Forum


 

Finanzkrise: Auf zum nächsten Debakel

APSchuldenschnitt geglückt, Rettungspaket abgenickt: War es das schon mit der Eurokrise? Leider nein. In wenigen Wochen wird die Lage in Griechenland erneut eskalieren. Bis dahin müssen die übrigen Euro-Staaten ihre Hausaufgaben erledigen - ganz besonders Deutschland.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...821086,00.html
  1. #1

    Dilemma

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schuldenschnitt geglückt, Rettungspaket abgenickt: War es das schon mit der Eurokrise? Leider nein. In wenigen Wochen wird die Lage in Griechenland erneut eskalieren. Bis dahin müssen die übrigen Euro-Staaten ihre Hausaufgaben erledigen - ganz besonders Deutschland.

    Finanzkrise: Auf zum nächsten Debakel - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Grob genommen gibt es zwei Probleme, eine Finanzkrise mit dem Euro, und eine Wirtschaftskrise die nicht nur eine Konjunkturkrise ist, sondern eine Krise in der vor allem Deutschland die 'Schuld' hat seine Exportwirtschaft zu dopen, waehrend die periphaeren Laender in ein strukturelles Leistungsdefizit gerutscht sind, das die Tendenz hat sich zu verstarken.
    Das Dilemma ist folgendes,
    -will man den Euro retten, so braucht man ein finanziell kraeftiges Deutschland als 'Zahlmeister', das ist nur moeglich indem Deutschland weiterhin wirtschaftlich expandiert, auch zu Lasten der Deutschen, sprich Einkommensminderung, waehrend in den Laendern mit dem Defizit, sprich Suedlaender, kuenstlich die Kaufkraft erhalten werden muss, irgendwohin muss Deutschland ja exportieren. Wie das Ganze bei explodierenden Arbeitslosenzahlen gehen soll ist eh ein EU-Geheimnis, streng gehuetet von Barroso, Juncker und Merkel, wobei allein Merkel weiss wie man da auch noch sparen kann.
    -will man die Wirtschaftskrise, und die mit ihr verbundene Arbeitslosigkeit (immerhin bereits 25% in Spanien), bekaempfen, muss man die Exporte in diesen Laendern dopen, sprich die Waren und Dienstleistungen konkurrenzfaehig zu machen. Aufgrund der Struktur der betroffen Volkswirtschaften geht dies nur ueber eine Abwertung, also nicht durch den Euro.
    Die Politik ist wie eine Feurwehr die bei einer Brandkatastrophe ein Gegenfeuer legt, und dann mit Getoese das Gegenfeuer loescht. Da gibt es viel Aktion, aber der Brandherd der geloescht werden soll brennt voll weiter.
  2. #2

    Ökonomische Ungleichgewichte und fehlende Anpassungsmaßnahmen!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schuldenschnitt geglückt, Rettungspaket abgenickt: War es das schon mit der Eurokrise? Leider nein. In wenigen Wochen wird die Lage in Griechenland erneut eskalieren. Bis dahin müssen die übrigen Euro-Staaten ihre Hausaufgaben erledigen - ganz besonders Deutschland.

    Finanzkrise: Auf zum nächsten Debakel - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Die ökonomischen Ungleichgewichte in der gemeinsamen Währungszone können einfach nicht mehr durch einen flexiblen Wechselkurs ausgeglichen bzw. zeitnah marktgerecht angepasst werden. Ein Blick auf die Entwicklung der nationalen Leistungsbilanzsalden seit Bestehen der Währungsunion zeigt dies ganz deutlich.
    Was bedeutet dies nunmehr ganz konkret für Deutschland? Deutschland soll seine Hausaufgaben erledigen! Seit 13 Jahren entfallen alle möglichen Aufwertungsgewinne einer eigenen stabilien Währung als volkswirtschaftliche Sozial- und Wohlfahrtsdividende. Eine Besuch an der Tankstelle, ein Urlaub im Euroraum, ein Blick auf die eigene Entgeltabrechnung, ein Blick auf die kommunalen Finanzen, zeigt dies ganz deutlich.

    Für uns selbst entstehen durch die Eurorettung erhebliche, kaum noch zu kalkulierende Risiken. EFSF, ESM, Target 2, Umschuldungen (aufgekaufte Staatsanleihen, Abschreibungen bei Banken (HRE, IKB, Bad Banks)), unbegrenzte Liquiditätszuteilungen an Geschäftsbanken als Ersatz für den Interbankenhandel (diese parken diese zusätzliche Liquidität bei der EZB als Risikopuffer), einen einheitlichen Zinssatz bei verschiedenen Konjunkturzyklen und verschiedene nationale Inflations-/Deflationsszenarien, diese Gesamtproblemstellungen können wir selbst kaum noch beeinflussen, das Abstimmungsverhalten in den EZB-Gremien könnte dafür ein Indiz sein (Rücktritte Weber und Stark).

    Die Vergemeinschaftlichung, die Monetarisierung und die Sozialisierung von Schulden und Risiken innerhalb dieser Währungsunion dürfte somit kaum noch zu verhindern sein.

    Mehr sachliche Hintergrundinformationen dazu:

    buecher.de: euro lüge wilhelm hankel - portofrei
  3. #3

    Also

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schuldenschnitt geglückt, Rettungspaket abgenickt: War es das schon mit der Eurokrise? Leider nein. In wenigen Wochen wird die Lage in Griechenland erneut eskalieren. Bis dahin müssen die übrigen Euro-Staaten ihre Hausaufgaben erledigen - ganz besonders Deutschland.

    Finanzkrise: Auf zum nächsten Debakel - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    langsam glaube ich, das für den SPON nur schlechte Nachrichten gute sind. Und selbst wenn. Hauptsache ihr bleibt dann auch mal bei der Meinung. Nicht das nächste Woche über die glorreiche Zukunft der Griechen geschrieben wird. Langsam wird das Thema langweilig. Lasst doch jetzt erstmal ein, zwei, drei Monate vergehen.
  4. #4

    Ein Pavian in der Krise

    Es läuft ein Pavian, macht Raddau und schreit: "Krise, Krise!"
    Ihm kommt ein Wolf entgegen und fragt was los sei.
    Der Pavian erzählt ihm aufgeregt über die Krise.
    Der Wolf antwortet: "Na wenn schon, meine Hasen werde ich immer jagen".
    Dann läuft der Pavian weiter und schreit: "Krise, Krise".
    Ihm kommt ein Löwe entgegen und fragt was los sei.
    Der Pavian erzählt ihm aufgeregt über die Krise.
    Der Löwe antwortet ihm: "Na wenn schon, ich werde auch weiterhin Fleisch fressen".

    Dann läuft der Pavian weiter und fragt sich warum er das eigentlich tut: "Hmm...warum mache ich das eigentlich? Mein Arsch wird auch weiterhin ohne Haare bleiben. Ist doch egal".

    Die Moral der Geschichte: die Großen werden weiter fressen und die Armen werden weiterhin nichts haben. Krise spielt dabei keine Rolle und ist nur ein Mittel um das Volk durch Pakete, Hebel und Besen zu enteignen.
  5. #5

    Finanzkrise?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schuldenschnitt geglückt, Rettungspaket abgenickt: War es das schon mit der Eurokrise? Leider nein. In wenigen Wochen wird die Lage in Griechenland erneut eskalieren. Bis dahin müssen die übrigen Euro-Staaten ihre Hausaufgaben erledigen - ganz besonders Deutschland.

    Finanzkrise: Auf zum nächsten Debakel - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Es ist nicht nur eine Finanzkrise, es ist vor allem auch eine Wirtschafts und Gesellschaftskrise.
    Mit der Rettung der Banken hat man nur den Banken geholfen, denn bei einem Bankrott hätt sie alle nichts mehr wiedergesehen.
    Aber damit ist doch diese Krise nicht aufghoben, die Wirtschaft ist nach wie vor am Boden und nur wenn die Wirtschaft wieder in Bewegung kommt, dann könnte sich was verändern.
    So muss man immer die nächsten Monate abwarten und alles ist nur aufgeschoben, aber nicht beendet.
    Nicht nur Griechenland hat versagt, auch die EU ist nur ein Kaosclub.
  6. #6

    Ach deshalb musste wieder

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schuldenschnitt geglückt, Rettungspaket abgenickt: War es das schon mit der Eurokrise? Leider nein. In wenigen Wochen wird die Lage in Griechenland erneut eskalieren. Bis dahin müssen die übrigen Euro-Staaten ihre Hausaufgaben erledigen - ganz besonders Deutschland.

    Finanzkrise: Auf zum nächsten Debakel - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    so ein Beitrag kommen, weil gestern schon der "gute" kam. HAbe ich doch glatt übersehen.
    Neue Staatsanleihen: Rating-Agentur Fitch stuft Griechenland herauf - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
  7. #7

    Gehts noch?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die langfristige Stabilität der deutschen Staatsfinanzen muss dann über jeden Zweifel erhaben sein. So weit erhaben, dass Deutschland zur Not auch noch eine weitere Aufstockung des Bürgschaftsschirms ESM schultern könnte.
    Wenn ich solche Sätze am Morgen lesen muss, ist der ganze Tag schon gelaufen. Ich kann gar nicht soviel essen wie ich...

    Ich stimme dem Autor zu, wenn er sagt, dass die Staatsfinanzen in Deutschland in Ordnung sein müssen, aber nicht dafür, den ESM aufzustocken und damit die Schulden-EU weiter zu alimentieren, sondern für die Bürger in diesem Land! Wir zahlen hier unmengen an Steuern und wollen gefälligst etwas dafür bekommen! Ich habe keinen Bock, immer weniger für meine Steuern zu bekommen, damit sich andere Länder auf unsere Kosten "konsolidieren" können. Mit den billigen Zinsen in den letzten 10 Jahren hatten diese Länder genügend Zeit. Allerdings hat man alles verprasst und steht nun vor dem Scherbenhaufen. Langsam reicht es! Deutschland soll für seine Bürger da sein und nicht für die Bürger in ganz Europa oder auf der ganzen Welt? Aus welchem Grund sollten wir immer mehr in diese Rettung stecken, wo wir doch sehen, dass dies überhaupt nichts bringt!! Die Länder sind in den letzten 10 Jahren dermaßen aufgepumpt worden, dass es absolut unrealistisch ist, zu glauben, dass dort in kurzer Zeit Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit entstehen könnte. Die müssen noch viel weiter runter!

    Es ist wirklich unerträglich, dass es in unserer Regierung und in unserem Bundestag nur sehr wenige gibt, die eine Gefahr in diesem Euro und in dieser EU sehen. Wenn das so weiter geht, wird es mittelfristig einen riesigen Knall geben und alle tun wieder überrascht!
  8. #8

    Die Gretchenfrage lautet: Wenn Deutschland - mit robustem Wachstum, guter Binnennachfrage, sinkender Arbeitslosigkeit - es nicht schafft, einen Überschuss zu erwirtschaften ... äh, ist dann vielleicht etwas an dem Wirtschaftsmodell falsch?

    Mit kommt bei dieser Sache das biblische "Jubeljahr" in den Sinn.
  9. #9

    Na ja

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schuldenschnitt geglückt, Rettungspaket abgenickt: War es das schon mit der Eurokrise? Leider nein. In wenigen Wochen wird die Lage in Griechenland erneut eskalieren. Bis dahin müssen die übrigen Euro-Staaten ihre Hausaufgaben erledigen - ganz besonders Deutschland.

    Finanzkrise: Auf zum nächsten Debakel - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft
    Die Infusionen auf der Intensivstation werden immer größer aber auch mit der Herz-Lungenmaschine gibt es halt nur ein weiteres Siechtum. Die Versager (Politiker) haben die Entfernung des Tumors aus Angst nicht gemacht. Nur der Daueraufenthalt auf der Intensivstation mit den teuren Apparaturen und Infusionen (GELD-drucken) kostet nur und hilft nicht.








TOP



TOP