Zitat von
Pless
Die Mehrzahl der Kommentare hier ist einfach nur peinlich. Es geht überhaupt nicht darum, dass Julija Timoschenko eine "Unschuld vom Lande" sei. Gewiss käme eine solche in einem Land in solch einer Umbruchphase wie nach Zusammenbruch der Sowjetunion nicht an die Regierung. Dass man ihr aber nicht mehr am Zeug flicken konnte als die wirklich ziemlich an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfe mit denen man sie verurteilt hat spricht erst mal für sie. Sicherlich ist sie in jedem Fall das kleinere Übel in einem Land, welches mit SAmthandschuhen nicht zu regieren ist und welches zudem Moskau versucht, unter Kontrolle zu bekommen.
Dass es zu dem Boykott überhaupt kommen muss zeigt aber auch, dass bei der Vergabe solcher Großereignisse nicht kritisch genug ausgewählt wird. Es fehtl einfach die Geduld, Entwicklungen abzuwarten, bis sich stabile Systeme gebildet haben, die sich auch als würdig erwiesen haben, mit solch einer Großveranstaltung "geadelt" zu werden.
Denn: das Argument Sport ist Sport und Politik eine andere Sache ist schlichtweg falsch. Ein solchens Ereignis bietet dem veranstaltenden Staat ideale Darstellungsmöglichkeiten, die von unfreien Regimen zu Propagandazwecken missbraucht werden. Dies sowohl nach innen (Peking 2008) als auch nach außen (Berlin 1936). Alles lange bekannt. Wer totalitären Staaten solche Möglichkeiten bietet macht sich ganz klar mitschuldig. Das gilt für das IOC und genauso im vorleigenden Fall für die UEFA.
Dass gerade die EU-Kommission hier voraus schreitet ist doch positiv. Noch gestern hieß es im TV, der in Deutschland diskutierte mögliche Boykott sei in den anderen Europäischen Ländern kein Thema. Das wird sich nun hoffentlich ändern, denn keiner will hier am Ende al der letzte darstehen, der sich zu den Menschenrechten bekennt. Wenn auch eher wegen möglicher schlechter Publicity denn wegen der Menschenrechte selbst.