Erst*vorverurteilt, dann rehabilitiert, jetzt*erneut in Ungnade gefallen:*Die*enorme Dynamik im*Fall Dominique Strauss-Kahn*hält*ganz Frankreich in Atem. Kaum ein anderes Thema bestimmt die Agenda im Land derart wie*diese Polit-Soap*mit immer neuen Staffeln.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...772735,00.html
Ist es eigentlich üblich, das bereits die Ermittler in einem Rechtstaat so öffentlich die Glaubwürdigkeit einer verletzten Zeugin erörtern? Dürfen sie dabei auch diskreditierende Tatsachen anführen, die zeitlich und sachlich in keinem Zusammenhang mit der Tat stehen?
Auch einvernehmlicher Sex mit einem (untergeordneten) Zimmermädchen ist kein "Kavaliersdelikt" für eine Persönlichkeit wie DSK. Und sagte das Zimmermädchen ihm nicht, sie habe Angst ihren Job zu verlieren?
Es geht auch hier nicht darum, ob DSK charmanter Verführer oder plumper Abgreifer ist. Der Vorwurf lautete Vergewaltigung. Wenn Indizien das stark in Zweifel ziehen, dann muß DSK wie jeder andere auch freigelassen werden. Was denn sonst??
Spekulationen über die Glaubwürdigkeit der "verletzten Zeugin" sind ebenso zulässig oder unzulässig wie Erörterungen über das Vorleben DSK.
Vor dem Hintergrund, dass hier ein Schwerstverbrechen oder schwerste Verleumdung u. mittelbare langjährige Freiheitsberaubung im Raum steht, eine höchst geschmack- und taktlose Formulierung. Ein Vergleich mit Unterhaltungsserien sollte die Ernsthaftigkeit der Angelegenheit verbieten.
Verurteilungen nach §164 StGB mit belastbaren Zahlen, Daten, Fakten, und ohne Dinkel- und Dunkelziffern, Mutmaßungen, Spekulationen oder feministischen Parteiprogrammen hat noch immer keine einzige Zeitschrift zustande gebracht.
Es gibt Raum für Spekulationen, leider zuviel.
Es ist die Sache in den USA, die sollte sich erledigt haben und das Sex zur Politik gehört wissen wir spätestens seit Bill Clinton.
Wenn man sich einmal den 2. Akt ansieht, dann verdichten sich wohl schon die Argumente, dass die Dame DSK erpressen wollte. Sex mag es gegeben haben. Ist das verwerflich?
Der Zeitpunkt von Miss Banon ist sehr eigenartig, weil es ist die einzige Chance DSK als Präsidentschaftskandidat zu verhindern.
Aber die Grundfrage ist, abgesehen von diesen Vorwürfen, wie geeignet wäre DSK als Präsident. Immerhin der einzige Kandidat den der kleine Napoleon zu fürchten hat.
Vergewaltigung ist ein schlimmes Verbrechen. In diesen Fällen ist es jedoch ganz offensichtlich, dass die Geschichte so oder so ohne lebenslang traumatisierte Opfer ausgehen wird. Wer sich am Tag nach der Tat nach Verdienstmöglichkeiten daran erkundigt oder einen Vorgang in einer Talkshow zum Besten gibt, der ist nicht wirklich Opfer.
Wenn er schlau ist, der DSK, dann bereitet er jetzt einen guten Einstand für seine Präsidentschaftskandidatur vor. In New York hat er nicht mehr viel zu befürchten und die Journalistin Banon demontiert sich mit ihrer Begründung bereits selbst.
Das Problem ist, dass diese Frau andere Interessen vertritt. Seit Anfang des Jahres arbeitet sie für die Atlantico-Website, die beim letzten Mal den Wahlkampf von Sarkozy im Netz organisierte und die bereits an der verdächtig frühen Twitter-Nachricht beteiligt war, die die Verhaftung von DSK eine Stunde vor der Polizei gemeldet hatte.
Ich gehe davon, dass diese Frau bezahlt wird, und zwar für Wahlkampfdienste. Im Übrigen war das, was sie erzählt, keine versuchte Vergewaltigung, sondern bestenfalls Belästigung, was ohnehin verjährt ist.
Die letzten Wochen und Kachelmann haben gezeigt, dass es bei Vergewaltigungsvorwürfen um so sehr viel geht, dass die Aussage eines angeblichen Opfers erst einmal anzuzweifeln ist. Sie ist als falsch anzunehmen, bis diese These nicht mehr zu halten ist.
Leider wird dieses Prinzip schon wieder von der gesamten Presse missachtet.