Der Grundgedanke eines Geländewagens ist es, dort langzufahren, wo es keine Straßen gibt und dank seines Faltverdecks luftverlandefähig zu sein und nach Möglichkeit seine Passagiere überleben zu lassen, wenn er auf eine Mine fährt.
Nur fahren die allermeisten Autos nicht querfeldein und militärische Tugenden sind komplett egal. Dafür wollen Leute Autos, mit denen sie auch mal einen Bordstein hoch fahren können, ohne dass Plastik auf der Straße zurückbleibt und aus denen sie ohne Schuhlöffel aussteigen können. Solche Autos heißen SUV, verkaufen sich wie geschnitten Brot und müssen mit der ermüdenden Kritik von Ewignörglern leben, sie seien keine echten Geländewagen (was auch niemand behauptet). Mit der Gattung der "Reiseenduro" ist es ähnlich. Eine "Reiseenduro" ist nun mal die Kreuzung aus einer Enduro (hohe Bodenfreiheit, lange Federwege, optional Speichenräder mit Stollenreifen) mit einem bequemen Reisemotorrad. Verkauft sich wie geschnitten Brot und ist den Ewignörglern ein Dorn im Auge. Na und, müssen sie ja weder mögen noch kaufen. Und das Thema "Primitiv-Technik" kann man jetzt auch endlich mal streichen: Kat ist Pflicht, Einspritzung ebenso, leistungsfähige Bremsanlagen und ordentliches Licht gehören dazu. ABS ist eigentlich heute schon Standard, wird ab 2017 Pflicht. Wer stattdessen einen primitiven Schweineeimer fahren will, der muss eben gebraucht kaufen - neu gibt es solche Vorkriegstechnik nicht mehr. Und das ist auch gut so.
Übrigens: Wenn ich die Wahl habe, mit einer Reiseenduro, mit einem Supersport-Yoghurtbecher oder einem reise-Schlachtschiff wie der K1600 durch die Alpen zu fahren, dann weiß ich genau, warum es dafür die GS wird. Und wenn man in den Alpen mal die Motorräder zählt, dann weiß man auch, dass ich nicht der einzige bin, der das so sieht.
Zur neuen Triumph: Wer die GS nicht trotz des Boxers, sondern wegen des Boxers gekauft hat, der wird die Triumph nicht mögen.

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