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Finanzkrise: Europa zeigt den Ausweg aus der Schuldenfalle

Millionen, Milliarden, Billionen - tägliche Schlagzeilen über immer größere Defizite der öffentlichen Haushalte verunsichern die Bürger. Dabei übersehen viele: In Wahrheit geht die Ära des ungezügelten Schuldenmachens zu Ende. Und dabei kann Europa sogar zum Vorbild für den Rest der Welt werden.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...799236,00.html
  1. #10

    Der Rufer ...

    Zitat von clonck Beitrag anzeigen
    Dem Autor scheint der Zusammenhang zwischen zinsbedingt wachsenden Schulden und andererseits entsprechend zinsbedingt wachsenden Vermögen nicht klar zu sein. Anders kann ich mir diesen naiv-niedlichen Artikel nicht erklären.

    Immer wenn so ein Schreiberling seinen Mist verzapft bleibt er eine klitzekleine Antwort schuldig: Wenn die Staaten die Schulden nicht mehr aufnehmen können/wollen/dürfen, wer dann?

    Die Billionen der Vermögenden müssen ja schließlich irgendwo "investiert" (sprich: gegen Zins verliehen) werden.
    ... in der Wüste hat es schwer . So recht Sie haben, so wenig werden Sie verstanden werden . Die ganze " Verwirrung " ist nämlich Teil des Komplotts !!!
  2. #11

    Der Irrweg

    Die Argumentation lautet: Die Staaten verschulden sich zuviel. Das stimmt, stimmt aber auch nicht, denn z.Z. überschulden sich die Staaten weil sie Ihre Finanzinstitute retten.
    D.h. solange nicht endlich ein Trennbankensystem eingerichtet wird, in dem die Banken abgeschottet ihr Casino betreiben, wo sie zocken und haften, wird die Verschuldung weitergehen, der Bürger für die Wettgewinne haften müssen, wobei die Regierungen durch Nichtregulierung in Komplizenschaft mit den gierig agierenden Bankern und Anlegern gegangen sind und damit Hauptschuldige an der Krise sind.
    Wie sieht es mit den Steuern aus, auch hier versagen der Regierungen, welche zulassen, das die Geldgrossen kaum noch Steuern zahlen.
    Es gibt dutznede Themengebiete wo Reformen notwendig wären.

    Aber wir leben in einem Land wo jeden Tag ein bisschen weniger Demokratie gelebt wird, wo Maulkörbe an der Tagesordnung sind und die Liste der Tabuthemen immer länger werden.
  3. #12

    Drei Punkte

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Millionen, Milliarden, Billionen - tägliche Schlagzeilen über immer größere Defizite der öffentlichen Haushalte verunsichern die Bürger. Dabei übersehen viele: In Wahrheit geht die Ära des ungezügelten Schuldenmachens zu Ende. Und dabei kann Europa sogar zum Vorbild für den Rest der Welt werden.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...799236,00.html
    Die Kernweisheit ist falsch: man kann zwar nicht mehr verkonsumieren als an Werten geschaffen wird, das ist richtig. Aber die Staatsverschuldung kommt nicht durch die Wohltaten von Seiten des Staates in Gange, sondern vor allen Dingen durch die folgenden drei Punkte:

    1. Auslandsausgaben - Steuern sind dazu da, damit der Staat seine Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft zu erfüllen: Militär, Polizei, Feuerwehr, Gesundheitswesen, Infrastruktur, Bildung.
    Auslandsausgaben dienen aber nicht unmittelbar den Interessen der Bevölkerung, auch mittelbare Erfolge sind kaum erkennbar - siehe Griechenlandkrise.

    2. Steuern - solange Steuern und Sozialabgaben vor allen Dingen von abhängig Beschäftigten getragen werden, deren Entlohnung seit Jahren stagniert, während sich Gutverdienende aus dem Sozialsystem ausklinken können, stimmt die Finanzierung nicht.
    Tatsache ist, dass ALLE abhängig von ihrem Einkommen gleichermaßen belastet werden sollen - auch ein Einkommensmillionär kann Sozialabgaben in voller Höhe bezahlen, auch wenn er kein Nutznießer sein wird.
    Idealerweise werden die Sozialabgaben abgeschafft und nur noch über Steuern finanziert - per Einheitssteuersatz von 45% ab dem ersten Euro über dem Steuerfreibetrag von 800,- Euro monatlich. Damit werden Geringverdiener stark entlastet.

    3. Komplizierter Beamtenapparat - Deutschland leistet sich zwar keinen griechischen öffentlichen Dienst, effektiv sind die zahllosen Behören und Beamten aber nicht. Eine Reduktion und Verschlankungd es Apparates könnte Kosten sparen und vor allen Dingen die Verschwendung von Steuermitteln unterbinden, welche in komplizierten Vorgängen mit doppelt und dreifach vorhandener Rendundanz zwangsläufig auftretet muss - kurzum: Reibungsverluste.
  4. #13

    Vorbild Europa? Ade Deutschland !

    Wenn sich die Einsicht dafür durchsetzt, dass der Kultur-, Wirtschafts- und Nationalindividualismus der europäischen Länder nur durch einen souveränen gesamteuropäischen Staates gerettet werden kann, ist schon denklogisch (Folgerung a minore ad maius) ersichtlich, dass die kulturelle Vielfalt und die Eigenarten jedes Einzelnen in der Weltbevölkerung und jeglicher menschlicher Zusammenschlüsse nur durch die Bildung eine Weltgesamtstaates gerettet werden kann, einer Weltregierung, welche die Belange aller im Auge hat.

    Derzeit fühlen sich die europäischen Bürgergemeinschaften in ihren jeweiligen Ländern jeder für sich allein isoliert, hilflos ausgeliefert und von anonymen Gutsherren verwaltet. Sie haben Angst, „ihre“ nationalen Identitäten“ zu verlieren und damit ihren persönlichen Schutzraum. Die Europäer brauchen also das Gefühl, in eine Art großen familiäre Verbund eingebunden zu sein, als Menschen mit unendlich starken Gemeinsamkeiten aus und an ihren Wurzeln und allen erdenkbaren daraus erwachsenden individuellen Eigenarten. Mit der Schaffung und Stärkung einer eigenen, europäischen Identität sui generis werden ihre Herzen gewonnen. Mit der weitergehenden Idee der „Weltgemeinschaft“ haben sie dann eine gemeinsame Aufgabe aus gemeinsamen Gedanken- und Herzensgut, auf das sie stolz sind, das sie weiterentwickeln und weitergeben können. Ähnlich wie die griechische, antike Erfindung der Demokratie den Lauf des politischen Europas der nächsten Jahrtausende verändert hat, kann auch der Gedanke einer „Weltgemeinschaft“ basierend auf einer europäischen Idee die Zukunft prägen.

    Das könnte eine der Aufgaben eines „neuen Europa“ sein, die Bildung eines Weltstaates vorzubereiten, sich also nicht nur nach Vorbild der „Vereinigten Staaten“, aber in Europa, zu formieren, sondern durch weit darüber hinaus gehende Maßnahmen ein eigenständiges Vorbild zu geben, dessen ungeschriebenes Ziel die Überwindung vom Gedanken des individuell, kollektiv und staatlich Trennendem, Abgrenzendem aller Art ist.

    Dies könnte dadurch geschehen, das neben eine europäischen Gesamtregierung eine Art „provisorische Welt-Entscheidungsrat“ zunächst) ohne Eingriffbefugnisse installiert wird, in welchem Vertreter aller Nationen zu den zu treffenden Entscheidungen der Europäischen Gesamtregierung vorab Stellung nehmen dürfen. Der Europäischen Gesamtregierung wird so der Blick geschärft für die Tragweite und Folgen einer Entscheidung. und abgelenkt von der schlichten Wahrnehmung eigener, Europa interner Interessen.

    Selbstverständlich können und müssen einzelne europäische Länder wegbereitend sein, die Deutschen beispielsweise, indem sie durch eine Neugestaltung des Grundgesetzes als erste ihre nationale Souveränität (formal über Art. 146 Grundgesetz) aufgeben zu Lasten zugunsten gesamteuropäischer Belange und damit jedes Einzelnen europäischen Bürgers.
  5. #14

    Die Lösung kam auf d-radio:

    "Die Europäische Zentralbank sollte den Staaten frisches Geld völlig kostenlos, als "Geschenk" übergeben. Der Gewinn aus der Geldschöpfung käme vollständig den öffentlichen Haushalten zugute. "

    http://bit.ly/v3DgDm

    Gruß
    xtraa
  6. #15

    EUropa zeigt überhaupt keinen Ausweg...

    alles was nach EUropa und dem Euro kommt ist der Ausweg!
  7. #16

    ...

    Zitat von marcaurel1957 Beitrag anzeigen
    Normalerweise kommentiere ich die vielen unsinnigen Theorien übert "Fiat money" "Schuld-Geld" u.ä. nicht aber iHre Frage ist sehr leicht zu beantworten, wenn die Staaten weniger Geld am Finanzmarkt nachfragen, sinkt der Preis fürs Geldund was dazu führt, daß andere Wirtscahftssubjekte als Nachfrager auftreten um ihre Proejkte zu realisieren. Nicht in jedem Einzelfall aber so doch für die gesamte Volkswirtschaft gilt, daß Preisreduzierunegn die Nachfrage erhöhen
    Und ihre Antwort ist leicht zu widerlegen.
    Die von Ihnen angesprochenen "anderen" Wirtschaftsubjekte, also Privatleute und Unternehmen, sind nicht im entferntesten in der Lage diese Summen nachzufragen. Es mangelt an der geforderten Bonität. Die durchschnittlichen Fremdkapitalquoten der Unternehmen sind schon lange am vertretbaren Limit und wozu die Überschuldung von Privatleuten führt haben wir in den USA gesehen.
    Und nun?
  8. #17

    soziale Wohltaten? Verquere Wahrnehmung!

    Lieber Herr Kaden, da sind sie wohl einer arg selektiven Wahrnehmung aufgesessen.

    Vor der Bankenkrise 2008 hat z.B. Deutschland eine Staatsverschuldung von 65% des BIP aufgewiesen (Stand 2007, Quelle: Eurostat). Wo sind in den letzten vier Jahren die nächsten 20% hinverschwunden? In Sozialleistungen? Wohl kaum. Äuglein aufmachen und verstehen, dass die sog. Schuldenkrise massgeblich durch die Bankenkrise verursacht wurde.

    Als 2007 Banken zu kollabieren begannen, lag das Staatsdefizit im Euro-Raum bei mickrigen 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die Gesamtschuldenquote war seit Euro-Start um zehn Prozentpunkte gesunken, in Italien sogar um 17. In 21 von 35 entwickelten Industrieländern fuhren die Regierungen damals Etatüberschüsse ein.
    Und Spanien hatte die Schuldenquote auf 40, Irland gar unter 30 Prozent gesenkt.
    Die Risikoprämie auf Staatsanleihen lag fast überall auf Rekordtief. Das war außer im kleinen Griechenland nicht wirklich das Umfeld für eine Staatsschuldenkrise.

    Wie sich die Schuldenkrise entfaltete
    Wenn sich das nach 2007 schlagartig geändert hat, gibt es dafür nur einen Grund: die Banken- und Finanzkrise. Nach Rechnung der Bundesbank mussten bis 2010 allein 240 Mrd. Euro geopfert werden, um kollabierende Banken zu retten - macht fast die Hälfte des gesamten Anstiegs der Staatsschulden von knapp 511 Mrd. Euro seit 2007.
    Wozu auch beitrug, dass wegen der crashbedingten Rezession Milliarden Steuereinnahmen wegbrachen; das brachte bei einem Rückgang des BIPs um fünf Prozent (2009) nach Faustregeln weitere fast 61 Mrd. Euro Staatsdefizit. Plus mehrere Prozent Wirtschaftsleistung, die aufgebracht werden mussten, um durch Konjunkturpakete einen Absturz wie nach dem Bankencrash der 30er zu verhindern.

    All das hat erst das Potenzial für Staatsschuldenkrisen gebracht. Nach Rechnung von Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff schnellte seit 2007 die Schuldenquote im Schnitt der entwickelten Länder von rund 50 auf 90 Prozent hoch.
    Allein für Deutschland kommen da in der Summe locker mal 255 Mrd. Euro zusammen, die uns die Banken durch ihren Crash beschert haben. @ftd

    Sozialleistungen?
  9. #18

    Kognitive Dissonanz, Herr Kaden!

    Lieber Herr Kaden, da sind sie wohl einer arg selektiven Wahrnehmung aufgesessen.

    Vor der Bankenkrise 2008 hat z.B. Deutschland eine Staatsverschuldung von 65% des BIP aufgewiesen (Stand 2007, Quelle: Eurostat). Wo sind in den letzten vier Jahren die nächsten 20% hinverschwunden? In Sozialleistungen? Wohl kaum. Äuglein aufmachen und verstehen, dass die sog. Schuldenkrise massgeblich durch die Bankenkrise verursacht wurde.

    Als 2007 Banken zu kollabieren begannen, lag das Staatsdefizit im Euro-Raum bei mickrigen 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die Gesamtschuldenquote war seit Euro-Start um zehn Prozentpunkte gesunken, in Italien sogar um 17. In 21 von 35 entwickelten Industrieländern fuhren die Regierungen damals Etatüberschüsse ein.
    Und Spanien hatte die Schuldenquote auf 40, Irland gar unter 30 Prozent gesenkt.
    Die Risikoprämie auf Staatsanleihen lag fast überall auf Rekordtief. Das war außer im kleinen Griechenland nicht wirklich das Umfeld für eine Staatsschuldenkrise.

    Wie sich die Schuldenkrise entfaltete
    Wenn sich das nach 2007 schlagartig geändert hat, gibt es dafür nur einen Grund: die Banken- und Finanzkrise. Nach Rechnung der Bundesbank mussten bis 2010 allein 240 Mrd. Euro geopfert werden, um kollabierende Banken zu retten - macht fast die Hälfte des gesamten Anstiegs der Staatsschulden von knapp 511 Mrd. Euro seit 2007.
    Wozu auch beitrug, dass wegen der crashbedingten Rezession Milliarden Steuereinnahmen wegbrachen; das brachte bei einem Rückgang des BIPs um fünf Prozent (2009) nach Faustregeln weitere fast 61 Mrd. Euro Staatsdefizit. Plus mehrere Prozent Wirtschaftsleistung, die aufgebracht werden mussten, um durch Konjunkturpakete einen Absturz wie nach dem Bankencrash der 30er zu verhindern.

    All das hat erst das Potenzial für Staatsschuldenkrisen gebracht. Nach Rechnung von Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff schnellte seit 2007 die Schuldenquote im Schnitt der entwickelten Länder von rund 50 auf 90 Prozent hoch.
    Allein für Deutschland kommen da in der Summe locker mal 255 Mrd. Euro zusammen, die uns die Banken durch ihren Crash beschert haben. @ftd

    Sozialleistungen?
  10. #19

    Zu Ende

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Millionen, Milliarden, Billionen - tägliche Schlagzeilen über immer größere Defizite der öffentlichen Haushalte verunsichern die Bürger. Dabei übersehen viele: In Wahrheit geht die Ära des ungezügelten Schuldenmachens zu Ende. Und dabei kann Europa sogar zum Vorbild für den Rest der Welt werden.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...799236,00.html
    Dummes Zeug. Ich habe nie ungezügelt Schulden gemacht. Aber der Staat hat bei mir ungezügelt Schulden gemacht, bestimmt nicht nur bei mir. Und natürlich kann auch ein abschreckendes Beispiel ein 'Vorbild' sein. Wenn es nur abschreckend genug ist, 'sogar für den Rest der Welt'.








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