FDP und Schlecker-Insolvenz: 11.000 Ungerechtigkeiten

Anton Schlecker hat sein Unternehmen in den Ruin getrieben - das Gesetz hat es ihm erlaubt. Büßen müssen die Beschäftigten. Nötig ist nicht weniger staatliche Intervention im Wirtschaftsleben, sondern mehr.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...825216,00.html
  1. #160

    Zitat von oli345 Beitrag anzeigen
    So sehr ich den Herrn Augstein, seine sozialen Ansichten und seine Kolumnen schätze, aber nur von Frauen zu sprechen die ihre Arbeitsstelle bei Schlecker verlieren finde ich eine Unverschämtheit gegenüber männlichen Schlecker-Mitarbeitern die ihren Job verlieren. Und ich kann fast gar nicht glauben dass so etwas aus Herrn Augsteins Feder kommt.
    Vielleicht sollte man hinzufügen: Fünf Prozent aller Schleckermitarbeiterinnen sind männlich.
  2. #161

    Die Partei, die Partei, die hat immer recht...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Anton Schlecker hat sein Unternehmen in den Ruin getrieben - das Gesetz hat es ihm erlaubt. Büßen müssen die Beschäftigten. Nötig ist nicht weniger staatliche Intervention im Wirtschaftsleben, sondern mehr.

    S.P.O.N. - Im Zweifel links: 11.000 Ungerechtigkeiten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Anscheinend hat Augstein jun. völlig die Orientierung verloren. Worin besteht den bei der Schlecker-Insolvenz der Skandal? Darin, daß Herr Schlecker ein schlechter Unternehmer ist? Oder darin, daß eine Pleite Massenentlassungen nach sich zieht? Ist die Tatsache, daß nicht für jede größere Firma Auffanggesellschaften gegründet werden sollten, skandalös? Hat Herr Augstein etwa gute Ideen zur Reform des Gesellschafter-Rechts - der einzig rationelle Gedanke in diesem traurigen Beitrag.
    Die Idee, Problemen der Schlecker-Insolvenz mit 5-Jahres-Plänen zu begegnen, ist allerdings atemberaubend dämlich.
  3. #162

    Vorschlag

    Ich möchte eine Umbenennung dieser Kolumne vorschlagen: Statt "Im Zweifel links" wäre "Immer Links" treffender. Ansonsten könnte man den Eindruck bekommen, Herr Augstein wäre permanent im Zweifel.
  4. #163

    Zitat von weltsichtig Beitrag anzeigen
    Tatsache ist, dass jedes Jahr viele tausende Kleinunternehmer pleite gehen; diese riskieren sehr wohl ihre wirtschaftliche Existenz. Und deswegen gönne ich denen, die es geschafft haben, auch ihren Erfolg. Ohne Leute, die eben im wahrsten Sinne des Wortes "etwas unternehmen" und riskieren, gäbe es überhaupt keine Arbeitsplätze (außer im öffentlichen Dienst, falls dieser es schafft ohne Steuereinahmen zu überleben...)
    Das ist zwar wahr, allerdings hat Hr. Augstein auch damit recht, dass ein Konzern mit mehr als 20.000 Mitarbeitern gewissen Regeln unterworfen sein sollte. So, z.B.dass es eine gewisse Grösse geben mus, ab der man kein eingetragener Kaufmann sein kann, dessen Wirtschafts- und Steuerform in der gleichen Form daherkommen, wie die des nächsten Kiosks. Da liegt der Hund begraben Allein der Größenunterschied ist gewaltig, aber beide werden nach den gleichen Regeln behandelt? Schlecker hatte mit seiner Größe auch eine soziale Verantwortung zu übernehmen. Aber ohne Aufsicht und ähnliches, regelmäßiges vorliegen der Bücher etc. passiert gar nicht. Man kann nur spekulieren, aber u.U wäre bei einer regelmäßigen Kontrolle bereits in den Jahren in denen Schlecker Senior am Ruder war, bei gegenseitiger Kontrolle wie bei größeren Firmen, üblich, die Wurzel des Übels erkannt worden und diese Pleite verhindert werden können. Meike und Lars Schlecker sind gewiss keine schlechten Firmenleiter, nur mussten sie mit vielen Altlasten klar kommen. Am Ende konnten auch sie wenig ausrichten,

    Btw. Die Auffanggesellschaft wäre ja nicht an die Firma gegangen sondern hätte den Frauen nur eine bei weitem erhöhte Chance zur Weiterbildung, findung neuer Jobs etc. gegeben, und dass auch nur für 3 Monate mehr. Und bei aller Liebe, 71 Millionen, sind heutzutage nicht mehr viel Geld in den Tagen bei denen es um Millaredenbeträge geht in den veschiedesten Bereichen.
  5. #164

    Neue Wege müssen beschritten werden

    Was für ein unnötiger Zirkus wegen ein paar Arbeitslosen von Schlecker! Bei einer Gesamtzahl von vorsichtig geschätzten 5 Millionen Arbeitslosen fallen die doch überhaupt nicht ins Gewicht. Es geht um etwas ganz anderes: Wie kann die Massenarbeitslosigkeit insgesamt beseitigt werden, wenn unsere hochproduktive Wirtschaft für Millionen von Bürgern keine Verwendung hat?

    Die Antwort ist ebenso einfach wie bestechend: Die ökonomisch Überflüssigen müssen in den Staatsdienst übernommen werden! Daraus erwächst ein ganzes Bündel an Vorteilen, sowohl für die Betroffenen wie auch für die gesamte Gesellschaft:
    1. Die menschenunwürdige Diskriminierung Arbeitsloser gehört der Vergangenheit an. Sie sind vollwertige, respektierte Mitglieder unserer Bevölkerung.

    2. Arbeits- und Einsatzmöglichkeiten gibt es mehr als genug. Die zusätzlichen Staatsbediensteten verdienen ihr eigenes Geld und leisten in vielen Bereichen wichtige Arbeit für die Gesellschaft.

    3. Der riesige, teure Verwaltungsapparat für Arbeitslose fällt weg, was viele Milliarden Euro freisetzt. Das Gleiche gilt für die angehängte Qualifizierungsindustrie, die bisher auf Kosten der Steuerzahler und der Arbeitslosen gemästet wurde.

    4. Die gesamte Gesellschaft erfährt einen enormen Zuwachs an Humanität und Freiheit. Die gemeinsam erarbeiteten Werte kommen allen Mitgliedern der Gesellschaft zugute und konzentrieren sich nicht mehr so stark bei Kapitaleliten.

    5. Abhängig Beschäftigte sind nicht mehr Spielball von selbstsüchtigen Arbeitgebern, sie können selbstbewusst ihre Rechte und Interessen vertreten.

    6. Die Schere zwischen Arm und Reich schliesst sich wieder, was nicht zuletzt dem sozialen Frieden dient.

    Und vieles mehr! Ein bedingungsloses Grundeinkommen lässt sich übrigens bestens mit diesem Konzept vereinbaren.
  6. #165

    Na und, kein Mensch braucht einen Arbeitsplatz

    .
    Wer seinen Kopf zu mehr gebrauchen kann, als zum Essen und zum Haare schneiden, sollte den gesamten gemeingefährlichen Irrsinn der angeblich notwendigen Arbeitsplätze die unbedingt zu schaffen wären, mal in Frage stellen.


    Zitat von weltsichtig Beitrag anzeigen
    Tatsache ist, dass jedes Jahr viele tausende Kleinunternehmer pleite gehen; diese riskieren sehr wohl ihre wirtschaftliche Existenz. Und deswegen gönne ich denen, die es geschafft haben, auch ihren Erfolg. Ohne Leute, die eben im wahrsten Sinne des Wortes "etwas unternehmen" und riskieren, gäbe es überhaupt keine Arbeitsplätze (außer im öffentlichen Dienst, falls dieser es schafft ohne Steuereinahmen zu überleben...)

    Die Zeit des erfolgreichen Einzelunternehmers, ist seit mindestens 30 Jahren vorbei. Wobei die wenigen Ausnahmen die es noch geben mag, die Ausnahme sind. Die Wirtschaft wird heute von global agierenden Monopolen und Konzernen dominiert, die wiederrum in transnationalen betriebswirtschaftlichen Verwertungsketten agieren.Schlecker war in diesem Sinne ein prähistorisches Fossil, der lediglich mit der brutalstmöglichen Ausbeutung seiner Lohnabhängigen, das zu erwartende Ende hinaus zögern konnte.
    .
    Die heutigen globalökonomischen Verhältnisse brauchen weder Unternehmer noch Arbeitsplätze,sondern ein Wirtschaftssystem das den heutigen Möglichkeiten und Erfordernissen entspricht.
    .
    Siehe auch Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie von Joseph Schumpeter
  7. #166

    Zitat von SozLib Beitrag anzeigen
    Nehmen wir an es gibt viel zuviele unwirtschaftliche Läden, mit ca.. 11.000 Mitarbeiter(innen).

    Die kann man nicht mal eben so entlassen. Dann spielt die Gewerkschaft verrückt und das angeblich soziale Gewissen sowieso.
    Schon mal was von betriebsbedingter Kündigung gehört? Wenn Geschäftszweige oder Betriebsteile dauerhaft Verlust machen kommen sie mit dieser Begründung vor jedem deutschen Arbeitsgericht durch. Oder wie denken Sie, dass die anderen Unternehmen das immer anstellen, wenn sie massenhaft Leute kündigen?

    Nehmen wir weiter an, wir haben einige viele Millionen auf der Kante. Da e.K. persönlich haftend... nicht ideal. Also vererbt man sein Vermögen an die Kinder, oder bringt es in eine Stiftung ein, die die Kinder versorgt.
    Schon mal blöd, wenn der Großteil der Millionen nicht auf der hohen Kante liegt, sondern als Sachwerte im Unternehmen steckt. Und jeder halbwegs fähige Insolvenzverwalter wird unentgeltliche Übertragungen von Haftungsvermögen des persönlich haftenden Kaufmanns auf seine Kinder gemäß § 134 InsO anfechten und in die Insolvenzmasse zurückholen. Wenn er also nicht schon vor 4 Jahren damit angefangen hat, sieht es schlecht aus.

    Dann....

    fährt man den Laden gezielt vor die Wand und trennt sich im Eiltempo komplett von allen unproduktiven und unbequemen Läden, Kunden und Lieferanten.
    Von Kunden trennen? Das läuft dann wohl unter ökonomischem Totalnonsens. Und unproduktive Läden kann man auch so abstoßen, siehe betriebsbedingte Kündigung.

    Arbeit ein "neues" Konzept aus....

    stellt einen vollgesonnenen Insolvenzverwalter an, der auf so herrliche Ideen wie "Auffanggesellschaft" kommt...
    Bamm... der Insolvenzverwalter wird von der Versammlung der Gläubiger gewählt (§ 57 InsO), sofern nicht der vom Insolvenzgericht bestellte vorläufige Insolvenzverwalter übernommen wird. Aber ganz bestimmt nicht vom insolventen Schuldner. Wäre ja noch schöner...

    ...und - wenn das Unternehmen gesäubert ist, kaufen es die Kinder mit dem geerbten Geld des Vaters und einer potenten 49% Investors der nicht zu sagen hat... zurück! Da es die "Schleckerfrauen" rettet, hat das "neue-alte" Unternehmen auch gleich einen sozialen Anstrich!
    Dafür gibt es ein eigenes Verfahren: Sanierungsverfahren, bedarf es keiner Insolvenz für.

    Is das ökonomisch genug?
    Nope. Es zeugt nur von mangelndem Sachverstand.

    Wollen wir wetten, das es so laufen wird? Oder die Kinder mit dem Geld hinter einem Investor stehen?
    Gerne, ein sicheres Geschäft für mich.

    Jemand, der in der Lage ist so ein Geschäft mit tausend Filialen diktatorisch aufzuziehen - geht nicht mal einfach so... Pleite ;-)
    Nein, ein einst erfolgreicher Unternehmer, der an seiner eigenen Hybris scheitert. Hatten wir ja noch nie! Mal abgesehen von Leo Kirch. Und Adolf Merckle. Und...

    Ich halte das für einen ganz abgekochten Plan.... Er wird aufgehen. Jede Wette.
    Wie lange soll der Prozess denn dauern? Hoffe Sie sagen Bescheid, wenn es dann aber nichts geworden ist.

    Vielleicht versuchen Sie es lieber mal hiermit, als mit Ihrem Wirtschaftskrimi für Arme.
  8. #167

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Anton Schlecker hat sein Unternehmen in den Ruin getrieben - das Gesetz hat es ihm erlaubt. Büßen müssen die Beschäftigten. Nötig ist nicht weniger staatliche Intervention im Wirtschaftsleben, sondern mehr.

    S.P.O.N. - Im Zweifel links: 11.000 Ungerechtigkeiten - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Dafür ist Herr Anton Schlecker, der geneigte Leser ahnt es schon, pleite und arm wie eine Kirchenmaus.
    Und darüber bin ich nichtmal traurig, bin auch garantiert nicht der einzige, der das Unternehmen boykottiert hat.

    Dass dabei Arbeitnehmer auf der Strecke bleiben, ist schade. Wer aber immer auf Bestandsicherung setzt, der hemmt den Fortschritt, wie Schumpeter es schon vor über 100 Jahren niedergeschrieben hat.

    Ich habe nichts dagegen, wenn sich Staatsorgane unter Umständen auch gezielt um die Mitarbeiter eines grade untergehenden Unternehmens kümmern, bei der Investorensuche mithilft, etc. Aber das darf nicht bedeuten, dass
    1. das Ganze in eine Art ABM auf Staatskosten ausartet.
    2. andere Arbeitssuchende benachteiligt werden



    Das Konzept des Staates, der die Wirtschaft richtiggehend(zentralistisch) steuert, ist mit dem Ostblock untergegangen, es gehört auf den Müllhaufen der Geschichte.
    Nichtmal die Chinesen glauben noch daran, dass so etwas ordnungspolitisch Sinn macht.
    [Drum haben sie auch grade einen aufrührerischen Maoisten abgesetzt (die offizielle Begründung ist alledings mit Vorsicht zu genießen).]
  9. #168

    Zitat von stesch Beitrag anzeigen
    Anscheinend hat Augstein jun. völlig die Orientierung verloren. Worin besteht den bei der Schlecker-Insolvenz der Skandal? Darin, daß Herr Schlecker ein schlechter Unternehmer ist? Oder darin, daß eine Pleite Massenentlassungen nach sich zieht? Ist die Tatsache, daß nicht für jede größere Firma Auffanggesellschaften gegründet werden sollten, skandalös? Hat Herr Augstein etwa gute Ideen zur Reform des Gesellschafter-Rechts - der einzig rationelle Gedanke in diesem traurigen Beitrag.
    Die Idee, Problemen der Schlecker-Insolvenz mit 5-Jahres-Plänen zu begegnen, ist allerdings atemberaubend dämlich.
    Er hat nicht davon gesprochen was in den Plänen stehen soll. Und nur zur Erinnerung, wir haben Pläne, die noch länger gehen. Alle KKWs abschalten bis 2022, keine Schulden mehr durch Schuldenbremsebis 2015 (?), also...
    Der Skandal besteht vor allem darin, dass Hr. Schlecker sein Unternehmen in einer Form geführt hat, die für eine Firma dieser Größe, vollkommen unzureichend, ja sogar vileicht falsch ist. Massenentlastungen sind keine Seltenheit, allerdings werden diese durch die Strukturform des jeweiligen Konzerns oftmals so sozialvertäglich wie möglich gehalten. Vorruhestand, witerbildungen etc. Schlecker war ein Fall der besonderen Art und Größe. Niemand verlangt, dass für jede Firma Auffanggesellschaften gegründet werden, und ganz bestimmt verlangt niemand dass die Planwirtschaft eingefüht wird.
    Das aber ein Aufsichtsrat oder ähnlicher gegündet wird, der ein Gegengewicht zum Unternehmer und ähnliches gemacht wird, sowie die Veränderung der eingetragenen Geschäftsform ab einer gewissen Göße ist foch wohl , bzw sollte doch wohl eine Selbstvertständlichkeit sein, und eine Idee der Politik sein, bei der sie der großen Teil der Bevölkerung hinter sich wüßte.
  10. #169

    ...

    Zitat von Pega123 Beitrag anzeigen
    Nein, es steht dort "für die Beschäftigten selber". Selber bezieht sich auf "für die Beschäftigten". Das ist ein deutlicher inhaltlicher Unterschied.
    Mal abgesehen, dass das Wort "Anschlussverwendung" ziemlich dumm finde, wäre ich ja inhaltlich sogar anderer Meinung als Herr Rösler.
    Ich bin nicht der Meinung, dass sich andere um "meinen Job" kümmern sollten. Ich bin der Meinung, dass die Schlecker-Frauen das bitte selber tun sollten... so wie jeder andere auch. Dazu kann man die Unterstützung der Arbeitsagenturen in Anspruch nehmen, aber grundsätzlich bin ich für Eigenverantwortlichkeit.

    Herr Rösler scheint da ja anderer Meinung zu sein und wird durch falsches zitieren bestraft.
    wenn Herr Rösler die Betonung auf "für die Beschäftigten" legen wollte, hätte er das Wort selber weglassen müssen, in diesem Kontext kann man selber oder selbst nur auf die Beschäftigten selbst beziehen ... mit dem "für" hat das Wort selber wohl nix am Hut.
    Aber allein, an der unterschiedlichen Interpretation hier können sie sehen, dass nicht falsch zitiert oder sogar gelogen wurde, sondern eher dass sich Herr Rösler mal wieder wischi waschi schwammi ausgedrückt hat