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Finanzkrise in Spanien: Gedrängel unterm Rettungsschirm

AFPDie Euro-Krise ist zurück - und überrascht die Politiker: In der Hoffnung auf ein baldiges Ende der Misere hatten sie den Rettungsschirm nicht weit genug aufgespannt. Wenn es schlecht läuft, müssen sie bald noch mehr Geld nachpumpen. Vor allem Spanien gilt als Wackelkandidat.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...827468,00.html
  1. #120

    Zitat von rentmaus Beitrag anzeigen
    weil sie so gut herumjammern können, wie schlecht es ihnen geht.

    Das frische Geld sollte eigentlich als Kredite für die deutsche Wirtschaft vergeben werden, aber bei dem dezeitigen Zinsniveau landet es voraussichtlich eher als Bonus in den Taschen der Vorstände und Topmanager (und damit auf den Konten irgendwelcher obskuren Banken in der Karibik) oder wird hochriskanten griechischen Anleihen angelegt.
    Zentralbankgeld wird NIE als Kredite vergeben- das bleibt schön in den Computern der Notenbanken!

    DIe Banken verleihen Buchgeld gegen Schuldscheine - die haben mit Zentralbankgeld fast nichts zu tun. Das einzige was dieses ZB-Geld bewirkt ist - es ist der Multiplikator der Giralgeldschöpfung der priv. Banken , und es dient als Nadelöhr für Geldtransfers .. anonsten hat es keine Bedeutung mehr!

    Gibt eigentlich nur eben zwei Geldsysteme

    1) Notenbank -> Private Banken = ZB-Geld , und
    2) Bürger/Unternehmen/Staat -> priv. Banken = Giralgeld der Banken!

    Und die zwei sind einfach über ein paar Faktoren "Mindestreserve" "Eigenkapitalanteil" ineinander umzurechen.

    Akt. ist 1 ZB-Euro gut 20 Giralgeld-Euros wert, oder umgekehrt .. ein 1 Mio Euro-Giralgeldbesitzer hat grad mal 50.000 Euro ZB-Geld bei der Auszahlung zu erwarten .. es ist ein "Hebel" ... kennt man ja inzwischen - man könnte auch Getriebe sagen .. aus wenig mach die Illusion von sehr sehr viel - und alle laufen diesem Unsinn hinterher!
  2. #121

    Hallo Kellergeist,

    Zitat von glücklicher südtiroler Beitrag anzeigen
    Spanien kann nicht mehr und hat angesichts der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen verzweifelten Lage kaum mehr Spielräume. Was Arbeitslosigkeit, besonders die der Jugend, anbelangt, ist die Schmerzgrenze längst überschritten. Spanien hat keinen Spielraum mehr.
    naja, was Sie schreiben, ist schon okay - Spanien ist seit
    Jahrhunderten hauptsächlich Touristengebiet, davon lebt sich´s
    doch ganz gut (wenn man sich nicht übernimmt).

    Was den Spielraum betrifft, so würde ich eher sagen,
    der geht uns gerade in atemberaubendem Tempo global aus.
    Südtirol ist eine relativ privilegierte Ecke in Italien,
    sowas gibt es in Iberien auch - übrigens, meine Tante
    wohnt seit langem in Campione d`Italia, nicht so weit weg.

    Aber wie auch immer, es ist unausweichlich, daß die Krise,
    die von Wallstreet nur vorausgelöst wurde,
    uns früher oder später alle mindestens einen halben Meter
    im Meer versenkt (es ist nämlich nur scheinbar
    eine "Finanzkrise").

    Berge sind freilich in jedem Fall ein Plus ;)
  3. #122

    Na und?

    Zitat von gewgaw Beitrag anzeigen
    Lassen Sie mich raten: Sie wählen "Die Linke", oder?
    Nachdem uns die konservative Mutti mit ihrer neoliberalen blödsinnigen prozyklischen Spar-Politik das eingebrockt hat -- ist "Die Linke" denn ein Schimpfwort?

    Mit "uns" meine ich hier nicht nur Deutschland, sondern den Euroraum. Am deutschen Wesen soll die Welt genesen! Die von den Lobbyisten korrumpierte deutsche Regierung ist die Wurzel des Übels, nicht etwa die Griechen und schon gar nicht die Spanier oder Italiener.

    Wir haben keine Staatsschuldenkrise (die wäre ja auch eine Guthabenkrise, denn zu jedem Euro Schulden gehört ein Euro Forderungen), sondern eine Bankenkrise - immer noch die von anno 2008.

    Würde Deutschland nicht mit seinen Dumpinglöhnen, sondern mit Qualität zu Normalpreisen seinen Export bestreiten, wäre wegen europaweit vergleichbaren Lohnstückkosten die Außenhandelsbilanz ausgeglichen und hätten nur wirkliche Übeltäter Probleme. Spanien zählt da nicht dazu.
  4. #123

    Zitat von glücklicher südtiroler Beitrag anzeigen
    Spanien kann nicht mehr und hat angesichts der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen verzweifelten Lage kaum mehr Spielräume. Was Arbeitslosigkeit, besonders die der Jugend, anbelangt, ist die Schmerzgrenze längst überschritten. Spanien hat keinen Spielraum mehr. Die Sparpläne halte ich für überzogen, weil sie das Land nur weiter in einen Strudel abwärts treiben. Europa hat bereits vorgesorgt. Es ist kein Zufall daß der Start des ESM um ein Jahr vorgezogen wurde und daß die deutsche Regierung seine de facto Verdoppelung(nach monatelangen red lines) geschluckt hat. D ist in ESP weit stärker involviert als bsw. in I. Der ESM kann ab Sommer im Falle des Falles Spanien 'auffangen'. Die viertgrößte Volkswirtschaft könnte ansonsten dem € leicht das Aus bedeuten. Die Eliten Europas(und bes. Deutschlands) haben ihr politisches Schicksal an den Euro gekettet. F. Merkel hat es so gesagt, scheitert der € scheitert Europa. Der Euro wird daher auch bis zur letzten Patrone verteidigt und dazu sind noch nicht alle Interventionsmöglichkeiten ausgeschöpft worden. Anleihenkauf ist eine der Optionen. Der Endpunkt könnte als meiner Ansicht wahrscheinlichste 'Lösung' die Vergemeinschaftung der Vermögen&Schulden, also de facto die politische Union Europas sein. Ab einem bestimmten Punkt wird die EZB der lender of last resort werden. Dann übernimmt die EZB wirklich die Aufgaben einer alleinigen Zentralbank, wie die Fed.
    Euro Crisis 2012: Spain Has Become Chief Worry - MarketBeat - WSJ
    Für Italien, Frankreich und die gesamte EU keine guten Zeiten, 2012 wird noch ein Tal der Tränen... ;(

    Schian Gruaß...
    Sollte Spanien den ESM in Anspruch nehmen müssen, fällt es als viertgrösster Bürge und Zahler natürlich weg und siehe da, wir sind wieder bei Null. ;-)
  5. #124

    Zitat von PrinzEisenerz Beitrag anzeigen
    naja, was Sie schreiben, ist schon okay - Spanien ist seit
    Jahrhunderten hauptsächlich Touristengebiet, davon lebt sich´s
    doch ganz gut (wenn man sich nicht übernimmt).

    Was den Spielraum betrifft, so würde ich eher sagen,
    der geht uns gerade in atemberaubendem Tempo global aus.
    Südtirol ist eine relativ privilegierte Ecke in Italien,
    sowas gibt es in Iberien auch - übrigens, meine Tante
    wohnt seit langem in Campione d`Italia, nicht so weit weg.

    Aber wie auch immer, es ist unausweichlich, daß die Krise,
    die von Wallstreet nur vorausgelöst wurde,
    uns früher oder später alle mindestens einen halben Meter
    im Meer versenkt (es ist nämlich nur scheinbar
    eine "Finanzkrise").

    Berge sind freilich in jedem Fall ein Plus ;)

    Das ist auch Problem Spaniens: nach wie vor hält man das Land für ein Agrarland mit einem wirtschaftlichen Schwerpunkt auf den Tourismus. Aber das stimmt eben überhaupt nicht: Spanien ist ein moderner Dienstleistungs- und Industriestaat. Im Gegensatz zu Griechenland spielt z.B. der Agrarsektor mit ca. 2,5% des PIB eine eher untergeordnete Rolle. Die Abhängigkeit vom Tourismus ist mit ca. 11,5% des PIB fast halb so hoch wie in Griechenland. Die Gewichtung des Industriesegments ist mit ca. 16 % vom PIB über 30% höher als in Griechenland. Spanien ist einer der Weltmarktführer in der Automobilzulieferung, Spanien ist einer der größten Produzenten von Systemen für Solar-und Windtechnik, Spanien ist einer der wichtigsten Exporteure von Know How und Systemen in der Bahntechnik, Spanien ist einer der größten europäischen Schuhproduzenten und exportiert die Technik für die Schuhherstellung in alle Welt. Konzerne wie Teka, Inditex, Gamesa, ACS, Camper, Iberdrola, Endesa, Ascaso, Seat, Telefonica, Repsol, Banco Santander etc., sind Weltmarken und gehören in ihren Branchen zu den Top-Unternehmen weltweit. Der Export hat in Spanien seit Beginn der Krise um 10% zugelegt, die Produktivität um 11%. Über diese Fakten berichtet man nicht, das wäre ja Schönfärberei und würde zu sehr vom gern geschürten Untergangsszenarium ablenken. Die Probleme verkaufen sich viel besser. Wie z.B. die Krise in der Baubranche, deren wirtschaftliche Gewichtung von annähernd 11,5% des PIB auf nunmehr 7% abgestürzt ist und damit diese adverse Situation kräftig alimentiert hat. Oder die hohe Arbeitslosigkeit: z.B. Jugendarbeitslosigkeit 50% ! Wenn man genau hinschaut stellt man jedoch fest, daß unter den gut ausgebildeten, qualifizierten jungen Menschen „lediglich“ 11,5% arbeitslos sind. Das ist immer noch viel, aber nicht zu vergleichen mit der o.g. Ziffer. Fast 75% der jungen hochqualifizierten Fachkräfte, die nun das Land verlassen, sind nicht arbeitslos sondern eher unterbezahlt oder überqualifiziert. Das zeigt eben das zweite große Problem Spaniens; das Bildungssystem. Es ist zu teuer, wenig effizient und korreliert schlecht mit der Realwirtschaft und deren Nachfrage nach Human Ressources. 30% der Jugendlichen haben in den letzten 12 Jahren die Schule vorzeitig abgebrochen, um das schnelle Geld auf dem Bau zu verdienen. In einer effizienten, gut organisierten Bildungs-und Ausbildungsstruktur wäre dies undenkbar gewesen. man glaubt immer noch, daß Spenien ein Agrarland ist mit einem wirtschaftlichen Schwerpunkt auf den Tourismus. Aber das stimmt überhaupt nicht,
  6. #125

    Dieses...

    Zitat von lupenrein Beitrag anzeigen
    Nur ein Wunder kann noch verhindern, dass die EU wie ein hohles Kartenhaus zusammenbrechen wird.
    Aber Wunder gibt es bekanntlich nicht.
    Da hilft auch der reinste Glaube ( an EU) nicht mehr.
    ...Konstrukt wird sich so lange halten, bis auch der letzte europäische Arbeitsplatz vernichtet, oder als mit einem Dumpinglohn bezahlt wird, und Dienstleistungen von Kleinunternehmern fast zum Selbstkostenpreis angeboten werden müssen, da sie sich zu dem einem realistischen Preis keiner mehr leisten kann. Soll heißen: Solange noch irgendwo irgendein Cent in die schwarzen Löcher der Finanz- und Politmafia umgeleitet werden kann, geht das Spielchen weiter.
  7. #126

    Kann man das eigentlich noch glauben?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Euro-Krise ist zurück - und überrascht die Politiker: In der Hoffnung auf ein baldiges Ende der Misere hatten sie den Rettungsschirm nicht weit genug auf

    [Zitat]
    Die Euro-Krise ist zurück - und überrascht die Politiker
    [/Zitat]

    Wirklich? Wohl kaum vorstellbar, denn diese Herrschaften sitzen an der Quelle.

    [Zitat]
    So ganz einig sind sich die Märkte da nie.
    [/Zitat]

    Aha. Also wer sind denn die Märkte und weshalb soll dann auch noch Rücksicht genommen werden, wenn sich selbst die Märkte nicht einig sind.

    [Zitat]
    Und das lag vor allem an Deutschland. ... Doch die Bundesregierung blockierte.
    [/Zitat]

    So so, also alle fordern und fordern und fordern. Nur die Bundesregierung blockiert. Kann der werte Autor erklären,
    warum nicht die, die ständig fordern auch bezahlen sollen? Was hindert z.B. Frankreich daran den ESM auf 2 Billionen aufzustocken?

    Sie, Herr Kaiser, schlagen demnach vor dass DE in unbegrenzter
    Höhe haften soll. Und wo soll das Geld herkommen?

    [Zitat]
    ... hat der künftige Rettungsfonds ESM also nur 500 Milliarden Euro zur Verfügung ...
    [/Zitat]

    Nur??? Das sind 1.500.000 in Worten Eine-Million-und-Fünfhunderttausend Einfamilienhäuser im Gegenwert von rund 300000 Euro.
    Erkennen Sie daran eigentlich nicht, dass es sich um irrwitzige Summen handelt?


    [Zitat]
    Und selbst Griechenland, das Mitte März gerade erst die Zusage für ein zweites Hilfspaket erhalten hatte, plant sicherheitshalber schon mal mit dem nächsten.
    [/Zitat]

    Echt jetzt? Die planen sicherheitshalber mit dem nächsten. Gehts noch? Steht der edle Spender schon fest?

    [Zitat]
    Milleker plädiert für eine Art unbegrenzter Garantie über eine Haftungsgemeinschaft der Euro-Staaten oder über die EZB
    [/Zitat]

    Erklärt Milleker auch, woher das Geld kommen soll, und wer am Ende dafür gerade stehen soll? Plädieren kann jeder, aber auch bezahlen?
  8. #127

    Zitat von Cassandra105 Beitrag anzeigen
    Kapitalismus trägt den eigenen Tod in sich.

    Sowohl die massive Kapitalakkumulation, als auch das "ewige Wachstum", scheitert an der Realität und natürlicha auch der Volksmasse, die irgendwann nicht mehr kann und sich auflehnt.
    Dem Kapitalismus würde ich sicher keine Träne nachweinen, auch wenn ich nicht allzusehr unter ihm leide.

    Das Problem sehe ich darin, dass sich das Volk dann irgendwann GEGEN irgendetwas auflehnt, aber noch lange nicht weiss, WOFÜR es kämpft. Da spricht in meinen Augen vieles dafür Entwürfe für eine postkapitalistische Gesellschaft zu diskutieren und zwar bevor man in die Verdrückung kommt solche Entwürfe auch mal realisieren zu müssen.
  9. #128

    Zitat von sichersurfen Beitrag anzeigen
    Aber, aber. Nun legen Sie doch einfach Ihr wertloses Buchgeld in spanische Anleihen an. Bringen doch jetzt 6%.
    Völlig ohne Risiko. Ist doch nur wertloses Buchgeld.
    Buchgeld in Span Anleihen bringt nur weiteres wertloses Buchgeld hervor - das ist eine letztlich ziemlich sinnlose Angelegenheit!
    Der einzige Nutzen, die Sparkonten und Versicherungen können so ihre "Kapitalgedeckte Rente, Lebensversicherung oder ihr wertloses Buchgeld" auf den Konten weiter mit Scheinbuchgeld aufblasen!

    Und weil das so ist nehm ich kein "Buchgeld" überhaupt an - das ungünstigeste was ich annehme ist ZB-Geld in Form von Bargeld , und genau das tausche ich sofort in Waren, Güter oder Bilder um - da gibts zwar keine Illusionszinsen für , aber die brauche ich auch nicht, den "deren Wert" ist letztlich solange die Dinge benötigt werden immer absolut Wertkonstant!

    Es ist schon immer unsinn gewesen zu glauben das "andere" für einen Zinsen und werte erschaffen weil man zu faul ist selber etwas zu erschaffen - und wenn ALLE nur noch ZINSEN von ALLEN haben wollen - wer sollte da eigentlich die ZINSEN erschaffen - Aliens, Weihnachtsmänner ? Kindischer Verblendungsunsinn - natürlich ist da keiner der diese Zinsen erschafft - gibt nur die Illusion das da irgendwo der Weihnachtsmann kommt und eine "Kapitalgedeckte Rente" oder was immer plötzlich aus dem noch grösseren Nichts zahlt!

    Ein Uralter Spruch, mit "Geld kann man keine Gewinne" machen stimmt immer noch zu 100% .. sie erschaffen nur eine Illusion da - und alle die das kennen haben kein "Buchgeld" auch kein "Bargeld" die legen sofort alles in richtig Werthaltiges an - und überlassen den Deppen oder "Muppets" wie Goldmann Sachs die nennt eben ihre Illusionen!
  10. #129

    Zitat von frenchcurry Beitrag anzeigen
    Wenn doch die Banken dermassen Gewinn machen /Geld von wo auch immer einsacken - warum schiessen dann deren Aktienkurse nicht in den Himmel? Dann könnte ich doch zumindest als Aktionär reinholen, was ich an anderer Stelle verliere?
    Banken sind nicht an "Geld" interessiert - wenn Geld einen Wert hätte , würden sie es ja behalten oder? Nein, die sind an den Schulden und an den Werten interessiert. Deren "Gewinne" machen sie wie früher auch , als Pfandleiher , und wenn der seine Schulden nicht zahlt dann kassiert man entweder sein Haus (Pfand), oder ihn als Arbeitsklave .. steckt ihn in einen Lendenschurz und schickt in auf die moderen Baumwollfelder der 1 Euro Jobs!

    Ist eigentlich ein Zuhältermodell - etwas verleihen was man überhaupt nicht hat, dann jemand die "Schuld" einreden , und auf den Strich schicken .. ist genau das gleiche Prinzip und nur eine "legalisierte" Ausführung davon!

    Und zumindest die Leute dieses Wirtschaftsystem verstanden haben benutzen es auch korrekt , nur immer genau soviel Geld einsetzen , das man mehr Schulden und richtige Werte dafür kaufen kann - und das "Geld" überläßt man den Deppen dabei!








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