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Fichtners Tellergericht: Das Geheimnis der Kanzler-Currywurst
Gulasch aus der Dose, Lachspamps aus der Tube - bei diesen Scheußlichkeiten des Fast-Food-Alltags bleibt dem SPIEGEL-ONLINE-Besseresser Ullrich Fichtner die Spucke weg. In seiner Kolumne beschreibt er Merkwürdigkeiten der Esskultur. Heute: Mahlzeit und Macht.
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...482461,00.html
- #1 13.05.2007 17:03 von SarahDXB
Haut Cuisine ist nicht gleich rechts - Hausmannskost ist nicht gleich links...
Tatsächlich finde ich, dass Fichtner ein wenig Vorurteilbehaftet ist... oder aber parallelen aufstellt, die nicht ganz zutreffen.
Volksnah ist also links - Savoir vivre ist rechts?
Vielleicht sollte man eher darstellen was links und was rechts in diesem Zusammenhang ist?
Die Linke immer durchsetzt mit Individualisten und Intellektuellen - sind diese Charaktere nicht sehr viel mit der Kunst (eingeschlossen der Kochkunst) verbunden? Und tendieren die Konservativen, Ultrakonservativen und die, die sich noch weiter am rechten Rand tummeln nicht eher zur Hausmannskost - zum Nachvollziehbaren, auch zum Populistischen?
Ich finde, dass die Republik ruhig wieder ein wenig zum Intellektuellen rücken könnte - und ein bisschen weniger Tellerneid würde den Deutschen auch gut tun - und einen Kanzler der sich zum exquisiten Essen bekennt - schließlich hat Deutschland einige exzellente Köche zu bieten - sollen wir uns derer nun auch noch schämen, nur weil das Volk Foie Gras nicht versteht? - #2 14.05.2007 03:52 von
was herr fichtner nicht alles findet
was genau ist an Innereien eigendlich schaeusslich?
Gewebe und muskeln... egal woher est kommt kann sehr gut schmecken. wenn man allerdings psychisch das ganze nicht verkraftet.. dann ist das ja wohl das eigene problem. Her FIchtner soll nicht so zickig sein und mal 5 fuenf grade sein lassen.
Generell geht mir diese kulinarische arroganz ziemlich auf die nerven. Wenn mir die scampi schmecken, dann ess ich sie. Genauso wie den burger, den salat, coq au vin und das butterbrot.
Ich brauch wirklich niemanden der mir vorschreibt was ich zu essen hab um irgendwem irgendeine art von bildung oder niveau zu beweseisen. - #3 14.05.2007 08:51 von
Was isst Merkel wirklich??
Irgendetwas macht Frau Merkel falsch auf diesem Sektor. Sie hat ja nun nerkennbar auf den Hüften zugelegt. Zuviel Eintopf? Wohl kaum, den gabs ja früher auch. Zuviele Diners? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man mit der gehobenen Küche prima schlank bleibt oder sogar wird, wenn es denn dabei bleibt. Es gibt wenig beleibte französische Politiker; im Pastaland schon eher, aber auch nicht so sehr. Lässt sie sich heimlich mal ein ordentliches Wiener Schnitzel servieren, oder gar ein Eisbein, oder sind es am Ende leckere Törtchen zwischendurch? Kalbsfilet, Rehrücken, Seezunge und Co sind jedenfalls nicht schuld.
- #4 15.05.2007 01:27 von Pablo alto
Rechter Besseresser
"Oskar Lafontaine, ein Meister des falschen Lebens im Falschen, ein Arbeiterführer mit Leibkoch, bei dem das Herz links schlägt, aber der Mund schmatzt rechts ..."
Mit diesem - unüberlegten? - Satz hat sich Fichtner selbst diskreditiert. Gutes Essen ist nicht "rechts", und wässrige Koteletts aus dem Supermarkt sind nicht "links". Was für
ein Blödsinn! Gerade in Frankreich, wo Fichtner beruflich lebt, weiß auch ein einfacher Arbeiter ein gepflegtes Diner zu schätzen (ob er sich's jeden Tag leisten kann, ist eine andere Frage).
Da Fichtner sich ja nun selber zu den "Besseressern" rechnet, ist er wohl alles, nur kein "Kaviar-Linker". Dafür einer von rechtem Schrot und Korn - und damit exakt der rechte Mann zum richtigen Zeitpunkt im Sarkosy-Frankreich.
Der hat sich zwar noch nicht als Gourmet geoutet, kennt sich dafür aber bestens mit deutschen Hochdruckreinigern aus, mit denen er schon mal die Banlieus "kärchnern" will. - #5 15.05.2007 07:19 von
Currywurst ist toll
Ueber was man nicht alles diskutieren soll.... Aber bitte: Mein Leibgericht ist ebenfalls Currywurst oder Wurst allgemein in vielen Varianten.
- #6 15.05.2007 07:48 von
Fichtners Tellergericht
Vielleicht sollte man doch noch hinzufügen welche Speise Herr Adenauer bevorzugte, er war VEGETARIER! Tja meine lieben von Grün bis Schwarz, was Ernährung betrifft ist Deutschland mit seiner Entwicklung weit hinter den Nachbarstaaten zurück und das hat viel mit der Esskultur unserer Politiker zu tun.Mich persöhnlich stören die Fleischskandale seit 21 Jahren nicht mehr und mein Körper dankt es mir. Was andere Essen verursacht spätestens dann wieder Gesprächsstoff in Berlin, wenn die Krankenkassen Alarm schlagen. Aber am Buffet stehen dann ja doch wieder die Gammelfleischbuletten, gerade bei Rot und Grün!
- #7 02.06.2007 11:12 von
rechts, links oder geradeaus?
Treffender kann man dieses überholte rechts-links-Schema aus dem 19. Jahrhundert wohl nicht ad absurdum führen.
Mittlerweile leben wir im 21. und haben eher das Problem, herauszufinden, welche Entscheidungen uns vor dem Hintergrund der Globalisierung gesellschaftlich weiterbringen und welche nicht. Dem einzelnen Verbraucher einzureden, er könne durch sein individuelles Konsumverhalten internationalisierte Märkte beeinflussen, ist hanebüchene Augenwischerei. Damit wird allenfalls von den wirklichen Entscheidungsträgern in den Konzernzentralen abgelenkt, die sich dabei allerdings beruhigt zurücklehnen können.
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