Forum


 

Familientragödie in Ilsede: Vater gesteht Tötung seiner vier Kinder

Die Vernehmung dauerte sechs Stunden: Ein Familienvater aus Ilsede hat gestanden, seine vier Kinder getötet zu haben. Die Ermittler gehen von Beziehungsproblemen als Motiv aus.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...845680,00.html
  1. #1

    Seltsam

    Bei den Einen heißt es stets Ehrenmord, bei den anderen Familientragödie.
    Ansonsten ist das kein Thema zum Diskutieren.
  2. #2

    So einfach...

    Zitat von Hoffentlich_ausgeglichen Beitrag anzeigen
    Bei den Einen heißt es stets Ehrenmord, bei den anderen Familientragödie.
    Ansonsten ist das kein Thema zum Diskutieren.
    ...ist das Leben nicht - und so schlicht sollte man nicht denken. Es heißt eben bei den einen (wer soll dat nu widder sein??) nicht nur "Ehrenmord" und bei den anderen (wer is dat denn??) nicht nur "Familientragödie".
    Manchmal ist es eben Mord aus falsch verstandenem Ehrbegriff und eine Tragödie ist es eigentlich immer - zumindest für die Opfer.
  3. #3

    Das passt nicht immer

    Zitat von Hoffentlich_ausgeglichen Beitrag anzeigen
    Bei den Einen heißt es stets Ehrenmord, bei den anderen Familientragödie.
    Ansonsten ist das kein Thema zum Diskutieren.
    Es ist jedenfalls ein Gesichtspunkt, den man bei der Beurteilung solcher Kurzschlusshandlungen aus versauter Sozialisation immer mit im Kopf haben sollte - und für mich ein neuer. Außerdem finde ich es wichtig, diese Zusammenhänge zu diskutieren. Wie sagte Eibl-Eibelsfeld: Hinter dem dem Steuer eines Kampfjets und am roten Knopf sitzt immer noch der nackte Affe von vor 25.000 Jahren mit all seinen Instinkten und Emotionen - aus dem Gedächtnis zitiert - also nicht nur in den vorderasiatischen Bergen.
  4. #4

    Grenzenloser Egoismus

    Zitat von Hoffentlich_ausgeglichen Beitrag anzeigen
    Bei den Einen heißt es stets Ehrenmord, bei den anderen Familientragödie.
    Ansonsten ist das kein Thema zum Diskutieren.
    Leider haben sie nicht Recht , das ist ein thema zu diskutieren. Es ist für diese neue Gesellschaft charakteristisch : der grenzenlose Egoismus. Ich, ich und nur ich, alle andere sind unwichtig. Das ist auch die Selbstmörder anzuwenden.
    Sie können die sogenannten Ehrenmorde (was ist da Ehre?) leider nicht vergleichen. Zwar ist da auch der Egoismus einer Gruppe maßgebend , aber das ist durchdacht und durchorganisiert.
  5. #5

    optional

    Was ist daran Ehre? Sich höher zu stellen als sein Gott?

    Gott sagte: "Du sollst nicht Töten!"

    Der Mörder: "Was kümmert mich Gott. Ich habe euch gezeugt, also seid ihr mein Eigentum und ich entscheide über euren Leben oder Tot!"

    Natürlich können Sie nun "Gott" austauschen. Aber der Kern ist der gleiche. Menschen maßen sich an höher als ihr Gott zu stehen. Und Kinder als "ihr Eigentum" zu betrachten, ja als Ware bis Sie heiraten

    Ist das der richtige Weg?
  6. #6

    Eigentum

    Bei solchen Morden fällt mir immer wieder auf, dass die mordenden Eltern ihre Kinder als persönliches Eigentum ansehen.

    Das scheint überhaupt bei vielen Eltern der Fall zu sein, ihr Kind als Besitz wahrzunehmen und nicht als eigenständige Persönlichkeit und somit oft ohne Rücksicht auf Verluste oder sogar Unversehrtheit ihrer Schützlinge.

    Wenn sie ihre egoistischen Wünsche nicht die über ihre Kinder stellen würden, dann gäbe es vielleicht weniger Morde.
  7. #7

    Zitat von Hoffentlich_ausgeglichen Beitrag anzeigen
    Ansonsten ist das kein Thema zum Diskutieren.
    Wer keinen Diskussionsbedarf sieht, findet die Geschehnisse also völlig akzeptabel und in Ordnung und hat keine Probleme damit, wenn sich sowas (mangels Diskussion, also Entwicklung von Präventionsmaßnahmen durch Fachleute) jederzeit wiederholen kann. Nunja, wir haben Meinungsfreiheit, und niemand ist gezwungen darüber zu diskutieren. Laien sollten sich tatsächlich besser 'raushalten, aber zu fordern, dass niemand, auch Fachleute nicht, darüber zu diskutieren hat, das ist schon starker Tobak.
  8. #8

    Zitat von Hoffentlich_ausgeglichen Beitrag anzeigen
    Bei den Einen heißt es stets Ehrenmord, bei den anderen Familientragödie.
    Ansonsten ist das kein Thema zum Diskutieren.
    Genau das. Die Ehre der Deutschen ist bei anderen Sachen angekratzt, Trennung oder Pleite. Aber wenn unsere Ehre einmal verletzt ist, dann reicht uns nicht ein Opfer, dann ists meist die ganze Familie und noch ein Selbstmord dazu.

    Logisch sehen Ehrenmorde in jeder Kultur etwas anders aus. Sie dann aber plötzlich Familiendrama zu nennen, und das bei Ehrenmorden in Migranten-Familien nicht so zu benennen, zeigt die verzerrte Sichtweise. Man zeigt auf den Splitter im Auge des Anderen und sieht den Balken im eigenen Auge nicht. Jede Kultur sollte erstmal vor der eigenen Haustür kehren.
  9. #9

    optional

    Ein "Ehrenmord" ist etwas ganz anderes als eine Familientragödie. Bei ersterem ist vermeintlich die Ehre eines Menschen zerstört. Was natürlich nicht stimmt, aber da er nicht gelernt hat (oder es nicht lernen wollte/sollte) mit so einem Gefühl umzugehen, weiß er keinen anderen Ausweg mehr als den Menschen, der ihn zurückgewiesen hat, zu töten.

    Ein Familiendrama hat nichts mit "Ehre" zu tun. Dort steht ein Mensch meistens vor den Trümmern seines Lebens und möchte es beenden. Zusätzlich zu dem seiner Lieben.

    Beides ist schrecklich, und doch haben beide Begriffe nichts miteinander zu tun.


TOP



TOP