Anton Schlecker hat sein Unternehmen in den Ruin getrieben - das Gesetz hat es ihm erlaubt. Büßen müssen die Beschäftigten. Nötig ist nicht weniger staatliche Intervention im Wirtschaftsleben, sondern mehr.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...825216,00.html
Wie wahr - würde ich sonst auch nie tun. Die Versuchung, annualisiert einige hundert Prozent Gewinn zu machen war halt zu groß, zumal die Lage sich bis zuletzt so darstellte, dass man den Griechen nicht erlauben würde in den Staatsbankrott zu gehen (stattdessen hat man im Folgenden einfach so getan, als sie die Repudiation der Schulden am Nachmittag des 09.03.2012 gar kein Staatsbankrott gewesen...).
Jakob Augstein:"Und wenn dieses Schicksal 11.000 Frauen auf einen Schlag trifft, dann ist das eine große Ungerechtigkeit."
Ich meine, diese "Ungerechtigkeit" ist kleiner. Bei 11.000 Mitarbeiterinnen, denen es den ganzen Tag um nichts anderes geht als um ordentliche und unordentliche Gefühle (!?), hätten ja wenigstens ein paar rechtzeitig merken müssen, daß es bei Schlecker nicht mit rechten Dingen und schon gar nicht gerecht zugeht. Dann hätten sich auch die anderen rechtzeitig um einen anderen Job kümmern können, wenn die das weiter erzählt hätten. Vielleicht wäre dann dem Schlecker-Management früher bewußt geworden, wie wichtig Gerechtigkeit ist ...
Jakob Augstein: "Wenn jedoch ein Politiker diesen Frauen noch hinterherruft, sie sollten sich schleunigst um eine "Anschlussverwendung" kümmern, wie FDP-Chef Rösler es getan hat, haben diese Frauen zum Schaden den Spott dazu, und die Ungerechtigkeit wird zur Sauerei."
Das Versagen der "Schleckerregierung" und des "Schleckervolkes" hat zunächst mal nichts mit dem Fauxpas eines Politikers zu tun. Deshalb kann auch aus einer vermeintlich großen Ungerechtigkeit keine Sauerei werden. Man sollte beides als eigenständige Handlungseinheiten betrachten. Und handeln. Am besten gerecht. Dann könnten wir viele Sauereien aufdecken und mit Perlenketten behängte Säue aus dem Saustall treiben.
Auch Leute, die Menschen zu einem Meinungsaustausch ins Forum des Bundesverbandes der FDP einladen und dann komplette Threads und Beiträge mit brisanten Inhalten verschwinden lassen ...
Verehrte Moderation, wenn Sie meinen Vorpost dazu weglassen, sollten Sie mir wenigstens die Möglichkeit geben zu erklären, was ich mit "unordentlichen" und "ordentlichen" Gefühlen gemeint habe. Sie können dazu gerne das aus meinen Texten löschen, was Sie glauben, es vertrage sich nicht mit den Regeln oder mit Interessen des SPIEGEL. Danke!
Richard David Precht nannte Liebe ein unordentliches Gefühl. Das Gegenteil von Liebe kann wohl kaum ein ordentliches Gefühl sein ... Gerechtigkeit ist ein ordentliches Gefühl. Nachdem die meisten Menschen "gerecht" mit "angemessen" erklären, (schwarz mit nicht weiß erklären, ist intelligenter), und Beziehungen nur von Unterschieden leben, die von Mächtigeren und Ohnmächtigeren gestaltet werden, geraten Gemeinsamkeiten gerne ungerecht, schaukeln sich über die Verkettung berüchtiger Umstände zu machtvollem bis gewaltigem Unrecht auf.
Das passiert gerne, wenn man nicht weiß, daß das menschliche Hirn eine raffinierte Trickkiste ist, die nicht nur 52 weit verbreitete Denkfehler produziert ...
Ohne das fundamentale Wissen über das allem übergeordnete Erfolgsprogramm der Evolution (GERECHTIGKEIT), kann der eine behaupten, Jobs haben keine Ewigkeitsgarantien, und der andere kann lamentieren, er habe nichts gewußt, nichts geahnt, und hätte rechtzeitig einen neuen Job frei Haus geliefert bekommen müssen. Vieles geht doch heute auf Knopfdruck.
Hallo Moderation, habe ich Sie irritiert, als ich gestern meine Anmerkungen zum Thread mit @ Jakob Augstein - Wehe, das Folgende liest sonst jemand ...! startete, sodaß Sie den ersten meiner zwei Posts dazu bis heute nicht veröffentlich haben?
Ich versuche nochmal, den Rest rüberzubringen, damit ich mir nicht umsonst die Mühe gemacht habe, am "Sammelsurium der Augstein-Connection" teilzuhaben ... Mein redliches Gefühl sagt mir immernoch, daß nichts Regelwidriges enthalten ist. Ich habe den Text aber ein wenig gemildert, damit das "rechte Auge" von Jakob Augstein nicht tränt:
Jakob Augstein: "Was ist Gerechtigkeit? Da gilt, was Augustinus über die Zeit sagte: Wenn niemand danach fragt, weiß man es. Will man es aber einem Fragenden erklären, weiß man es nicht."
Wer sagt, daß das gilt? Gott? Oder der Teufel? Als der Teufel die Welt schuf, nannte er sich Gott und stiftete damit die größte Verwirrung aller Zeiten ... Alles findet im bipolaren Wechselspiel von Kräften statt, alles ist möglich, zwischen extrem böse und himmlisch göttlich. Was Erscheinungsformen daraus machen, ist perfektes Energiemanagement, das nur durch Vernunftwesen leidenschaftlich in die eine oder andere Richtung führt.
Wenn man etwas weiß, weiß man das auch, wenn jemand danach fragt. Man kann ja auch sagen "es liegt mir auf der Zunge ...", damit andere nachhelfen können. GERECHTIGKEIT IST DER ZUFRIEDEN STELLENDE AUSGLEICH PARTIZIPIERENDER INTERESSEN.
Jakob Augstein: "Einfacher fällt es uns zu erklären, was Ungerechtigkeit ist. Wenn jemand ohne Schuld seine Arbeit verliert, ist das eine Ungerechtigkeit."
Auch die Erklärung, was Ungerechtigkeit ist, gelingt nur, wenn man weiß, was Gerechtigkeit ist. Denn unser Gefühlsspektrum ist gewaltig. Kein Wunder haben die Gefühle der jeweils Stärkeren gemeinamer Bemühungen mehr "Durchschlagskraft" ...