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FDP und Schlecker-Insolvenz: 11.000 Ungerechtigkeiten

Anton Schlecker hat sein Unternehmen in den Ruin getrieben - das Gesetz hat es ihm erlaubt. Büßen müssen die Beschäftigten. Nötig ist nicht weniger staatliche Intervention im Wirtschaftsleben, sondern mehr.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...825216,00.html
  1. #110

    Zitat von gankuhr Beitrag anzeigen
    […]

    In den Industrienationen geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auf, das ist richtig. Allerdings stellen die Linken das so da, dass das automatisch hieße, der Lebensstandard der Armen sinke. Und das ist falsch. "Arme" von heute haben ein Fernseher, eine Wohnung, und alles was man braucht, um über die Runden zu kommen. Das ist wenig, okay, aber mehr als das, was die Armen vor 50 Jahren oder gar vor 500 Jahren hatten. EIn Aufklappen der Schere, wie es bei uns passiert, heißt in der Praxis nämlich: die Reichen werden Riecher, und die Armen bleiben gleicharm bzw. werden nur ganz ganz langsam reicher.

    […]
    Sehen Sie sich bitte in diesem Zusammenhang folgenden TED Talk an:
    Richard Wilkinson: How economic inequality harms societies | Video on TED.com
  2. #111

    Absicht? Eher Ignoranz!

    Zitat von Fackel Beitrag anzeigen
    Gerade die persönliche Haftung eines Kaufmannes ist das Siegel dafür, dass man mit seinem gesamten Vermögen für das Wohl des Unternehmens einsteht. Eine tiefere Bindung von Unternehmer zu Unternehmen und damit auch zu Lohn und Brot der Angestellten gibt es nicht.

    Der Autor unterstellt Herrn Schlecker, dass er absichtlich eine Insolvenz herbei geführt hat. Dieses ist eigentlich eine Ungeheulichkeit und auf dem gleichen Niveau wie den Arbeitslosen in D zu unterstellen sie seien "faul".
    Das Problem ist doch eher das Herr Schlecker sich für unfehlbar hielt. Um sich nicht reinreden lassen zu müssen hat er diese Betriebsform gewählt. Kein Problem wenn man unfehlbar ist. Bei aller Achtung die man haben muss wenn jemand ein Unternehmen dieser Größe aufbaut, aber wenn man alles allein machen will ist das schon Zeichen einer gewaltigen Hybris.
  3. #112

    Wie man mit Strukturkonservatismus die Zukunft verspielt!

    Die Kunden haben BASISDEMOKRATISCH darüber abgestimmt, das die Schlecker-Konkurrenten mehr Umsatz machen und damit mehr Arbeitsplätze schaffen sollen.
    Die Kunden haben sich BASISDEMOKRATISCH gegen Schlecker entschieden, daher ist das Unternehmen pleite.
    Warum soll nun also etwas am Leben erhalten werden, was die BASISDEMKRATIE des Marktes NICHT WILL?

    Augsteins ansichten sind zutiefst undemokratisch. Er möchte die Steuern erhöhen, um Unternehmen zu erhalten, welche der Bürger nicht mehr will. Das widerspricht dem basisdemokratischen Gedanken.

    Statt sollte sich Augstein gedanken machen, ob die Schlecker-Mitarbeiter woanders gebraucht werden könnten.

    Wir haben in diesem Land einen Pflegenotstand, die Bevölkerung überaltert. Wir brauchen nicht mehr Drogerien - sondern mehr Pflegekräfte, soziale Einrichtungen!
    Da ist kein Geld für Schlecker - wir müssen mehr Arbeitsplätze im sozialen Berufen schaffen!

    Mit Strukturkonservatismus hingegen wird den Menschen in diesem Land nicht geholfen:
    Wir müssen die notwendigen Veränderungen dieser Gesellschaft begleiten - und nicht mit Geldmitteln notwendige gesellschaftliche Veränderungen behindern!

    Die Schlecker-Rettung ist in Wahrheit Sozialabbau!Denn das Geld für die Rettung muss ja irgendwo zusammengestrichen werden, d.h. woanders verlieren dann die Menschen ihre Jobs!!!
  4. #113

    seltsam

    Zitat von Eluis Beitrag anzeigen
    nicht zu überbieten:

    Wo waren Sie, der grosse Schleckerbeschützer, als SPD und Verdi einen Boykottaufruf gegen Schlecker gestartet haben.

    Die Leute bei Schlecker interessieren Sie doch einen S..., wann haben Sie das letzte Mal dort eingekauft?
    Richtig!

    Herr Augstein, ich lese Ihre Beiträge normalerweise mit großer Zustimmung! Diesmal bleibt mir jedoch die Spucke weg.

    1,) Kann ein e.K. eben nicht machen was er will, sondern unterliegt dem Handelsgesetzbuch.

    2.) Macht er genau das, was von Leuten, sowohl des liberalen als auch des linken Lagers immer gefordert wird. Er haftet mit seinem gesamten Hab und Gut! Das macht ansonsten keine Unternehmensform!

    3.) Haben die Gewerkschaften und die Medien einen großen Anteil daran, das dieses Unternehmen komplett "out" ist!

    4.) Werden durch die Sanierung die Läden "gerettet" die eine schnelle Mark (Euro) versprechen und nicht die nötigen, kleinen auf dem Dorf

    5.) Hat die aktuelle Lösung den Vorteil das die Ex-MA ein Klagerecht haben. Das wollte man ihnen nämlich abkaufen mit einer billigen Auffanggesellschaft. Das die Gewerkschaften das auch noch unterstützten ist infam von den Gewerkschaften.

    6.) Ist nicht immer alles, was sozial gerecht daherkommt, sozial gerecht.
  5. #114

    Zitat von frubi Beitrag anzeigen
    Anton Schlecker hat in den vergangenen Jahren sicherlich einige gravierende Fehler gemacht und dies endet nun in der Insolvenz. Ob dahinter Absicht steckt möchte ich nicht beurteilen aber im Gegensatz zu seinen Angestellten hat er einen ruhigen Lebensabend vor sich.
    Das ist die grosse Frage. Anton Schlecker haftet mit seinem gesamten (!) Vermögen. Also kann man getrost davon ausgehen, dass er mit umgedrehten Taschen am Ende dastehen wird. Dass sich Anton Schlecker nicht hinter einer Kapitalgesellschaft versteckt hat ist ihm hoch anzurechnen.

    Ob seine Frau oder seine Kinder ihm einen geruhsamen Lebensabend ermöglichen steht auf einem anderen Blatt und können wir nicht wissen. Genauso wenig wie wir wissen können, ob nicht einige der Schlecker-Frauen (grausamer Ausdruck) einen gut situierten Partner haben. Das wäre Spekulation.

    Dieses Ammenmärchen, dass alle Unternehmer in Saus und Braus leben, Champagner saufen und jubelnd einer Privatinsolvenz entgegen sehen ist schwer aushaltbar. Hier wird verkannt, was für Risiken eine persönliche Haftung für den Unternehmer bedeutet.
  6. #115

    6546545

    Zitat von muwe6161 Beitrag anzeigen
    ... das Augstein jun.gegen die persönliche Haftung von Unternehmer antritt.

    Egal was er gestern geraucht hat, das will ich auch.
    ich auch, und zwar reichlich.

    Ich lese den Augstein ja ganz gern, gelegentlich sogar den Freitag. Ich finde es auch hochinteressant, wenn ein intelligenter Artikel meiner vorgefassten Meinung zuwider läuft, hab ich was zu denken. Aber das Gesetz, den Unterschied von Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften, als Ursache zu sehen, ist wunderlich. Angenommen AS wäre zur Expansion in den Osten irgendwann an die Börse gegangen. Das frische Kapital hätte das Wachstum einfacher gemacht, er hätte in Ruhe seinen Anteil reduzieren, und sein Privatvermögen diversifizieren können. Niemand würde sich aufregen, schon weil man sich eben über konkrete Menschen einfacher aufregt als über die Aktionäre.

    Glaubt Augstein wirklich, angestellte Manager, üblicherweise als Nieten in Nadelstreifen oder graue Herren beschrieben, sind die Lösung?
  7. #116

    Systemrelevant

    Zitat von Mathesar Beitrag anzeigen
    So viel blabla für immer die selbe Leier...

    Verbieten Sie doch das Unternehmertum, dann kann auch keiner Pleite gehen, verstaatlichen Sie, dann kann auch keiner Pleite gehen...dann gehen eben nur noch ganze Gesellschaften Pleite. Und ja, in einer freien Wirtschaft geht auch mal ein Laden Pleite, ob verschuldet oder unverschuldet ist egal, das ist halt so. Und wenn jetzt Q-Cells pleite geht, weil die Förderung gekürzt wurde...ok, passiert. Jeden Tag gehen Firmen Pleite, werden Arbeitnehmer arbeitslos...dieses Gejammere ist wirklich nervig!
    Und die Banken? Sind sie nicht auch ein Teil vom Unternehmertum? Die Banken sind ja "Systemrelevant"!!!
  8. #117

    Honecker dreht sich im Grabe um...

    Zitat von harte2 Beitrag anzeigen
    ...Augstein: find' ich gut. Endlich wieder ein scharfer Denker ........

    Augstein : find ich wieder mal grottenschlecht. Wer ein Unternehmen besitzt, hat auch immer soziale Verantwortung. Wer in einem Gemeinwesen agiert, kann nicht NUR auf die Rendite schielen. Aber die Rolle des Staates kann doch nicht sein, Missmanagment aufzufangen.
    Sieh an, noch so ein Honecker Fan, der die Suche nach den versprochenen blühenden Landschaften noch nicht aufgegeben hat.

    Wenn sie fest die Augen schließen und immer brav da hin rennnen wo Sie der nächstbeste Populist am Wegesrand hinschickt, werden Sie sie finden... gewiss - irgendwann.

    Gewiss aber hat das hier nichts mit Realität zu tun, sondern mit gefährlich naivem Utopismus. Wer noch bei Trost ist wird es begreifen ;)
  9. #118

    Der arme Unternehmer?

    Zitat von MutzurLücke Beitrag anzeigen
    "Begründen" wird den Wohlstand immer der "Gründer".
    Der "Gründer" hat zuerst einmal eine für ihn gewinnbringende Idee. Die Mitarbeiter arbeiten natürlich ebenfalls in die eigene Tasche. Auf der Ebene sind also beide quitt. Dann aber können wir ruhig beim Marxschen Mehrwert bleiben, der sich bei einer Vielzahl von Mitarbeitern zum Wohlstand des Unternehmers potenziert, besonders dann, wenn man die Entlohnung des Mitarbeiteres knapp bemisst - wie es Schlecker getan hat.

    Zitat von MutzurLücke Beitrag anzeigen
    ... Insbesondere die These, dass der Wohlstand mehr oder minder alleiniger Verdienst der Arbeitnehmer, der Niedergang aber stets Verschulden der Führung ist...
    Wer äussert denn diese These?

    Zitat von MutzurLücke Beitrag anzeigen
    ...jeder Unternehmer, der sein Unternehmen vor die Wand setzt, automatisch ein Fall für den Lynchmob sein sollte..
    Die hat ja wohl auch keiner verlangt.

    Zitat von MutzurLücke Beitrag anzeigen
    Die allerwenigsten Unternehmer machen das absichtlich... Aber um die kümmert sich die Staatsanwaltschaft..
    Das hängt ein wenig von der gesellschaftlichen Position des Unternehmers ab.

    Zitat von MutzurLücke Beitrag anzeigen
    Für alle Anderen gilt die Unschuldsvermutung und der Grundsatz, dass Menschen nun einmal fehlbar sind, ohne dass man das als Schuld sehen muss..
    Fromme Worte, die aber im knallharten Business eben nichts mehr sind als das. Insbesondere Schlecker war eben kein Heiliger (aber die anderen sind es auch nicht...)

    Zitat von MutzurLücke Beitrag anzeigen
    Wollte Schlecker seine Familie mit seinem Geld absichern, ist das durchaus legitim. ...Wurde das Vermögen aber absichtlich beiseite geschafft, um es vor der absehbaren Insolvenz zu retten, wird das dem Insolvenzverwalter große Freude bei der Rückholung bereiten. .
    Auch das ist nett gedacht. Es sieht allerdings nicht danach aus, als würde es eine grosse Rückholung geben.

    Zitat von MutzurLücke Beitrag anzeigen
    Und das reicht für einen Generalverdacht gegen Alle, oder wie??.
    Einen solchen Generalverdacht habe ich nicht ausgesprochen. Allerdings gehört ein solches Verhalten durchaus zur menschlichen Grundstruktur.

    Zitat von MutzurLücke Beitrag anzeigen
    ...Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen, und Arbeitsplätze, die sich nicht tragen, kann niemand dauerhaft erhalten..
    Das bestreitet niemand, Schlecker ist aber eben gerade nicht schicksalhaft in diese Situation gekommen. Seine Mitarbeiter grösstenteils allerdings schon.

    Zitat von MutzurLücke Beitrag anzeigen
    Könnte Schlecker sichere, dauerhaft tragfähige Arbeitsplätze einfach aus dem Hut zaubern, wäre er nicht pleite - .
    Tragfähige Arbeitsplätze zu schaffen ist eben nun gerade nicht das Merkmal des Unternehmertums, auch wenn dies so sein sollte. Es gilt nach wie vor - und immer offensichtlicher - der Eigennutz. Ohne dass ich dies jetzt werten will.

    Zitat von MutzurLücke Beitrag anzeigen
    und könnte Rösler das, wäre er der gefragteste Manager überhaupt und müsste sich nicht mit einem lumpigen Ministergehalt zufrieden geben. .
    Oh, mein Gott, den Rösler hätten sie jetzt nicht unbedingt erwähnen müssen, der sich bar jeder Kompetenz ins Wirtschaftsministerium verirrt hat. Das Ministergehalt ist für ihn mehr als ausreichend.

    Zitat von MutzurLücke Beitrag anzeigen
    Tatsächlich gibt es wohl Anzeichen, dass andere Arbeitgeber noch Leute brauchen, nicht nur, aber auch um die Lücke zu füllen, die Schlecker hinterlässt.
    Warten wir es ab.
  10. #119

    !

    Zitat von kein Ideologe Beitrag anzeigen
    Aber das Gesetz, den Unterschied von Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften, als Ursache zu sehen, ist wunderlich. Angenommen AS wäre zur Expansion in den Osten irgendwann an die Börse gegangen. Das frische Kapital hätte das Wachstum einfacher gemacht, er hätte in Ruhe seinen Anteil reduzieren, und sein Privatvermögen diversifizieren können. Niemand würde sich aufregen, schon weil man sich eben über konkrete Menschen einfacher aufregt als über die Aktionäre.

    Glaubt Augstein wirklich, angestellte Manager, üblicherweise als Nieten in Nadelstreifen oder graue Herren beschrieben, sind die Lösung?
    Sie treffen den Nagel auf den Kopf! Herr Schlecker steht mit seinem Namen und persönlichen Vermögen für sein Unternehmen gerade, kann man ihm daraus jetzt einen Vorwurf machen.

    Auch haben die Schlecker-Mädels besser verdient als man glaubt, gut dafür mussten sie sich mit Querkopf Anton rumschlagen.
    Die Treue der Frauen zu ihrem Frsten - Freigeisterhaus


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