Wenn Sie nun fragen, wie sich das durchsetzen ließe: So ähnlich wie man eben demokratische Grundbildung vermittelt (im Prinzip ist es ja auch nichts anderes als eben das). Hervorragende Bildung in Vorschulen, Schulen und Universitäten in deren Verlauf auch Toleranz und bestimmte Grundwerte vermittelt werden, statt dem zunehmenden Murks, den wir momentan erleben mit Hauptschulmisere, G8 und hoffnungslos überfüllten Vorlesungen. Streichen von überholten Privilegien, z.B. dem bereits genannten Ehegattensplitting und der kostenlosen Mitversicherung von nicht-arbeitenden Ehepartnern, so dass die Entscheidung Hausfrau (oder Hausmann) zu werden völlig ins Private verschoben wird. Zusätzlich könnte man die Elternzeit auf 10 Monate verkürzen und nur, wenn beide Ehepartner betreuen, auf 14 Monaten belassen. Man könnte die Kinderbetreuung ausbauen z.B. nach dem dänischen Tagesmuttermodell. Die Regelungen bezüglich Überstunden verschärfen und Arbeitgebern mehr Anreize verschaffen, familienfreundliche Arbeitsplätze zu schaffen, statt immer mehr befristete Arbeitsplätze mit Überstundengarantie. Dafür gibt es bestens erprobte Modelle in den meisten skandinavischen Ländern. Wir müssten uns eben ein wenig mehr an diesen deutlich menschenfreundlicheren Systemen orientieren. Dazu auf juristischem Wege eine wirklich effektive Anti-Mobbing-Gesetzgebung eventuell nach dem Vorbild der Gesetze gegen "Hate Crimes" in den USA. Das würde gerade Randgruppen wie Homosexuellen den Rücken stärken und generell jedem, der eben nicht "normgerecht" leben möchte.
Zumindest einiges davon sieht Frau Schröder, wie man ja ihrem Buch entnehmen kann, durchaus. Aber sie hat, im Gegensatz zu Frau von der Leyen nicht den - pardon - A*** in der Hose, wirklich was zu ändern und ihren konservativen Parteikollegen mal zu zeigen, wo der Hammer hängt. Stattdessen schwadroniert sie ein wenig herum, unschifft die eigentlichen Probleme mehr oder weniger geschickt, faselt von "privaten Entscheidungen" und schießt sich dann vorsorglich auf den "bösen Feminismus" ein, um von ihrer eigenen Unfähigkeit, wirklich effektiv was zu bewegen, abzulenken und ihre Klientel zu bedienen ... leicht verdienter Beifall eben. Lieber lässt sie sich von den "Strukturkonservativen" (ihre Worte) den Rücken kraulen und ein bisschen bemitleiden, weil alle so gemein zu ihr wären, wo sie doch nur die "Wahrheit" sagt - sprich, das, was die Damen und Herren aus dem Dunstkreis der CSU und weiter rechts für richtig halten. Und tut derweil .... gar nichts. Außer ablenken. Und die Herdprämie einführen.
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