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Fan-Gipfel in Berlin: Alle wollen reden, doch keiner weiß mit wem

DPADer Gipfel zum DFL-Konzeptpapier "Sicheres Stadionerlebnis" hat deutlich gemacht: Alle Seiten sind um eine Einigung bemüht, doch niemand weiß wirklich, wie sie erzielt werden kann. Zu verhärtet sind die Fronten zwischen Fans und Verbänden, zu unklar die Zuständigkeiten und Kommunikationswege.

http://www.spiegel.de/sport/fussball...-a-864881.html
  1. #1

    Dialogbereitschaft = Wir sagen was läuft?

    Dialogbereitschaft, welch blümelndes Wort. Man benutzt es eigentlich nicht mehr wenn man kompromissbereit ist, man benutzt es heute nur noch um die Gegenseite zu diskreditieren.
    Genau das zeigt dieser unsägliche Fan-Gipfel mal wieder. Die Forderung der sogenannten Fan-Vertreter (also meine Vertreter sind es nicht) sind seit Jahren fest wie in Stein gemeißelt. Jede vorgeschlagene Neuerung wird kategorisch abgelehnt. Die traditionelle Fußballkultur will ja erhalten bleiben. Dazu gehört selbstverständlich auch die Pyrotechnik, bei der das Wort "dialogbereitschaft" komplett ad absurdum geführt wird.
  2. #2

    Fan = Fanatiker

    Leute, die in vollbesetzten Stadien Pyrotechnik zünden, sind keine Fans, sondern Bekloppte. Jetzt wird also versucht, das Beklopptsein mit gesellschaftlichen Verhältnissen zu rechtfertigen.
  3. #3

    Warum ist das Oktoberfest noch nicht verboten?

    Nicht einmal halb so viel Besucher wie bei einem Jahr 1. und 2. Bundesliga - aber mehr als zehnmal soviele Verletzte!
    Schon über 20.000 Unterschriften bei www.ich-fuehl- mich-sicher.de. Die Seite wurde erst gestern online gestellt.
  4. #4

    Pyro?

    Wo steht denn in dem Bericht etwas von Pyrotechnik???
  5. #5

    Die Stadien sind voll, es ist laut, es wird gesungen, gejubelt, gemeckert. Mal ist man traurig, mal ist man glücklich. Die einen Feiern so, die anderen Feiern so, wem es nicht passt der bleibt Zuhause. Wie in einer großen Familie wird gestritten und wird sich versöhnt, egal wer du bist, egal wo du herkommst wir sind alle Fans unseres Vereins.
    Ein ständiger Wettstreit zwischen den Heim und Auswärtsfans wer lauter ist und besser ist.
    Schiedsrichter auspfeifen wenn sie die Augen nicht aufmachen und Gegner beschimpfen weil sie nach einer Schwalbe nicht aufstehen wollen.
    Und zu Schluss die eigene Mannschaft abfeiern.

    Die Deutschen Fans stehen darauf und die Welt blickt neidisch zu uns.
    Keine Gewalt, keine Korruption und schöne Spiele.

    Doch kaum verlässt man das Stadiongelände, fangen die Probleme an.

    Mal ganz ehrlich, es sind doch die Neider, die die nicht dazu gehören ,die hier alles niedermachen.

    Tut mir Leid,liebes Deutschland, das was die Vereine auf ihrem Gelände schaffen, vergeigt der Staat wie ein Anfänger.
    Eine unfähige Polizei die nur mit dem Knüppel droht, Politiker die die ihr Versagen mit Randgruppen nicht eingestehen und eine Presse die nur auf Sensationen aus ist.

    ...aber uns die Schuld an euren Randgruppen geben, da seit ihr groß....
  6. #6

    - TEIL 1 -

    Und da isser wieder, der Pawlowsche Hund...

    1. Pyrotechnik zu zünden, ob im Stadion oder davor, ist KEINE Gewalt, auch wenn BIM Friedrich das gern so darstellt, um seine christlich-saubere Welt vom Pöbel abzugrenzen. Die entsprechende Passage finden sich denn auch im §40 SprengG.

    Gleichwohl lehne ich Pyrotechnik im Stadion jenseits eines kontrollierten Bereiches im Innenraum ab.

    2. Bei den Gewalttätern sprechen wir von EINEM PROZENT der Stadionbesucher. In Hannover waren es kürzlich (abzüglich polizeilicher Standardübertreibungen) 300 - von 35.000.
    Das entspricht ziemlich genau dem Anteil der US-Amerikaner in US-Gefängnissen. Das ZEHNFACHE dessen sind arbeitsfähige Bürger der Bundesrepublik Deutschland, die trotz Erwerbstätigkeit so wenig verdienen, dass sie auf staatliche Almosen angewiesen sind - und da sieht die Bundesregierung paradoxerweise KEINEN Handlungsbedarf...

    3. Es GIBT nun einmal Menschen, die gewalttätig sind. Auch wenn man die Fußball"fans" aus der Kriminalstatistik abzieht, bleibt noch eine Menge übrig. Das lässt sich nicht verhindern.
  7. #7

    - TEIL 2 -

    4. Sieht man sich die Geschichte politischer Entscheidungen an und vergleicht sie mit der Entwicklung TATSÄCHLICH gewalttätiger Vorfälle am Rande von Fußballspielen, kommt man nicht um die Erkenntnis herum, dass es dort zeitverzögert einen kausalen Zusammenhang gibt. Die Vorfälle mehren sich in gleichem Maße, wie die in Berlin gesteuerte Sozialisierung und Solidarisierung der Bevölkerung abnimmt. Wer das nicht wahrhaben will, hat ein ganzes Holzlager vor der Stirn.

    Je weniger sich der Einzelne mit dem anderen solidarisiert und je egaler ihm der andere ist - man könnte sogar soweit gehen zu sagen, je mehr man mit dem anderen in Konkurrenz steht -, desto größer ist auch das Gewaltpotenzial. Und die Politik hat es geschafft, dass immer weniger Identifikation mit anderen Menschen besteht - siehe die Hetze gegen Muslime, Homosexuelle, Unterschichtler oder andere Randgruppen, auch und gerade hier im Forum.

    Und der Fußball ist dann genau das: Identifikationsmöglichkeit. 30.000 bis 50.000 Leute, die das gleiche Interesse haben, Fans des gleichen Vereins sind. Und damit hat es sich dann auch, denn der Gegner wird nicht selten als Feind aufgefasst. Da setzt sich dann das Alltagsschema fort, nur dass es eben dann nicht Ausländer und Hartz-IV-Empfänger sind, die vermeintlich anderen was wegnehmen wollen, sondern die Fans des anderen Vereines. 99% der Besucher eines Fußballspiels begnügen sich dann abends mit der Genugtuung, dass die eigene Mannschaft es der gegnerischen "mal so richtig besorgt" hat. Das eine Restprozent prügelt sich dann, entweder mit der Polizei als Symbol eines versagenden Staates, oder eben mit den Schlägern des Gegners a.k.a. "dritte Halbzeit".

    Und damit wird schon eines klar: Die Vereine können nicht das reparieren, was die Politik zur Erosion der Gesellschaft in Gang bringt. Sie müssen sich nur mit den Nebenwirkungen auseinandersetzen und bekommen nun die Schuld. BIM Friedrich KANN die Gewalttäter aus den Bundesligastadien entfernen - aber dann suchen sie sich andere Identifikationsmöglichkeiten in unteren Ligen, in denen der Kontrolldruck nicht so hoch ist. Man möge sich an die Derbies in Leipzig erinnern oder an die Tribünenmanipulationen in Zwickau vor dem HFC-Spiel. Oder an Sachsenderbies in der 2. Eishockey-Bundesliga zwischen "Fans" von Weißwasser und den Lausitzer Füchsen (merkwürdigerweise für BIM Friedrich so überhaupt kein Thema...).

    Abgesehen davon gehen diese Fan-Gipfel an den "Problemfans" vorbei. Die lassen sich bei solchen Veranstaltungen gar nicht sehen, weil es sie nicht interessiert. Das ist ungefähr so wie mit Computerspielen und DRM: Getroffen und gegängelt wird von den Maßnahmen der ehrliche Kunde, während die Bösen drüber lachen und 'ne gecrackte Version ohne DRM spielen. Genau so ist es im Fußball: Man kann kleinen Mädchen in den Schritt fassen, um nachzusehen, ob sie für ihre Väter irgendwelche Gegenstände reinschmuggeln - aber die, die sich im Wald 1 km vom Stadion entfernt die Köppe einschlagen und danach auf dem Rückweg zur Bahn auf Polizisten einprügeln, trifft man damit überhaupt nicht.
  8. #8

    Zitat von jjpreston Beitrag anzeigen
    -
    Je weniger sich der Einzelne mit dem anderen solidarisiert und je egaler ihm der andere ist - man könnte sogar soweit gehen zu sagen, je mehr man mit dem anderen in Konkurrenz steht -, desto größer ist auch das Gewaltpotenzial.
    Tut mir Leid, damit wirst du keinen Kritiker überzeugen, so weit denken die nicht.
    Die behaupten ja auch wenn Hundertschaften versagen, dabei Millionen von euros verbrennen und die Situation verschlimmern müssen die Vereine die Kosten tragen.
    Das Leistungsprinzip ist dort außer Kraft gesetzt und wird durch politische Gefälligkeiten ausgeglichen.
    Dabei wird politisches und polizeiliches Versagen in den Medien durch sensationelle Überschriften vertuscht und die Schuld Dritten in die Schuhe geschoben.
    So ist sie , diese unsere Gesellschaft.

    Nicht die Lösung des Problems zählt, man muss einen Schuldigen präsentieren.
    Die Vereine sind Abhängig von Sponsoren, Politik , Medien und Polizei. Da kannst du keinem offiziell die Schuld zuweisen, die machen dich dann fertig.
    So gesehen hat der Profi Fußball selber Schuld, weil er sich abhängig gemacht hat. Nur kleine Vereine wie Union, wo der Fan noch eine wichtige Einnahmequelle ist, können sich wehren.

    Dortmund und Bayern nicken alles ab, da wird der Fan nur noch gebraucht damit die Stimmung stimmt.
  9. #9

    Zitat von jjpreston Beitrag anzeigen
    ...
    Oder an Sachsenderbies in der 2. Eishockey-Bundesliga zwischen "Fans" von Weißwasser und den Lausitzer Füchsen (merkwürdigerweise für BIM Friedrich so überhaupt kein Thema...).
    ...
    Die sind fast so schlimm wie die Ruhrpottderbys zwischen "Fans" von Dortmund und dem BVB.
    Oder die Niedersachsenderbys zwischen "Fans" von Hannover und "96".


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