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Film-Doku "Black Power Mixtape": Die Wucht der schwarzen Faust

ARTE/ Göran Hugo Olsson/ Story"Und Sie fragen mich nach Gewalt?" Mit spektakulären Aufnahmen, die bislang in Archiven vergraben waren, zeichnet die TV-Doku "The Black Power Mixtape 1967-1975" ein faszinierendes Bild der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA. Schade nur, wie der Sender Arte mit dem Schatz umgeht.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,825175,00.html
  1. #1

    Geschichtlich bedeutend = anspruchsvoll?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Und Sie fragen mich nach Gewalt?" Mit spektakulären Aufnahmen, die bislang in Archiven vergraben waren, zeichnet die TV-Doku "The Black Power Mixtape 1967-1975" ein faszinierendes Bild der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA. Schade nur, wie der Sender Arte mit dem Schatz umgeht.

    Film-Doku "Black Power Mixtape": Die Wucht der schwarzen Faust - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Ich stimme Ihnen zu, dass die Dokumentation mit Sicherheit von hoher geschichtlicher Bedeutung ist. Ihre beschriebenen Ausschnitte klingen jedoch selbst für mich eher langatmig.
    Aus diesem Grund halte ich es für notwendig sich den Beitrag erst anzusehen und dann darüber zu urteilen, ob nicht eventuell auch 60 Minuten dieses "Schatzes" einen ausreichenden Einblick in diese geschichtlichen Dokumente geben.
  2. #2

    zeitnot

    Zitat von Rudi Rakete Beitrag anzeigen
    Ich stimme Ihnen zu, dass die Dokumentation mit Sicherheit von hoher geschichtlicher Bedeutung ist. Ihre beschriebenen Ausschnitte klingen jedoch selbst für mich eher langatmig.
    Aus diesem Grund halte ich es für notwendig sich den Beitrag erst anzusehen und dann darüber zu urteilen, ob nicht eventuell auch 60 Minuten dieses "Schatzes" einen ausreichenden Einblick in diese geschichtlichen Dokumente geben.
    zeitnot kann esnicht sein, was arte zur kürzung veranlasst haben könnte - der sender schwimmt in zeit, dass lücken oft mit bedeutend fragwürdigerem gefüllt werden.
    am publikum kann's auch nicht liegen: wer arte schaut hält auch 100 minuten einer doku aus & muss nicht 'geschont' werden.

    einzig denkbar - und das habe ich nun nicht nachgeprüft - ist, dass arte mal wieder einen seiner expliziten "themenabende" veranstaltete (wobei vom konzept her fast jeder abend ein solcher dort ist) ; diese doku also eingebunden war in ein ganzes konzept von beiträgen für den gesamten sendeabend, - und da dann die 40 minuten 'geopfert' wurden.

    arte deswegen seinen anspruch streitig zu machen, ist lächerlich. Er ist und bleibt einer der ganz wenigen tv-sender, die man an einer hand abzählen kann, die anzusehen sich überhaupt lohnt.
  3. #3

    Zitat von autocrator Beitrag anzeigen
    zeitnot kann esnicht sein, was arte zur kürzung veranlasst haben könnte - der sender schwimmt in zeit, dass lücken oft mit bedeutend fragwürdigerem gefüllt werden.
    am publikum kann's auch nicht liegen: wer arte schaut hält auch 100 minuten einer doku aus & muss nicht 'geschont' werden.

    einzig denkbar - und das habe ich nun nicht .....
    Wie einer der Sender die man an einer Hand abzählen kann?
    Welche gibt es denn da noch? Phönix ist in den letzten 2 Jahren kontinuierlich schlechter geworden, was politische Beiträge angeht. Kriegt nen halben Finger ;-) Mir fällt dann nur noch Comedy Central ein ;-)

    Aber auch Arte hat nachgelassen (Arte soll bunter werden blabla), aber es bleibt, wie Sie schon sagten, ein Sender bei dem man auch mal ungefärbte, Jornalistisch hochwertige Beiträge sehen kann.
    Ich finde es aber trotzdem nicht gut den Beitrag zu kürzen, wobei das OK sein kann, wenn die ungekürtzte Fassung ebenfalls angeboten wird.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Und Sie fragen mich nach Gewalt?" Mit spektakulären Aufnahmen, die bislang in Archiven vergraben waren, zeichnet die TV-Doku "The Black Power Mixtape 1967-1975" ein faszinierendes Bild der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA. Schade nur, wie der Sender Arte mit dem Schatz umgeht.

    Film-Doku "Black Power Mixtape": Die Wucht der schwarzen Faust - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur
    Wir können nur allen empfehlen den ganzen Film im Kino anzuschauen, wo er seit letztem Jahr tourt.
  5. #5

    titel

    Zitat von barny1964 Beitrag anzeigen
    Wir können nur allen empfehlen den ganzen Film im Kino anzuschauen, wo er seit letztem Jahr tourt.
    Pluralis Majestatis?
  6. #6

    ausgerechnet arte

    Dass nun ausgerechnet arte den Film so drastisch kürzt, halte ich für eine Frechheit. Dann sollen sie ihn lieber gar nicht zeigen. Ich meide schon die ganzen Privatsender, weil dort die Filme verstümmelt werden (gekürzt, kein Abspann). Und jetzt mach arte den gleichen Mist - und man weiß nicht mal warum.

    arte hat in den letzten Monaten sehr nachgelassen. „Metropolis“ ist - seitdem die Franzosen nicht mehr mitmachen - teilweise unansehbar; andere Sendungen wurden so lange hin- und hergeschoben, dass sie nicht mehr zu finden sind oder man generell Besseres zu tun hat als vor der Kiste zu sitzen.

    Bleibt eigentlich nur noch DMax ;-)
  7. #7

    bundestagssender

    Zitat von oaonorm1 Beitrag anzeigen
    Wie einer der Sender die man an einer Hand abzählen kann?
    Welche gibt es denn da noch? Phönix ist in den letzten 2 Jahren kontinuierlich schlechter geworden, was politische Beiträge angeht. Kriegt nen halben Finger ;-) Mir fällt dann nur noch Comedy Central ein ;-)
    [...]
    also ich finde z.B. den bundestagssender (ja, gibt es, der sendet auch im internet, ist dort leicht zu finden) superinteressant! Die ganzen ausschuss- und anhörüngssitzungen ... spannender und unterhaltsamer als jeder krimi!

    die zdf-kulturkanäle sind auch noch nett ... wobei man da oft nen langen atem braucht ... so ne ganze oper am stück ohne pause fernsehtechnisch aufbereitet im guckkasten schlaucht mehr als dieselbe oper im stehparkett ...

    - und nix gegen die spartenkanäle, egal ob comedy oder motor-machos ... is doch toll, dass es die gibt - wenn einen das thema interessiert. Kurzum: wir haben eigentlich eine ziemlich gute fernsehlandschaft, gemessen daran, dass offensichtlich 90% der zuschauer sich lieber entweder blockbuster oder tatort-volksmusik-idylle reinziehen wollen.

    und wer schonmal nen film oder ne doku "mit niveau" versucht hat, zu realisieren, wird wissen, wie verdammt schwer das ist - nicht nur inhaltlich, sondern gerade, was die medienlandschaft angeht.
  8. #8

    Doku in voller Länge

    "Was danach mit der Black-Power-Bewegung passierte, bleibt im Film offen - er überlässt es den Zuschauern, die Stille mit eigenen Überlegungen zu füllen."

    Da braucht man nicht viel überlegen, das kann man recht einfach recherchieren. COINTELPRO ist passiert:
    COINTELPRO: The FBI's War on Black America - YouTube

    Die Bewegungen (z.B. auch Brown Berets / Chicano movements) wurden von den faschistischen Institutionen, allen voran dem FBI, und Ihren Schergen unterwandert, ihre Führer exekutiert (siehe z.B. Fred Hampton) , in's Gefängnis gesteckt oder ins Exil gedrängt (Assata Shakur).
    Das Macht-Vakuum füllten dann Gangs wie die Bloods, die Clanton 14 oder 18th Street Gang.
    Die Auswirkungen dieser "Politik" kennen wir alle und kann man heute in Mexiko, El Salvador (MS13) und anderen lateinamerikanischen Ländern beobachten.

    Wer die Doku in voller Länge anschauen möchte (habe sie noch nicht gesehen) findet diese übrigens auch im Internet - sogar mit deutschen Untertiteln. Entsprechende P2P-Software vorausgesetzt. ;)

    PAZ
  9. #9

    Black Power Mixtape Stellungnahme Redaktion

    Zu den Kritiken ist aus Sicht der Redaktion einiges zu sagen. Zunächst freut es uns, dass die grundsätzlich positive Einschätzung der Wichtigkeit und Bedeutung der Dokumentation geteilt wird. Die „Verurteilung“ der Ausstrahlung einer nur knapp 60 Minuten (lies schlechteren oder verstümmelten) Fassung greift allerdings zu kurz.

    Es handelt sich bei dieser Produktion nicht um einen Fall, bei dem ZDF/ARTE einen fertigen Film gekauft hat, sondern um eine Koproduktion mit einem Finanzbeitrag, der für die Entstehung der Dokumentation überhaupt relevant war. In diesem frühen Stadium war noch nicht ganz absehbar wie sich der Film entwickeln würde. Das Thema schien uns aber bereits damals so wichtig und vielversprechend, dass wir ihn unbedingt unterstützen und ermöglichen wollten und haben dafür einen Sendeplatz zur Verfügung gestellt, der nun mal eine Länge von 52´ aufwies. Dies war eine einvernehmliche Lösung mit dem Autor und Regisseur, der ohnehin beide Längen im Sinn hatte.

    Man mag darüber streiten, ob die Politik der verschiedenen Fassungen immer eine gute und sinnvolle ist. Sie ist jedoch eine international übliche Praxis und – wie in diesem Falle auch – ein wesentliches Element der Finanzierung und damit Grundvoraussetzung der Entstehung des Filmes. Fernsehsender sind nun mal an „Programmschemata“ und damit an bestimmte Längen von Sendeplätzen gebunden. Die Entscheidung für eine bestimmte Länge des Filmes – auch wenn sie kürzer als die Kinofassung sein sollte – ist hier also eine im Sinne der Entstehung des Filmes als solchem.

    Die Fassung, die ARTE gestern gesendet hatte, ist in enger Zusammenarbeit mit Regisseur und Produzent erstellt worden, die mit dieser Fernsehfassung mehr als zufrieden waren. Wir haben uns gemeinsam entschieden, "nur" die Jahre 1967-1972 zu erzählen. In der Kurzfassung endet der Film mit der Freilassung von Angela Davis, bei der offen bleibt, was danach mit der Black-Power Bewegung passierte, ein Umstand der in der Kritik ja gerade lobend herausgestellt worden ist. In der Langfassung werden die drei folgenden Jahre bis 1975 erzählt, und damit im Grunde der "Untergang" der Black Power Bewegung und die Verelendung der „schwarzen Viertel“ durch Drogenhandel. Schlusspunkt des positiven Inhalts der Kritik ist also genuines Kennzeichen der Kurzfassung. Schade, dass sich die Kritik nicht die Mühe gemacht hat, den Unterschied zwischen Kurz- und Langfassung auch herauszustellen.

    Es verhält sich in diesem Falle also keineswegs so, dass ARTE nicht soviel Vertrauen in seine Zuschauer setzt, sondern es handelt sich um eine inhaltliche Entscheidung, die mit allen an der Produktion beteiligten Personen getroffen worden ist. In anderen Fällen haben wir uns durchaus dafür entschieden, nach Fertigstellung eines Filmes trotz ursprünglich vorgesehener kürzerer Fassung die längere zu senden – eben weil es uns darum geht das Optimale für Werk und Publikum herauszuholen. Dies sind dann tatsächlich Wertungsentscheidungen, die in der Natur der Dinge liegen und einer Kritik fähig und zugänglich sind, allerdings am Besten auf der Grundlage von Argumenten und zutreffender Fakten.


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