frust von der Seele brüllen als im Deutschen... man muss nur aufpassen dass kein Russe zuhört ;)
  6. #6

    Die Häufigkeit der Verwendung sexueller/analer Begriffe ist schon eine andere je nach Sprache (in Russland gilt das Wort für Arsch z.B. nicht als obszön, vgl. http://www.russki-mat.net/page.php?l=RuDe&a=жопа ).
    Es fehlt allerdings der Hinweis auf den religiösen Wortschatz beim Fluchen, der häufig in katholisch geprägten Länder zu finden ist (z.B. Bayern, Québec...).
  7. #7

    ...

    Da hat der gute Mann aber einiges übersehen.
    Vom italienischen vaffanculo (analer gehts ja wohl nicht) einerseits bis zum deutschen sexualisierten "du Fot..", "fick dich selber/ins Knie" usw.

    Da fallen mir braven Ehefrau und Mutter auf Anhieb jede Menge sexualisierte - deutsche - Schimpfwörter ein (wahrscheinlich, weil ich vier Schulkinder habe...)

    Ob das nun wirklich so viel hergibt, dass man eine länderübergreifende Studie machen muss - ich weiß ja nicht. Find´s eher scheiße :-)
  8. #8

    Ja glauben sie halt...

    Zitat von Blödian Beitrag anzeigen
    ... dass die Beobachtungen so nicht stimmen.
    Es wir hier genauso viel "sexuell geflucht" wie anderswo.
    "Asshole" sagt man im Englischsprachigen raum auch.
    "Scheisse, ist das geil!" ist sicher nicht negativ.

    Und Ausdrücke im Spanischen wie: "Me sale del culo" ist wohl auch nichts Sexuelles.

    Natürlich ist das Fluchen eine Bildungsfrage, wobei ich bei den europäischen Ländern schon Irland ganz vorne hinstellen würden, wo auch die Bildungsschicht mit dem Fluchen gut dabei ist.
    In Spanien hängt es dagegen mehr von der Religiosität ab, als dem Bildungsniveau.

    Wenn ich jetzt als unbedarfter Volkswirt schon erkenne, ...
    mal jemanden der sich beruflich damit beschäftigt. Immer die Besserwisserei hier. Für was haben wir den studierte Experten, die sich mit nichts anderem befassen als ihrem Forschungsfeld.

    Und in seine Meinung geht eben nicht nur ihre eine Stimme mit ein, sondern er wird schon genügend Menschen zu dem Thema befragt haben.
  9. #9

    Finde ich nicht

    Zitat von camemberta Beitrag anzeigen
    Da hat der gute Mann aber einiges übersehen.
    Vom italienischen vaffanculo (analer gehts ja wohl nicht) einerseits bis zum deutschen sexualisierten "du Fot..", "fick dich selber/ins Knie" usw.

    Da fallen mir braven Ehefrau und Mutter auf Anhieb jede Menge sexualisierte - deutsche - Schimpfwörter ein (wahrscheinlich, weil ich vier Schulkinder habe...)

    Ob das nun wirklich so viel hergibt, dass man eine länderübergreifende Studie machen muss - ich weiß ja nicht. Find´s eher scheiße :-)
    Der Herr Professor hat das ganz genau erkannt, nämlich, dass es im Deutschen, zumindest bis vor kurzem (linguistisch gesehen sind das ca. 20 bis 30 Jahre), eher ungewöhnlich war, "sexuell" zu fluchen, während es im außerdeutschen Sprachraum ganz normal ist. Auch Ausdrücke wie "Quel bordel" für "Was ein Durcheinander" in der Alltagssprache, sind bspw. in Frankreich normal. D.h. aber gerade nicht im Umkehrschluss, wie er fälschlicherweise von etlichen Foristen gezogen wurde, dass im außerdeutschen Sprachraum ausschließlich sexuell geflucht wird, sondern eben auch fäkalisch. Daher auch die Anmerkung des amerikanischen Psychologen, die Deutschen seien "stehengeblieben". Wir hatten so gut wie nur fäkalisch (bspw. Arschgeige etc.) geflucht, die anderen beides oder gar überwiegend sexuell. Klar Ausnahmen bestätigen die Regel (bspw. "Seggl" oder "bleede bix" im Schwäbischen ), aber im wesentlichen trifft die Analyse vollkommen zu.

    Dass heute, gerade bei Schulkindern seit Mitte der 80er Jahre, auch sexualisierte Flüche stark im Kommen sind und neben die Fäkalsprache treten, ist ja vom Professor auch überhaupt nicht bestritten, sondern als Anpassungsprozess beschrieben worden, was auch zutrifft.








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