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Fahndung nach Mädchenmord : Das Ermittlungsdebakel von Emden

dapd/ PolizeiEin Jugendlicher kommt nach dem Mord an einer Elfjährigen in Emden in Untersuchungshaft. Vor der Polizeiwache versammelt sich ein wütender Mob, im Internet gibt es Todesdrohungen gegen den vermeintlich Verdächtigen. Dabei ist er unschuldig. Jetzt stehen die Ermittler in der Kritik.

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  1. #170

    Schauprozess von Provinzbeamten

    Die Festnahme war eine Schauveranstaltung von Provinzpolizisten, die Pressekonferenz eine Schauveranstaltung einer Provinz-Staatsanwaltschaft. Beide Gruppen gehören mit Dienstaufsichtsbehörden und Schadensersatzforderungen überzogen, dass ihnen die Tränen kommen.

    Ich wünschte, der Junge hätte einen guten, lauten und bösen Anwalt, der diese beamteten Amateure für ihr Verbrechen – ja, es ist ein Verbrechen, einen unschuldigen Menschen der Öffentlichkeit preiszugeben – mit allen juristischen Möglichkeiten zur Verantwortung zieht.
  2. #171

    Der Beschuldigte hat das Recht zu schweigen

    An diesem schrecklichen Vorfall sieht man, wie wichtig es auch für einen Unschuldigen ist, von seinem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch zu machen. Erst wenn der eigene Anwalt Akteneinsicht erlangt hat, sollte man sich in dessen Beisein zur Tat äußern.

    Leider hinterlassen unsere Medien allzu gerne den Eindruck, dass wer von diesem Recht Gebrauch mache, etwas zu verbergen habe. Das Gegenteil ist der Fall. Damit soll auch der Unschuldige geschützt werden, der aus Aufregung, oder weil er glaubt einen sachfremden Vorfall z. B. ein Kleindelikt verheimlichen zu müssen, in einzelnen Punkten die Unwahrheit sagt.
  3. #172

    Der nächste Justizskandal

    Zitat von copperfish Beitrag anzeigen
    Das waren ca. 50 Leute.
    Da wäre es ein Leichtes gewesen, deren Personalien aufzunehmen, und sie wegen Landfriedensbruch anzuklagen.
    Für U-Haft reicht Mordlust und Mordabsicht ja offensichtlich leider nicht aus.
    Richtig. Die Polizei hat nicht nur versagt, sie hat das Verbrechen begangen, einen unschuldigen Menschen der Öffentlchkeit preiszugeben.

    Was wäre eigentlich passiert, wenn der Junge – ohne Anwalt, dem Druck der Beamten ausgeliefert – gestanden hätte? Der nächste Justizskandal?
  4. #173

    Zitat von Tobur Beitrag anzeigen
    Und damit meine ich nicht die zu dieser Seite gehörende Zeitschrift.

    Wie kann man denn bitte der Polizei vorwerfen, dass sie uniformierte Beamte zu einer Verhaftung schickt? Es ging um einen Mord, da wird man wohl nicht nur 1-2 Zivilfahnder hinschicken, wenn man befürchten muss, dass der Verdächtige flüchten könnte.
    Ja, genau das ist der Polizei vorzuwerfen. Die hätten drei kräftige Kollegen hinschicken und den Jungen schlicht und einfach abholen und zum Revier bringen können. Und dann die verdammte Klappe halten und ermitteln und sich nicht auf einer Pressekonferenz als James Bond aufspielen. Das wäre angemessen gewesen und nichts anderes.

    Vielleicht auch mal die Personalien des Mobs aufnehmen, der vor der Tür randaliert hat. Dazu hätten diese uniformierten Faulpelze nur mal vor die Tür treten müssen.

    Diese Wichtigtuer und Versager sollten im Emden den Verkehr regeln und die wichtige Arbeit den Spezialisten vom LKA überlassen.
  5. #174

    Zitat von dibari Beitrag anzeigen
    Schande über die Verantwortlichen, die die Identität des Jungen nicht
    schützten. Menschen die sich zusammenrotten um gegen einen Jungen,
    dessen Schuld nicht bewiesen ist!
    Wieso reden eigentlich alle vom "Jungen"? Wäre Aufruf zur Lynchjustiz gegenüber einem Erwachsenen weniger schlimm gewesen?
  6. #175

    Jagdszenen in Emden

    Zitat von Newspeak Beitrag anzeigen
    Ich finde es bezeichnend, daß Justiz und Polizei ihr Versagen nicht mal ordentlich eingestehen können, sondern direkt die Ablenkung suchen
    ,,,
    Ja, es ist auch wichtig, den Lynchmob zu bestrafen.
    ...
    Man sollte auch daran denken, die Schreibtischtäter und Anstifter zur Verantwortung zu ziehen. Wer ließ sich denn in der Pressekonferenz vom Mittwoch siegesgewiss dahingehend ein, er (der Festgenommene) habe sich in Widersprüche verwickelt, aber noch kein Geständnis abgelegt?

    Es ist der Gleiche, der jetzt kleinlaut von der Verfolgung des Lychmobs faselt. Warum ging die Polizei nicht gegen die Belagerer des Reviers vor. Bei Demonstrationen ist man doch sonst auch nicht pingelig, Personalien zu erheben, Platzverweise auszusprechen oder Festnahmen vorzunehmen.
  7. #176

    Zitat von funnyone2007 Beitrag anzeigen
    sie haben das Rechtsystem leider nicht verstanden!
    In Deutschland muss man nicht seine Unschuld beweisen sondern die Behörden müssen die Schuld beweisen!
    zumindest in der Theorie ....
  8. #177

    Zitat von CitizenTM Beitrag anzeigen
    Da wird ja bei jedem Vorabend Krimi besser gearbeitet als in Emden.
    aber sie wissen doch, aus polizeikreisen hat man doch schon oft gehört, daß die krimis im fernsehen nicht viel mit der realität zu tun haben.
  9. #178

    Die Krokodilstränen der Presse

    sind ebensowenig zu ertragen wie das Geschwätz des mediengeilen Herrn Pfeiffer. Er weiß es als Jurist besser, aber er sagt es nicht: Das Risiko, in Verdacht zu kommen und deshalb von Behörden verfolgt zu werden, ist ein allgemeines staatsbürgerliches Risiko. Wenn mich morgen jemand anzeigt, kann mir das genauso passieren. Dafür gibt es von den Behörden keinen Schadensersatz, solange sie nicht bewusst einen Unschuldigen verfolgen. Wenn die gerade bei Wulf hochgelobte BLÖD-Zeitung Menschenhatz macht, kann man das nicht der Staatsanwaltschaft und der Polizei vorwerfen, die bei einem Anfangsverdacht handeln muss und stets nur von einem solchen gesprochen hat. Lasst die Polizei ihre Arbeit machen, lasst die Familie ihr entsetzliches Leid betrauern, fühlt mit und haltet einfach mal die Klappe.
  10. #179

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Jugendlicher kommt nach dem Mord an einer Elfjährigen in Emden in Untersuchungshaft. Vor der Polizeiwache versammelt sich ein wütender Mob, im Internet gibt es Todesdrohungen gegen den vermeintlich Verdächtigen. Dabei ist er unschuldig. Jetzt stehen die Ermittler in der Kritik.

    Fahndung nach Mädchenmord: Das Ermittlungsdebakel von Emden - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama
    "Ermittlungsdebakel"?
    Was ist denn mit Zeitungen und Nachrichten, für die schon am Tag nach der Festnahme seine Schuld feststand und sich dementsprechend geäußer haben`?


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