Ist das jetzt gut für den Kunden, wenn er nur Markenscheibenwischer verwendet?
DPARazzia auf der Automechanika: Zollbeamte haben auf der Autozulieferer-Messe verdächtige Produkte unter die Lupe genommen und sind fündig geworden - viele Händler hatten Plagiate in den Regalen.
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...856279,00.html
Ist das jetzt gut für den Kunden, wenn er nur Markenscheibenwischer verwendet?
Rein aus Verbrauchersicht:
Bei manchen Dingen dürfte den Endkunden lediglich das Preis-Leistungsverhältnis interessieren.
Wenn er den Plagiatsscheibenwischer für 3,- statt den Originalen für 15,-€ bekommt und dieser dafür nur halb so lange hält, wird er ggf. das Plagiat vorziehen.
Aber dumm, wenn das Plagiat nicht als Plagiat erkennbar ist und für 12,-€ erworben wird.
Bei anderen Dingen kann es aber viel schlimmere Auswirkungen haben.
Nehmen wir z.B. die angeführten Ölfilter:
Ggf. resultiert daraus ein kapitaler Motorschaden..
Oder die Scheinwerfer dürfen beim nächsten TÜV wieder rausgeschraubt werden, nachdem sie bis dahin den Gegenverkehr geblendet haben..
Schlecht sind auch sich zerlegende Bremsbeläge..
Die wirtschaftlichen Folgen sind daneben noch eine andere Geschichte.
Ich habe mir vor gut vier Wochen an einer Tschechischen Tankstelle ein Paar No-Name-Copycat-Scheibenwischer fuer 55 Kronen gekauft. Das sind ~1Euro80.
Ta-del-los! Ernsthaft. Frage mich wie man fuer 90Cent einen derart hochqualitativen Scheibenwischer herstellen kann...
Das es runderneuerte Reifen, Bremsbelaege und Gluehlampen in teils grenzwertiger Qualitaet gibt; da haben Sie absolut Recht.
Die Autohersteller nehmen ihre Kunden mit den Ersatzteilen gleich mehrmals aus: Erstmal kosten sie unverhaeltnimaessig viel, und dann sind sie oft noch qualitativ schlechter als Aftermarket-Teile. Ich habe es am eigenen Leib mehrmals erlebt, von zu "weichen" Windschutzscheiben, die schnell Steinschlag bekommen, bis zu einer Wasserpumpe von VAG, dessen Plastikrotor regelmaessig nach 100.000km bricht. Die Drittanbieter haben einen Metalrotor.
Nagelneuer Scheinwerfer fuer unter 20 Euro. Da weiss man, was man hat!
Gibts bei vielen Automodellen so guenstig. In ueberpruefter und nachvollziehbarer Erstausruesterqualitaet aus namhaften Quellen.
Fuer den Golf 3 z.B. kostet eine vordere Bremsscheibe 7 Euro, ein Kuehler 25, ein Kupplungssatz 40 und ein Zahnriemensatz incl. Spannrolle und Wasserpumpe 45 Euro. Radlager hinten komplett 2 Euro 50 (!)
Nagelneu und mit Pruefnummern.
Baue ich ohne Bedenken ein (und ich wage zu behaupten mich damit auszukennen).
Klar wundert man sich, warum einige Teile so teuer sind und wie andere es hingegen sehr günstig anbieten können. Meistens sind günstige Teile nachgemacht. Da stecken dann keine Kosten für die Entwicklung dahinter. Und wenn dann noch in Billiglohn-Ländern produziert wird...
Andererseits nutzen einige Hersteller ihre Position auch aus, in dem sie nur eine Garantie geben, wenn nur Originalteile verwendet werden...
Wozu auch. Die Entwicklungskosten stecken im Auto, nicht in der Ersatz-Bremsscheibe.
Die Masche der Japaner, die Autos/Motorraeder billig zu verkaufen und die Kohle mit grotesk ueberteuerten Ersatzteilen zu machen (ich erinnere mich an briefmarkengrosse Toyota-Nummernschildbeleuchtungsglaeser die in den 80er Jahren hundert DM gekostet haben...) war schon immer ein absoluter "Aufreger" fuer mich.
Mercedes war da uebrigens immer ein leuchtendes Gegenbeispiel. Die hatten immer ausgesprochen faire Ersatzteilpreise.