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Firmenjets: Die Welt der wahren First Class

CorbisDer Firmenjet oder die NetJets-Kundenkarte gilt als ultimativer Statusbeweis. Für wen lohnt sich der Abflug in höhere Sphären, welche Top-Manager sind mit Falcon und Gulfstream unterwegs? Wer am Boden bescheiden tut, lässt es in der Luft oft kräftig krachen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...828232,00.html
  1. #10

    Alle Menschen sind gleich?

    Wer in diesem Kontext Umweltaspekte anspricht sollte mal daran denken, wie viele Emissionen wir der Befriedigung des Bedürfnisses unserer Gesellschaft nach Fernreisen, Wochenendreisen, Schoppingreisen zu verdanken haben und diese dann in Relation zu den Emissionen der Businesflotte setzen.
    Dazu sollte man auch aus dem bekannten Jahresgehalt eines "Privilegierten" seinen Stundensatz ausrechnen und überlegen ob es sinnvoll ist, ihn für dieses Geld auf einen Flug warten zu lassen.
    Und wer die Neiddebatte weiterführen will sollte noch bedenken, daß die Betreiber dieser "dekadenten" Art zu reisen ihr Personal nach Tarif bezahlen, ohne Flugbegleiterinnen oder Bodenpersonal die von Personaldienstleistern ausgeliehen werden.
  2. #11

    Das glauben sie doch wohl selbst nicht?

    Zitat von emaillesikhs Beitrag anzeigen
    Um eine Anstellung als Pilot bei Netjets oder ähnlichen Unternehmen zu bekommen, zählt Erfahrung oder Zuverlässigkeit genausowenig wie Qualifikation, nämlich so gut wie nichts.
    Vermutlich ist das bei den Fahrern der Eliten dann auch so ja? Da zählt also nicht Unfallfreiheit, Sicherheitstraining etc. sondern nur wen man kennt. Lustige Vorstellung.

    Wers glaubt wird selig - sicher spielen Beziehungen auch eine Rolle, aber warum sollten die Vorstände sich freiwillig bei irgendwem anders als einem Toppiloten in die Kiste setzen? Sind die etwa lebensmüde? Ist ja eine Sache unfähigen Leuten anderer Leute Geld anzuvertrauen, aber das eigene Leben?
  3. #12

    Das Problem bei der Debatte ist eh immer das gleiche

    Zitat von murmel57 Beitrag anzeigen
    Und wer die Neiddebatte weiterführen will sollte noch bedenken, daß die Betreiber dieser "dekadenten" Art zu reisen ihr Personal nach Tarif bezahlen, ohne Flugbegleiterinnen oder Bodenpersonal die von Personaldienstleistern ausgeliehen werden.
    Wer hat zu entscheiden was genug ist? Da unterscheiden sich die Ansichten schliesslich deutlich - und am Ende erachtet dann realistisch betrachtet doch jeder genau das als genug, auf was er selber nicht verzichten mag.
    Insofern wird diese Diskussion auch niemals sachlich zu führen sein.
    P.S.: Man sollte auch nicht vergessen, das Hartz-4 Erhöhung immer mit der Begründung der Stärkung des Konsums gefordert werden - mit dem gleichen Argument kann ich aber auch die Exzesse der Manager und Reichen als wirtschaftlich sinnvoll beschreiben.

    Ist doch besser die geben ihr Geld für Flugreisen, Yachten etc. aus (und beschäftigen damit 1000 normale Arbeitnehmer) als wenn sie es auf der Bank horten, bescheiden leben und 2 Banker beschäftigen.
  4. #13

    Genial argumentiert murmel57 !

    Weil die Top-Manager soviel verdienen müssen sie Privatjet fliegen, da ihr Stundensatz zu hoch ist um 60 Minuten länger mit einer Linienmaschine zu fliegen ? Die Argumentation ist ja fast so schlüssig wie die vor ein paar Jahren, als die Vorstandsbezüge bei Daimler im Zuge der Fusion mit Chrysler stark erhöht wurden um international wettbewerbsfähig zu sein und ein Abwandern der deutschen "Spitzenkräfte" in die USA zu verhindern. Leider sind die meisten Vorstände in Deutschland schlicht und einfach zu wenig kosmopolitisch und wenn ich das Gestammel vieler Konzernlenker auf Englisch höre, dann hapert so etwas meist schon an der Sprache.
    Die Privatfliegerei dient einzig der Eitelkeit der Konzernlenker, man möchte sich dann doch vom Pöbel im First Class Terminal abheben.
  5. #14

    Mal eben überschlagen:

    Zitat von postmaterialist2011 Beitrag anzeigen
    Weil die Top-Manager soviel verdienen müssen sie Privatjet fliegen, da ihr Stundensatz zu hoch ist um 60 Minuten länger mit einer Linienmaschine zu fliegen ? Die Argumentation ist ja fast so schlüssig wie die vor ein paar Jahren, als die Vorstandsbezüge bei Daimler im Zuge der Fusion mit Chrysler stark erhöht wurden um international wettbewerbsfähig zu sein und ein Abwandern der deutschen "Spitzenkräfte" in die USA zu verhindern. Leider sind die meisten Vorstände in Deutschland schlicht und einfach zu wenig kosmopolitisch und wenn ich das Gestammel vieler Konzernlenker auf Englisch höre, dann hapert so etwas meist schon an der Sprache.
    Die Privatfliegerei dient einzig der Eitelkeit der Konzernlenker, man möchte sich dann doch vom Pöbel im First Class Terminal abheben.
    Wenn Ackermann sagen wir 10 Millionen bekommt im Jahr (und es ist vermutlich eher deutlich mehr) bedeutet das ein Arbeitstag kostet die Deutsche Bank grob 40.000 €. Da kann das durchaus teilweise billiger sein. Man muss aber noch etwas anderes berücksichtigen: Wenn schnell dringende Entscheidungen vor Ort zu treffen sind, kann es natürlich sehr schnell sehr viel mehr Geld kosten, wenn er 5 Stunden später da ist als der Flug kostet. Und nein ich vermute mal stark nicht alle Entscheidungen kann man treffen, ohne vor Ort zu sein.
  6. #15

    Diese Neiddebatte ist wirklich unerträglich! Die Manager vertreiben sich die Flugzeit nicht, wie die Ferienflieger unter den Foristen, mit dem Ansehen des Unterhaltungsprogrammes an Bord, sondern mit Arbeit. Das Gesicht der Neider möchte ich sehen, wenn sie auf ihrem nächsten Flug einen Manager als Sitznachbarn haben, der ständig telefoniert, mit seinem Sitznachbarn (seinem Assistenten) Gespräche führt und alle naslang aufsteht um irgendwelche Akten aus dem Gepäckfach holt...
  7. #16

    Viessmann

    Der Flugplatz Allendorf ist übrigens Viessmanns Firmenflugplatz.
  8. #17

    Zitat von DerDodga Beitrag anzeigen
    Wenn Ackermann sagen wir 10 Millionen bekommt im Jahr (und es ist vermutlich eher deutlich mehr) bedeutet das ein Arbeitstag kostet die Deutsche Bank grob 40.000 €. Da kann das durchaus teilweise billiger sein. Man muss aber noch etwas anderes berücksichtigen: Wenn schnell dringende Entscheidungen vor Ort zu treffen sind, kann es natürlich sehr schnell sehr viel mehr Geld kosten, wenn er 5 Stunden später da ist als der Flug kostet. Und nein ich vermute mal stark nicht alle Entscheidungen kann man treffen, ohne vor Ort zu sein.
    Das Argument als solches ist durchaus vernünftig. Wer schon mal einen Kontinentalflug in der Economy-Class hinter sich hat, weiß, dass das effektiv zwei Arbeitstage kostet: einen um den Flug hinter sich zu bringen, und einen, um sich vom Flug zu erholen (Jetlag inklusive). Da kann es durchaus sinnvoll sein, dass Manager unter besseren Bedingungen fliegen und ich würde als zuständiger Entscheider - in der Erwartung, dass sie dann auf dem Flug auch arbeiten - natürlich solche Flüge auch genehmigen.

    Aber ganz so ist es dann wohl doch nicht. Immerhin zeigt ja der Einbruch während der Finanzkrise, dass die Firmen in finanziell schlechter Lage hier doch sehr deutliches Einspar-Potential sehen. Das wäre nicht der Fall, wenn sich solche Flüge wirtschaftlich lohnen würden. Kein Unternehmen steckt einen Manager in Krisenzeiten in die Economy-Class, weil das wirtschaftlicher Blödsinn wäre, aber etliche Unternehmen streichen die Privatflüge und verordnen dann doch "nur" First Class. Das zeigt, dass es sich bei Privatflügen dann doch eher um ein Statussymbol handelt als um echte Notwendigkeit. Ebenso ist es für längst nicht alle weltweit operierenden Firmen Pflicht, ihren Top-Leuten solche Privatflüge zu sponsorn, was ebenfalls für die grundsätzliche Entbehrlichkeit der Maßnahme spricht.

    Es ist also wohl eher der angenehme Luxus oder auch der Darstellungswunsch, der die Leute dazu treibt, solche Privatflüge für sich zu sichern. Da kann man natürlich moralisch dazu stehen, wie man will, man kann es auch durchaus gutheißen (immerhin bezahlen die Privatflieger ja dann auch wieder Firmen, die wieder Arbeitsplätze schaffen usw.), aber man sollte wohl nicht annehmen, es wäre aus wirtschaftlicher Sicht für das Unternehmen vernünftig.
  9. #18

    Teils Teils

    Zitat von Whitejack Beitrag anzeigen
    Aber ganz so ist es dann wohl doch nicht. Immerhin zeigt ja der Einbruch während der Finanzkrise, dass die Firmen in finanziell schlechter Lage hier doch sehr deutliches Einspar-Potential sehen. Das wäre nicht der Fall, wenn sich solche Flüge wirtschaftlich lohnen würden. Kein Unternehmen steckt einen Manager in Krisenzeiten in die Economy-Class, weil das wirtschaftlicher Blödsinn wäre, aber etliche Unternehmen streichen die Privatflüge und verordnen dann doch "nur" First Class. Das zeigt, dass es sich bei Privatflügen dann doch eher um ein Statussymbol handelt als um echte Notwendigkeit. Ebenso ist es für längst nicht alle weltweit operierenden Firmen Pflicht, ihren Top-Leuten solche Privatflüge zu sponsorn, was ebenfalls für die grundsätzliche Entbehrlichkeit der Maßnahme spricht.

    Es ist also wohl eher der angenehme Luxus oder auch der Darstellungswunsch, der die Leute dazu treibt, solche Privatflüge für sich zu sichern. Da kann man natürlich moralisch dazu stehen, wie man will, man kann es auch durchaus gutheißen (immerhin bezahlen die Privatflieger ja dann auch wieder Firmen, die wieder Arbeitsplätze schaffen usw.), aber man sollte wohl nicht annehmen, es wäre aus wirtschaftlicher Sicht für das Unternehmen vernünftig.
    Nun es stimmt natürlich, sicherlich werden auch einige in diesen Genuss als "netten Bonus" gekommen sein - gut möglich dass das analog zu Dienstwagen läuft und quasi Bestandteil des Gehalts ist, nur eben steuerlich günstiger. Wer würde sich schon nicht geehrt fühlen mal mitfliegen zu dürfen.

    Aber nur weil die Gesamtnutzung um ein Fünftel zurückgegangen ist (um 20% oder wie war das), bedeutet das doch nicht, dass der Grossteil dieser Flüge unnötig war - ganz im Gegenteil. Es zeigt doch eher, dass der Anteil der "Spassflieger" vergleichsweise gering war. Etwa die ganzen Investmentbankster die jetzt pleite sind, die fallen ja jetzt weg, die sind auch in den 20% drin. Wer weiss wie viel davon alleine Goldman Sachs ausmacht ;)

    Ansonsten ist es natürlich eine Kosten/Nutzen Frage - klar bieten nicht alle Firmen ihren Chefs einen Privatjet, obwohl sie weltweit operieren - aber diese Unternehmen zahlen dann vermutlich auch nicht 8-stellige Gehälter an ihre Manager, womit es wirtschaftlich vertretbar(er) ist, ihn einen Tag länger reisen zu lassen.
  10. #19

    Zitat von Spiegelwahr Beitrag anzeigen
    Beendet das Steuerprivileg ...
    Es ist kein Steuerprivileg, sondern eine normale Betriebsausgabe.


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