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Familienmonitor 2012: 89 Prozent der Deutschen wollen flexiblere Arbeitszeiten

CorbisJunge Familien zu fördern ist den Deutschen wichtiger als der Atomausstieg oder die Gesundheitsreform. Dazu gehören laut dem Familienmonitor 2012 flexible Arbeitszeiten, mehr Krippenplätze und Betriebskindergärten. Zu Hause herrschen derweil zumeist noch alte Rollenmuster vor.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-857684.html
  1. #1

    Tja,

    Frau Allensbach, dummerweise arbeiten Männer aber nach wie vor mehr wie Frauen (Erwerbs- Haus- und Familienarbeit zusammengezählt). Lt. Arbeitszeitbericht der Bundesregierung jeden Tag 15 Minuten mehr. Da paßt das Märchen von der ausgebeuteten Frau und Mutter überhaupt nicht rein.
  2. #2

    natürlich

    wollen die Menschen flexiblere Arbeitszeiten, aber nicht etwa so wie der Chef es will, sondern so wie es in die persönliche Planung und Lebensgestaltung passt.

    Nur den Arbeitgeber, der da mitmacht, müssen Sie mir zeigen. Da fange ich morgen sofort an!
  3. #3

    Arbeitgeber wollen auch

    flexiblere Arbeitszeiten, aber anders als die Arbeitnehmer es wünschen. Arbeitgeber werden in jeder Hinsicht vom Staat unterstützt. Wer das Spiel als Arbeitnehmer nicht mitmachen will, fliegt raus. Dazu schafft der Staat noch einfachere Voraussetzungen für Kündigungen. Das ganze System ist marode, und den letzten beissen die Hunde. Die letzten sind nun mal die Arbeitnehmer.

    Durch immer mehr und nicht abreissende Frauenförderung ist nur eins geschaffen worden. Die Männer sind beruflich kaum entlastet, die Frauen beruflich mehr belastet worden. Zeit für Beziehung und Kinder sind Zeiten geworden, in denen die Unternehmen ihre Produktivität erhöht und der Staat seine Steuereinnahmen vermehrt haben.

    Früher haben Unternehmen Weiterbildung selbst durchgeführt, für die Mitarbeiter Wohnungen bereit gestellt. Heute wird nur der perfekte Mitarbeiter eingestellt, der wenig kosten und am besten sein Maul halten soll.

    Zu Zeiten der Wiedervereinigung hätte man sich einiges von der DDR abschauen können, gab es doch dort eine der höchsten Geburtsquoten in Europa. An irgendwas muss das ja wohl auch gelegen haben, oder? Statt aber irgendwelchen positiven Akzente der DDR aufzugreifen, wurde das Land nur eingesackt und mit der doch ach so tollen kapitalischen Ideologie überschwemmt.

    Wen wundern denn da ernsthaft solche Ergebnisse? Das alles, wie es ist, ist letzten Endes nur immer politisch gewollt gewesen. Die Demokratie abzuschaffen und mehr Herrschaft des Staates über das Volk. Das alles wurde politisch so angestrebt und jetzt werden wieder Bösewichte gesucht, z.B. dass angeblich 90% der Männer nicht bügeln können. Wann endlich kommt der große Vorwurf, dass 100% der Männer keine Kinder kriegen können?
  4. #4

    Wunsch und Wirklichkeit

    Als PDF Foliensatz die gesamte Studie (mit Fragestellung): http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2012-09/monitor-familienleben-deutschland?commentstart=9#comments

    Ersteinmal ist festzuhalten, dass die Familienförderung unter der Gesamtbefölkerung, nach Arbeitslosigkeit, Renten, Wirtschaft, Energiesicherheit, Verschuldung und Eurostabilität mit 50% doch einer einen hinteren Platz der wichtigsten pol. Aufgaben betrifft.

    Das Gesundheitswesen dürfte hinten rangieren, da Reformen hier zum positiven kaum noch erwartet werden. Der Ausstieg dagegen scheint sich durchgesetzt zu haben in allen Parteien und dementsprechend nichtmehr wichtig zu sein.

    Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit 74% bekommt viel Aufmerksamkeit wohingegen die Pflege von Familienangehörigen (68%) eher ein Randthema darstellt. Das sehr intensiv bearbeitete Thema (Krippenplätze) nimmt lediglich den 3. letzten Platz ein (immerhin noch 55%). Diese Regelung finden zwar die Meissten im Prinzip gut (75%) aber nur 12% glauben das es gelingt.

    Andere Zahlen sind ebenfalls spannend: 50% aller nicht berufstätigen Mütter haben in der Woche zu wenig Zeit für ihre Familie. Weniger als 38% aller Mütter zwischen 15 und 64 sind vollzeitig Berufstätig.

    Eine bezahlte Haushaltshilfe wünschen sich 32% aller Mütter. Allerdings ist dies ein Beruf, der kaum flexible Arbeitszeiten zulässt. Und für jede Haushaltshilfe muss a) einer/eine bezahlen und b) einer/eine diesen Job übernehmen (der dann allerdings von zu Hause aus arbeiten möchte 21-29%).
  5. #5

    Schröder

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Junge Familien zu fördern ist den Deutschen wichtiger als der Atomausstieg oder die Gesundheitsreform. Dazu gehören laut dem Familienmonitor 2012 flexible Arbeitszeiten, mehr Krippenplätze und Betriebskindergärten. Zu Hause herrschen derweil zumeist noch alte Rollenmuster vor.

    89 Prozent der Deutschen wollen flexiblere Arbeitszeiten - SPIEGEL ONLINE
    Aus dem Artikel:
    "Familienministerin Schröder forderte die Unternehmen daraufhin auf, verstärkt firmeneigene Betreuungsmöglichkeiten anzubieten."

    Und selbst möchte sie Eltern mit etwas Taschengeld abspeisen, damit die staatlichen KiTas nicht benutzt werden "brauchen" (heisst im Klartext, Kosten für die ich gerne Steuern zahle, werden gespart).

    Wo sind hier die Kommentare, nur wer sein Kind zuhause erzieht ist eine gute Mutter?

    Zumal wenn die Kinder dann von Arbeitstätigen getrennt betreut werden von denen die vielleicht Eltern haben, die in staatlichen Institutionen arbeiten, oder halt. Mit dem Elternbetreuungsgeld kann man wunderbar eine Dreiklassenbetreuung einführen.

    In der freien Wirtschaft tätige Eltern - Kinder>Betriebskindergarten
    Staatlich angestellte - Kinder>KiTa
    Arbeitslose-Kinder>Zuhause
    Hartz4-Kinder>Suppenküche oder Tafeln

    Jaja, hier zeigt sich mal wieder, wofür die CDU steht....
  6. #6

    Wer wie im Foto am Laptop arbeitet, wird sich frühzeitig den Buckel kaputtmachen.

    Die amerikanische Unsitte, alle Angestellte in Großraumbüros zu sperren schadet Gesundheit und Leistungsbereitschaft. Wer kann, versucht zuhause zu arbeiten. Auch wenn mal seine Kollegen sehr gut mag, ist schon alleine das Wissen um die physische Anwesenheit eine Qual.

    Von ständigen Geräuschen, Zwischenfragen, Telefonaten oder gar Telefonkonferenzen per Lautsprecher, womöglich mit plapperfreudigen Ausländern garnicht zu reden.

    In meinem Job z.B. ist es keinesfalls nötig ins Büro zu gehen. Diese Prozedur kostet uns sehr viel Zeit für den Arbeitsweg, senkt die Verfügbarkeit, schafft Streit um die Parkplätze, verschleißt Autos und Treibstoff und bedingt eine überdimensionierte Kantine.

    Das alles nur, weil ein paar Manager sich einsam, hilflos und verlassen fühlen, wenn sie nicht ständig anderen persönlich auf den Sack gehen können.
  7. #7

    ...

    Zitat von passionsblume Beitrag anzeigen
    flexiblere Arbeitszeiten, aber anders als die Arbeitnehmer es wünschen. Arbeitgeber werden in jeder Hinsicht vom Staat unterstützt. Wer das Spiel als Arbeitnehmer nicht mitmachen will, fliegt raus. Dazu schafft der Staat noch einfachere Voraussetzungen für Kündigungen. Das ganze System ist marode, und den letzten beissen die Hunde. Die letzten sind nun mal die Arbeitnehmer.


    (...)
    Der einzige Unterschied war, dass es eine flächendeckende Kinderbetreuung gab. Okay, und es haben nicht so viele studiert....

    Flexible Arbeitszeiten sind in machen Branchen gar nicht möglich, selbst die besten Absichten können da nichts bewirken.

    Man sollte deswegen pragmatisch rangehen und eine wirklich ausreichende Infrastruktur (KiTas) bereitstellen, was eindeutig Aufgabe des Staates sein sollte. Leider druckst Fr. Schröder um das Thema herum und lenkt mit Betreuungsgeldern und irgendwelchen Forderungen nach Betriebskitas vom Thema ab....
  8. #8

    Zitat von rainbowman1 Beitrag anzeigen
    Frau Allensbach, dummerweise arbeiten Männer aber nach wie vor mehr wie Frauen (Erwerbs- Haus- und Familienarbeit zusammengezählt). Lt. Arbeitszeitbericht der Bundesregierung jeden Tag 15 Minuten mehr. Da paßt das Märchen von der ausgebeuteten Frau und Mutter überhaupt nicht rein.
    Nun, dann frage ich mich, warum so wenige Männer bereits sind, die Rollen zu tauschen. Ich selbst bin halbtags erwerbstätig und halbtags Hausmann und Familienvater. Und ich muss sagen, oft genug empfinde ich die Erwwerbstätigkeit als Erholung gebenüber dem Familienalltag. Ich habe eher den Verdacht, dass sich viele Männer lieber vor der stupiden und stressigen Haus- und Familienarbeit drücken und sich in ihre ach so wichtige Erwerbsarbeit flüchten Die bei den allerwenigsten wohl wirklich so stressig sein dürfte, wie es in der Regel hingestellt wird.
  9. #9

    Zitat von Mailüfterl Beitrag anzeigen
    Nun, dann frage ich mich, warum so wenige Männer bereits sind, die Rollen zu tauschen.
    Dann frage ich mich, warum dies erst recht auf Frauen zutrifft?

    Jede zweite junge Frau wäre gerne Hausfrau « DiePresse.com








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