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Filmreife Kino-Desaster: Oh, Mist - 20 Millionen Dollar versenkt
Geplatzt/ The DoubleWenn ein Super-Star Nacktszenen ausschließt, Mega-Egos aufeinander krachen oder der Geldgeber kalte Füße kriegt, hilft oft auch kein Oscar-Ruhm mehr. Selbst vielfache Preisträger mussten schon Filme beerdigen: Marlon Brando, Roman Polanski, Peter Jackson. Eine Galerie des Scheiterns.
http://www.spiegel.de/kultur/kino/ki...-a-852694.html
- #1 23.02.2013 12:58 von
Shit happens
Vor ein paar Jahren bin ich mal Komparse gewesen, wollte auch mal einen kleinen Blick hinter die Kulissen der Filmbranche werfen, nachdem ich zuvor jahrelang Filmvorführer war.
Polanski hat damals einen Film hier in D gedreht, die Szenen spielten auf einer Fähre, die permanent zwischen zwei Inseln pendelte und dabei internationale Gewässer kreuzte, so dass die Produzenten sicherlich den einen oder anderen kleinen Steuervorteil nutzen konnten.
Die Bezahlung als Komparse ist übrigens mies, im Endeffekt habe ich für diese Aktion draufgezahlt. Aber es ging mir dabei nicht ums Geld, vielmehr wollte ich einfach mal Ewan McGregor kennenlernen, den ich bereits aus zahlreichen Filmen kannte.
Am Set herrschte leider striktes Kameraverbot, ein Fotograf hatte die Exklusivrechte. Polanski hat einen ziemlich beeindruckenden Job gemacht, oft spielte er Szenen höchstpersönlich vor. Obwohl Polanski ja nun wirklich nicht mehr der Jüngste ist, war sein Perfektionismus offensichtlich. Er hat sogar Stunts vorgespielt und Verletzungen riskiert, für ein Mann in seinem Alter ziemlich bemerkenswert.
Auffallend war während der Dreharbeiten der enorme Aufwand, man konnte förmlich spüren, wie überaus kostspielig ein paar Sekunden Film sein können. Oft müssen Szenen wiederholt werden und man ist echt verblüfft, was so alles schiefgehen kann.
Am Set herrschte irgendwie Multikulti in der Superlative, was die Dreharbeiten zu einer echten Herausforderung machten. Darüber hinaus spielte das Wetter oft genug nicht mit und so kam es natürlich zu Verzögerungen, die sicher den Etat enorm belastet haben. Dass dieser Film trotzdem irgendwann fertig wurde und in die Kinos kam, grenzt meiner Meinung nach an ein kleines Wunder und hat sicher auch etwas mit der ziemlich beeindruckenden Dynamik von Polanski zu tun.
Ob der Streifen am Ende ein finanzieller Erfolg wurde, keine Ahnung. Ganz einfach weil ich die Einspielergebnisse nicht kenne. Ich partizipiere zwar in diesem Film, allerdings nur in einer winzigen Komparsenrolle. Obwohl ich Polanski und McGregor mehrfach begegnet bin, habe ich leider keine Gelegenheit gehabt, die Protagonisten näher kennenzulernen.
Filme zu produzieren kostet mitunter ein kleines Vermögen und man kann sich vorher nie sicher sein, ob die Einnahmen später die Kosten kompensieren oder das Einspielergebnis lukrativ sein kann. Fragt bitte mal einen gewissen James Cameron, der bekanntlich auch schon Flops gedreht hat. - #2 23.02.2013 12:59 von
Fazit
Trotz Urheberrechtsproblematik boomen die Kinos quasi überall hier im Land, ist es nicht so? Die Zukunft der Filmbranche ist rosig, auch wenn hin und wieder mal ein paar Flops gedreht werden und Raubkopien dieses Business ein wenig beeinträchtigen. Wer etwas anderes behauptet, der lügt.
- #3 23.02.2013 13:31 von
Deutschland Weltmeister
Deutschland ist Weltmeister im Verhindern von Filmen. Der Klüngel wird für jeden noch so niveaulosen Schrott mit Geld zugeschüttet und innovative Filmemacher ausgeschlossen. Hier werden Ideen im Keim erstickt. Die Filme, die in Deutschland jedes Jahr verhindert werden, schädigen die deutsche Kultur und die Filmlandschaft. Eine Entfilzung und Verhinderung von Zweckentfremdung - es geht eigentlich um Förderung neuer deutscher Filmkultur - ist überfällig.
- #4 23.02.2013 14:02 von
- #5 23.02.2013 14:52 von
Wenn man so etwas wissen möchte, ist imdb.com eine gute Adresse. Sieht für den "Ghost Writer" schlecht aus. Trotz positiver Kritiken stehen geschätzten Kosten von 45 Millionen nur etwas mehr als 15 Millionen als Einspielergebnis gegenüber. Auch inklusive weiterer Verwertung per DVD, TV etc. dürfte der Film deutlich unter den Kosten geblieben sein.
Der Ghostwriter (2010) - IMDb - #6 23.02.2013 15:17 von
Filme zu produzieren kostet mitunter ein kleines Vermögen ?
Mit Verlaub werte/r abomig,
die derzeit regelmässig genannten Produktionskosten für Filme sind mitnichten "ein kleines Vermögen" sondern überschreiten das Bruttosozialprodukt mittlerer Staaten.
Oder meinten Sie "... ein kleines Vermögen pro Stunde ... " *grins - #7 23.02.2013 15:17 von
@aboming
Nach deiner Beschreibung bin ich jetzt mal davon ausgegangen das es sich um "Der Ghostwriter" handelt.
Laust IMDB (http://www.imdb.com/title/tt1139328/) hat der Film 45 Millionen gekostet und ca. 15 Millionen (USA) eingespielt. Also kein wirklich großer Erfolg. - #8 23.02.2013 15:45 von
Laien am Werk
Man muss nicht nur gucken, sondern die Datenbank auch lesen können.
Etwas weiter unten steht unter Einnahmen:
$73,741,549 (Worldwide) (6 May 2011)
$63,241,549 (Worldwide) (29 August 2010)
$60,741,549 (Worldwide) (15 August 2010)
USA ist nicht die Welt (denken die in Hollywood zwar, ist aber trotzdem nicht so).
Die Differenz zwischen Kosten und Einnahmen würde mir persönlich für den Rest meines Lebens reichen. - #9 23.02.2013 16:16 von
...
Da hilft nur eins, das allseits beliebte mojo´s box office :D
The Ghost Writer (2010) - Box Office Mojo
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