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Familienpolitik: Warum Deutschland keine Lust auf Kinder hat

Berlin*zahlt Elterngeld und erfindet Vätermonate - trotzdem ist der Effekt nahe Null: Deutsche Paare sind kaum zu überzeugen, mehr Kinder zu bekommen. Denn Arbeit und Familie sind in diesem Land nur schwer vereinbar. Wie schaffen andere Länder das?*

http://www.spiegel.de/politik/auslan...771169,00.html
  1. #2280

    Familienpolitik

    Zitat von scoolodie Beitrag anzeigen
    .. sind es nicht vielmehr die heutigen, die während des Studiums durch Papa und Mama alimentiert jedes Jahr Monate in anderen Erdteilen, nicht arbeiten, nein, sondern Spaß haben wollen?
    Das finanzieren aber nicht nur Mama und Papa. Auch der Steuerzahler ist mit vielfältiger Förderung mit dabei, von Auslands-BAföG über DAAD-Stipendien bis zu Erasmusprogrammen. Hier trifft Sarrazins Vorwurf, dass Deutschland sich abschafft, sogar zu, denn vielfach legt gerade das geförderte Auslandsstudium den Grundstein dafür, sich sein künftiges Betätigungsfeld nicht mehr in Deutschland sondern im Ausland zu suchen. Auf diesem Wege geht dem Land gerade der am längsten und höchsten subventionierte Nachwuchs, die Jungakademiker, verloren.
  2. #2281

    Völlig richtig

    Zitat von big t Beitrag anzeigen
    zehn sind, will niemand mehr welche haben.
    Wer macht denn noch Kinder, wenn er weiß, dass ihnen mit G8, Ganztagsschule und Bachelor /Master das Leben versaut wird ?
    Ich bin um 13.30 aus der Schule zuhause gewesen, habe ne ......
    Stimmte vollkommen zu. Und wofür das alles? Das man einen Hungerlohn erhält und mit Mitte 40 auch mit Studium oder Berufsausbildung damit rechnen muss, entlassen zu werden?

    Da ist es doch wesentlich sinnvoller, die Zahl der zukünftigen Arbeitskräfte zu reduzieren, um wenigstens denen ein akzeptables Leben zu ermöglichen.
  3. #2282

    Ja ja, früher war alles aus Holz...

    Zitat von scoolodie Beitrag anzeigen
    Genau so sehe ich das auch:
    Wer Dresden nach 1945 gesehen hat, wer die Bilder von Hamburg, Köln, Leipzig,...im Gedächtnis hat sowie den schweren Wiederaufbau danach, im Grunde genommen mit Hacke und Schaufel und bloßen Händen mit gemacht hat, wer 40 und .....
    So sehr Ihre Geschichtchen auch dazu angetan sein mögen, sich nunmehr kollektiv um ein Lagerfeuer zu scharen und alte Weisen aus grauer Vorzeit (also bevor es Musik gab) anzustimmen, sollten Sie sich jedoch besser wieder und immer wieder eines vor das geistige Auge bringen:
    die Welt verändert sich. Sie verändert sich jeden Tag. Unaufhaltsam, unaufhörlich.

    Schauen Sie sich die dramatischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte an (das im Detail aufzuführen, würde hier jedes Maß sprengen). Glauben Sie dann immer noch, die alten Spukgeschichten auf die Moderne übertragen zu können?
    Adenauer hat sich mit seinen Prognosen eben in den Finger geschnitten - bloß weil das unangenehm ist, kann man die Entwicklungen nicht ignorieren!
    Natürlich haben viele damals harte Zeiten durchmachen müssen - dafür haben aber auch viele fleissig mit dem Ärmchen gewedelt, als sie dem Verrückten zujubelten....;-)
    Über den Wideraufbau gibt es nicht das Mindeste zu jammern! Wenn die damalige Generation das Land unserer Ahnen nicht in Schutt und Asche gelegt hätte, hätten sie es auch nicht mühsam wieder aufbauen müssen - der Wiederaufbau war die mindeste Wiedergutmachung am Lande, die Schande wird jedoch ewig auf uns sitzenbleiben.
    Die alten Semester sollen mal schön leise in der Ecke das Haupt schamhaft verbergen, aber sich auf keinen Fall auch noch mit fordernd-unverschämten Reden aufspielen!

    Ob es Ihnen gefällt oder nicht: die Rentenversicherung ist in jeder Hinsicht platt, und immer mehr Deutsche stellen auch keine weiteren Beitragsknechte für diese Geldvernichtungs-Maschine zur Verfügung (Titelthema Geburtenrate).

    Anstatt sich ängstlich an alte Zöpfen zu klammern, sollten Sie lieber zusehen Pläne zu schmieden, wie Sie auch bei Zusammenbruch bzw. Abschaffung der gesetzl. Systeme über die Runden kommen.
  4. #2283

    Generationengerechtigkeit

    Zitat von scoolodie Beitrag anzeigen
    Bleiben wir ganz real bei diesem Spruch: Rentner haben sich 50 Jahre satt gefressen. Das wäre also seit 1961. Ich habe ein kinderloses Ehepaar gekannt, dass bis 1953 in den Westenzonen keine Rente bekommen hat. Die gestanden uns ....
    Es ist interessant, dass sie das Jahr 1953 nennen: In diesem Jahr führte Adenauer das heute gültige System der Umlagefinanzierung in der Rentenversicherung ein. Adenauer dachte, "Kinder bekommen de Leute von alleene." Doch er irrte sich, wie wir heute sehen, das System ist überkommen und fäht unweigerlich gegen die Wand.

    Vielleicht werden wir die von Ihnen geschilderte Rentnerarmut in dreißig oder vierzig Jahren wieder erleben. Das wird der Zeitpunkt sein, wenn die Generation der heute Erwerbstätitigen (die meisten Zwangsmitglieder in der Rentenversicherung) selbst in Rente gehen wird. Das Problem wird nur sein, dass das umlagefinanzierte System spätestens dann an seine Grenze stoßen wird, denn diese Generation hat eben nicht für genug Nachwuchs gesorgt, der dann seinerseits in die Rentenkassen einzahlen würde. Das ist der demographische Faktor: Inmer weniger Einzahler und eine längere Bezugsdauer der Rentner durch steigende Lebenserwartung. Eine tickende Zeitbombe. Die Rechnung kann irgendwann nicht mehr aufgehen. Deshalb bin ich dafür, heute reinen Tisch zu machen. Mit Abstrichen bei allen (!) Generationen. Die Generation der heutigen Rentner (Alter 65 - 100) hat potentiell aber meist sehr gute Chancen gehabt, sich eine gute Altersvorsorge und Vermögen aufzubauen. ´Wer das Glück hatte, in der alten Bundesrepublik sein Erwerbsleben verbringen zu dürfen, muss aus heutiger Sicht als privilegiert gelten. Die Generation der heutigen Erwerbstätigen hat im Vergleich diese Chance nicht mehr: Sinkende Reallöhne, prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Diese Generation wird es später besonders hart treffen. Wenn wir also wirklich mit dem Sparen und Umbau des Sozialsystems anfangen, sollten wir es heute tun und dann sollten wir auch bei der Generation der heutigen Rentnern anfangen. Und vor allem sollten wir auch die Beamten, die nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaft aufgrund ihrer üppigen Altervorsorge die neue Oberschicht bilden, mit zur Kasse bitten.








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