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Familienpolitik: Teurer Kompromiss beim Betreuungsgeld

Die CDU/CSU-Fraktion will die Rentenansprüche von Eltern erhöhen, deren Kinder vor 1992 zur Welt kamen - so will sich Fraktionschef Kauder die Zustimmung der Unions-Frauen fürs Betreuungsgeld sichern. Doch das könnte den Bundeshaushalt nach SPIEGEL-Informationen in Milliardenhöhe belasten.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...801581,00.html
  1. #30

    Können Sie ja fordern

    Zitat von boeseHelene Beitrag anzeigen
    Kinderlose bezahlen bereits mehr, allein schon durch den Umstand, dass sie in Zeiten in den Eltern zu Hause beim Kind hocken in die Rentenkasse ein bezahlen und ihnen keine imaginären Einzahlungsjahre angerechnet werden wie den Eltern denen alleine fürs Kinder bekommen schon Jahre in der Rentenkasse angerechnet werden.
    Joa. Können Sie ja fordern, aber dann müssen Sie sich selbständig machen, um so der gesetzlichen Rentenversicherung zu entgehen. Dann müssen Sie nix mehr einzahlen, bekommen aber später auch nix. Ob Sie sich mit 100% privater Rente bei den bekannten Finanzmarkt-Problemen wohler fühlen, ist Ihre Sache. Tatsache ist nunmal. Wer keine Kinder erzieht, erbringt eben nur die Hälfte der Leistung, die notwendig ist, um die gesetzliche Rentenversicherung zu erhalten.
    Man könnte es auch so sehen: Wir schaffen die gesetzliche Rente ab und jeder wird halt im Alter von seinen eigenen Kindern versorgt und mit am Leben erhalten. Ich glaube, dieses direkte Beispiel würde Sie sehr schnell dazu bringen, zu entscheiden ob Kinder für die eigene Rente unentbehrlich sind oder nicht.

    MfG
  2. #31

    Das Geschichtsargument

    Zitat von boeseHelene Beitrag anzeigen
    Wer meint er müsse Kinder in die Welt setzen sollte die auch selber finanzieren müssen, das mussten Eltern Jahrhundertelang.
    Jahrhundertelang in der Geschichte wurde sehr vieles sehr anders betrieben als heute (z.B. die Krankenfürsorge). Wenn wir solche Sachen heute anders betreiben, dann weil es daran ein Interesse gibt. Z.B. möchte kein Mensch heute dem Risiko ausgesetzt sein, bei Invalidität hilfhols dahinzuvegitieren. Deshalb gibt es einen gesellschaftlichen Konsens eben gerade nicht jahrhundertealten Tradition zu folgen.

    Zum Thema: Die gesallschaft hat unbestreitlich ein Interesse an einer nachhaltigen Geburtenrate- nicht nur in Bezug auf die Rentenkasse. Deshalb ist es rational, dass sich die gesellschaft als ganzes engagiert sich nicht zu weit von dieser Nachhaltigkeit zu entfernen. Über die Mittel dafür, lässt sich natürlich streiten. Über Ihr Geschichtsargument lässt sich bestenfalls schmunzeln.
  3. #32

    Kinder sind in erster Linie Privatangelegenheit

    Grundsätzlich halte ich die Entscheidung über Kinder für eine reine Privatsache, die genausowenig durch den Staat zu finanzieren ist, wie der Kauf eines Ferrari.

    Die Verantwortung des Staats liegt in der Schaffung einer vernünftigen und bezahlbaren Infrastrukur, vom Kinderhort, dem Kindergarten über die Schule bis hin zur Universität.

    Darüberhinaus ist es Aufgabe des Staats, finanziell schwächeren Familien, in die Lage zu versetzen, ihre Kinder angemessen zu versorgen

    Das wars! Keine Herdprämie, Kindergeld nur für diejenigen dies es brauchen, keine Rentengutschriften oder Wurfprämien! Punkt!

    Wer meint 1 oder 15 Kinder haben zu wollen, hat meinen Segen, nur soll er es grundsätzlich selbst bezahlen! Nur wenn er es nicht kann, hat der Staat einzuspringen!

    Das abgedroschene Rentenargument zieht nicht, erstens habe ich keinen Generationenvertrag unterschrieben und zum zweiten sorgt schon der ständige Produktivitätsfortschritt für ein Bruttosozialprodukt das für alle ausreicht.

    Dieses Land wird dadurch in 30 Jahren mit viel weniger Menschen mehr Produkte und Dienstleistungen bereitstellen können.

    Es sie auch die Frage erlaubt, weshalb man auf der einen Seite die Renten kürzt (seit 10 Jahren) und auf der anderen Seite Zuschläge verteilen möchte?

    Man muß es geradezu als absurd bezeichnen, wenn sich der Staat auf de einen Seite mit ca. 25 Mrd p.a. verschuldet, sich aber gleichzeitig den Kopf zerwringt, wie noch weitere soziale Wohltaten unters Volk zu bringen sind.

    "Kinderbetreuungsgeld"

    Wenn es nicht so traurig wäre, müßt man ob des Einfallsreichtums verantwortungsloser Politiker schon lachen
  4. #33

    Fragen Sie mal in den USA oder GB nach

    Zitat von boeseHelene Beitrag anzeigen
    gerne, wenn ich das Geld dass ich jeden Monat in die Rentenkasse einzahle selber angelegen dürfte und zusätzlich den Teil meiner Steuern wieder bekommen würde, der an Kindereinrichtungen geht, könnte mir einen fürstlichen Lebensabend leisten.
    Fragen Sie mal in den USA oder GB nach. Da haben 2008 mit der Bankenkrise insgesamt fast 60 Millonen Menschen ihre gesamte private Altersvorsorge verloren, für die sie oft Jahrzehnte lang hohe Summen eingezahlt haben. Wer Kinder hat, wird im Notfall dann halt direkt von denen mitversorgt. Wer keine Kinder hat, hat halt Pech gehabt, muss dann arbeiten, bis er nicht mehr laufen kann und danach ab in den Ofen, denn ein Pflegeheim pflegt einen nicht kostenlos. Und die Nachbarskinder werden die Pflege auch nicht aus reiner Nächstenliebe zum Nachbarn mitübernehmen.
    Mit Ihrer Einstellung sind schon viele auf die Nase gefallen. Da können Sie beispielsweise auch mal diejenigen fragen, die sich in jungen Jahren aus der gesetzlichen Krankenversicherung davongestohlen haben, um Beiträge zu sparen, weil sie nicht einsahen, dass sie für andere Leute mitbezahlen sollten, aber im Alter dann meckern, weil sie plötzlich merken, dass sie nun (wegen Alter und Krankheit) die Hälfte ihres gesamten Einkommens nur für die PKV aufwenden müssen ... Tendenz steigend.

    MfG
  5. #34

    -----------

    Zitat von Progressivist Beitrag anzeigen
    Jahrhundertelang in der Geschichte wurde sehr vieles sehr anders betrieben als heute (z.B. die Krankenfürsorge). Wenn wir solche Sachen heute anders betreiben, dann weil es daran ein Interesse gibt. Z.B. möchte kein Mensch heute dem Risiko ausgesetzt sein, bei Invalidität hilfhols dahinzuvegitieren. Deshalb gibt es einen gesellschaftlichen Konsens eben gerade nicht jahrhundertealten Tradition zu folgen.

    Zum Thema: Die gesallschaft hat unbestreitlich ein Interesse an einer nachhaltigen Geburtenrate- nicht nur in Bezug auf die Rentenkasse. Deshalb ist es rational, dass sich die gesellschaft als ganzes engagiert sich nicht zu weit von dieser Nachhaltigkeit zu entfernen. Über die Mittel dafür, lässt sich natürlich streiten. Über Ihr Geschichtsargument lässt sich bestenfalls schmunzeln.
    richtig, aber bei vielen Eltern habe ich das Gefühl so wie da gejammert wird, sie können ihre Kinder nur dann ernähren mit Kleidung versorgen etc. wenn möglichst viel Geld vom Staat kommt. Darum ging es mir :) Ich bin froh über unseren Sozialstaat aber ich denke wir können nicht allen ihren Lebensentwurf bezahlen und wer Kinder möchte sollte sie auch finanzieren können und nicht ständig nach Ausgleichen rufen nur weil er Kinder hat, die kosten nun mal Geld.
  6. #35

    neue Beitragszahler?

    Zitat von Giraffenzebra Beitrag anzeigen
    Das können Sie fordern. Richtig. Aber dann müssen Sie auch den Rest fordern, nämlich dass Kinderlose nicht mehr an der gesetzlichen Renten- und Pflegeversicherung teilnehmen dürfen, denn dazu gehören zwei Pflichten: Beiträge einzahlen und für neue Beitragszahlr sorgen.
    Dann müssten Sie demzufolge fordern, dass alle Kinderlosen sich komplett privatversichern müssen ... mit allen Konsequenzen. Welchen Grund sollte es sonst geben, dass meine oder irgendjemandes andere Kinder spätere mal Ihre Rente erarbeiten, die Sie irgendwann mal haben wollen? Sie können halt nicht das eine ohne das andere haben.

    MfG
    Können Sie mir mal helfen, ich weiss gerade nicht wo die Pflicht normiert ist, daß man als Mitglied der Rentenversicherung "für neue Beitragszahler" sorgen müßte?

    Im übrigen finde ich Ihren Vorschlag sehr gut, aus rein finanzieller Sicht wäre für mich - und viele andere- der Austritt aus allen staatliche Sozialsystemen ein glänzendes Geschäft.

    Ob dies auch für die dann darin verbleibenden Menschen gilt möchte ich bezweifelen.

    Übrigens bin ich nicht auf das Wohlwollen ihrer Kinder angewiesen, wenn ich meine erworbenen Ansprüche an die Rentenkassen und eigene Rücklagen addieren, kann ich ihre Kinder später für jede Dienstleistung bezahlen.
  7. #36

    ...

    Zitat von boeseHelene Beitrag anzeigen
    (...) Weg mit Kindergeld,Elterngeld,Kinderfreibetrag das eingesparte Geld in die Bildung stecken und gut ist es. Wer meint er müsse Kinder in die Welt setzen sollte die auch selber finanzieren müssen, das mussten Eltern Jahrhundertelang.
    Jahrhundertelang war es auch keine freiwillige Entscheidung, ob man Kinder bekam oder nicht. Heute ist es so und damit ergibt sich das Problem der Trittbrettfahrer - also derer, die sich gegen Kinder entscheiden aber dennoch gesellschaftliche Institutionen in Anspruch nehmen. Die (volkswirtschaftliche) Rente dieser Trittbrettfahrer abzuschöpfen und sie denen zur Verfügung zu stellen, die die Verantwortung übernehmen, diese Gemeinschaft zu erhalten ist nur vernünftig.

    Inwiefern ein gutes Elternhaus nicht zu "Bildung" gehört wär auch mal erläuternswert.
  8. #37

    -------------

    Zitat von Giraffenzebra Beitrag anzeigen
    Fragen Sie mal in den USA oder GB nach. Da haben 2008 mit der Bankenkrise insgesamt fast 60 Millonen Menschen ihre gesamte private Altersvorsorge verloren, für die sie oft Jahrzehnte lang hohe Summen eingezahlt haben. Wer Kinder hat, wird im Notfall dann halt direkt von denen mitversorgt. Wer keine Kinder hat, hat halt Pech gehabt, muss dann arbeiten, bis er nicht mehr laufen kann und danach ab in den Ofen, denn ein Pflegeheim pflegt einen nicht kostenlos. Und die Nachbarskinder werden die Pflege auch nicht aus reiner Nächstenliebe zum Nachbarn mitübernehmen.
    Mit Ihrer Einstellung sind schon viele auf die Nase gefallen. Da können Sie beispielsweise auch mal diejenigen fragen, die sich in jungen Jahren aus der gesetzlichen Krankenversicherung davongestohlen haben, um Beiträge zu sparen, weil sie nicht einsahen, dass sie für andere Leute mitbezahlen sollten, aber im Alter dann meckern, weil sie plötzlich merken, dass sie nun (wegen Alter und Krankheit) die Hälfte ihres gesamten Einkommens nur für die PKV aufwenden müssen ... Tendenz steigend.

    MfG
    was für ein schwaches Argument, natürlich kann das passieren aber ein Mensch hält sich leichter über Wasser als jemand der noch andere versorgen muss. Man muss nur mal nach Afrika schauen Kinderreichtum aber bettelarm. Sie denken, dass ihre Kinder sie mal finanzieren werden? Da schneiden sie sich aber richtig heftig in den Finger, ihre Kinder werden später ihr eigenes Leben finanzieren müssen.

    Die meisten Kinder haben heute nicht mal die Zeit ihre Eltern zu pflegen, jemanden pflegen muss man auch können und zwar nicht nur körperlich sondern auch seelisch ich weiß wovon ich rede, da ich meine Oma mit meiner Mutter zusammen gepflegt habe.

    Im übrigen bin ich nicht bei der PKV und werde es nicht machen, ich bin GKV Mitglied.
  9. #38

    Infrastruktur und Akzeptanz statt direktes Geld

    Zitat von Leeoos Beitrag anzeigen
    Alles Quatsch mit dem Betreuungsgeld, wie immer das auch ausgestaltet sein mag.
    Ist nur noch eine Paralellförderung und keiner blickt mehr durch, werwaswannwieso bekommt (Steuerfreibetrag/Steuerklassen/Kindergeld/Bildungs+Teilhabepaket/kommunale Kindergartensozialstaffeln/Erziehungsgeld etcpp).
    Sie haben das Elternegld vergessen, welches bei bis zu 1800€ monatlich in vielen Fällen den Löwenanteil ausmacht.


    Zitat von Leeoos Beitrag anzeigen
    Mein Vorschlag: Kindergeld auf 100 € runter, alles andere Geld, das derzeit individuell ausgeschüttet wird zusammenfassen und einer wirklich umfänglichen Kinderbetreuung und Bildung (Krippe/Kindergarten 24/7, Ganztagsschulen (die diesen Namen verdienen!) incl. tatsächlicher Lernmittelfreiheit sowie für alle geförderte Studiermöglichkeiten) zugute kommen lassen!
    Da bin ich prinzipiell Ihrer Meinung. Ein Blick zuvergleichbaren Nachbarländern zeigt, dass die deutsche Politik der monetären Förderung, gepaart mit dem in der Gesellschaft weit verbreiteten traditionellen Familienbild genau der falsche Weg ist, um eine höhere Geburtenrate (vor allem bei den leistungsstarken Schichten) zu erzeugen.

    Die Politik hat die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für beide Elternteile zu schaffen, also die von Ihnen angesprochenen Strukturen. Darüberhinaus muss aber auch von der Gesellschaft ein solcher Lebensentwurf akzeptiert sein (so wie ich es im europäischen Ausland erlebe), und nicht - wie gerade im ländlichen westlichen Deutschland - oft noch als schädlicher Lebensentwurf diffarmiert werden.
  10. #39

    Haben die den Schuss nicht gehört?

    Ein Anreiz für die, die eh schon lange Kinder haben? Sind bei der CDU - außer Frau Schröder - alle total meschugge?

    Und das mit den Anreizen kann man sich, wenn man die Ergebnisse sieht, ganz sparen.

    Was notwendig wäre, ich habe drei wohlgeratene Söhne, ist eine Lösung, die das Aufziehen von Kindern bei der späteren Rente berücksichtigt, aber nicht nur für unsere Damen.

    Ich habe z.B. zwei der Kinder alleine groß gezogen, die Rente dafür bekommt meine Ex!

    Ich hätte die Kinder auch ohne jeglichen Anreiz bekommen, und auch ohne jegliche religiös verblödete Vorgabe.

    Die CDU ist ein totaler Lachverein, gibt Geld aus, das sie nicht haben, für Menschen, die schon längst Kinder haben.

    P.S.: Man sollte das Betreuungsgeld an ein Junktim knüpfen: nur wessen Kinder gut deutsch sprechen bekommt dieses Geld. Ansonsten sollen die Kinder in die KITA gehen, wenn auch diese die Versäumnisse der Eltern kaum aufarbeiten kann. Aber besser ein bischen gelernt als gar nicht. Ansonsten wäre das "Betreuungsgeld" ein Schuss in den Ofen. Und das weiß und müsste besonders und auch gerade die CSU wissen!


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