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Fantasy-Spiele per Post: Als der Briefträger die Monster brachte

Hunderte von Spielern auf der ganzen Welt treten in einer erdachten Spielwelt gegeneinander an, ohne einander je gesehen zu haben - das gab's schon vor "World of Warcraft". Vor 40 Jahren entstanden die ersten kommerziellen Postspiele. Wer heute noch per Brief spielt, sitzt meist hinter Gittern.

http://www.spiegel.de/netzwelt/games...673830,00.html
  1. #1

    Fantasyspiele per Post

    Also, die Aussage, dass fast alle, die ein Fantasyspiel per Post spielen hinter Gittern sitzen, ist so weder richtig noch haltbar:
    Von den Mitspielern der ältesten Fantasy-Welt KALEVALA in Deutschland sitzt kein einziger hinter Gittern. Es sind alles engagierte Briefspieler, die den Reiz eines Briefspieles genießen. Hier ist noch das persönliche Engagement gefragt und jeder entwickelt seine eigene Kultur. Das faszinierende daran ist letztendlich, dass es keine "reset-taste" gibt und man einfach von vorne beginnt. Jede/r Herrscher/in muss die Konsequenzen von Fehlentscheidungen selbst ausbaden und sehen wie er/sie sich da wieder heraus manövriert. So wie im wirklichen Leben halt auch (°^°)
    www.kalevala-briefspiel.de ist einen Besuch wert. Dort kann man noch Nostalgie schöpfen. Leider leider ist die Moderne nicht aufhaltbar und immer weniger Menschen schätzen die Ideologie der Briefspiele. Es fehlt in der Hetze der heutigen Zeit die Muse eine Oase der Ruhe zu finden.
  2. #2

    Vor meiner Zeit

    Für mich ist der Artikel recht interessant, da ich solche Art der Postspiele nicht aus meinem eigenen Erleben kenne.
    Dennoch fürchte ich, dass ich aus solch abstrakten Tabellen wohl auch keine Fantasiewelt entwicklen könnte. Daher bin ich froh nun die Nachfolger der Postspiele erleben zu dürfen.

    Zu dem Post über mir (al khofra):

    Die Aussage von Herrn Loomis
    "900 Kunden habe ich noch. 80 Prozent spielen per E-Mail. Die meisten der anderen sind im Gefängnis und dürfen nicht ins Netz."
    verstehe ich nicht in ihrem Sinn, da er von seinem eigenem Postspiel spricht und Sie sich auf ein anderes Beziehen.
  3. #3

    Keine Oase der Ruhe!

    Zitat von al khofra Beitrag anzeigen
    Hier ist noch das persönliche Engagement gefragt[...]
    Dort kann man noch Nostalgie schöpfen. Leider leider ist die Moderne nicht aufhaltbar und immer weniger Menschen schätzen die Ideologie der Briefspiele. Es fehlt in der Hetze der heutigen Zeit die Muse eine Oase der Ruhe zu finden.
    Na, da muss ich doch mal gegenhalten. Eine "Oase der Ruhe"? Ich war selbst mal Spielleiter bei einem Briefspiel, und ich hätte damals mehr Elektronik und weniger Papier sehr gut gebrauchen können, um den Zeitdruck ein wenig einzudämmen.
    Persönliches Engagement war/ist zweifellos gefragt, um angesichts der divergierenden Vorstellungen der Mitspieler die Welt konsistent zu halten. Auf Spielerseite ist in erster Linie Phantasie und eine gewisse Kontinuität gefragt. Zur Nostalgie besteht indes kein Anlass. All diese Dinge finden heute andere Kanäle. Wer heute Welten und Kulturen schaffen will, schreibt kleine oder größere Geschichten, die durch das WWW auch dann ihre Leser finden, wenn es zur professionellen Vermarktung nicht reicht oder man sich den Aufwand nicht machen will. Für mich selbst ist das Leben, seit ich das Briefspielengagement aufgegeben habe, wesentlich ruhiger geworden, ohne das deshalb die Phantasie gelitten hat.
  4. #4

    Die gute alte Zeit

    Als Postspieler der ersten Stunde, also aus der Mitte der 80er Jahre (ist das wirklich schon soooo lange her?), als sich auf Cons und Messen (z.B. Spiel in Essen) ein gutes Dutzend an PBM-Spielleitern tummelten, war es mir vor rund 3 oder 4 Jahren eine große Freude, zu sehen, das es sie auch im deutschen Sprachraum noch gibt: die Postspiele, heutzutage als Email-Spiele oder PBeMs bekannt.
    Nach rund 10 Jahren habe ich damals, als sich mein berufliches und familieres Umfeld soweit gefestigt hatte, die Idee gehabt, um zu schauen, was mir damals in der Jugend so grossen Spass gemacht hat. Wie heissen meine Favoriten denn nochmal? Celestrek, Spiralarm, Gladius et Pilum, Legends, Austerlitz, Monster Island, Epic, usw.
    Und siehe da, einige davon gibt es auch heute noch. Wahre Dinosaurier der Spielewelt ;-)
    Heute bin ich wieder in Gladius et Pilum von Quirxel Games (http://www.gladiusetpilum.de) und in Heldenwelt (http://www.heldenwelt.com) aktiv. Ersteres ausgesprochen klassisch und zweiters schon moderner, wenn auch nicht ganz auf der Höhe der Zeit, vorallem optisch. Aber täglich ein Turn hat auch was...
    Alles in allem gefällt mir an den "Postspielen" auch heute noch, die Ruhe, die man hat, um seine Pläne umzusetzen. Keine Hektik vor dem Computer, kein Stress um Mitternacht, weil da der große "Raid" ablaufen soll. Nein, ich plane und habe Zeit dazu - und das ist einfach toll. Ja, und viele andere Mitspieler findet man auch. Zwar keine Millionen wie in WOW, aber genug, um gemeinsam ein Spiel zu spielen :)
    Und abschliessend noch ein Wort zum "Papierzeitalter" aus längst vergangener Zeit. Als ich mir damals auf der Messe in Essen den Legends-Ordner mit seinen 300 DIN A4 Seiten besorgt hatte, ja da zitterten meine Hände. Welch ein Schauer lief mir über den Rücken. Das gibt es heute nicht mehr, alles nur noch per File und wer liest heute noch so viele Seiten?
    Legends gibt im übrigen immer noch (http://www.ssvgraz.com, ist mir aber zu aufwendig, das lässt meine Zeit nicht mehr zu (obwohl man mir sagte, alle 14 Tage so rund 2-3 Stunden aufwenden, dann klappt das schon). Also hat sich in den letzten Jahren dann doch noch was geändert - sooo viel Zeit wie damals geht heute nicht mehr.
    Vielleicht trifft man sich ja mal in einer der "Wunderwelten", viel Spass auf jeden Fall
    Sven
  5. #5

    Nostalgie

    Zitat von svenholt Beitrag anzeigen
    Wie heissen meine Favoriten denn nochmal? Celestrek, Spiralarm, Gladius et Pilum, Legends, Austerlitz, Monster Island, Epic, usw.
    Und siehe da, einige davon gibt es auch heute noch. Wahre Dinosaurier der Spielewelt ;-)
    Heute bin ich wieder in Gladius et Pilum von Quirxel Games (http://www.gladiusetpilum.de) und in Heldenwelt (http://www.heldenwelt.com) aktiv.
    Wau, GP gibt's noch? Da werden schöne alte Erinnerungen wach. :-)
    Ich habe damals bei Peter Stevens (Feudalherren, Railway) angefangen (eine Googlesuche nach ihm födert interessanterweise diesen SPON-Artikel zutage) und bin dann bei einem Con in Straelen mit G&P/Quirxel in Kontakt gekommen.

    Und wenn mich nicht alles täuscht, stauben irgendwo zuhause noch alle Regelhefte und (teils sebstgemalten) Landkarten rum.

    Vielleicht trifft man sich ja mal in einer der "Wunderwelten", viel Spass auf jeden Fall
    Ja, vielleicht. :-)
  6. #6

    Wenig Tabellen und viel Leben!

    Das schöne an den PBMs war meiner Erfahrung nach der intensive Kontakt mit den Mitspielern. Anfang der 90er war ich öfters in Essen (Spielemesse) und hab - trotz Wohnsitz in Bayern - regelmäßig auch die Spielerunden meines Hambuger Fanzines (ESCH) besucht. Keine Frage, dass meine Eltern damals nur kommentarlos den Kopf geschüttelt haben.

    Als Spielleiter war ein komplettes Wochenende im Monat für "mein Spiel" reserviert und ein eigens geschriebenen PASCAL-Programm half mir bei der Auswertung. Der Rest war Prosa und kam bei den Spieler gut an.

    Als Spieler hab ich mir Spiele mit Kontakt ausgesucht. Das angeführte Diplomacy funktioniert halt nur mit Diplomatie, als Kontakt. Als Beispiel für eine Fantasy-Welt möchte ich Trangrad anführen. Man bekam handgezeichnete Karten zugeschickt und konnte einen oder mehrere Helden samt Anhängerschaft vom Händer bis zu Fürsten spielen. Neben den Spielauswertungen steckten in den Umschlägen auch immer persönlich Mitteilungen anderer Spieler, teils aufwendig gestaltet.

    Im Nachhinein steckte da mehr Fantasy drinn als in den nüchternen Foren der meisten MORPGs. Irgendwie schade.
  7. #7

    Ich auch

    Zitat von svenholt Beitrag anzeigen
    Als Postspieler der ersten Stunde, also aus der Mitte der 80er Jahre (ist das wirklich schon soooo lange her?), als sich auf Cons und Messen (z.B. Spiel in Essen) ein gutes Dutzend an PBM-Spielleitern tummelten, war ....
    Ich habe auch diese Spiele gespielt und auch denn Legends-Ordner in Essen gekauft.
    das war schon Super.

    Ich habe noch auf den Dachboden Alte Postspiele Zeitungen und von vielen anderen Postspielen die Anleitungen.
    Jedoch von den Meisten Findet mann nichts mehr im Internet
  8. #8

    Die gute alte Zeit

    Ja, die gute alte Zeit.... die Spiele (GP, AU, VIVA :) OC1-3 waren legendär. Noch heute spiele ich GP... leider gibt es nicht mehr viele derartige Spiele. Jürgen Kasperzack ist wohl der letzte "grosse" Held.

    Es macht immer wieder Spass, da zu spielen.








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