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Finanztheater an der Oper: Köln kocht über
dapdLange brodelte es nur, jetzt läuft's über: Weil sein Haus seiner Ansicht nach unterfinanziert ist, schmeißt Uwe Eric Laufenberg, Intendant der Kölner Oper, hin. Im schlimmsten Fall könnte der Streit sogar vor Gericht enden.
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...829387,00.html
- #1 27.04.2012 19:13 von
Messbarkeit
Trotz einer gewissen Bildungsnähe zum Thema: Warum muss dieses extrem teure Hobby für einige wenige durch alle finanziert werden ?
Jedes andere "Produkt" (Bücher, Film und Co.) müssen heutzutage durch den der es nutzen/sehen/geniessen/konsumieren möchte direkt finanziert werden. Warum macht die Oper da (für wen !?) so eine Ausnahme im Kunst-/Kulturbetrieb ?
Bitte keine Hinweise auf Bildung, die abgehandelten Themen lassen sich durch die historisch kritischen Interpretationen in Buchform auch im stillen Kämmerlein abarbeiten und "Neuinterpretationen" scheinen in der Vergangenheit in Köln ja nicht funktioniert zu haben.
Also, warum der Aufwand und für wen ? Gesponserte Dauerkartenbenutzer oder lokale Prominenz die eingeladen wird/sich selber einlädt ? - #2 27.04.2012 19:27 von
der 1. FC vom Abstieg bedroht, die Oper vielleicht nicht mehr vorhanden, und Karneval ist nur einmal im Jahr. Ziemlich öde Aussichten!
- #3 27.04.2012 20:00 von
wer brauch schon Kultur
Nix neues. Im benachbarten Bonn wurde bereits derart zusammengekürzt, dass der Intendant kein funktionierende Spielplan mehr garantieren kann. Da werden noch einige Läden dicht machen in naher Zukunft. Kultur und Soziales...irgendwer muss schliesslich für die Finanzkrise bluten.
Interessant übrigens auch das Pamphlet "Kulturinfarkt" in dem versucht wird, das neoliberale Denkmodell dem Kulturbetrieb aufzuzwingen. - #4 27.04.2012 20:36 von
Oper≠Kultur
Oper ist EIN Bestandteil des Kulturbetriebes und eine Kunstform die sicherlich eine gewisse Aktualität hatte, jedoch hat sich dieser Planet weitergedreht.
Als Steigerungsform des Theaters (Vertonung von Theaterstücken) war die Oper auch einmal etwas neues, was dem damaligen Zeitgeist als Neuerung entgegen kam und daher auch die zahlenden Massen anzog.
Nur in unseren Tagen scheinen einige der Auffassung zu sein, das Ihr Amusement durch alle subventioniert werden muss.
Woher kommt diese Attitude ? - #5 28.04.2012 01:20 von
genau deshalb & ganz einfach weil
Nun, Sie haben doch schon selbst die Antwort gegeben:
Weil "Oper" den "Oberen" einfach Spass macht. (Man kann da so kulturbeflissen tun, den Smoking & die Gnä-Frau ausführen, ist so schön unter sich und bezahlen tun das doch eh andere - ist doch herrlich!)
Nicht vergessen: "Sozial ist [nur], was Arbeit schafft!"
Oper hat doch mit so Sozial-Klimbim wie Bildung und Kultur nichts zu tun! - Wie kommen Sie denn darauf ???
Oper ist für die Oberen ... in letzter Zeit wurde der Pöbel ein bißchen zu sehr ausgequetscht, die Zitronen geben derzeit nicht mehr ganz so viel Saft, weshalb man halt auch mal gerne auf die eine oder andere Million für die Oper verzichtet (schließlich ist 3 Stunden lang kreischenden Weibern in völlig verschwurbelten aber angeblich künstlerischzwar wertvollen,aber völlig verschwurbelten Inszenierungen zuzuhören auch nicht immer das reine Vergnügen – aber was tut man sich nicht alles an für's "Sehen & gesehen werden" ...),
... und jetzt fällt einem der Intendant in den Rücken !
Aber keine Angst: Den Oberen wird schon was Elegantes einfallen, wie sie diesen Betriebsunfall des Kaschierens der Umverteilung von Unten nach Oben ("Verschwiegenheitsklausel" sagt doch schon alles!), schnellstmöglich, still und leise, ohne großes Aufsehen aus der Welt schaffen. Allerschlimmstenfalls wird der Intendant halt weggelobt.
Sie fragen danach, warum das so ist:
Nun, so war es schon immer (und wer sich eingebildet hat, dass mit der Einführung der Demokratie der Feudalismus beseitigt wurde, ist schlicht zu blöd zum Hingucken!),
Und so ist es auch gewählt und auch gewollt!
wer der Meinung ist, dass die 29 mio besser nicht für die Oper sondern vielleicht für die Aidshilfe oder einen besseren ÖPNV (Unterschichten-Transportwaggons) ausgegeben werden sollte, darf halt nicht den alten Einheitsbrei SPDCDUFDPGrüneLinke wählen, sondern muss diese neuen Feudalherren halt zum Teufel jagen. - #6 28.04.2012 17:05 von
Gründe für die öffentliche Förderung
Als jemand, der nur mittelprächtig verdient, könnte mir den Besuch einer privat finanzierten Oper zumindest nicht mehr so oft leisten. Gegenwärtig gehe ich bis zu 20 mal/Jahr in die Oper. Steigen die Preise, reicht das Geld womöglich nur noch für fünf Vorstellungen. Und da ich annehme, dass ich mit diesem Problem nicht alleine bin, folgert daraus: die Auslastungszahlen gehen zurück und dadurch steigen die Preise noch mehr.
Für Köln kann ich nicht reden - nur ganz nebenbei: wenn ich Kulturpolitiker wäre, würde ich einem Intendanten, der 90 Prozent Auslastung hinbekommt, alle rote Teppiche ausrollen, die ich habe.
Zum Thema: hier in Berlin gibt es drei oder vier private Agenturen, die Opernaufführungen und Konzerte anbieten. Stars wie Netrebko oder Florez kosten ab 70 Euro aufwärts. Dafür gehe ich dreimal in eines der Opernhäuser oder in zwei Konzerte der Berliner Philharmoniker.
Zu Rock- oder Jazzkonzerte - mag ich auch - gehe ich kaum noch. 90 Euro für Bob Dylan oder 75 Euro für Sonny Rollins sind mir zu teuer.
Zu ihren Beispielen:
Film: es gibt die staatliche Filmförderung.
Bücher: ohne Übersetzer-Stipendium wären viele übersetzte Bücher etweder teurer oder würdenn nicht erscheinen. Zudem: ich warte oft, bis die Taschenbuchversion erscheint: viele Hardcover sind mir zu teuer. Oder: einige Schridtsteller bekommen entweder Schreibstipendien oder werden irgendwo Stadtschreiber für ein Jahr. Die so entstehenden Bücher sind kostengünstiger. Die Besten sind es nicht immer.
Ich finde schon, dass die Teilhabe an Kultur erschwinglich sein soll. Über den Preis werden Viele ausgeschlossen.
Oder sollen nur die besser Begüterten an der sogenannten "Hochkultur" teilhaben?
Ich habe übrigens "nur" die Hauptschule besucht - fehlt mir da die "gewisse Bildungsnähe" zumThema?
Als jemand, desen Geldbörse nicht so üppig gefüllt ist, bin ich denoch sehr an Kultur interessiert und tue das, was jede und jeder könnte, wenn Sie/er es wollten: neugierig sein und offen für viele Spielarten der Kultur. Ich übe meinen Beruf gerne und mit Leidenschaft aus, Tatsache ist aber, dass der Umsatz in den vergangenen zehn Jahre stetig zurück ging. Was nicht nur an mir liegt - ja, eine gewisse Mitschuld gebe ich mir, weil ich einige Entwicklungen verpennt habe -, auch das was gemeingin als "Markt" bezeichnet wird, ist launischer und unberechenbarer geworden. Etwas Neues mag ich nicht mehr anfangen - ich bin über Sechzig. Ich klage nicht, ich nehme nur die Realität zur Kenntnis. Und wäre mit weniger Kultur unglücklich. - #7 28.04.2012 17:18 von
Roter Teppich für den Intendanten
Meine Güte, eine Opernhaus mit 90 Prozent Auslastung. Wo ist das Problem? Offensichtlich hat der Gute ein goldnes Händchen und dafür sollten die Kölner Kulturpolitiker alle roten Teppiche rausholen, die sie finden können und dem Intendanten ausrollen. Oder schickt ihn nach Berlin. Hier hat die Deutsche Oper eine Auslastung von 86 Prozent, die Statsoper 75 Prozent und die Komische Oper 62 Prozent.
- #8 28.04.2012 17:29 von
- #9 28.04.2012 17:35 von
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