...doch nicht ins Kino um sich selbst zu sehen...dann kann ich auch zu Hause bleiben und in den Spiegel gucken.
DPASie sind das neue Dream-Team des deutschen Kinos: Die Schauspielerin Anna und der Regisseur Dietrich Brüggemann. Im Interview fordern die Geschwister mehr Filme über normale Mittelschichtsmenschen - und lästern über Til Schweiger und das Plattenbau-Kino.
http://www.spiegel.de/kultur/kino/an...-a-858388.html
...doch nicht ins Kino um sich selbst zu sehen...dann kann ich auch zu Hause bleiben und in den Spiegel gucken.
Faszinierend, wie das Rad immer wieder neu erfunden wird.
Okay soweit so gut - was stellen die beiden "Filmschaffenden" den diesem Misstand entgegen? Ah, einen Film über ein paar deutsche vornehmlich akademisch gebildete Grosstadt-Hipster um die 30. Ja, das nenn ich mal representativ! Die fast umfängliche Unfähigkeit zu Gesellschaftsporträts jenseits des linksakademischen Grosstadtmilieus dürfte eher am Unwillen der deutschen Filmszene liegen über den Tellerrand des eigenen Sozialmilieus zu schauen, als am Mangel an Ausgangsstoff. Schaut man sich die Viten der lieben Filmleute an, sind diese fast so homogen wie diejenigen der Dax-Vorstände.Im Interview fordern die Geschwister mehr Filme über normale Mittelschichtsmenschen
Am Ende des Tages ist es ja auch viel zu unbequem sich mit anderen Sozialmilieus, Wertvorstellungen, Lebensentwürfen und Gott bewahre anderen kulturellen Backgrounds (abgesehen vom politisch korrekt desinteressierten "ich find euch mega faszinierend - jetzt lass mich in Frieden") auseinanderzusetzen. Wenn man es dann mal tut, da haben die beiden schon recht, geschiet es in bierernster Sozialdramamanier, oder in irgendeiner dümmlichen Komödie.
Die Lösung wäre einfach mal zu realisieren, dass es Leute ohne Studium gibt (oder auch nur was ausserhalb von "was mit Medien" studiert haben). Leute, deren Selbstfindungsglück im Reihenhäuschen oder dem ersten Malediven-Urlaub liegt. Leute, die es gewohnt sind immer Steine in den Berufsweg geworfen zu bekommen und sich beim Aufsteig durchbeissen zu müssen, weil sie eben nicht Theo, Marie-Louise, oder Wolf heissen, sondern Mustafa, Blerim und Co. Sprich - das Sozialmilieu der deutschen Filmschaffenden ist für Deutschlands Mittelschicht etwa so represäntativ wie "die Geissens" für den Geldadel
Habe ich was verpasst? Machen die beiden Filme, die Kritiker und Publikum gleichermaßen bewegen? Werden sie hochgelobt, rennen Millionen in die Kinos für den neuen Brüggemann-Film?
Oder sind auch das nur Filmemacher, deren Filme nur aufgrund des deuschen Fördersystems entstehen?
Ich prophezeihe "3 Zimmer, Küche, Bad" maximal 50.000 Zuschauer. Und das ist schon sehr optimistisch. Relevanz und Erfolg sehen anders aus.
...und....mir gefallen die Ansichten dieses Geschwisterpaars und ich freue mich für sie, wenn sie, von dem was sie arbeiten, leben können.
Die meisten Menschen möchten aber durch Filme oder Bücher von Ihren Problemen und den Problemen in der Welt abgelenkt werden und das geht nun mal am Besten mit seichter Unterhaltung.
Da erwartet man interessante Aussagen und dann kommt nichts als allgemeines bla, bla, bla.
Weder die Neugier auf den Fild wurde geweckt, noch lässt sich am Ende die Feststellung "das neue Dreamteam" bestätigen.
Passt aber irgendwie in die deutsche Scheingesellschaft.
Leuchten ohne zu strahlen, reden ohne was zu sagen, einlullen statt zu begeistern.
Ein weiterer Beweis der (geistig-kuklturellen) Armut in D.
#Nachgedacht
Merkwürdige Ansicht. Was bitte hat denn wirtschaftlicher Erfolg mit Filme machen zu tun? Qualität erreicht nie die Quoten von dümmlichem Blockbusterkino. So wie klassische Musik nie die Verkaufszahlen des neuen Britney Spears Albums erreicht. Sollte man Klassik deshalb diffamieren oder abschaffen? Viele Kunstschaffende hatten in Ihrer Lebensphase keinerlei wirtschaftlichen Erfolg und waren für die gesellschaftliche Veränderung, das Lebensgefühl der Gemeinschaft und deren Blick auf die sich verändernden Dinge absolut wichtig.