FDP-Wählerschelte: "Die Masse ist meinungslos"

Warum sind die Liberalen in der Wählergunst so abgestürzt? Frankfurts FDP-Chef Pfeil glaubt, die Erklärung gefunden zu haben:*Die Bevölkerung*sei einfach zu schlecht gebildet. Er verzweifle daran, dass sich die Wähler nicht schlauer machten.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...788532,00.html
  1. #160

    Es waren zwar nur 14,6 %!

    Zitat von heiko1977 Beitrag anzeigen
    Generell hat er nicht unrecht: Die Wähler sind schlecht gebildet und haben zumeist keine Ahnung von Parteiprogrammen oder über die Arbeit, Ziele und Politik der verschiedenen Parteien unabhängig von Wahlprogrammen. Darüber hinaus bleibt die Frage: Wäre der Wähler besser gebildet würde er dann überhaupt noch FDP wählen? Immerhin haben 18% der ungebildeten Wähler bei der letzten Bundestagswahl FDP gewählt.
    Es waren zwar nur 14,6 %, aber sonst haben sie Recht.
  2. #161

    Obwohl ich kein FDP Wähler bin

    die FDP ist im Augenblick der einzige Hemmschuh für eine völlig amoklaufende CDU/CSU.
    Eurorettungsschirm, Überwachungsphantasien (man erinnere sich noch an Schäuble als Innenminister), etc., sind dank der FDP nicht durchgesetzt worden.
    Ihre stümperhafte Lobbypolitik - die anderen Parteien machen es ja wenigstens (leider) nicht so offensichtlich - ist hingengen das beste Argument gegen diese Partei.

    Politische Bildung ist sicherlich erforderlich.
    Fragen sie mal einen Schüler nach Kaiserreich (1. Weltkrieg), Weimarer Republik oder nach der Politk der letzten 50 Jahre.

    Die bekommen bloß die Greueltaten aus dem 3. Reich aufgetischt, wenn überhaupt.

    Und die gefühlte Ohnmacht der Wähler artet in ploitscher Verweigerung aus.

    Gehen sie mal in eine Parteisitzung:
    Dort sitzen entweder erfolgreiche Selbstständige, die bereits ihr Scherflein gesichert haben, selbst beweihräuchernde Lehrer, die der Meinung sind, an Ihrem Wesen soll die Welt genesen, oder Ökoterroristen, die am liebsten ein Guantanamo für Autofahrer einrichten wollen.

    Da werden gesellschaftlich Änderungen gefordert, um ein Windkraftwerk oder eine Bahn- oder Stromtrasse zu verhindern (es wird dann intensiv nach irgendwelchen Spitzmäusen und Waldhühner gesucht, um eine rechtliche Handhabe zu haben, damit das eigene Luxushaus in 1 km Entfernung nicht an Wert verliert), es werden bei Mindestlöhnen stalinistische Kummunistenhorrorszenarien heraufbeschworen oder der Wirtschaftsstandort ist gefährdet.
    Bezahlen sollen es dann die anderen.

    Politik, die sich an der Realtiäten orientiert, interessiert keinen Politiker, außer vielleicht seine Diäten und dass er möglichst bequem sitzen kann.

    Kein Wunder, dass der Deutsche (Bürger hat erst Merkel wieder gesagt, kommt wohl davon, dass wir für die Beamten- und Politikersoli bürgen) übehaupt "keinen Bock" mehr hat.

    Und dann kommt noch so eine Nase und sagt, die Deutschen wären dumm und ungebildet, und die einzigen Gebildeten kommen aus der Politikeroligarchie und -kaste.

    Nein, so nicht...
  3. #162

    Dürftiger Rohrkrepierer

    Wer wie Hr. Pfeil als Politiker derart überheblich seine Meinung äußert, hat nicht begriffen, dass ein solcher Sprechversuch (mehr ist es nämlich nicht) selbst als Ausweis mangelnder politischer Bildung zu gelten hat. Man braucht sich doch bloß all die Böcke anzuschauen, die von seinen Parteifreunden in letzer Zeit geschossen wurden, um zu erkennen, wie die Gewichte politischer Unbildung und Instinktlosigkeit verteilt sind: "Abschaffung der Hotelsteuer", "spätrömische Dekadenz", nicht gelieferte Lieferungen usw.usf. Und dazu ein Außenminister, dessen Englischbildung zum weltweiten Schmunzeln anregt. Fürwahr, that's not English, that's FDP. Und bitte keine Sorge, vor den Pfeilen des Herrn Pfeil braucht uns nicht bange zu sein: Es sind dürftige Rohrkrepierer!
  4. #163

    Brecht

    zum Verhältnis Regierung und Volk?
  5. #164

    aberkannt

    warum wird diese aussage des fdp-mannes nur im kontext mit der fdp gesehen?

    die masse ist blöd!, wäre sie es nicht, wären wir nicht da, wo wir sind. sowas wie schröder oder merkel hätten uns nie, nie regiert, hätte die masse verstanden, worum es geht.

    der grösste coup der cdu war es zb, "christlich" in ihren namen aufzunehmen. meine oma wählt sie nur deswegen, EGAL was sie im programm haben.

    das soll schlau sein?
  6. #165

    Schlussfolgerung für die FDP?

    Zitat von rehabilitant Beitrag anzeigen
    Aber das Bildungsdefizit der Bevölkerung hat doch der FDP zu 18 % Stimmenanteil bei der BTW verholfen.

    Die Leute sind in Bezug auf diese Splitterpartei schlauer geweorden.

    Und Leute wie Pfeil sind die Totengräber der FDP.
    Sehe ich auch so. Der "Totengräber" sollte aber endlich ans Werk gehn, der Kadaver stinkt bereits ...
  7. #166

    Schön, dass Herr Pfeil

    mangelnde Bildung des Wahlvolks beklagt, während sein Parteivorsitzender ständig etwas von "geordneter Insolvenz" faselt.
    "Geordnete Insolvenz" ist in etwa das gleiche wie "rasender Rennfahrer" oder "schwimmender Fisch". Das sollte dem Onkel Doktor mal jemand erklären.
    Oder verwendet Herr Rösler diese Tautologie - Verzeihung: diesen Pleonasmus - etwa gezielt? Und muss ich jetzt die FDP wählen, weil ich rhetorische Stilmittel benennen kann? Dann muss ich leider in hastiger Eile das Land verlassen :-)
  8. #167

    Recht so Herr Pfeil

    bisher ist das immer so gewesen. Aber, die Leute werden klüger, und das spiegelt sich dann auch in Wahlergebnissen wider. Wer auf Grund seines geringen Einkommens keine Lohnsteuer zahlt, profitiert eben auch nicht von etwaigen Steuersenkungen, dem einzigen Profilierungsthema Ihres Vereins. Und ein Hotel hat eben auch nicht jeder, um von dem Mövenpickdeal zu profitieren. Die Leute verstehen schon mit der Zeit, was gut für sie ist und was nicht. Und dabei geht es nicht immer nur um Geld. Aber dieser Aspekt wird wohl außerhalb Ihres Wahrnehmungsspektrums liegen....
  9. #168

    Meinungslos oder ungebildet

    sind die, die nicht zur Wahl gehen, die Waehler, die zur Wahlurne gehen haben allerdings die Nase von der FDP voll. Die FDP hat sich immer auf das gutverdienende Klientel gestuerzt, dort konnten sie mit ihren Steuersenkungen punkten, die koennen die geforderte Eigenvorsorge betreiben. Gleichzeitig hat sich die FDP auch immer fuer einen Niedriglohnsektor stark gemacht - die Wirtschaft soll ja auch billige Arbeitskraefte haben, das ist aber auch das Wahlvolk, das nicht mehr die finanziellen Moeglichkeiten hat allzuviel Eigenvorsorge zu betreiben. Die sind doch froh, wenn das Geld fuer Mieten, Kleidung, Essen bis zum Monatsende reicht! Die FDP hatte mal gute Ideen, habe sie auch mal gewaehlt, aber was die derzeittreiben, ist nur noch ein Witz, realitaetsfern. Als wuerden sie nicht sehen, was in Deutschland los ist! Herr Pfeil kommt mir vor wie ein schmollendes Kind,: Du gibst mir nicht ein Leckerlie (Stimme) also bis du bloed. Na ja, Hauptsache er kann gut schlafen. Vermutlich begreift er nicht, dass seine Partei leider zum Erstarken der Linken beitraegt.
  10. #169

    Fies fies...

    Eigentlich sollte man hier gar nicht kommentieren, es ist doch fies, auch noch nachzutreten, wenn jemand am Boden liegt.

    In einem Punkt muss ich Herrn Pfeil sogar recht geben - es gibt eine breite Masse ungebildeten Pöbel in D. Nur leider hat sich die FDP mit dem Versuch, diese für sich zu gewinnen, in die Ecke manövriert: Das anbiedern an den "dummen Wähler" ist gescheitert, hohle Parolen können andere besser.

    Bleiben die gebildeten (und die Copy+Paste-Doktoren). Die durchschauen allerdings die alte FDP-Masche aus Klientelpolitik (Apotheker etc.) und Anbiedern an die Mehrheitspartei. Profil? Eintreten für echte liberale Reformen? Pfft.

    Wenn die FDP es nicht einmal schafft, MBA Candidates wie mich zu überzeugen, haben sie verloren.