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Fischereireform: EU-Minister haben Angst vor dem großen Wurf

dapdEuropas Agrarminister trauen sich nicht, einen Vorschlag der EU-Kommission zur Reform der Fischereipolitik umzusetzen - und den Rückwurf von Beifang komplett zu verbieten. Auch langfristige Bewirtschaftungspläne kommen nur mit langer Verspätung. Umweltschützer sind enttäuscht.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...838575,00.html
  1. #1

    wohin führt das alles?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Europas Agrarminister trauen sich nicht, einen Vorschlag der EU-Kommission zur Reform der Fischereipolitik umzusetzen - und den Rückwurf von Beifang komplett zu verbieten. Auch langfristige Bewirtschaftungspläne kommen nur mit langer Verspätung. Umweltschützer sind enttäuscht.

    EU-Fischereireform: Umweltschützer beklagen Kompromiss der Minister - SPIEGEL ONLINE
    In absehbarer Zeit, meine Kids werden es erleben, wird Fisch wie Kabeljau, Seelachs, etc. zum Luxusgut.
    Wir leben über unsere Verhältnisse.
    Das Schlimme ist das von 100kg gefangenem Fisch nur ein geringer Teil im Magen des Menschen landet.
    Alle reden von Wachstum auf der Welt. Wann reden wir von Nachhaltigkeit und Bevölkerungsrückgang!
    Wir können so nicht weiter machen denn die Resourcen unserer Erde sind begrenzt und wir leben schon sehr lange über unsere Verhältnisse!!
    Was hinterlassen wir unseren Kindern??
    Traurig das alles mit anzusehen und nichts dagegen unternehmen zu können.
    Unsere Politik kriecht vor den Lobbyisten zu Kreuze.
    Nach uns die Sinnflut!
  2. #2

    die Größe machts...

    warum nicht einfach die Größe der Fischkutter limitieren, weg vom Fabrikschiff und wieder hin zur kleinen Kutterfischerei...Netzfang stark reglementieren und für einige Fischarten ganz verbieten...steigert die Qualität, schafft mehr Arbeitsplätze, die Bestände können sich wieder erholen und der Gewinn landet nicht nur bei einigen Konzernen... aber daran hat die EU kein Interesse.
  3. #3

    Zitat von juergenwolfgang Beitrag anzeigen
    In absehbarer Zeit, meine Kids werden es erleben, wird Fisch wie Kabeljau, Seelachs, etc. zum Luxusgut.
    Nicht wirklich, die bedeutenden Bestände der erwähnten Arten sind - zum Glück - dem Zugriff inkompetenter EU-Minister entzogen und werden bereits relativ gut bewirtschaftet. Wobei man da auch sagen muss: Ein Kabeljau sollte vielleicht kein "Luxusprodukt", aber halt auch kein Billigprodukt sein, als welches es von manchen offenbar noch betrachtet wird.

    Alle reden von Wachstum auf der Welt. Wann reden wir von Nachhaltigkeit und Bevölkerungsrückgang!
    Tja, in einem System, dessen zentrales Paradigma jenes "Wachstum" ist, fällt das wohl schwer.

    Wir können so nicht weiter machen denn die Resourcen unserer Erde sind begrenzt und wir leben schon sehr lange über unsere Verhältnisse!!
    Jein. Gerade bei der Fischerei sind wir in der bizarren Situation, dass sich mit einer optimalen nachhaltigen Befischung der Ertrag eigentlich sogar steigern liesse. Fisch ist in dem Sinn auch keine begrenzte, sondern eine erneuerbare Ressource und liesse sich darum unbefristet nutzen. Umso fataler ist es, wenn kurzfristige Übernutzung Bestände langfristig schädigt oder gar zerstört.

    Insofern ist es, wie so oft, eigentlich weniger ein Problem zu hohen Bedarfs, sondern vielmehr einer Ressourcenverschwendung.
  4. #4

    Zitat von juergenwolfgang Beitrag anzeigen
    In absehbarer Zeit, meine Kids werden es erleben, wird Fisch wie Kabeljau, Seelachs, etc. zum Luxusgut.
    Wir leben über unsere Verhältnisse.
    Das Schlimme ist das von 100kg gefangenem Fisch nur ein geringer Teil im Magen des Menschen landet.
    Alle reden von Wachstum auf der Welt. Wann reden wir von Nachhaltigkeit und Bevölkerungsrückgang!
    Wir können so nicht weiter machen denn die Resourcen unserer Erde sind begrenzt und wir leben schon sehr lange über unsere Verhältnisse!!
    Was hinterlassen wir unseren Kindern??
    Traurig das alles mit anzusehen und nichts dagegen unternehmen zu können.
    Unsere Politik kriecht vor den Lobbyisten zu Kreuze.
    Nach uns die Sinnflut!
    Wohin führt das alles? fragen sie....

    Nun, solche Regelungen sind gar nicht nötig, denn das Problem wird sich bald von ganz allein lösen.
    Wenn in den Netzen bald nichts mehr ist, als eben nur noch Beifang, dann lohnt sich die industrielle Fischfangflotte nicht mehr.
    Und sollten die Meere bis dahin noch nicht ganz verseucht sein, werden sich die Fischbestände auch wieder erholen können.
    Allerdings hier: "Unsere Politik kriecht vor den Lobbyisten zu Kreuze" hier liegen sie falsch....
    Dazu benötigt man die Lopbby keineswegs, denn die vom deutschen Volk in freien demokratischen Wahlen gewählten Politiker sind nun mal die Interssenvertreter solcher Industrien. Die sind das Klientel der Regierungsparteien. Wenn den Deutschen dieser Zustand nicht gefällt, dann brauchen sie ja nur anders wählen. Dass sie das nicht tun, heisst doch wohl, dass Sie, Juergenwolfgang, mit ihrer Meinung in der Minderheit sind, oder?
  5. #5

    Überfischung

    Viele Gewässer, insbesondere die Meere sind überfischt. Viele Arten sind wegen zu hoher Fangquoten und umweltzerstörender Fangtechniken nahezu ausgerottet.
    Aquafarmen sind keine Alternative, da sie im höchsten Maße umweltgefährdend und tierquälerisch sind. Weltweit werden so ca. 16 Mio. Tonnen Fisch gezüchet. Meist wird nur eine einzige Art in Monokultur mit umfangreicher Technik und Chemikalien auf engstem Raum herangezogen. Kraftfuttercocktails sollen die Fische schnellstmöglich verkaufsreif wachsen lassen. Die Stoffwechselprodukte der Fische verursachen eine explosionsartige Ausbreitung der Algen und eine ökologische Zerstörung des Gewässers.
    In Anbetracht der Schadstoffbelastungen der Meere wird deutlich, daß Fisch kein gesundes Nahrungsmittel sein kann, denn aus verschmutzten Gewässern können keine "unverschmutzten" Fische kommen. Die in den Wassertieren abgelagerten Schadstoffe wie Arsen, Blei, Cadmium, Quecksilber und Pestizide werden mitgegessen, ebenso wie die in den Aquafarmen den Tieren zugeführten Wachstumshormonen und Antibiotika.
  6. #6

    Interessant

    Europas A g r a r minister sind auch kundig der Fischerei.

    Da kommt wieder ein völliger Blödsinn raus.
  7. #7

    Hinweis

    Wieder so eine idiotische EU Berichterstattung ohne Mehrwert.

    Warum benennt SPON nicht die Staaten, die die Reform sabotieren?

    Es sind Spanien, Frankreich, Portugal, Italien. Also alles Länder, die wirklich an der Spitze stehen, wenn es um den europäischen Geist geht und die verantwortungsvoll mit unserem Geld umgehen.

    Zur Reform bekennen sich die Skandinavier, Niederländer und Deutschen.

    Wir haben eine geteilte EU und sollten diese Teilung möglichst schnell formalisieren. Von solchen kriminellen Partnern muss man sich trennen.
  8. #8

    Zitat von astra1971 Beitrag anzeigen
    Die in den Wassertieren abgelagerten Schadstoffe wie Arsen, Blei, Cadmium, Quecksilber und Pestizide werden mitgegessen, ebenso wie die in den Aquafarmen den Tieren zugeführten Wachstumshormonen und Antibiotika.
    Sicher, allerdings lässt sich das grundsätzlich auch über jedes herkömmliche Agrarprodukt sagen. Und damit über Nahrungsmittel im Allgemeinen. Relevant ist darum eher die Höhe der Belastung und die ist hier mit einigen Ausnahmen nicht wirklich dramatisch.

    Zumal Sie das Pferd damit auch falsch herum aufzäumen: Das ist weniger ein Grund, auf Fisch als Nahrungsmittel zu verzichten, als dafür zu sorgen, dass die Gewässerbelastung mit Schadstoffen reduziert und in der Aquakultur schonendere Massnahmen durchgesetzt werden. Gerade letztere ist konzeptionell durchaus eine sinnvolle Alternative. Man darf halt bloss nicht der Illusion erliegen, reine Maximierung der Produktionsmengen zu möglichst geringem Preis erzielen zu wollen. Der Schuss geht wie bei jeder anderen Intensivzucht halt immer nach hinten los..
  9. #9

    Nervige Nationalstaaten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Europas Agrarminister trauen sich nicht, einen Vorschlag der EU-Kommission zur Reform der Fischereipolitik umzusetzen - und den Rückwurf von Beifang komplett zu verbieten. Auch langfristige Bewirtschaftungspläne kommen nur mit langer Verspätung. Umweltschützer sind enttäuscht.

    EU-Fischereireform: Umweltschützer beklagen Kompromiss der Minister - SPIEGEL ONLINE
    Hier wird mal wieder deutlich, dass das ganze Gemotze ueber die EU unsinnig ist. Die nervige EU, die wir kennen, ist das Europa in dem Nationalstaaten staendig miteinander schachern und halbgare Ergebnisse hervorbringen. Schade um den Lebenraum Meer, der von der Kommission anscheinend mit mehr Vernunft bedacht wurde.
    Der Rat der Nationalstaaten bringt aber wieder nichts zustande und nachher haben nationale Minister wahrscheinlich noch die Frechheit auf "Bruessel" zu schimpfen. Als ob sie es nicht selbst waeren.
    Man kann ja diskutieren, was auf welcher Ebene entschieden wird, aber dieses staendige nicht-halbes-nichts-ganzes bringt doch nichts. Siehe europaeische Innenminister, die auf Probleme an den Aussengrenzen mit nationalen Unsinn daherkommen.
    Bei der Waehrungsunion wissen wir ja Bescheid ueber oberflaechlichles Zusammenschliessen und nationale Handhabung fuer den ganzen groben Rest. Die EU sollte endlich Entscheidungsgewalt auf europaeischer Ebene haben und nicht auf 27 nationalen Ebenen. Den Fischen haette es gut getan.


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