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Fichtners Tellergericht: Feste feiern ohne Geschmack

Sommerzeit, Volksfestzeit. Und nicht nur Menschen versammeln sich, auch kulinarische Kreationen verschiedenster Länder drängeln sich zusammen. Das schmeckt nach Weltoffenheit? Von wegen.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...491254,00.html
  1. #1

    Feste feiern ohne Geschmack

    Tja, ich lebe in Spanien und kann von dieser "kulinarischen" Vielfalt nur träumen. Hier gibt es nur Knoblauch, sehr viel Salz und zuviel Öl im Essen zu finden.
    Aber auf einem Volksfest sucht man auch keine kulinarischen oder lokale Spezialitäten. Oder hatte ich immer etwas falsch gemacht auf solchen Festen?
  2. #2

    Spielverderber! :)

    Wer macht mir hier mein traditionelles Kirmes-Backfischbrötchen madig? Sehen wir es mal, wie es ist: Wir sind kein Volk von Genießern guten (wohl aber vielen) Essens. Es ist den meisten egal oder sie machen zumindest in der Mehrzahl keine Religion daraus. Der Rest genießt seine guten Schweinereien lieber in aller Ruhe als auf einem Rummelplatz. Einer Veranstaltung für gutes Essen, ähnlich den erfolgreichen Bier-Messen, gebe ich in D-Land keine Chance.
  3. #3

    Läbensfreude

    "Lebensfreude" und "Weltoffenheit" - das ist doch der gleiche Matsch in Worten, wie es "Matjes-Brötchen" und "Riesen-Bockwurst" beim Essen sind.

    Is scho recht.
  4. #4

    ja

    Von mir vollste Zustimmung zu dem Artikel.
    Leider beschränkt sich das kulinarische Einerlei nicht auf die Volksfeste hierzulande sondern durchzieht das ganze Angebot in Supermärkten wie ein roter Faden.
    Als Beispiel möchte ich hier nur erwähnen, dass es in Deutschland um 1900 noch über 1000 Apfelsorten gab; heute werden in den meisten Supermärkten maximal 10 gehandelt. Bei Gemüse,Kartoffeln und anderem Obst, sieht es nicht besser aus.

    Gruß Lofojo
  5. #5

    Geiz ist ein schlechter Geschmack.

    1.Die Feste und auch die Esskultur sehen so aus wie sie sind,weil unsere lieben Mitbürger kein Geld für ihre lebenserhaltende Nahrung ausgeben wollen. Geiz ist ein schlechter Geschmack.
    2.Gehört das Essen zu den kulturellen Handlungen ...... den Rest denke man sich.
    3. Ist alles nicht so schlimm, z.B. konnte man in Leipzig vor Jahren eigentlich gar nicht essen gehen, alles zerkochte Matsche Panpe, heut sieht dies ganz anders aus.
    4.Wächst nach meiner Meinung das Interesse an der Qualität der Nahrung stetig. Wenn Billigmärkte schon Ökoprodukte führen, ist dies doch ein Zeichen. Oder ?
    5. Lasstet dem Fest seine Wurst, das gehört so !
    6. Im Netz gibt es immer mehr Foren zu diesem Thema. Eines, einen werbefeien Blog, möchte ich empfehlen, da geht es international - aber eben nicht missionarisch oder Bierernst zu.
    www.volkskueche.net
  6. #6

    Deutscher Saumagen

    Was heute auf deutschen Festen serviert wird, würde ich nicht mal einem Hund oder einer Katze geben. Ich würde wetten, hier findet man auch Resteverwertung einer besonderen Art wieder: Die von abgelaufenem Tiefkühlfleisch. Mit viel Geschmacksverstärker und Gewürzen zu Wurst verarbeitet, welche der schon im Viertel- oder Halbrausch Befindliche als kulinarischen Standard betrachtet, Hauptsache es bettet die kommende Alk-Dusche sanft wie Federn äh ranziges Öl, damit besagter Alk nicht so radikal seine Wirkung täte.

    Hier wird mit Mengen und günstigen Preisen geklotzt (und später entsprechend am Zeltrand in die Wiesen gekotzt), die Qualität ist schon seit Jahren den Bach runter.

    Die internationalen Gedichte in Form der Gerichte möchte ich erst mal wirklich erleben, bisher hats nur ge-dönert, wobei es mal eine Zeit gab, da war ein Döner etwas ganz anständiges, manchmal sogar richtig gut. Heute hat sich daraus ein Massenprodukt entwickelt, daß sich auch schon mal die Magenschleimhaut zusammenzieht nur beim Geruch.
  7. #7

    Feste feiern ohne Geschmack

    Zum Glück haben wir hier im Südwesten Frankreichs noch einfaches, aber leckeres Feten-Essen. Neben gegrillten Sardinen, Entenbrust, Spanferkel, Foie gras, Gésiers, Jambon von Bayonne, Schafskäse aus den Pyrenäen, Entrecôte gibt es noch viele andere leckere Sachen. Obwohl man in Frankreich leider auch immer mehr Fastfood und Fertiggerichte isst, bereiten zumindest die Fest-Komitees auf den Dörfern noch mit viel Liebe und kleinen Mitteln schmackhafte Sachen zu. Hoffentlich überdauert das auch noch die übernächste Generation.

    Lecker in Bayern ist der Steckerlfisch auf dem Oktoberfest.

    Das Leben ist viel zu kurz, um schlecht zu essen. ;-)

    LG
  8. #8

    Kommt mir irgendwie spanisch vor

    Zitat von halbliter Beitrag anzeigen
    Tja, ich lebe in Spanien und kann von dieser "kulinarischen" Vielfalt nur träumen. Hier gibt es nur Knoblauch, sehr viel Salz und zuviel Öl im Essen zu finden.
    Aber auf einem Volksfest sucht man auch keine kulinarischen oder lokale Spezialitäten. Oder hatte ich immer etwas falsch gemacht auf solchen Festen?
    Zwar hat Spanien nicht die Vielfalt wie Asien, Frankreich oder auch Mexiko, aber wer nur Knofel, Salz und zuviel Öl vorfindet, scheint mir möglicherweise nach der D-Devise vorzugehen: Was der Bauer nicht kennt, frißt er nicht.

    Oder leben Sie neben einer Imbißstube, welche in den Regionen des neuen spanischen Wirtschaftswunders (Massenanbau von genormten Gewächsen, die Gemüse ähnlich sehen, zumindest in Form und Farbe) mit besagten Produkten aus nächster Umgebung, welche eben nach Nichts schmecken, sodaß da wirklich nur der Knoblauch, Salz und Öl einen Geschmack haben?


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