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Fischfangquoten: EU schmiedet Notfallplan gegen Plünderung der Meere

Es ist ein entscheidender Anlauf im Kampf gegen Überfischung: Die EU plant, den Fischfang radikal einzuschränken. Gelder sollen gestrichen, Kutter still gelegt, Kontrollen verschärft werden. Fischerei-Kommissarin Damanaki macht sich auf heiße Auseinandersetzungen gefasst.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...716082,00.html
  1. #60

    ...

    Zitat von Huscheli Beitrag anzeigen
    Fischzucht bringts eben auch nicht wirklich. Dachte die Zuchtfische werden mit Fangfischen gefüttert, verlagert das Problem also einfach. Oder ist das heute nicht mehr so?
    Korrekt. Die Zucht von piscivoren (fischfressenden) Fischen wie Forelle, Lachs, Zander usw. verlagert das Problem nicht nur, es verschärft es sogar noch. Bei Übergang von einer trophischen Ebene zur nächsten gehen ca. 90% der Energie (Biomasse) verloren. So wäre es ökologisch gesehen besser, die Fische zu konsumieren, die als Futter in Form von Fischmehl und -öl verarbeitet werden. Die Futtermittelindustrie hat bislang noch keine adäquates Substitut gefunden. Pflanzliche Energieträger werden von solchen Fischen nur schlecht verwertet und erhöhen die Abwasserbelastung.

    Zitat von familienvater70 Beitrag anzeigen
    Viele Muscheln/Schnecken waren am Strand zu finden, doch die Artenvielfalt hat sich auf wenige beschränkt und sind mit 1980 überhaupt nicht mehr zu vergleichen.
    Naja, bei Muscheln muss man vorsichtig sein. Es sind filtrierende Organismen, die auf eine Erhöhung des Nährstoffgehaltes (Verschmutzung mit organischen Düngestoffen und resultierender Zunahme von Plankton) mit einem verstärkten Wachstum reagieren. So ist nachgewiesen dass eine Verbesserung der Gewässergüte zur Reduktion von Muschelbeständen führt.

    Zitat von Weinheber Beitrag anzeigen
    Die Meere werden nicht nur leer gefischt, sie werden auch leer gefressen von den lieben, süßen, aber sehr gefräßigen Robben aller Arten[...] Kormoranen in den Binnengewässern.
    Aber mit diesem Thema ruft man die Tierschützer auf den Plan und dann ist jede Diskussion ohnehin fast sinnlos.
    Werter Forist, bevor Sie solchen Unsinn verzapfen sollten Sie sich erst einmal mit der Komplexizität (mariner) Ökosysteme auseinandersetzen. Empfehlenswert wäre Biologie Sekundarstufe II, kompliziertere Lektüre bei Bedarf.
    Solche vielfach verzahnten Nahrungsnetze sind Top down und Bottom up gesteuert, verschönt durch viele kleine Wechselwirkungen. Und Sie kommen mit Robben? Wie bitteschön sollen Robben einen Zusammenbruch kompletter Arten verursachen? Was hat Rotwild -in einer Kulturlandschaft ohne Räuberdruck- mit Fischpopulationen und deren Zusammenbruch aufgrund massiver Befischung zu tun?
    Ist jeder Mensch, der versucht, Ihnen jenseits platter Weisheiten die Fakten vor Augen zu führen gleich ein körnerfressender Tierschützer, der eh absolut ideologisiert denkt? *Kopfschüttel*
  2. #61

    Zitat von lalito Beitrag anzeigen
    Also, wie meinen?

    Sobald die Kernkraftgegner für die Nutzung der Kernspaltung demonstrieren kippt die Laufzeitverlängerung? Rofl.

    Schaut man genau hin, passt die von Ihnen angeführte Weisheit seit kurzem tatsächlich auch bei diesem Thema . . . ;-))

    Sorry for offtopic
    Nicht ganz. Kernkraftgegner sind gegen Kernkraft aber wofür sind sie denn? Anstatt Kernkraftgegner zu sein, könnten sie ja auch für alternative Energiegewinnung sein. Aber es ist tatsächlich ein gutes Beispiel. Wenn man ein Gegner von etwas ist, dann braucht man ja auch einen Gegner. Es ist ganz einfach eine Konzentration auf die falsche Sache. Eine Negativsicht auf die Welt. Das ist Konflikterzeugungspotiental, unkreativ und hat was von einem festgebissenem Bullterrier.
  3. #62

    Titel Thesen Temperamente

    Zitat von localpatriot Beitrag anzeigen
    Fischen bis der letzte Fisch gefressen ist. Und dann hat die arme Seele ihre Ruh.
    Der Mensch hat durch Überfischung oder Überjagung noch nie eine Tierart ausrotten "können". Das liegt schlicht und einfach daran, dass schon weit vor dem Aussterben die Individuendichte derart dünne geworden ist, dass sich das Nachstellen nicht mehr lohnt. Insofern wird man nie "den letzten Fisch fressen".

    Außerdem darf man darüber nachdenken, wenn man einerseits per Medizin und Entweicklungshilde die Menschenzüchtung fördert, aber andererseits rumquakt wenn diese humane Überpopulation Hunger hat und auch sonst mehr als nur gerade eben leben möchte. Zu glauben man können beliebig viel menschen in ökologisch wertvoller Weise ernähren ist ein Trugschluss.
  4. #63

    ...

    Zitat von Simpso Beitrag anzeigen
    Der Mensch hat durch Überfischung oder Überjagung noch nie eine Tierart ausrotten "können". Das liegt schlicht und einfach daran, dass schon weit vor dem Aussterben die Individuendichte derart dünne geworden ist, dass sich das Nachstellen nicht mehr lohnt. Insofern wird man nie "den letzten Fisch fressen".
    Das stimmt nicht. Einerseits ist bei großen Wildtieren mit einer bereits anfänglich geringen Individuendichte das Ausrotten der Art durch Bejagung nachgewiesen. Auch für Fischarten ist dies belegt.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Langkiefer-Mar%C3%A4ne
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gravenche
    ect.pp.

    Andererseits braucht man auch nicht die Population bis zum letzten Individuum reduzieren. Es ist schon ausreichend dies bis zu einer kritischen Dichte zu tun. Wenn diese dann erreicht ist, kann schon ein -normalerweise kompensierbarer- negativer Einfluss von Umweltfaktoren zum Erlöschen der Art führen. Zum anderen wird der Genpool der Art drastisch verringert, wodurch die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und Umweltveränderungen verringert wird, was ebenfalls die Ausrottung zur Folge haben kann.

    Die indirekte Ausrottung durch Habitatzerstörung, Gewässerverschmutzung, -überdüngung ect. ist ein weiterer Faktor, mit dem der Mensch massiv zum Artenrückgang beiträgt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Blauer_Glasaugenbarsch
  5. #64

    wsd

    Zitat von Simpso Beitrag anzeigen
    Der Mensch hat durch Überfischung oder Überjagung noch nie eine Tierart ausrotten "können". Das liegt schlicht und einfach daran, dass schon weit vor dem Aussterben die Individuendichte derart dünne geworden ist, dass sich das Nachstellen nicht mehr lohnt. Insofern wird man nie "den letzten Fisch fressen"..
    Aha
    Der Mensch ist nicht schuld am Austerben verschiedener Tierarten....... interesant.
    Tiger, Leoparden, Ozelots, Elefanten, Raubvögle wie Seeadler, und vieles mehr an Getier.....

    Hat sich immer selbst erschossen und ausgestopft...

    Wenn nicht der Mensch.. wer dann ist schuld am Niedergang unseres blauen Planeten??

    Ich habs...... Die Partei der Linken ist schuld..... die sind an allem schuld....
  6. #65

    ...

    Zitat von spigli Beitrag anzeigen
    Sorry, kann hier nicht ganz zustimmen.
    Dann wollen Sie also die Meere an die Reichen verkaufen?
    Im Moment verschenken wir es an "die Reichen" (ich nehme an, Sie meinen die Fischfangfirmen). Ist das besser?

    Zitat von spigli Beitrag anzeigen
    Glauben Sie wirklich das es irgend jemmannden von den höflich ausgedrückt Höchstbietenden interessiert Fangqouten langfristig zu sichern. Heut zu Tage gehte es um schnellen profit und kurzfristige Investitionen.
    Nein, das stimmt eben nur momentan, wo die Entscheidung, wieviel ich als einzelner fische, keinen signifikanten Einfluss darauf hat, wieviel ich morgen fischen kann, da ich selbst nur ein kleiner Teil des ganzen bin.

    Wenn mir die Fischgründe gehören, kann ich entweder jetzt schnell alles leerfischen, oder für immer eine nachhaltige Rendite erwirtschaften. Im Normalfall (keine sehr hohen Zinsen) ist es bei nachwachsenden Ressourcen so, dass die nachhaltige Variante die profitablere ist, sobald die Eigentumsrechte gesichert sind.

    Zitat von spigli Beitrag anzeigen
    Die Großen Fischfangflotten sind nicht Einheimische Fischer sondern Großkonzerne die mit Industrieschiffen rausfahren auf denen die Fische bereits verarbeitet werden.
    Die kleinen Fischer tun mir ja leid, aber sie sind eben zu ineffizient und sollten daher vom Markt austreten, so wie es in einer Marktwirtschaft eben sein sollte. Wenn das momentane System weiterläuft, gibt es sowieso bald keine Fische mehr, daher ist die Alternative, keine Eigentumsrechte zu vergeben auch nicht besser für die kleinen Fischer.

    Zitat von ADie Beitrag anzeigen
    Nein, Eigentumsrechte sind hier wohl wenig zweckmäßig; schließlich ziehen Fischschwärme umher. Was Sie wohl meinen, ist eine zweckmäßige Bewirtschaftung, aber da muss man sich wohl mehr einfallen lassen als die plumpen Eigentumsrechte von anno dunnemals.
    Das ist klar. Es müssten natürlich große Gebiete vergeben werden, z.B. Nordsee an eine Firma, Nordatlantik an eine andere, etc. Natürlich werden dann gewisse Monopolgewinne anfallen, da dann manche Fischarten nur von einer Firma angeboten werden. Diese Monopolgewinne werden aber natürlich durch den Auktionspreis abgeschöpft.

    Zitat von ADie Beitrag anzeigen
    Spieltheorie: Für den gemeinsamen Nutzen müssten sich alle vernünftig verhalten und verzichten. Aber die Spielteilnehmer kennen sich nicht einmal und somit kann es keine gemeinsame Absprache geben, geschweige denn ein Vertrauen darauf, dass sich auch jeder an die Absprache hält. Hier ist eine übergeordnete Regelungsinstanz notwendig.
    Aber diese gibt es ja: die EU-Kommission. Trotzdem scheint die Fischfanglobby immer für höhere Fangquoten zu sein, obwohl sie eigentlich niedrige Fangquoten für alle fordern sollten. Dies sollte die Gewinne erhöhen. Die einzig rationale Erklärung ist wahrscheinlich, dass eben auch andere, Nicht-EU-Länder, in den gleichen Räumen fischen.

    Ich weiß natürlich, dass mein Vorschlag sich niemals durchsetzen wird, auch wenn er wahrscheinlich unter den meisten Gesichtspunkten besser ist als die jetzige Regulierung. Ich denke daher, dass wir uns mittelfristig auf viel höhere Fischpreise einstellen dürften.

    Außerdem wird natürlich die Fischereiindustrie weitgehend zugrunde gehen. Daher denke ich, dass schon jetzt die Argumentation sein muss, dass die nördlichen EU-Staaten dann nicht noch mehr Subventionen an die Fischereiindustrie im Süden zahlen müssen. Die heutige Kurzsichtigkeit des Forderns von hohen Fangquoten muss bestraft werden!


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