Wende im Fall Jörg Kachelmann: Der Wettermoderator darf das Untersuchungsgefängnis verlassen - und bleibt in Freiheit, bis der Vergewaltigungsprozess gegen ihn beginnt. Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat den Haftbefehl aufgehoben, es sieht keinen dringenden Tatverdacht mehr.
http://www.spiegel.de/panorama/justi...709062,00.html
Was hat ein derartiger Fall mit "prominent" zu tun?
Nichts!
Der Fall zeigt, dass jeder -so wie es ein Staatsanwalt will-einfach zunächst einmal in Untersuchungshaft kommen kann, gleichgültig, ob er schuldig ist oder nicht, ob die Sachverhalte stimmen oder nicht.
Das scheint doch (gleichgültig, wie die Verhandlung im September ausgehen wird) zunächst einmal als Skandal in die Justiz-Geschichte einzugehen.
Wie kann ein Landesgericht überhaupt völlig anders bewerten als ein Oberlandesgericht? Sitzen im Oberlandesgericht schlauere Richter als im Landesgericht?
Das wäre allerdings sehr problematisch!
Offensichtlich sind Sie neben "Opfer" und "Täter" der einzige, der die Wahrheit kennt. Sie waren wohl Augenzeuge und wissen daher ohne wenn und aber, dass das "Opfer" nicht vergewaltigt wurde?
Hier läuft das gleiche ab wie im "Brunner-thread". Wüste Spekulationen, wo jeder den Punkt zum Faktum erklärt, der ihm in den Kram passt.
Daher sind in meinen Augen solche Diskussionen über laufende Justizfälle nicht foren - geeignet, da sie zu Glaubensprozessen mutieren.
Immerhin ist hier ein Prominenter öffentlich und gesellschaftlich hingerichtet worden, ehe überhaupt die Hauptsache, das Hauptverfahren begonnen hat.
Das Problem ist m. E. vielfältig, dummdreiste Staatsanwälte mit Star-Allüren und Karriergeilheit, die Beurteilungsüberheblichkeit DES Juristen ansich als Berufskrankheit. die nicht mehr begründbare staatliche Sozialkontrolle auf das Individuum nach gesellschaftlichem Fehlverhalten vs. der Staat als Kriminelle Vereinigung, der den Bürger von morgens bis abens betrügt und nur danach sieht, was die Industrie benötigt. Geltendes Strafrecht: Wer will hier eigentlich noch wen vor wem schützen?
Und diese um Volksmund verbreitete Farce, als säßen die Hälfte der Verurteilten schuldlos im Knast, ist pubertärer Blödsinn.
Richtig hingegen ist, daß man JVAs ohne weiteres kriminellen Trainingscamps gleichsetzen kann - da drückt der Schuh, denn der Staat ist pleite und kann seine eigenen Ansprüche nicht mehr erfüllen.
Und während dessen stehen strafunmündige 12-jährige arabischer Herkunft auf den U-Bahnhöfen und dealen quasi ungestört.
Was mich erstaunt ist, dass ein erstinstanzliches Gericht bei Vorliegen von zwei entlastenden Gutachten von anerkannten Sachverständigen und bei nachgewiesenen Lügen des angeblichen Opfers einen dringenden Tatverdacht noch bejahen konnte. Das lässt entweder jeden Sachverstand vermissen oder auf eine falsche Kumpanei zwischen Staatsanwaltschaft und Haftrichter schliessen. Die Haftdauer war in jeden Fall unverhältnismässig und eine angebliche Fluchtgefahr bestand zu keinem Zeitpunkt. Der Fall könnte noch teuer werden für den deutschen Steuerzahler. Schliesslich wurde Kachelmann sowohl beruflich als auch privat ruiniert.
ihnen, dass es zum verzweifeln ist, wenn man von derartigen härtefälle, wie sie diese kurz andeuten, erfährt oder gar betroffen ist. bestimmt sind das ohnmachtsgefühle, wenn der fall kachelmann dagegen gehalten wird.
es ist nun aber auch eine zeiterscheinung, dass die öffentlichkeit über prominente und was deren leben betrifft, begierig lesen und hören will. dagegen ist m.e. insofern nichts einzuwenden, wenn fair berichtet wird, die betroffene person nicht entwürdigt wird (presse, medien können ja nicht ihre eigene existenz gefährden).
als beispiel: herr k. wurde beschuldigt, vergewaltigt zu haben. so weit, so schlecht. dann meldeten sich ex-geliebte, deren seele er ebenfalls vergewaltigt haben soll. hier ist für mich der punkt erreicht, wo nicht mehr berichtet werden sollte. was haben die anderen frauen mit explizit der im raum stehenden straftat zu tun? wohl doch nur: herrn kachelmann insgesamt zu beschädigen. und ich gehe davon aus, dass DIE ZEIT auf diesen zug nicht aufspringt und berichtet. nein, tut sie nicht.
Ausschlaggebend ist, daß es staatliche Sozialkontrolle geben muß, jene in unserer Kultur aber auf dem Status des Mittelalters stehen geblieben ist und allenfalls als Alibifunktion für den angeblich funktionierenden Staat herangezogen wird - während 12-jährige Kinder arabischer Herkunft auf den Bahnsteigen dealen.