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Fichtners Tellergericht: Deutschland, deine Würste
Neuerdings gelten ja schon mittlere Kleinstädte als Metropolen - und werben mit Errungenschaften wie Brühwurst für die Gourmet-Nation Deutschland. Muss das sein? SPIEGEL-ONLINE-Besseresser Ullrich Fichtner plädiert dafür, unsere Rolle als kulinarische Barbaren endlich zu akzeptieren.
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...510953,00.html
- #1 12.10.2007 12:51 von AllesSchmarrn
Deutschland lecker
Deutschland ist ein kulinarisches Schlaraffenland verglichen mit Grossbritannien.
- #2 12.10.2007 13:03 von
In Frankreich nur schlecht gegessen
Jaja, Herr Fichtner,
jetzt machen Sie wieder unser Land nieder, unsere schönen Stadt und unser Essen. Wir sind letztes Jahr mit der Familie zwei Wochen durch Frankreich gefahren - und wir haben fast überall nicht besonders gut gegessen. Bitte vergessen Sie niemals: Nicht jeder Mensch heißt Fichtner und kriegt seine Nobelrestaurantbesuche in Paris vom Spiegel bezahlt.
Vielleicht müssen Sie einfach mal wieder ein paar mal in Deutschland gegessen haben, bevor Sie pauschal urteilen. Das Niveau finde ich ist in den letzten Jahren auch bei uns gestiegen.
Grüße - #3 12.10.2007 13:36 von
Muh!
Blabla!
Nur weil wir in der Grillsaison die Bratwurst und in der Schnellen Küche zu hause ab und an ein Wienerle reinhaun, sind Würste und Ochs am Spieß noch lange nicht alles was Deutschland zu bieten hat.
Ich glaube da hat der Fichtner ein bissl den Blick fürs Wesentliche verloren. Warum? Weil er scheinbar ausschließlich auf die Haut Cousine unserer Nachbarn guckt. Das die ebenso wie die Erzeugnisse unserer eigenen "Jungen Wilden" oder "Weltraumköche"(manchen scheinen soviele gefühlte Sterne ihr eigen zu nennen, dass sie schon eine eigene Galaxy darstellen müssten) wenig mit der Traditionellen und vor allem täglichen Küche zu tun haben, sollte aber jedem klar sein.
Auch die franzosen kennen Fastfood und gediegene Kost. Das jeder Franzose sich ausschliesslich von Trüffeln, Foie Gras oder Coq au vin ernährt ist nichts als reine Fantasie. Dort gibts genauso Eintöpfe mit Kartoffeln, Kraut, Bohnen, fettestem Schwein und ähnlicher Kost. Und auch dort gibts Braten, oder Rindersuppe mit Gemüße und Fleischeinlage, die einzig durch die regional üblichen Gewürze unterschiedlich wirken. Und auch die Franzosen haben ihre Würste!
Kann es sein das hier jemand ein bissl übertrieben romantisiert? Und kann es sein, dass hier jemand einen etwas starren Blick auf Frankreich hat und dabei ausschließlich Frankreich als "Rest Europas" sieht? Oder hat der Herr Fichtner etwa die Briten vergessen? Und wo ist der Blick nach Osten? Tschechien und Polen haben einen Knödelfetisch der unserem mindesten Ebenbürdig ist. Und was ist mit Schweden, Norwegen oder Dänemark im Norden? Was sind deren internationale kulinarische Verdienste? Und im Süden sehe ich auch nicht viel ausser die Italiener, die meiner Meinung nach in Sachen feiner Kost die Nase weit vor den Franzosen haben, aber trotzdem auch eine sehr Bodenständige Küche kennen die eben durch die regionalen Unterschiede stark geprägt wurde und uns aufgrund ihrer für uns recht wenig alltäglichen Beschaffenheit romantisiert wie etwas besonderes vorkommt.
Ja, es gibt Unterschiede. Aber haben wir deswegen eine schlechte Küche? Ich denke nicht. Wir müssen vielerorts noch lernen, ja das stimmt. Z.B. scheint es in deutschen Metzgereien beinahe unmöglich richtig gutes Rindfleisch zu bekommen - es sei denn in besonderen Läden. Das fängt beim Bauer an und endet beim Metzger die in meinen Augen zu 90% aus schlichtem Desinteresse oder aus Gewohnheit nicht in der Lage sind Spitzenklasse zu erbringen. Und ebenso gibt es eine ziemliche Fantasielosigkeit in Sachen Schinken und Salamizubereitung. Dafür gibt es andere schmankerl, wie z.B. die eher regional in Franken erhältlichen Wurstsorten Gelbwurst, Pressack(in weiss, rot und als Sülzpressack), Blutwurst oder Stadtwurst. Natürlich gibts das auch anderswo in Deutschland in entsprechenden Facetten. Und auch wir haben hinter der Fassade der Nachkriegsküche auch noch tiefere Wurzeln die langsam wieder zum Vorschein und in Mode kommen. Z.B. traditionelle Küche in verbindung mit Bärlauch, Brennesseln, Ringelblumen und anderen Wildkräutern, die durchaus einiges zu bieten haben. Daneben haben wir noch das obligatorische, sehr gute Brot und Bier, was immerhin zwei "Grundnahrungsmittel" sind, die fast auf der ganzen Welt verzehrt werden.
Ich persönlich sehe deswegen keinen Grund warum man sich irgendwie verstecken muss. - #4 12.10.2007 13:45 von
Deutschland .- Wurstland ?
Ich möchte dem Verfasser des Artikels hier vehement widersprechen. Als sehr häufige Frankreichbesucher haben wir auch dort nicht nur kulinarische Sternstunden erlebt. Ganz im Gegenteil, nach meiner Erfahrung isst man in normalen Restaurants eher durchschnittlich bis schlecht. Lediglich in der höheren und besternten Gastronomie darf man das erwarten, was hier bei uns so gerne unter "französischen Spezialitäten" verstanden wird.
Die Gastronomie in Deutschland ist im mittleren Segment im Vergleich zu Frankreich um einiges feiner, kreativer und braucht sich eines Vergleichs nicht zu schämen, was übrigens auch die Weine hier bei uns betrifft.
Unsere französischen Freunde kommen übrigens sehr häufig zu Besuch und lieben besonders das Münchener Okoberfest, wo sie gerade unsere typische Landeskost suchen und diese immer genießen. Es handelt sich dabei um sehr anspruchsvolle Menschen, was das Lukullische betrifft, ebenso wie die Schreiberin und ihre Familie, selbst Gastronomen und Hoteliers. - #5 12.10.2007 13:56 von
Selbstironie
Ich fange mal damit an, die Nahrungsmittel die in Frankreich immerfort in Därme gestopft werden, aufzuzählen:
Boudin noir, Saucisse de Lyon, Merguez, Chipolatas, Andouillette, etc.
Es gibt unzählige.
Es ist generell falsch, allgemein über die Küche eines Landes zu sprechen, vielmehr sollte man sich an dem durchschnittlichen Restaurant an der nächsten Ecke orientieren um ein Bild zu erhalten.
Essen ist in Frankreich zweifelsohne ein grosses Thema, wobei daraus eben nicht folgt dass die (normale, und eben nur auf die kommt es an) Küche so viel besser ist, als in Deutschland. Die franz. Küche ist vor allem fett: Cassoulet, Confit de canard, Choucroute, Foie gras, um nur einige zu nennen (wow, ich kann ja auch ganz toll französisch sprechen...).
Nach ca. 2 Jahren in Frankreich kann ich eines sagen:
Der durchscnittliche Franzose isst Pizza, Nudeln, Schweinebraten(oh ja!) und ab und zu MacDonalds.
Noch ein Wort zu den kulinarischen Exoten. Was erinnert mehr an gegrillte Hunde in Vietnam? Steckerlfisch, Ochs am Spiess oder doch eher Rinderzunge, Kalbshirn, Fischeier und Froschschenkel ??
Ach ja, und wenn der so "selbstironische" Autor dann vielleicht auch einmal ein bisschen Selbstironie zeigen würde anstatt nur darüber zu schreiben... - #6 12.10.2007 13:58 von
- #7 12.10.2007 14:06 von Scharfblick
Deutschland ist eine kulinarisches Paradies
Wieder so ein junger Schreibmensch, der seine Brötchen mit Online-Provokationen und erhofften Klickquoten verdient: Der Schreiber war wie jeder Parisbesucher ganz sicherlich schon einmal in dem sehr bekannten Pariser Kaufhaus mit der offenen Dachterrasse und hat sich dort oben im Freien den angebotenen Fleischabfall, der hier das Gesundheitsamt auf den Plan rufen würde, kredenzen lassen. Geht man als nächstes in die gegenüberliegende Bäckerei, so sieht man: Sie ist nicht schlecht, aber auch nicht gut. Jede Dorfbäckerei in Deutschland ist dagegen ein kulinarisches Paradies. Die übrigen Restaurants in der Nähe sind nicht der Rede wert und liegen deutlich unter unserem Standard. Sicherlich gibt es auch Besseres in Frankreich – gar keine Frage, aber inzwischen ist dort nichts mehr besser als bei uns. Im Gegenteil: Deutschland hat im Kulinarischen seit längerer Zeit die Nase vorn, vor allem in der Breitenwirkung und braucht überhaupt keine Nachhilfe, vor allem nicht vom Schreiber, der offensichtlich nur aus Klickquotengründen auf den Leistungen unseres Landes herumhackt. Daß wir die größten kulinarischen Barbaren sind, versucht der gute Mann zu vermitteln, während andere meinen, wir seien die größten Idioten (PISA). In Wirklichkeit sind wir der größte Exporteur der Welt, und dazu gehören auch die kulinarischen Dinge. Allerdings sind die Zeilen des Schreibers nicht exportierbar, und er trägt insofern zu den Leistungen unseres Landes nichts bei.
- #8 12.10.2007 14:14 von
Ist klar.
Ich kann mich meinem Vorgänger nur anschließen.
Wurde schon mal das Essen in U. K. bewertet, oder in Schottland (Stichwort frietierte Marsriege, frietierte Pizzen etc.?)
Oder fällt das sofort, wegen nicht Bewertbarkeit, aus der Liste der zu bewertenden Länder raus ;) - #9 12.10.2007 14:33 von DanielaMund
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