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Festrede in den Niederlanden: Gauck gedenkt Befreiung von Nazi-Herrschaft

DPAAls erster Deutscher hat Joachim Gauck beim niederländischen Gedenktag zum Ende der Nazi-Besatzung gesprochen. Der Bundespräsident betonte, man müsse "gemeinsam die Befreiung vom nationalsozialistischen Joch" feiern. Im Vorfeld hatte es Kritik an seiner Einladung gegeben.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...831509,00.html
  1. #30

    der Mann hat seine Sache gut gemacht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Als erster Deutscher hat Joachim Gauck beim niederländischen Gedenktag zum Ende der Nazi-Besatzung gesprochen. Der Bundespräsident betonte, man müsse "gemeinsam die Befreiung vom nationalsozialistischen Joch" feiern. Im Vorfeld hatte es Kritik an seiner Einladung gegeben.

    Niederlande: Gauck hält Festrede zum Gedenken an Nazi-Befreiung - SPIEGEL ONLINE
    Eine Anhäufung von Gemeinplätzen, sehr hübsch, gerade von einem Anfänger im Amt. Ziemlich oberflächlich auch, mit den üblichen Pauschalurteilen über diese ganz furchtbar gräßliche Zeit, die niemand ernsthaft aufarbeiten will. Wir lieben uns alle und wir sind gut. Das war ganz schlimm damals, aber jetzt ist es vorbei. Was ein Glück. Jetzt wollen wir mal alles vergessen, was wir ohnehin nie gesagt oder gedacht haben. Was wir wissen könnten, aber definitiv nicht wissen wollen.

    So ganz klar geworden ist mir nicht, weshalb dort der deutsche Bundespräsident spricht. Nur wegen seiner Frisur ? Symbol für den Erfolg des deutschen Hegemonialstrebens ? Erneuerung der ehrwürdigen Freundschaft und Solidarität ? Bezeugen der Vasallentreue ? Kollaboration der Verlierer ?

    Zumindest ist jetzt klar geworden, warum man einen Pastor zum Präsidenten gemacht hat. Der hat Unmengen schöner Worte im Portepee. Und die läßt er links und rechts des Wegs herunterfallen. Und jeder fragt sich, woher die Scheißhaufen kommen.

    Was Geschichtsverfälschungen angeht, fungiert der Herr jedenfalls in der Spitzenmannschaft. Natürlich hat sich der Westen an der DDR gerächt. Sehr brutal, indem er sämtliche Funktionen neu besetzt hat, ziemlich gnadenlos (ihn ausgenommen). Es gab nach dem Krieg wenig Nazis, weil die weg waren, ein paar wurden in der Verwaltung gebraucht, perfekte Wendehälse, ausschließlich im unteren Bereich. Mein Großvater kam nach Buchenwald, er war nur Dorfbürgermeister. Das hat gereicht. Die der DDR die Nazis vorwerfen sind wohl immer noch stinksauer auf die „Schwarzbücher“, mit denen so manche schöne westdeutsche Karriere beendet wurde.
  2. #31

    Er hätte auch...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Als erster Deutscher hat Joachim Gauck beim niederländischen Gedenktag zum Ende der Nazi-Besatzung gesprochen. Der Bundespräsident betonte, man müsse "gemeinsam die Befreiung vom nationalsozialistischen Joch" feiern. Im Vorfeld hatte es Kritik an seiner Einladung gegeben.

    Niederlande: Gauck hält Festrede zum Gedenken an Nazi-Befreiung - SPIEGEL ONLINE
    ... die Bedrohung Europas durch die geplanten holländischen Kernkraftwerke mal ansprechen können und dass die Niederlande heutzutage von Deutschland lernen können.

    Und wenn sie doch mit diesen Todesdingern weitermachen sollten, könnte ja eine deutsche Umweltschutz-Macht noch einmal die Einmarschpläne von damals rauskramen...
  3. #32

    Zitat von burghard42 Beitrag anzeigen
    dann nennen Sie mal einige Namen und Funktionen.
    Liste ehemaliger NSDAP-Mitglieder, die nach Mai 1945 politisch tätig waren


    Zitat von burghard42 Beitrag anzeigen
    Und wenn Sie vergleichen wollen
    Ich möchte nicht vergleichen. Diese Vergleicherei geht mir auf den Zeiger. Unrecht wird nicht dadurch besser, dass ein anderer noch schlimmer ist.
    Ich wehre mich lediglich gegen die Verklärung meines Vorredners, der behauptet hat, die DDR - und eben nur die DDR - hätte den Nationalsozialismus richtig aufgearbeitet.
  4. #33

    Zitat von albert schulz Beitrag anzeigen
    Die der DDR die Nazis vorwerfen sind wohl immer noch stinksauer auf die „Schwarzbücher“, mit denen so manche schöne westdeutsche Karriere beendet wurde.
    Ich habe geschrieben, was ich selber weiss und persoenlich erlebte. Keine Ahnung von "Schwarzbuechern" und was sie beinhalten.
  5. #34

    es war ziemlich übel damals

    Zitat von yulianovo Beitrag anzeigen
    Ich habe geschrieben, was ich selber weiss und persoenlich erlebte. Keine Ahnung von "Schwarzbuechern" und was sie beinhalten.
    In den Schwarzbüchern (die vermutlich Braunbücher hießen) wurden alle Funktionsträger im Westen aufgelistet, insbesondere in leitenden Stellungen der Verwaltung, und vor allem in der CDU. Es war Krieg vom Feinsten. Man konnte sich so gar nicht ausstehen, hat sich verdammt in alle Ewigkeit.
  6. #35

    Deutsche Befreiung?

    Trotz der Gefahr ins ewige Fettnäpfchen zu treten...
    Die Niederländer wurden von der deutschen Besatzung befreit. Die Opfer des Nazi-Regimes wurden von eben diesen Befreit. Osteuropa wurde von den Deutschen Befreit um gleich darauf unter den sowjetischen Stiefel weiter zu leiden.
    Deutschland als Staatssubjekt bekam seine Freiheit erst 1990 zurück, nachdem es sich einverstanden erklärte, von Ostpreusen Schlesien etc auf alle Zeiten befreit zu werden und sofort ein Teil eben dieser Freiheit an Europa abtreten musste (Euro lässt grüssen).
    Fazit: Nicht überall wo Befreiung draufstand war auch Befreiung drin.
  7. #36

    Zitat von albert schulz Beitrag anzeigen
    In den Schwarzbüchern (die vermutlich Braunbücher hießen) wurden alle Funktionsträger im Westen aufgelistet, insbesondere in leitenden Stellungen der Verwaltung, und vor allem in der CDU. Es war Krieg vom Feinsten. Man konnte sich so gar nicht ausstehen, hat sich verdammt in alle Ewigkeit.
    Ich kenne nicht den Sachverhalt, darf also das ncht beurteilen.
    Das Einzige, was ich noch ueber die DDR sagen kann (immerhin 3 Jahre dort studiert): etwas Schlimmeres als die FDJler, die eine Laufbahn machen wollten, sah ich nicht mehr in meinem Leben. Und ich habe viel gesehen und erlebt.
    Wegen Karierre konnten sie jeden und jede denunzieren, verraten, diffamieren. Aus ihnen wuerden perfeke Nazis werden, wuerden sie in einer anderen Zeit geboren.
    Natuerlich waren das nicht alle. Aber sehr viele.
    Die meisten von uns (Sowjetstudenten) haben sie zutiefst verabscheut. Es gab so gut wie keine freundschaftlichen Kontakte.
  8. #37

    die Vergangenheit bleibt, auch wenn man schweigt

    Zitat von yulianovo Beitrag anzeigen
    Ich kenne nicht den Sachverhalt, darf also das ncht beurteilen.
    Das Einzige, was ich noch ueber die DDR sagen kann (immerhin 3 Jahre dort studiert): etwas Schlimmeres als die FDJler, die eine Laufbahn machen wollten, sah ich nicht mehr in meinem Leben. Und ich habe viel gesehen und erlebt.
    Wegen Karierre konnten sie jeden und jede denunzieren, verraten, diffamieren. Aus ihnen wuerden perfeke Nazis werden, wuerden sie in einer anderen Zeit geboren.
    Natuerlich waren das nicht alle. Aber sehr viele.
    Die meisten von uns (Sowjetstudenten) haben sie zutiefst verabscheut. Es gab so gut wie keine freundschaftlichen Kontakte.
    Wer im Dritten Reich etwas werden wollte mußte ebenfalls in die Partei. Und heute noch muß man häufig in eine Partei oder Gewerkschaft, wenn man etwas erreichen will, etwa Leiter einer Klinik oder Landgerichtspräsident werden. Das steht in der Verfassung.

    Und natürlich sind Intrigen und Kabalen und üble Nachrede überall gern gesehene Verhaltensmuster, wie in jeder Firma. Es handeln Seilschaften, linke wie rechte. Macht haben die rechten, wie überall.
    Und nach dem Krieg waren alle mit Macht ausgestatteten Seilschaften (im Westen) rechts. Allesamt alte Kameraden. Vermutlich war das gar nicht zu umgehen. Es gab keine anderen. Die Strukturen waren ja nicht geändert worden. Ein paar „Schuldige“ aufhängen war nichts anderes als die Technik des Pontius Pilatus abzukupfern. "Die Hände in Unschuld waschen."
  9. #38

    in der DDR gab es kein 3. Reich

    Zitat von Mach999 Beitrag anzeigen
    ... Ich wehre mich lediglich gegen die Verklärung meines Vorredners, der behauptet hat, die DDR - und eben nur die DDR - hätte den Nationalsozialismus richtig aufgearbeitet.
    Hat die DDR keineswegs. Sie hatte mit dem Dritten Reich nichts zu tun, weil sie edel war und gut. Schuld war der Westen. Die Nazis waren die Sünder, wie überall.

    Es hilft ein wenig, wenn man weiß, wie sich Nazis und Kommunisten in den Zwanzigern gekloppt haben. Es ging um Obsiegen und Rache. Wie beim Bundeskohl: Den verhaßten Kommunisten mal so richtig einen reinwürgen. Dieses Prinzip der Rache ist allerdings nicht übermäßig christlich, und historisch sehr selten zu vermerken. Vermutlich ist es deutsch. Kohl war alles: deutsch, christlich und Historiker. Unerträglich, aber Sieger. Und man merkte aberdeutlich, wer das Kommando gab. Ganz sicher nicht der wortkarge und des Deutschen nicht mächtige Bimbeskanzler. Er war hochbezahlte Galionsfigur. Immerhin wurde er nicht erschossen wie Rohwedder.
  10. #39

    Zitat von albert schulz Beitrag anzeigen
    Und heute noch muß man häufig in eine Partei oder Gewerkschaft, wenn man etwas erreichen will, etwa Leiter einer Klinik oder Landgerichtspräsident werden. Das steht in der Verfassung.
    Na so was..... und wo ist dann die sagenumwobene lupenreine Demokratie?:-)
    Kaum zu glauben...


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