Da wird nichts schoen gerechnet. Der Nissan hat einfach eine Batterie, mit der man typischerweise, wenn man sie normal laedt, 175km weit kommt. Auf der Nissan-Seite sieht man, wie dies je nach Fahrszenario zwischen 100km und 222km liegen kann. Damit es nicht noch viel weniger wird, haben sie u.A. die Beschleunigung des Fahrzeugs relativ gering ausgelegt. Wenn man ihn schnell auflaedt, hat man beim Laden groessere Ladeverluste, und weniger Reichweite.
Mein Beispiel sollte zeigen, wie man ueber die Anzahl der Batterieladungen auf die durchschnittliche Reichweite pro Batterieladung zurueckschliessen kann, obwohl man nicht jedesmal genau vermisst, wieviel man nachgeladen hat. Schliesslich geht die Restladung (zumindest in diesen kurzen Zeitraeumen) ja nicht verloren.
Trotzdem ist er wie jedes Elektroauto ein Primaerenergie-Verschwender und das wird bei Schnellaufladung und sportlichem Fahrstil schlimmer und bei langsamer Aufladung und passivem Fahrstil besser.
Ich bin ja nicht der einzige, der Elektroautos durchgerechnet hat (
Botschafter der Elektroautos « monstermaschine) und zu dem Ergebnis gekommen ist, dass sie mehr Energie verbrauchen als Verbrenner. Der BUND (Bund fuer Umwelt und Naturschutz,
Elektroauto / Elektromobilität: Illusion oder Chance?) und Greenpeace (
Was taugen Elektroautos? - Greenpeace, Nachrichten zum Thema Verkehr) haben auch den CO2-Ausstoss berechnet und kommen dort zum Ergebnis, dass er ungefaehr so hoch ist, wie der von Benzinern. Ueber den Strommix ergibt sich damit ungefaehr das Selbe im Energieverbrauch. Meine Berechnungen zur Fahrstilabhaengigen Effizienz zeigen jedoch, dass es noch schlimmer ist, als BUND und Greenpeace annehmen.
Wenn man Elektroautos garantiert mit Wind- oder Sonnenenergie betreiben kann, dann sind sie umweltfreundlich. Wenn man sie aus dem Netz auflaedt sind sie das krasse Gegenteil.
Also: Elektroautos nur im Notfall aus dem Netz aufladen!
Das Problem, was machen jetzt all die Kunden, die eigentlich etwas gutes fuer die Umwelt tun wollten, und feststellen, dass sie ueber keine Moeglichkeit des adaequaten Aufladens verfuegen. Um die tut es mir wirklich leid, wenn sie nun jedes Mal mit gemischten Gefuehlen an der Ladestation stehen muessen.
Natuerlich koennte man sagen, selber Schuld, der Mensch ist fuer seine Aufklaerung selbst verantwortlich. Da ist aber trotzdem etwas in der Aufklaerung versaeumt worden. Die Umweltschutzverbaende und die gruene Partei haetten Alarm schlagen muessen. Die Problematik ist zugegebenermassen wesentlich komplexer ist als beim Verbrenner. Und es ist nie zu spaet fuer eine Korrektur des eingeschlagenen Weges.