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Firmenpleite: Insolvenzverwalter prüft Ansprüche an Schlecker-Familie

dapdDie Drogeriekette wird zerschlagen, am Freitag beginnt der Ausverkauf mit hohen Rabatten. Familie Schlecker aber scheint es finanziell gut zu gehen. Insolvenzverwalter Geiwitz will daher prüfen, ob noch Vermögen eingetrieben werden kann. Gute Aussichten gibt es indes für IhrPlatz und Schlecker-XL.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...836955,00.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Firmenpleite: Insolvenzverwalter prüft Ansprüche an Schlecker-Familie
    Familie Schlecker aber scheint es finanziell gut zu gehen. Insolvenzverwalter Geiwitz will daher prüfen, ob noch Vermögen eingetrieben werden kann.
    Komische Meldung.
    Diese Prüfung gehört natürlich zu den Pflichten eines Insolvenzverwalters.
    Und demnach müsste er da schon lange dran sein..

    Die Meldung suggeriert den Eindruck, dass er damit erst jetzt beginnt, nachdem die Medien etwas von dem Restvermögen bei den Kindern berichtet hatten und diese Kinder nicht bereit waren, das Personal für Juni zu finanzieren.
    An sich schon fast rufschädigend, wenn es nicht so ist.
  2. #2

    Warum ist das überhaupt einen Artikel wert?

    Ich will beileibe nicht kritisieren, dass über die Prüfung von Ansprüchen gegen die Schleckers berichtet wird. So eine Prüfung sollte so selbstverständlich sein, dass dies eigentlich nicht der Rede, vulgo eines Berichts wert ist.
  3. #3

    Die Presse kommt ihrer Plicht nach

    Zitat von annibertazeh Beitrag anzeigen
    Ich will beileibe nicht kritisieren, dass über die Prüfung von Ansprüchen gegen die Schleckers berichtet wird. So eine Prüfung sollte so selbstverständlich sein, dass dies eigentlich nicht der Rede, vulgo eines Berichts wert ist.
    Die Presse ist ein wesentlicher Teil der Demokratie und deren Aufsicht. Es gibt ja etliche Beispiele, wo erst mit Presseartikeln Tätigkeiten in gang kommen, die sonst unterblieben wären.
  4. #4

    Rächer der Entlassenen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Drogeriekette wird zerschlagen, am Freitag beginnt der Ausverkauf mit hohen Rabatten. Familie Schlecker aber scheint es finanziell gut zu gehen. Insolvenzverwalter Geiwitz will daher prüfen, ob noch Vermögen eingetrieben werden kann. Gute Aussichten gibt es indes für IhrPlatz und Schlecker-XL.

    Insolvenzverwalter prüft Ansprüche an Familie Schlecker - SPIEGEL ONLINE
    So recht erschließt sich das nicht, denn das hätte zu seinen allerersten Tätigkeiten gehören müssen. Sollte er das versäumt haben, würde ihn das diskreditieren, mehr noch, unter Umständen schadensersatzpflichtig machen. Ist aber ernsthaft anzunehmen, daß ihm das entgangen sein sollte? Unwahrscheinlich.

    Hier geht es wohl eher darum, sich vor Presse und Betriebsrat als entschlossener Rächer der Enterbten äääh Entlassenen zu inszenieren, die enttäuscht über die Weigerung zur Zahlung dieser ominösen 9 Mio. Euro gewissermaßen die Enteignung der übrigen Familienmitglieder fordern. Und das auf Kosten der Familienangehörigen Anton Schleckers, die als geizige und sozial verantwortungslose A***er dargestellt werden. Und wie wird er rechtfertigen, wenn er nichts findet? Wird er sagen, daß die zweifelsohne getätigten Eigentumsübertragungen aufgrund der "Verfristung" wegen der langen Zeitabläufe nicht mehr eingefordert werden können, was vermutlich Stand der Dinge ist, oder wird er sagen, die Familie war zu schlau, um enteignet zu werden?
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Drogeriekette wird zerschlagen, am Freitag beginnt der Ausverkauf mit hohen Rabatten. Familie Schlecker aber scheint es finanziell gut zu gehen. Insolvenzverwalter Geiwitz will daher prüfen, ob noch Vermögen eingetrieben werden kann.
    Ganz ehrlich: Ich hoffe, dass die Familie Schlecker viel Vermögen für sich hat retten können.

    Würde es der Familie jetzt finanziell nicht gut gehen, wäre das sehr demotivierend für alle anderen potentiellen Unternehmer, die hoffentlich für Neugründungen noch in den Startlöchern stehen.

    Der Staat hat in den letzten 40 Jahren so stark vom Konzern Schlecker profitiert, daß ein finanzieller Kreuzzug gegen die Familie ziemlich unpassend und albern wäre.
  6. #6

    Sippenhaft?

    SPON schürt mit Meldungen über das "Restvermögen" der Familie schon wieder einseitig Emotionen. Während hier vor ein paar Tagen die Schlagzeile "Familie bleiben noch 40 Millionen" lautete, konnte man in der "Welt" lesen: "Familie verbleiben nur noch 40 Millionen von einem einstigen Vermögen in Höhe von 1,75 Milliarden".

    Abgesehen davon, dass es bei Unternehmenspleiten keine Sippenhaft geben sollte - frage ich mich schon, warum niemand positiv hervorhebt, in welchem reisigem Umfang der Familienunternehmer Anton Schlecker mit seinem persönlichen Vermögen für die Verluste seiner Kette einstand. Das gäbe es bei keiner AG! Aber in den linksgerichteten Medien wird der Mann als typischer Unternehmer nur mehr schlecht gemacht. Immerhin hat er über Jahrzehnte hinweg zehntausende Arbeitsplätze geschaffen und die Summe der direkten und indirekten Steuereinnahmen war mit Sicherheit gigantisch groß.
  7. #7

    Och Joh!

    Zitat von kabian Beitrag anzeigen
    Die Presse ist ein wesentlicher Teil der Demokratie und deren Aufsicht. Es gibt ja etliche Beispiele, wo erst mit Presseartikeln Tätigkeiten in gang kommen, die sonst unterblieben wären.
    Das ist lächerlich!

    Würde der Insolvenzverwalter es unterlassen, eine seiner wesentlichen Aufgaben durchzuführen, für die er im übrigen ein garantiertes Millionenentgelt erhält, die Prüfung von Ansprüchen gegenüber möglichen Schuldnern, würde der sich sogar schadensersatzpflichtig und evtl. auch strafbar machen.

    Insofern ist jeder Bericht über Prüfung irgendwelcher Ansprüche, völlig überflüssig und sinnfrei. Es sei den, der Insolvenzverwalter möchte von seiner eigenen Unfähigkeit, dokumentiert durch das sinnfreie Engagement der branchenfremden Unternehmensberatung McKinsey, ablenken und ein wenig kostenfreie und positive Publicity für den nächsten Millionen-Job!
  8. #8

    Teil 1

    Zitat von box-horn Beitrag anzeigen
    So recht erschließt sich das nicht, denn das hätte zu seinen allerersten Tätigkeiten gehören müssen. Sollte er das versäumt haben, würde ihn das diskreditieren, mehr noch, unter Umständen schadensersatzpflichtig machen. Ist aber ernsthaft anzunehmen, daß ihm das entgangen sein sollte? Unwahrscheinlich.
    Bei allem Respekt, das ist Quatsch. Die hier angesprochenen Anfechtungsansprüche gem. §§ 129 ff InsO entstehen erst mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens und der Verwalter hat drei Jahre Zeit, sie auszuarbeiten und rechtshängig zu machen. Das ist - je nach Anspruchsgrundlage - ein gutes Stück Arbeit, weil sich ein Gericht mit Trivialaussagen wie "na is doch sonnenklar, weiß doch jeder, dass die Vermögenswerte verschoben haben" eben nicht zufrieden gibt, sondern der Verwalter darlegungs- und beweispflichtig ist. Mal abgesehen davon sind je nach anzuwendender Norm erhebliche Beweishürden zu überwinden, um einen Anspruch durchsetzen zu können.

    Erste Aufgabe ist derartiger Rechtskram beileibe nicht. Das erste ist die Einarbeitung in die gesamte Betriebswirtschaft, Buchhaltung, Kostenrechnung, Kalkulation, Aufnahme der Massegegenstände, Insolvenzgeldvorfinanzierung und das Ausloten der Fortführungsperspektive inkl. Sanierungsmöglichkeiten. Alles andere kommt danach.

    Hier geht es wohl eher darum, sich vor Presse und Betriebsrat als entschlossener Rächer der Enterbten äääh Entlassenen zu inszenieren, die enttäuscht über die Weigerung zur Zahlung dieser ominösen 9 Mio. Euro gewissermaßen die Enteignung der übrigen Familienmitglieder fordern. Und das auf Kosten der Familienangehörigen Anton Schleckers, die als geizige und sozial verantwortungslose A***er dargestellt werden.
    An Stelle der Familie hätte ich nach einer kolportierten Verlustfinanzierung von 650 Millionen auch keinen Cent mehr in das sinkende Schiff gesteckt. Es hätte auch nichts geändert, als vielleicht einen weiteren Monat weiterwirtschaften bei unverändert katastrophalen Rahmenbedingungen ermöglicht. Insofern war die Forderung des Verwalters Blödsinn.

    Aber klar ist natürlich, dass jetzt jeder auf den anderen zeigt, der an allem schuld sein soll. Der Verwalter auf die Familie und die Politik, die Gewerkschaften auf die Familie und die Politik, die Mitarbeiter auf die Familie und die Politik und die Presse generell auf alle. Letztere liegt der Wahrheit vermutlich noch am nächsten.

    - Der Laden wurde offensichtlich furchtbar gemanagt und hat sich vermutlich mit der ungebremsten Ausdehnung lange Zeit vor der Insolvenz retten können, bis der Ballon schlußendlich geplatzt ist.

    - Gewerkschaft (und tw. Politik) haben jahrelang eine Kampagne gegen Schlecker gefahren (die natürlich zum Teil aufgrund der Verhältnisse und dem Umgang mit den Arbeitnehmern berechtigt war) und dadurch die Marke restlos ruiniert. In Kombination mit einer völlig verfehlten Standort-, Preis- und POS-Politik hat das den "Erfolg" der Pleite auf den Weg gebracht. Wer zum Boykott aufruft, darf sich nicht beschweren, wenn die Leute dem Aufruf folgen. Ich habe da auch nicht eingekauft. Wer will schon in einem zugestellten, engen, dunklen und schmutzigen Laden Geld lassen, wenn einen direkt in der Nachbarschaft ein helles, freundliches, modernes Einkaufsambiente anmacht und die dort angebotenen Allerweltsprodukte auch noch günstiger sind? Sie vielleicht? Eben, ich auch nicht.
  9. #9

    Teil 2

    - Die FDP hat durchaus richtig gehandelt. Wenn die Insolvenzmasse keine Transfergesellschaft hergibt, dann gibt es keine Transfergesellschaft. Bei jedem kleinen und mittelständischen Unternehmen mit 150 Leuten interessiert es auch niemanden, ob die zu kündigenden Mitarbeiter durch eine BQG aufgefangen werden können oder nicht. Ist genug Masse da, ok. Wenn nicht, kräht kein Hahn danach. Warum bildet sich irgendjemand ein, dass es bei Schlecker anders sein sollte? Vermutlich kommt jetzt, dass da ja soviele Menschen betroffen sind und das ja besonders schlimm ist und man doch was für die schlecht bezahlten Leute tun muss. Alles falsch. Von den KMU-Insolvenzen gibt es tausende und alle zusammen genommen sind wesentlich mehr als die Schlecker-Leute. Und die davon betroffenen Arbeitnehmer verdienen auch nicht unbedingt besser als die im Handel. Ist es für die Arbeitnehmer schlimm? Natürlich ist es das, aber bei ALLEN. Die Schlecker-MA sind da nicht besser und nicht schlechter als die Kollegen aus anderen Branchen. Mir hat noch keiner erklären können, was auch nur ansatzweise an einer Sonderbehandlung gerecht sein sollte, die anderen von einer Insolvenz betroffenen Arbeitnehmern nicht zuteil wird.

    - Schlußendlich hat der Verwalter sicher auch nicht alles richtig gemacht. Die Kündigungsschutzklagen kamen auf, als das Gerücht die Runde machte, man könne noch 500 € Abfindung rausholen. Von wem die Summe kam, weiß ich nicht mehr. Aber wer würde bei einer solchen Aussicht als MA nicht sagen:"Hey, wenn ich schon gehen muss, dann nehme ich das mit". Vielleicht hätte er besser noch ein paar hundert Filialen mehr geschlossen (hätte aber noch mehr Klagen provoziert), um die Mietkosten noch weiter zu drücken und nicht soviel Asche zu verbrennen. Ob es was gebracht hätte, ist halt die Frage, weil er sich damit gleichzeitig die Einkaufskonditionen verhagelt hätte. Ansonsten hat er vermutlich das getan, was man machen konnte. Man kann so einen Kahn, in dem jahrelang Misswirtschaft getrieben worden ist, nicht innerhalb weniger Wochen auf Kurs bringen. Zumal dann nicht, wenn man es mit einer Marke zu tun hat, die in etwa so beliebt ist wie Fußpilz.

    Das Ding ist gelaufen. Die Gläubigerversammlung hat heute ja den Deckel auf den Sarg gemacht. Geifern bringt also ohnehin nichts mehr.








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